Tipps zum Studieren im Home-Office

Stress, Achtsamkeit & Selbstfürsorge – Teil 2

Das Sommersemester steht an und du fühlst dich jetzt schon komplett überfordert und weißt nicht, wie du mit dem Stress umgehen kannst? Diese Tipps können dir helfen. Die vorlesungsfreie Zeit ist vorbei und das neue Semester startet gleich in voller Montur - die Kursanforderungen, also die Studien- und Prüfungsleistungen der einzelnen Kurse, werden mitgeteilt, Referatsthemen und Gruppenarbeiten vergeben und eine umfangreiche Abgabe zur nächsten Sitzung steht auch schon an. Der ganz normale Studierendenwahnsinn also. Stress im Studium ist leider normal und lässt sich oft nicht ändern. Was du aber ändern kannst, ist deine Einstellung dazu. Aus diesem Grund haben wir drei weitere Tipps für dich, die du ganz bequem in deinen Alltag einbauen kannst, um so dein Stresslevel zu reduzieren.

How to "achtsamer leben"

Tipp 1: Achtsamkeitsübungen

Wenn du innerlich entspannt bist, bist du äußerlich zufrieden. Wer achtsam lebt, ist glücklicher. Achtsamkeit bedeutet, den Moment ganz bewusst wahrzunehmen und im Hier und Jetzt zu sein - nicht nur körperlich, sondern auch mental. Wenn du dich bewusst darauf konzentrierst, was um dich herum geschieht, kann das Tempo rausgenommen und der Stress reduziert werden. Wenn du mit deinen Gedanken immer nur bei Problemen oder möglichen Herausforderungen bist, machst du dir durchgängig Sorgen, was alles schiefgehen könnte.

Achtsamkeitsübungen lassen sich dabei zum Teil in alltägliche Abläufe integrieren und du kannst alles, was du tust, achtsamer tun. Dafür brauchst du nicht einmal Hilfsmittel. So kann sich Achtsamkeit in deinem Essverhalten widerspiegeln, indem du dir bewusst Zeit für dein Essen nimmst und du dich nicht nebenbei von deinem Handy, dem Fernseher oder anderen Dingen ablenken lässt. Dadurch kannst du dein Essen bewusst genießen. Achtsamkeit kannst du auch in deine Spaziergänge integrieren, wenn du dich z.B. von negativen Gedanken befreien willst, indem du dich dabei mit dir selbst und der Natur befasst und deine Eindrücke achtsam wahrnimmst. Stille zu genießen, ist ebenfalls eine Achtsamkeitsübung. Dafür nimmst du dir täglich nicht mehr als fünf Minuten Zeit, um lediglich die Geräusche um dich herum bewusst wahrzunehmen. Dadurch werden deine Sinne geschärft und du kannst die Übung sowohl draußen als auch drinnen durchführen. Diese sind nur drei von vielen Achtsamkeitsübungen, die sich wunderbar schnell und einfach anwenden lassen, ohne, dass du viel Zeit opferst oder groß etwas an deinem Tagesablauf verändern musst.

Tipp 2: Progressive Muskelentspannung für einen erholsamen Schlaf

Entspannen durch anspannen - Klingt zunächst paradox, hilft aber wirklich. Wahrscheinlich kennst du es auch: Mit steigendem Druck steigt die Anspannung und du neigst dazu, unbewusst und unwillkürlich deine Muskeln stärker anzuspannen, deine Zähne zusammenzubeißen oder deine Hände zu Fäusten zu ballen. Spannst du deine Muskeln stressbedingt übermäßig an, kann es deinem Körper schaden und zu gesundheitlichen Folgen wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Bluthochdruck führen. Mit der Progressiven Muskelentspannung (PME) nach dem US-Arzt Edmund Jacobsen lernst du, auf körperlicher und seelischer Ebene wieder locker zu lassen. Die Methode gibt es schon seit den 1920er Jahren und hat sich seitdem als Entspannungstechnik bewährt.

Das Prinzip ist einfach: du spannst in kurzen Einheiten einzelne Muskelgruppen von Kopf bis Fuß für einige Sekunden nacheinander an und lässt danach locker. Die Anspannung sollte dabei zwischen 5 und 10 Sekunden und die Entspannung zwischen 30 und 45 Sekunden dauern. Die Übungen umfassen Fäuste ballen, das Zusammenkneifen der Augen, Schultern zu den Ohren ziehen, Bauch einziehen oder Zehen krümmen und dem anschließenden jeweiligen Lockerlassen der einzelnen Muskelpartien. Anleitungen für die eine geführte Progressive Muskelentspannung findest du bei YouTube oder Spotify, sowohl als Kurz- als auch Langform. Kostenpflichtige Apps gibt es dafür auch, wobei die kostenlosen (studierendenfreundlicheren) Versionen auf jeden Fall ausreichen sollten.

Die Muskelentspannung wirkt vor allem vor dem Schlafengehen und soll für einen erholsameren Schlaf und eine Verkürzung der Einschlafdauer sorgen. Viele Menschen klagen gerade zu Corona-Zeiten über Einschlaf- und Durchschlafprobleme. Falls du auch damit zu kämpfen hast, wage es und probiere die Technik einfach mal aus. Wichtig ist, dass du dich wie bei den Achtsamkeitsübungen wirklich komplett darauf einlässt, dir Zeit für dich nimmst und dich nicht beispielsweise damit verrückt machst, was du morgen alles schaffen musst. Schlafanzug an und los gehts!

Tipp 3: Digital Detox

Wie du schon im ersten Teil von „Stress, Achtsamkeit und Selbstfürsorge” erfahren durftest, sind Stressauslöser ganz individuell. Ein Stressauslöser im digitalen Zeitalter und Semester, den wir noch nicht angesprochen hatten, kann “FOMO” (Fear of Missing Out) sein. FOMO beschreibt die Angst, etwas zu verpassen. Dieses Social-Media-Problem ist insbesondere heutzutage stark vertreten und wird enorm durch das permanente Scrollen durch Videos und Fotos auf sozialen Medien gefördert. Das ständige Aktualisieren des Newsfeeds, um stets auf dem neuesten Stand zu bleiben.  Wir fürchten uns davor, nicht dabei zu sein, fühlen uns ausgeschlossen, wenn unsere Freund_innen etwas Aufregendes erleben und dabei fleißig posten. Selbstzweifel an den eigenen Entscheidungen, am eigenen Leben, plagen uns und wir fragen uns: Habe ich etwas falsch gemacht? Warum bin ich nicht dabei oder wurde nicht gefragt? Aber längst nicht nur soziale Faktoren können bei FOMO eine Rolle spielen. Deine Freund_innen posten nach und nach Bilder ihrer fertigen Bachelor- oder Masterarbeiten und du fühlst dich unter Druck gesetzt und verspürst vielleicht Neid. Natürlich kannst du dich auch einfach für die jeweilige Person freuen und dein eigenes Können nicht hinterfragen, auch das ist ganz individuell. Warum sind alle anderen schon fertig? Sollte ich nicht auch schon längst viel weiter sein? Was mache ich falsch? Denke daran: Vergleiche dich nicht mit anderen. Du bestimmst, in welchem Tempo sich dein Leben abspielt. Lasse dich nicht aus der Ruhe bringen und lege ab und zu auch mal dein Handy beiseite.

Falls du “FOMO” kennst und unsere Tipps nicht genug sein sollten, versuche es doch einmal mit einem Digital Detox, also einer digitalen Auszeit bzw. Entgiftung. Digital Detox fällt auch unter die Kategorie Achtsamkeitsübung. Achtsamkeit bedeutet also nicht nur, gut zu dir selbst zu sein, sondern auch im Umgang mit der Digitalisierung. Dafür schaltest du einfach einmal komplett ab - sprich sowohl dich selbst als auch deine technischen Geräte. Du löst dich also von der digitalen Welt. Das kann in einem Online-Semester, wo du gefühlt die ganze Zeit nur vor dem Bildschirm sitzt, zwar schwierig erscheinen, ist jedoch dennoch machbar. Dafür schaffst du dir regelmäßig „analoge Zonen” ohne den permanenten Konsum digitaler Inhalte. Diese analogen Zonen kannst du ganz an deine persönliche, individuelle Tagesstruktur anpassen, das kann also schon zum Frühstück oder aber in den späten Abendstunden sein. Versuche dabei, diese auch wirklich regelmäßig einzuhalten und konsequent zu bleiben. So könntest du beispielsweise zu oder ab einer gewünschten Uhrzeit täglich digital detoxen. Empfehlenswert wäre das mit Sicherheit vor dem Schlafengehen, da das blaue Licht der elektronischen Geräte uns am Entspannen hindert. Das Licht unterdrückt dabei den Melatoninspiegel, der den natürlichen Schlafzyklus des Körpers beeinflusst. Somit wäre der ultimative Tipp, sich von Smartphones, Fernseher, PCs, Tablets und Co. vor dem Schlafengehen fernzuhalten und im besten Fall alles über Nacht auszuschalten. Wenn du nach dem Aufstehen zusätzlich noch eine Stunde wartest, bis du deine Geräte wieder anstellst, startest du sogar gleich viel entspannter in den Tag.

  • Du hast noch Fragen zum Studieren im Home-Office oder direkt zu deinem Studium? Die ZSB ist weiterhin für dich da. Die Studienberaterinnen sind telefonisch und per E-Mail erreichbar. Die Kontaktdaten und aktuellen Sprechzeiten findest du hier: Studienberatung
     
Stress, Achtsamkeit & Selbstfürsorge – Teil 1

Du kannst auch in der vorlesungsfreien Zeit nicht einmal abschalten? Diese Tipps können dir helfen.

Das zweite Online-Semester neigt sich bald dem Ende zu und wie sich das nächste Semester ausgestalten wird, steht noch in den Sternen. Viele Studierende kamen in der Vorlesungszeit mit ihren (a)synchronen Seminaren und Abgaben kaum hinterher und auch in der vorlesungsfreien Zeit ist keine Besserung in Sicht. Den Studierenden wird insbesondere in dieser ungewöhnlichen Zeit sehr viel abverlangt, wodurch kaum Zeit für sie selbst und ihrem eigenen Wohlbefinden bleibt. Stress ist zurzeit dein ständiger Begleiter und du weißt nicht, wie du ihn wieder loswerden kannst? Deine Self Care Routine bleibt ebenfalls gerade auf der Strecke? Dann kannst du beruhigt aufatmen, denn auch für dieses Anliegen haben wir drei Tipps für dich vorbereitet, wie du achtsamer leben und mehr auf dich Acht geben kannst.

How to Vermeiden von BBB(urnout)

Stressauslöser identifizieren
Geh mal in dich: Was bedeutet Stress für dich persönlich? Was bringt dich aus der Ruhe? Den Haushalt schmeißen? Die Geräusche deiner Mitbewohner_innen? Wöchentliche Uni-Abgaben? Klausuren und Hausarbeiten in der vorlesungsfreien Zeit? Alles zusammen? Oder sind es die parallel stattfindenden Online-Seminare über BBB? Ganz egal, was dich persönlich stresst: Um in entsprechenden Situationen gegen den Stress einzuwirken, musst du zunächst einmal die Auslöser dafür identifizieren.

Online-Seminare waren für den Großteil der Studierenden sowie für Dozent_innen Neuland. Seit der Pandemie sollte die Teilnahme an BigBlueButton-Konferenzen in Fleisch und Blut übergegangen sein und es sei anzunehmen, dass sich die meisten Studierenden mit der Situation abgefunden hätten.  Doch für viele heißt das ständige Online- und alleine- von-Zuhause-Studieren nur Stress und Überforderung. Wenn dann noch in jedem Seminar die Kamera eingeschaltet werden muss, fühlen sich viele der Studierenden verunsichert, beobachtet oder gar abgelenkt - als würden sie im Seminarraum vor einem Spiegel sitzen. Ein Zoom- oder, in diesem Fall zutreffender, BBB-Burnout ist dabei schon längst kein fremdes Phänomen mehr. Dies kann sich durch die üblichen Symptome eines Burnouts äußern, wie Erschöpfung, Müdigkeit, Depressionen, Zynismus, Angstzustände oder eine hohe Belastung. Wenn du das Gefühl hast, dass diese Symptome während einer Online-Sitzung auf dich zutreffen, verzweifle bitte nicht, denn es gibt für alles eine Lösung.

Stress abbauen und neue Energie gewinnen
Zunächst sollte gesagt sein: Die richtige Methode zum Stressabbau ist individuell unterschiedlich. Es gibt kein „richtig” oder „falsch”. Wenn dein ultimativer Stressabbau-Tipp hier nicht aufgeführt wird, dir aber persönlich guttut, ist er wahrscheinlich auch richtig. Höre dabei stets auf dein Bauchgefühl und lass dich nicht von uns oder anderen verunsichern.

Tipp 1: Alpha Brain Waves Music
Viele Studierende schwören auf konzentrationsfördernde und gleichzeitig entspannende Musik beim Lernen und Hausarbeiten schreiben. Unter diese Kategorie fällt u.a. die Alpha Brain Waves Music (oder auch zu Deutsch Alphawellen Musik). Natürlich können für dich auch andere Genres in Frage kommen, das ist ganz dir überlassen. Potterheads können dabei beispielsweise auch auf ihre Kosten kommen, da instrumentale Harry Potter Musik auch beruhigend auf viele Menschen wirkt.

Die sogenannte Alphawellen Musik setzt direkt an den Gehirnwellen an, indem sie sie akustisch stimuliert. Das Gehirn ist in der Lage, die von außen gesetzten Signale aufzugreifen und sich daran anzupassen. Der konsequente Rhythmus der Musik gibt deinem Gehirn nach und nach den Rhythmus für die eigenen Gehirnwellen vor. Durch die Alphawellen gelangst du in den Alphazustand. In diesem verlangsamt sich dein Herzschlag, dein Blutdruck sinkt und eine Muskelentspannung tritt ein. Kurz gesagt: du entspannst dich. Je besser du darauf trainiert bist, dich auf die Rhythmen einzulassen, umso schneller schwingen deine Gehirnwellen im Rhythmus der Musik und erreichen den angestrebten Frequenzbereich. Die Musik kann am Anfang vielleicht etwas „angsteinflößend” wirken, aber du gewöhnst dich schnell daran. Auf Spotify findest du beispielsweise unter den gern gefolgten Playlists „Alpha Wellen Konzentration” oder auch “Alpha Brain Waves - Study Music” Musik zur Konzentrationssteigerung, die unter diese Kategorie fallen. Natürlich gibt es auch bei YouTube etliche Playlists, wie etwa „Lernmusik zur Konzentration, Musik zum Stressabbau, Lernen, Fokussieren, Entspannen“, die bereits ganze 151 Millionen Aufrufe hat.

Tipp 2: Augenyoga
Eine große Herausforderung des Online-Semesters ist, dass du kaum noch vom Bildschirm wegkommst. Die Vorlesungen und Seminare sind online, du triffst dich mit Freunden online. Du kaufst über den Bildschirm ein und nutzt die Social-Media-Seiten zur Unterhaltung. Selbst für einen entspannten Film musst du dich vor einen flimmernden Bildschirm setzen. Dies ist eine große Umstellung für deine Augen, die nun so gut wie gar keine Entspannungspause mehr bekommen und somit ein großer Stressauslöser.

Für schmerzende Augen von dem ständigen Bildschirmlicht gibt es mittlerweile auch Yoga für die Augen. Ganz ohne Yogamatte und dich in erschöpfende Positionen zu bringen, kannst du die Muskeln deiner Augen trainieren und entspannen. So geht’s: Setz dich bequem und aufrecht hin und atme tief und entspannt ein. Schaue aus dem Fenster und suche dir ein Objekt, das möglichst weit entfernt ist. Das kann die Spitze eines Baumastes oder die Ecke einer Hauswand sein. Fokussiere deinen Blick ganz bewusst auf dieses Objekt. Strecke nun deinen Arm aus und halte den Daumen nach oben. Wechsele deinen fokussierten Blick jetzt abwechselnd alle 5 Sekunden zwischen dem Objekt und der Daumenspitze hin und her. Nachdem du dies 5- bis 10-mal gemacht hast, du deine Hände so lange aneinander, bis Wärme entsteht. Sobald deine Hände warm sind, legst du die Handinnenflächen auf deine geschlossenen Augen. Spüre die übertragene Wärme ganz bewusst und genieße die Entspannung. Nachdem die Wärme von deinen Augen aufgenommen wurde, nimmst du deine Hände wieder runter. Du kannst deine Augen aber noch für einen kurzen Moment geschlossen lassen und dabei tief ein und langsam ausatmen. Die Übung kannst du beliebig oft wiederholen.

Achte beim Arbeiten am Bildschirm auch auf die Lichtverhältnisse im Raum. In dieser Jahreszeit ist es lange bereits dämmrig, bevor es richtig dunkel wird, sodass du manchmal gar nicht merkst, wie durch das schummrige Licht die Augen ermüden. Weiterhin haben mittlerweile alle Handyhersteller eine integrierte Funktion zur Einstufung des Blaufilters. Die Herabstufung des Blaufilters schont deine Augen und auch deine Netzhaut.

Tipp 3: Selfcare-Apps
Manchmal, wenn dein Stresslevel ganz oben ist und sich die Aufgaben, zumindest gefühlt, zu einem abbaubaren Berg stapeln, hilft es, einfach mal runterzukommen, durchzuatmen und sich mit etwas anderem zu beschäftigen. Da das Smartphone sowieso ständig in Gebrauch ist, kann dieses auch mal für etwas anderes genutzt werden als das niemals endende Scrollen auf Instagram, TikTok und Co. Unser zweiter Tipp lautet daher: Probiere das Runterkommen oder Abschalten doch mal mit einer Selfcare-App.

Viele dieser Selfcare-Apps haben mit unterschiedlichen Funktionen viel zu bieten um deinen Stress ein wenig abzubauen. Es gibt Anleitungen für Techniken zur Meditation, Journaling, Gamification um To-Do-Listen abzuarbeiten und vieles mehr. In der Regel ist die Basisversion der meisten Apps kostenlos, du kannst natürlich auf kostenpflichtige Kurse oder auf eine Premium-Mitgliedschaft upgraden. Die Apps sollen für Entspannung und sogar einen guten Schlaf sorgen. Sie bieten dir angeleitete Meditationen mit unterschiedlichsten Themen, wie Ausgeglichenheit, Wertschätzung, Kreativität oder auch zum Umgang mit Trauer. Die Dauer der Meditationen reicht von 3 Minuten bis zu einer Stunde oder länger und du kannst auch wählen, ob du lieber einer Männer- oder Frauenstimme lauschen möchtest. Für Einschlafprobleme gibt es Gute-Nacht-Geschichten, Schlafmusik und Klangwelten. Viele Apps bieten auch Naturgeräusche an, die du ganz individuell zusammenstellen kannst. Meeresrauschen und tropische Vögel, das Geknister eines Lagerfeuers, ein sanfter Bach oder Regenprassel in jeglicher Form. Auch Geräuschkulissen aus Cafés oder Zugreisen stehen dir zur Auswahl. Du kannst also ganz nach deinem persönlichen Geschmack und die für dich als beruhigend empfundene Soundkulisse wählen.
Eine letzte Art von App, die hier Erwähnung finden soll, ist „Malen nach Zahlen” oder „Ausmal-Apps”. Jeder kennt es von früher und das Ausmalen hat ein richtiges Comeback für Erwachsene erfahren. Einfach mal abschalten und sich nur auf Farben und Formen zu konzentrieren, lässt die Unruhe oft verschwinden.

Selfcare-Apps sind selbstverständlich kein Heilmittel. In der heutigen Schnelllebigkeit und der starken Vermarktung von Selbstoptimierung besteht die Gefahr, dass selbst diese zu einem druckausübenden Stressfaktor werden. Von Selfcare-Apps zu erwarten, dass sie dich schnell noch besser und noch leistungsfähiger machen, ist ein Trugschluss. Die Apps sollen dir helfen, die „Notbremse" zu ziehen, wenn es nötig ist. Wenn du wieder nur 4 Stunden geschlafen hast und dich auf zig Klausuren vorbereiten musst, Hausarbeiten-Deadlines immer näher rücken, können sie dir helfen, die dafür benötigte neue Energie zu gewinnen. Auch wenn es paradox erscheint, dass ausgerechnet dein Smartphone, das dich gewöhnlich ständig ablenkt, dir dabei helfen soll, ein wenig innere Ruhe zu finden: Manchmal findest du Lösungen dort, wo du keine erwartet hättest.

Stress vorbeugen
Schau mal, ob du einen oder vielleicht auch mehrere unserer Tipps in deinen Alltag integrieren kannst. Eventuell wirst du ja schon ganz bald einen Unterschied merken und dich fragen, warum du nicht schon vorher Methoden zum Stressabbau ausprobiert hast. Es ist nie zu spät, damit anzufangen, achtsamer zu leben und mehr auf sein Inneres zu hören.

Wenn die oben beschriebenen Stresssymptome überhandnehmen und du es trotz unserer Tipps einfach nicht schaffst, mal runterzukommen, kannst du auch Online-Kurse zum Stressabbau belegen. Gerade heutzutage gibt es ein umfassendes Kursangebot, um mit Stress umzugehen. Vielleicht fällt es dir in einer Gruppe und zu festgesetzten Zeiten leichter.  Achte auch gerne mal darauf, ob deine Krankenkasse eventuell kostenlose Kurse zu den Themen Stressreduktion oder Stressprävention anbietet. Gesundheitskurse sind für die Krankenkassen ein wichtiges Mittel, ihre Versicherten an einen gesünderen Lebensstil heranzuführen. Daher übernehmen viele sogar ganz oder einen Großteil der Kosten von Gesundheitskursen externer Anbieter, sofern sie von deiner Krankenkasse anerkannt werden.

Hausarbeiten im Home-Office

Die Semesterferien sind in vollem Gange und du musst noch eine Hausarbeit schreiben? Diese Tipps können dir helfen.

Die Vorlesungszeit ist vorbei, doch das heißt für die meisten Studierenden nicht drei Monate Freizeit und Erholung. Klausuren stehen in vielen Fällen an, Hausarbeiten müssen geschrieben und die restlichen Studienleistungen, die eventuell schon längst überfällig waren, abgegeben werden. Doch so, wie das Semester über schon alles anders war, wird auch die Prüfungs- und vorlesungsfreie Zeit anders aussehen. Zu Hause fällt dir die Decke auf den Kopf und du vermisst die Uni-Bibliothek als Arbeitsort? Die Literatursuche muss online stattfinden und du weißt nicht, wie und wo du recherchieren sollst? Keine Panik, du hast schon ganz andere Dinge in diesem Semester gemeistert! Auch in diesem Zusammenhang haben wir drei Tipps für dich, wie du am besten Hausarbeiten im Home-Office schreibst.

How to Hausarbeiten im Home-Office

1. Wie teile ich mir die Zeit am besten ein und wo arbeite ich?
Damit du dir die Zeit am effizientesten einteilst, mache dir eine To-Do Liste oder einen Plan, was du bis zu einem bestimmten Tag erledigt haben musst. Das kann besonders hilfreich sein, wenn mehr als nur eine Hausarbeit ansteht und du nicht weißt, wo du anfangen sollst. Gehe am besten chronologisch vor und schreibe zunächst die Hausarbeit, die als erstes abgegeben werden muss. Bei der Themenfindung und Fragestellung einer oder mehrerer Arbeiten solltest du beachten, dass diese mit deinem/ deiner Kursleiter_in abgesprochen werden müssen, bevor du dich ins Schreiben stürzt.  Auch die Gliederung sollte im besten Fall abgesegnet sein, damit du auf der sicheren Seite bist. Versuch genug Puffer nach hinten einzuplanen, damit du bei eventuell auftretenden Problemen nicht in Zeitnot gerätst. Wichtig dabei ist auch, dass du am Ende noch genug Zeit hast, deine Arbeit Korrektur zu lesen und/oder auch von anderen Korrektur lesen zu lassen.

Deinen Arbeitsplatz solltest du, wenn möglich, von deinem Ess- und/oder Freizeitplatz trennen. Definiere also einen Platz, z.B. am Schreibtisch, deiner Wohnung/deinem Zimmer, an dem du arbeitest und dich ausbreitest. Wenn du den Ort nur fürs Lernen benutzt, kannst du deine Sachen anschließend auch liegen lassen und musst sie nicht jedes Mal wieder zusammenräumen. Wenn dir zu Hause die Decke auf den Kopf fällt und in deiner WG Tumult herrscht, kannst du dir alternative Orte zum Schreiben suchen, wie z.B. einen schattigen Platz draußen im Park oder auch in Cafés, wenn dir die Lautstärke nichts ausmacht. Achte auch hier unbedingt auf die Corona-Bestimmungen!

2. Wo bekomme ich Unterstützung?
Zunächst sei gesagt: Du bist nicht alleine! Für den Fall, dass du dich alleine nur schlecht motivieren kannst oder ganz einfach Unterstützung beim Schreiben benötigst, ist das Lese- und Schreibzentrum (LSZ) genau das Richtige für dich. Das LSZ bietet dreimal in der Woche Schreibgruppen für Studierende an. Dort treffen sich Studierende in einem Online-Seminarraum über BigBlueButton (BBB) im Learnwebkurs des LSZ und arbeiten an ihren Schreibprojekten (Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit, etc.) unter Moderation von geschulten Tutor_innen. Weiterhin berät dich das LSZ z.B., wie du eine Fragestellung formulierst und deine wissenschaftliche Arbeit gliederst. Außerdem erhältst du Einblick in Strategien, deine Arbeit fristgerecht abzugeben und Tipps zu einem einfacheren Einstieg ins Schreiben. Zusätzlich stehen dir Tutor_innen für ein persönliches und ganz individuelles Gespräch zur Verfügung. Die Beratungszeiten für die Semesterferien findest du auf https://www.uni-hildesheim.de/lsz/fuer-studierende/. Einen Beratungstermin kannst du über den Learnweb-Kurs vereinbaren (https://www.uni-hildesheim.de/learnweb2020/enrol/index.php?id=1563). Bei Fragen oder weiteren Anliegen  kannst du dich auch immer an schreibtutoren@uni-hildesheim.de wenden.

Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, an den Schreibwochen des LSZ teilzunehmen. Diese finden ebenfalls online vom 21.9. bis zum 2.10.2020 statt. Dafür trifft man sich jeden Morgen von 9 bis 11 Uhr in einer BBB-Konferenz im Learnwebkurs des LSZ. Anmeldungen sind ab Anfang September unter https://www.uni-hildesheim.de/learnweb2020/course/view.php?id=1563 möglich und erwünscht.  Die Tage fangen mit angeleiteten Aufwärm-Schreibübungen und der Gelegenheit, Tipps zur laufenden (oder ins Stocken geratenen) Hausarbeit zu bekommen an. Anschließend können individuelle Schreibberatungen mit ausgebildeten Tutor_innen in Anspruch genommen werden. Auch während der Vorlesungszeit kannst du jederzeit auf das LSZ zurückzugreifen, um bei Schreibaufgaben begleitet zu werden. Insbesondere bei einem weiteren Online-Semester ist es doch schön zu wissen, dass man nicht alleine ist!

3. Wie finde ich online passende Literatur?
Auch wenn die Uni-Bibliothek für das Arbeiten vor Ort geschlossen ist, besteht immer noch die Möglichkeit, Bücher und Medien auszuleihen und zurückzugeben. Außerdem werden dir zahlreiche Angebote an elektronischen Ressourcen wie E-Books von der Bib uneingeschränkt bereitgestellt. Dafür lohnt sich ein Blick in den Online-Katalog der Bib “HilKat” (https://hilkat.uni-hildesheim.de/vufind/), der dir verrät, welche Literatur grundsätzlich vorhanden und ausleihbar ist. Du kannst dir die Medien einfach online über den “HilKat” vorbestellen und sie bereits am Folgetag abholen. Den “Hilkat” gibt es übrigens auch als (kostenlose) App, über die du auch ganz bequem und mobil über dein Smartphone nach passender Literatur suchen kannst. Die Uni-Bib hat zudem einen Blog, über den sie regelmäßig über Online-Veranstaltungen, neue Zugänge zu Online-Bibliotheken, Neuerscheinungen des Universitätsverlags  und über beispielsweise Lockerungen zur Teilöffnung informiert (https://bibliothek.blog.uni-hildesheim.de/). Schau mal vorbei, wenn dich etwas davon interessiert! Falls bestimmte Literatur in Hildesheimer Bibliotheken nicht vorhanden ist, kannst du auch über die Fernleihe bestellen, die dir deine gewünschte Literatur über die Online-Datenbanken des Gemeinsamen Verbundkatalogs (GVK) beschafft. Der GVK umfasst über 65 Millionen Titel von Büchern, Aufsätzen, Zeitschriften, etc. von über 1000 Bibliotheken. Allerdings ist eine Fernleihe kostenpflichtig und du musst dir einmalig ein Fernleihkonto (coronabedingt) telefonisch oder über E-Mail anlegen: https://www.uni-hildesheim.de/bibliothek/suchen-finden/fernleihe-dokumentlieferdienste/.

Neben deiner Uni-Bib und der Fernleihe gibt es auch weiträumige Suchmaschinen, die dir bei der Recherchearbeit behilflich sein könnten. Eine davon ist Google Scholar, das der allgemeinen Literaturrecherche wissenschaftlicher Veröffentlichungen dient. Auch Google Books verfügt über eine Vielzahl von digitalisierten Büchern - eventuell ist auch etwas für dich dabei! Viele der E-Books sind zwar nur in Auszügen einsehbar, aber vielleicht hast du ja Glück und es sind genau die Auszüge, die du benötigst. Weitere Möglichkeiten sind Wissenschaftsverlage, die über deine persönlichen Anmeldedaten der Uni Hildesheim einen kostenlosen Online-Zugriff auf Datenbanken schaffen - wie z.B. auf nahezu das gesamte E-Book-Angebot des De Gruyter oder Springer Verlags. Einen Gesamtüberblick der elektronischen Ressourcen der Universitätsbibliothek findest du auf ihrer Homepage: https://www.uni-hildesheim.de/bibliothek/suchen-finden/elektronische-ressourcen/

  • Das sind unsere Tipps für ein erfolgreiches Schreiben und wünschen dir weiterhin viel Kraft und Motivation für deine noch anstehenden Schreibprojekte!
  • Du hast noch Fragen zum Studieren im Homeoffice oder direkt zu deinem Studium? Die ZSB ist weiterhin für dich da. Die Studienberaterinnen sind telefonisch und per E-Mail erreichbar. Die Kontaktdaten und aktuellen Sprechzeiten findest du hier: https://www.uni-hildesheim.de/zsb/kontakt/sprechzeiten-zentrale-studienberatung-zsb/.
Online-Lerngruppen

Stress vor der Klausurenphase? Probiere es doch mal mit Online-Lerngruppen!

Das Ende der vorlesungsfreien Zeit steht vor der Tür und somit auch der Start in die Prüfungs- oder Klausurenphase. Die Vorbereitung auf die anstehenden Prüfungsleistungen und deren anschließende Durchführung läuft dieses Semester in vielen Fällen anders ab als geplant - und zwar online und nicht als Präsenzprüfung. Ab jetzt heißt es Ruhe bewahren, denn auch in dieser besonderen Situation gibt es Möglichkeiten, das Lernen auch ohne face-to-face-Kommunikation zu den Mitstudierenden und ohne Bib zu meistern. Eine davon ist das Motto: Gemeinsam lernt sich weniger allein! Und auch der Pädagoge Johann Amos Comenius sagte schon vor über 300 Jahren: "Alles, was beim Lernen Freude macht, unterstützt das Gedächtnis." Wenn du dich fragst, wie du dich trotz E-Learning gemeinsam mit deinen Kommiliton_innen auf deine Prüfungen vorbereiten kannst, haben wir hier drei Tipps für effiziente Lerngruppen für dich zusammengestellt:

Lerngruppen in Zeiten des E-Learnings

1. Wie finde ich eine Lerngruppe?
Nutze die Zeit während deiner Online-Seminare, abgesehen vom Zuhören und Mitarbeiten ;-), und erkundige dich in dem Chat der Seminare, ob noch jemand der Kursteilnehmenden eine Lerngruppe bilden möchte. Vielleicht hast du ja bereits Kontakte während Gruppenarbeiten knüpfen können, sodass du gar nicht lange suchst. Oder es gibt eine Facebookgruppe deines Studiengangs oder Jahrgangs, in der du ebenfalls nachfragen kannst, ob Interesse am gemeinsamen Lernen besteht. Eine weitere Möglichkeit ist, direkt die dozierende Person deines Kurses zu fragen, ob sie im Learnweb ein Etherpad einstellen kann. Darüber könnt ihr euch vernetzen und untereinander austauschen.
Wenn du aus vergangenen Semestern schon Leute kennst, mit denen du gut und effektiv zusammen lernen konntest, überwinde dich und nimm wieder Kontakt zu ihnen auf (z.B. über die Uni-E-Mail-Adresse). Diese Möglichkeit ist besonders optimal und einfach für dich, da ihr bereits ein eingespieltes Team seid und eure Stärken und Schwächen schon kennt.  

2. Wie organisiere ich Lerngruppen?
Deine Gruppe sollte im besten Fall aus nicht mehr als 5 Personen bestehen, da die Gefahr ansonsten zu groß ist, dass ihr euch gegenseitig ablenkt oder dass nicht alle in der Gruppe zu Wort kommen und untergehen. Wenn ihr gut vorbereitet zum Treffen erscheint, reichen zwei Stunden konzentriertes und diszipliniertes Lernen vollkommen aus. Wenn ihr euch länger trefft, denkt dran, Pausen einzulegen. Die richtige Gruppenzusammensetzung spielt eine große Rolle bei Lerngruppen, da die Harmonie untereinander stimmen und die Lerngruppensitzung in keinem Konkurrenzkampf oder Ähnlichem ausarten sollte. Für die bessere Durchführung eurer Lerngruppe macht es Sinn, eine Moderatorin/einen Moderator zu bestimmen. Mal entwickelt sich das von selbst, mal wechseln sich Gruppenmitglieder ab. Eine Moderation verhindert das Chaos: so sprechen nicht alle durcheinander. Falls doch, wird die Gruppe zum eigentlichen Thema zurückgeführt. Auch die Aufgabe des Timekeepings und die Rahmenorganisation sollte ein Gruppenmitglied übernehmen.  Es ist wichtig, festzulegen, wann und wie oft ihr euch online trefft. Den Rhythmus könnt ihr natürlich individuell in der Gruppe abstimmen, aber denkt daran, Termine von Beginn an festzulegen, damit möglichst alle Mitglieder teilnehmen können. Weiterhin zeichnet sich eine effektive Lerngruppe durch Verbindlichkeit aus. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber gerade in solchen Gruppenkonstellationen ist man oft nachlässiger. Nimm die Termine ernst und halte sie ein. Wenn ihr Termine ausmacht, ist es für euch und den Rest der Gruppe sehr unproduktiv, wenn mehrer Leute unentschuldigt fehlen. Wenn euch also etwas dazwischen kommt, sagt unbedingt kurz ab. Eine kurze Nachricht reicht schon. Ebenso solltet ihr, wenn ihr euch dafür entscheidet, “Hausaufgaben” aufzugeben oder Vorbereitungen zu bestimmten Themen verteilt, diese unbedingt auch machen. Eure Selbstdisziplin lohnt sich und wird sich auch positiv auf die Gruppe auswirken! Zuletzt sei noch gesagt: Lerngruppen lösen das eigene Lernen, speziell das Auswendiglernen, nicht ab! Verlasse dich bei einer Prüfungsvorbereitung also nicht allein auf die Gruppentreffen - eigenständiges Vor- und Nachbereiten sowie die eigene Lernroutine können sie nicht ersetzen. 

3. Mit welchen Tools kann ich arbeiten?
Plattformen für Gruppentreffen hast du in diesem Semester schon zuhauf kennengelernt und du weißt sicherlich selbst, welche dir am besten gefällt oder gar nicht zusagt. Abgesehen von synchronen und digitalen Gruppentreffen gibt es aber auch noch andere Tools, die sich für Lerngruppen anbieten.

Für die Kommunikation außerhalb der Gruppentreffen oder die Organisation von neuen Treffen sowie Aufgabenverteilungen gibt es verschiedene Plattformen, die ihr nutzen könnt. Ganz simpel: WhatsApp oder Telegram Gruppen. Einen der beiden Messenger-Dienste haben die meisten Studierenden ohnehin auf ihrem Handy. Und der Austausch darüber ist oft einfacher als über die Uni-Mail-Adresse. Für die Verteilung von Aufgaben, eine Übersicht über euer Vorhaben, eure To-Dos etc. eignet sich die Seite “Trello” (https://trello.com/). Ihr könnt euch dort kostenlos registrieren und alle ein gemeinsames “Board” eröffnen. Dort könnt ihr verschiedene Listen anlegen, auf die ihr alle gleichzeitig zugreifen und sie bearbeiten könnt. So behaltet ihr immer den Überblick und könnt euch in der Lerngruppe strukturieren und organisieren. Wenn ihr bereits andere Apps oder Plattformen benutzt, könnt ihr die auch in euer “Trelloboard” integrieren, sofern die App von Trello unterstützt wird. Um gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten und Dateien untereinander zu teilen, gibt es ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten, wie z.B. die Academic Cloud. Als eingeschriebene_r Student_in könnt ihr die Plattform über eure Uni-E-Mail-Adresse kostenlos nutzen. Auch dort könnt ihr gemeinsam an Dokumenten arbeiten, Dateien teilen und außerdem seit diesem Semester den Rocket.Chat nutzen. Dieser kann über den eigenen Browser verwendet werden. Die Academic Cloud ist zudem eine sichere Plattform. Das oben genannte Etherpad eignet sich auch zum Lernen. Es ist ein Texteditor zur kollaborativen und synchronen Bearbeitung von Texten. Alle Teilnehmenden aus dem Seminar können (sogar gleichzeitig) dort reinschreiben, den bestehenden Text bearbeiten und korrigieren. Dabei hat der Text aller Teilnehmenden eine andere Farbe. Alle Änderungen werden sofort sichtbar. Plattformen wie Google Drive (zum Teilen von Dateien) und dazugehörend Google Docs (zum gemeinsamen Arbeiten an Dokumenten) sind ebenso praktisch, wenn alle Teilnehmenden über ein Google-Konto verfügen.

  • Abgesehen davon könntet ihr Apps wie StudySmarter (https://www.studysmarter.de/) heranziehen, die euch kostenlos für Smartphone und Laptop zur Verfügung stehen. Die App bietet dir verschiedene Tools für eine erfolgreiche Klausurvorbereitung und z.B. geteilte Lerninhalte deiner Kommiliton_innen an. 
  • Wenn ihr gerne mit Karteikarten arbeitet und keine Lust auf “Zettelwirtschaft” habt, ist die App “Repetico” (https://www.repetico.de/) eine gute Alternative. Damit könnt ihr euch gegenseitig in der Lerngruppe abfragen oder Karteikarten miteinander teilen. Du kannst dich kostenlos anmelden und für verschiedene Fächer verschiedene Sätze an Lern-/ Karteikarten erstellen, die du auf deinem Handy immer dabei hast. Ihr könnt in der Gruppe auch gemeinsam welche erstellen oder eine_r teilt schon vorhandene mit der Gruppe.
  • Wie du siehst, gibt es viele Möglichkeiten, Lerngruppen online zu gestalten. Hab Mut, neue und für dich unbekannte Tools auszuprobieren, denn wie du weißt, geht Probieren über Studieren! ;-)

  • Du hast noch Fragen zum Studieren im Homeoffice oder direkt zu deinem Studium? Die ZSB ist weiterhin für dich da. Die Studienberaterinnen sind telefonisch und per E-Mail erreichbar. Die Kontaktdaten und aktuellen Sprechzeiten findest du hier: https://www.uni-hildesheim.de/zsb/kontakt/sprechzeiten-zentrale-studienberatung-zsb/.
Tagesstruktur

Tag für Tag derselbe Wahnsinn? | Wenn du Schwierigkeiten hast, deinen Tag zu strukturieren, könnten diese Tipps genau das Richtige für dich sein.

Wer in dieser besonderen Ausnahmesituation trotzdem produktiv für die Uni arbeiten muss, ist vor einige Herausforderungen gestellt. Das Lernen und Konzentrieren zu E-Learning-Zeiten kann ganz schön schwerfallen, wenn die räumliche Trennung wegfällt. Viele Studierende gehen für gewöhnlich in die Bib, um effektiv und konzentriert Aufgaben für die Uni erledigen zu können - jetzt passiert das ganze (Uni-) Leben zwischen Bett und Schreibtisch. Trotzdem ist es auch im Home-Office möglich, eine individuelle Struktur zu finden, sodass du nicht bloß in den Tag hineinlebst. Wenn du dich fragst, wie das funktionieren kann, haben wir hier drei Tipps für dich:

Wie du deinen Tag strukturieren kannst

1. Schaffe dir Routinen
Orientiere dich an den Strukturen, die du hattest, als du noch an Präsenzveranstaltungen teilgenommen hast oder in der Schule warst. In der Home-Office Situation bist du mehr als im Studium sowieso schon gefragt, dich selbst zu organisieren und zu strukturieren. Eine Morgenroutine wie zu “normalen” Uni-Zeiten und feste Rituale sind hilfreich, um produktiv in den Tag zu starten: Stelle dir den Wecker rechtzeitig. Durch den fehlenden Weg zur Uni kannst du zwar ein bisschen länger schlafen. Plane trotzdem genug Zeit für deine Morgenroutine ein und stelle den Wecker nicht für fünf Minuten vor Vorlesungsbeginn ;-). Eine kalte Dusche kann morgens helfen, wach zu werden und den Körper zu aktivieren. Anschließend solltest du, auch wenn du “nur” zu Hause bist und an deinem Schreibtisch sitzt, normale Alltagskleidung anziehen. Es ist verlockend, den Uni-Tag im Schlafanzug zu starten oder in den Lieblings-Chill-Klamotten zu verbringen. Aber Kleidung hat immer eine Funktion und wird mit bestimmten Situationen und Umständen assoziiert. Wenn du Sport machst, ziehst du dir Sportklamotten an und machst das nicht in Jeans oder einem Sommerkleid. Alltagsklamotten, die du auch zur Uni tragen würdest, assoziiert dein Gehirn mit “arbeiten”, “lernen” oder “jetzt wird was getan”. Das hilft ungemein, auch im Home Office produktiv zu sein. Plane Zeit für ein Frühstück ein, das dir Energie für den bevorstehenden Tag gibt. Dazu gehört für die meisten eine Tasse Kaffee oder Tee. Kaffee trinken nach dem Aufstehen ist für viele Menschen ein festes Ritual, um den Tag zu beginnen. Suche dir auch solche Rituale, die du jeden Morgen bewusst tust. Wenn du beispielsweise jeden Morgen nach dem Aufstehen dein Bett machst, hast du schon eine einfache Aufgabe gemeistert und etwas erreicht. So kannst du motiviert in den Tag starten. Du könntest auch Sport in deine Morgenroutine integrieren oder Meditieren. Zeitung lesen oder bestimmte Musik oder Podcasts hören können auch feste Rituale sein. Wichtig ist, dass du deine persönliche Morgenroutine findest und deine morgendlichen Rituale auch im Home-Office integrierst. Nachdem du also gut in den Tag gestartet bist, warten täglich neue Aufgaben auf dich. Was dir noch dabei helfen kann, den Tag zu strukturieren und dich nicht mit Aufgaben zu verzetteln, ist das Erstellen von To-Do Listen.

2. Schreibe dir To-Do-Listen
Vielen Studierenden fällt es durch To-Do-Listen leichter, sich gedanklich zu strukturieren und den nächsten Tag im Vornherein zu planen. Nutze dabei die Freiheit des Home-Office, in der du deine persönliche produktivste Zeit des Tages ausnutzt, um deine To-Dos abzuarbeiten. Dabei ist es, anders als in Zeiten vor dem E-Learning, vollkommen dir überlassen, wann du am liebsten arbeitest -  gerne auch erst zu später Stunde, wenn du dann am meisten auf die Beine stellen kannst. Du kannst deine ganze Woche planen und/oder einzelne Tage. Du kannst dir abends eine Liste für den nächsten Tag oder eine Tages-To-Do-Liste am Morgen erstellen. Das Erstellen dieser Listen ist auch ein Ritual, das dir hilft, deinen Tag erfolgreich zu meistern. Achte beim Erstellen darauf, dass du dir nicht zu viel für einen Tag vornimmst, sondern verteile deine Aufgaben auf unterschiedliche Tage. Du könntest beispielsweise mit Farben, Stickern, etc. arbeiten, um besonders wichtige Aufgaben hervorzuheben und dich zu motivieren. Wenn du die “altmodische”, analoge Variante lieber durch eine digitale To-Do-Liste auf deinem Handy ersetzen möchtest, ist das auch möglich. Die meisten Smartphones haben ja bereits schon vorprogrammierte Apps zu Notizen und/ oder To-Do-Listen, ansonsten gibt es im Google Play- und App Store immer eine große Auswahl zum kostenlosen Downloaden. Apropos: Es werden auch Lern-Apps angeboten, die dir dabei helfen, dich besser zu konzentrieren. “Forest: Konzentriert Bleiben” ist eine davon, die virtuelle Bäume pflanzt, wenn du die App nicht verlässt. Wenn du dich von anderen Anwendungen, wie deinen Social Media Seiten, ablenken lässt, stirbt der Baum, den du gepflanzt hast. Na, schaffst du, einen ganzen Wald? 

Probiere auch gerne neue Lernmethoden aus, mit denen du z.B. mindestens 10 Minuten konzentriert und ohne Ablenkung arbeitest und anschließend eine 5-minütige wohlverdiente Pause hast, usw. Versuche dabei, deine Aufgaben so gut wie möglich über den Tag zu erledigen, sodass du den Abend noch mit schönen Dingen ausklingen lassen kannst und ihn wirklich genießen kannst. So musst du nicht noch ständig daran denken, was noch alles zu erledigen ist – ganz nach dem Motto „erst die Arbeit, dann das Vergnügen”.

Zu jeder To-Do-Liste gehört natürlich auch das Einbringen von Pausen. So kommst du mal auf andere Gedanken und kannst deinen Kopf frei machen. Wenn du dich in deinen Pausen mal so richtig auspowern möchtest, probiere es doch mal mit virtuellen Uni-Sport. Der Healthy-Campus bietet neuerdings zum ersten Mal 60-minütige Online-Kurse an, die ganz einfach über einen Zoom-Link zu erreichen sind und für die du nicht einmal das Haus verlassen musst: https://www.uni-hildesheim.de/healthy-campus/programm/healthy-campus-kurse/. Wenn es dir unangenehm ist, vor der Webcam Sport zu machen, kannst du diese auch einfach ausstellen oder abkleben. Probier’ es einfach mal aus, es ist bestimmt etwas für dich dabei!

3. Sei nachsichtig mit dir selbst
Zuletzt sei noch gesagt: sei nachsichtig mit dir selbst. Wenn du mal an einem Tag nicht so viel schaffen solltest, geht die Welt davon nicht unter. Nobody is perfect. Nicht jeder Tag kann produktiv sein und das ist auch völlig okay so! Erledige eins nach dem anderen und nicht alles auf einmal, das stresst dich nämlich nur! :-) Falls du mal etwas Ablenkung brauchst, aber gleichzeitig up to date sein möchtest, schaue gerne auf der Facebook-Seite der Uni und den Instagram-Seiten des studentischen Beratungsteams der Anker-Peers oder die des AStAs vorbei. Durch aktuelle Posts der Uni und den Service- und Beratungseinrichtungen merkst du, dass du nicht allein in dieser ungewöhnlichen Situation bist!

How to Online Vorlesung und Seminare – stay tuned!

Wir zeigen Euch, wie ihr mit den online Veranstaltungen am besten zurecht kommt und geben Euch Tipps zum Umgang mit der Technik

Morgens geht dein Weg nicht mehr zur Uni, sondern an den Schreibtisch. Du verbringst den Uni Tag alleine am PC, statt gemeinsam mit Kommilitoninnen und Kommilitonen im Hörsaal. Das Online-Semester ist für alle eine neue Situation, in die wir uns erst einfinden müssen. Doch nichts ist unmöglich! Wenn du bei Online-Vorlesungen und -Seminaren auch manchmal noch ratlos vorm Rechner sitzt und dich fragst, wie das ein ganzes Semester lang funktionieren soll, haben wir hier drei Tipps für dich.

How to Online Seminare und Vorlesungen

  1. Online Veranstaltungen sind im Prinzip wie Präsenzveranstaltungen, nur eben digital. Das heißt, dass du dich auch genauso verhalten kannst, als wärst du am Campus im Hörsaal: Sei pünktlich, mach dir Notizen und schalte dich gerade bei Video-Seminaren nicht im Schlafanzug aus dem Bett zu. Es ist zwar sehr verlockend, bis zur Veranstaltung im Bett liegen zu bleiben, aber die Gefahr ist groß, dass du dann den ganzen Tag dort verbringst. Lege Ablenkungsquellen wie dein Handy beiseite, schalte den Fernseher (oder den/die Mitbewohner_in ;-)) aus, um Störungen zu vermeiden. Im Normalfall stellst du dein Mikrofon ohnehin auf stumm, wenn du dich nicht gerade durch eigene Wortbeiträge beteiligst. Dennoch fällt dir die Konzentration in einer ruhigen Lernumwelt wahrscheinlich leichter. Je nachdem, wie du deine Veranstaltungen vor- und nachbereitest, kannst du deine Routine an die Online-Situation anpassen und neue und kreative Wege zur Nachbereitung finden. Beispielsweise lassen manche Dozierende ihre Veranstaltung aufzeichnen, sodass du wichtige Stellen nachhören kannst. Du könntest auch während der Online-Veranstaltung Screenshots machen oder mit Copy-Paste wichtige Aussagen gleich in deine Lernzettel einfügen.
     
  2. Seminare und Vorlesungen zu Hause bringen auch viele Freiheiten und Vorteile mit sich. Nutze also die Zeit zwischen den einzelnen Veranstaltungen, die du sonst damit verbringst, zum Bus oder zum nächsten Campus zu laufen. Stattdessen könntest du den Haushalt schmeißen und z.B. den Abwasch erledigen oder die Wohnung saugen, sodass du am Ende des Tages mehr Freizeit hast. Um wieder fit in die nächste Sitzung zu starten, könntest du „powernappen“ oder auch ein paar „Büro-Übungen“ wie Yoga machen, wenn du tagsüber nicht genug Bewegung bekommst. Auch regelmäßiges Lüften legen wir dir wärmstens ans Herz. Wenn du normalerweise gerne in deiner Pause in die Mensa gehst, zaubere dir einfach etwas Schnelles und Leckeres zuhause. Auf jeden Fall sollte es dich stärken und ausgewogen sein, denn wer lernt schon gerne mit leerem Magen?! Wenn du dich normalerweise zwischen, nach oder auch während der Kurse mit Freund_innen und/ oder Kommiliton_innen austauscht, solltest du das natürlich auch jetzt in dieser ungewöhnlichen Zeit nicht vernachlässigen - aber im Sinne von Social Distancing. Abgesehen von Skype, Zoom, BBB etc. hat die Academic Cloud der Uni ab sofort den Rocket.Chat für dich verfügbar gemacht, worüber auch Lern- und Referatsgruppen wunderbar funktionieren. Auch in Zeiten von E-Learning lassen sich neue Uni-Kontakte knüpfen - und dafür musst du nicht mal besonders extrovertiert sein.
     
  3. Sorge für funktionierende Technik. Hast du eine stabile Internetverbindung, funktioniert deine Kamera und dein Mikrofon und hat dein Laptop genug Akku, bzw. ist das Ladekabel in der Nähe? Natürlich können gerade am Anfang technische Störungen auftreten und Online-Veranstaltungen nicht optimal funktionieren. Habe ein bisschen Geduld, das wird sich im Laufe der Zeit alles regeln. Die Uni arbeitet stetig an Verbesserungen für die Bedingungen bei Online-Veranstaltungen. Wenn du Fragen zu Programmen oder dem E-Learning generell hast, kannst du auf der Seite vom E-Learning (https://www.uni-hildesheim.de/e-learning2020/) vorbeischauen. Für die meisten technischen Probleme lassen sich Lösungen finden, denn auch das Rechenzentrum hat immer ein offenes Ohr für dich. Hast du beispielsweise keine Kamera am Computer, kannst du dich mithilfe einer App (wie z.B. “DroidCam”) mit der Kamera deines Handy zu Gesprächen zuschalten. Auch im Learnweb gibt es viele Möglichkeiten, um gemeinsames Arbeiten trotz räumlicher Trennung zu ermöglichen. Zum Beispiel das Etherpad oder eine Dokumentfunktion, in der ihr gemeinsam einen Text kommentieren und bearbeiten könnt. Neue Techniken auszuprobieren und neue Funktionen zu entdecken kann auch viel Spaß machen :-)

Tipps rund ums Studieren

Mit Rückschlägen umgehen

Gescheitert und jetzt? | Akzeptieren – Reflektieren –Weiterentwickeln | Du bist nicht alleine! Die Prüfung ist geschrieben. Das Gefühl eher mittelmäßig. Aber fürs Bestehen wird es schon reichen! Ein paar Wochen vergehen und dann sind die Ergebnisse online. Ein Blick ins LSF. Durchgefallen. Du schaust zweimal hin: Durchgefallen - wirklich? Das sitzt!

Gescheitert und jetzt?
Niederlagen begegnen uns immer mal wieder im Leben. Die nicht bestandene Prüfung, die Praktikums-Absage oder das Scheitern an persönlichen Zielen. Natürlich findet Niederlagen niemand angenehm – wir wollen natürlich, dass uns gelingt, worauf wir hinarbeiten. Was aber tun, wenn sie doch eintreten? Die Niederlage geheim halten und so schnell wie möglich verdrängen? Oder sich mit Selbstzweifeln quälen und in Zukunft keine weiteren Versuche mehr wagen? Beides keine gute Idee. Wie du mit Niederlagen umgehst, ohne daran zu verzweifeln und wie du sogar noch einen Nutzen daraus ziehen kannst, zeigt dir der 3-Schritte Ansatz.

Akzeptieren – Reflektieren und Kontextualisieren - Weiterentwickeln

  1. Akzeptieren: In einem ersten Schritt müssen wir das Scheitern akzeptieren. Denn in den meisten Fällen können wir nichts mehr an der Situation drehen. Wir können die Prüfung nicht nochmal schreiben und wir können auch eine Firma im Nachhinein nicht überzeugen uns einem anderen Bewerber oder einer anderen Bewerberin vorzuziehen. In dieser Phase sind Wut und Trauer berechtigte Gefühle, die du zulassen darfst. Sie helfen dir, die Enttäuschung über das eigene Scheitern zu verarbeiten und schließlich die Situation anzunehmen.
  2. Reflektieren und Kontextualisieren: In einem zweiten Schritt schauen wir uns die Situation noch einmal genauer an: Woran sind wir gescheitert und warum? Vielleicht gibt es einen konkreten Grund, warum wir an einer Herausforderung gescheitert sind. Wir haben zum Beispiel zu spät mit dem Lernen angefangen, oder beim Lernen falsche Schwerpunkte gesetzt.  Vielleicht waren die persönlichen Ziele, die wir uns gesetzt haben zu hoch oder unrealistisch? In manchen Fällen lässt sich aber das Scheitern an keinem persönlichen Grund festmachen. Angenommen wir bewerben uns um einen Praktikumsplatz. Wir werden zum Gespräch eingeladen, es läuft gut und trotzdem werden wir nicht genommen? Solche Situationen kommen vor und bedeuten nicht zwangsläufig, dass wir einen Fehler gemacht haben, sondern lediglich, dass die Entscheidung auf eine andere Person gefallen ist. Während wir über Situationen des Scheiterns nachdenken ist eines besonders wichtig: Sie in einem gesunden Kontext zu betrachten: Scheitern gehört zum Leben! Nur wer stillsteht, kann Fehler vollständig vermeiden. Zu scheitern bedeutet also immer auch, dass wir etwas versucht haben! 
  3. Weiterentwickeln: Es ist ein evolutionäres Prinzip: Dort, wo etwas nicht funktioniert, wo etwas nicht bestehen kann, findet eine Weiterentwicklung statt. Auch wir wollen überlegen, was wir aus der Niederlage lernen und wie wir uns nach einem Rückschlag weiterentwickeln können. Das kann eine klassische Fehleranalyse sein: Wir bemerken, dass wir nächstes Mal mehr Zeit zum Lernen einplanen müssen, oder dass wir eine Lerngruppe benötigen. Es kann aber beispielsweise auch das Anerkennen des eigenen Perfektionismus sein: Wir erkennen, dass wir scheitern, weil wir unsere Ziele unrealistisch hoch setzen. Wir setzen unsere Ziele unrealistisch hoch, weil wir uns nicht genug Zeit eingestehen um diese Ziele zu erreichen.

Du bist nicht alleine!
Im besten Fall gehen wir gestärkt aus einer Niederlage heraus. Wir haben durch die Schritte der Auseinandersetzung mit unserem Scheitern Erkenntnisse gezogen, die uns das nächste Mal zu einem besseren Umgang mit der Situation, oder vielleicht auch zum Gelingen führen. Trotzdem, das Umgehen und das Auseinandersetzen mit Rückschlägen ist immer auch anstrengend und belastend. Was uns in diesem Prozess Halt und Stärke gibt, ist das Wissen, dass wir nicht alleine sind. Scheitern ist menschlich! Der Rückhalt durch Freunde, Familie oder ein gutes Beratungsgespräch an der Uni können uns in solchen Phasen Kraft geben. Und du kannst sicher sein: Du wirst auf Verständnis für deinen Frust und deinen Zweifel stoßen. Denn, wir alle Scheitern mal in unserem Leben!
 

Study-Life-Balance

Die Lebensbatterie | In welchen Bereichen findet unser Leben statt? | Balance finden. Sommer, Sonne, Eis essen. Das schöne Wetter hält Dich von allen Aufgaben ab und am Ende des Tages hast Du nichts von dem geschafft, was Du Dir vorgenommen hast?  Oder ist bei Dir das Gegenteil der Fall? Alle gehen an den See, nur Du sitzt bis es dunkel wird am Schreibtisch zwischen Laptop und Bücherbergen? Ideal sind beide Möglichkeiten nicht. Da muss es doch ein Balance geben!?

Die Lebensbatterien
Balance? Was ist das überhaupt und warum braucht man sie? Unser Leben besteht aus unterschiedlichen Bereichen. Dazu gehört beispielsweise Arbeiten oder Lernen, Freizeit und Hobbys, aber auch andere Bereiche wie Familie und Freunde, Gesundheit oder Organisatorisches. Wie sich diese Bereiche  aufteilen, welche wichtiger oder unwichtiger sind, das unterscheidet sich von Leben zu Leben und von Lebensabschnitt zu Lebensabschnitt. Fakt ist aber: Es gibt unterschiedliche Bereiche in unserem Leben, die wir miteinander vereinbaren müssen. Man kann sich diese Lebensbereiche wie Akkus vorstellen, die wir allesamt laden müssen, damit wir unsere Aufgaben mit Energie erledigen können. Ist eine dieser Lebensbatterien schwach oder sogar leer, funktionieren wir nur schwerfällig. Unsere Lebensbatterien in ein gesundes und sinnvolles Gleichgewicht, in eine Balance zu bringen, trägt deswegen zu einem zufriedenen Lebensgefühl bei und gibt uns Energie für unsere Vorhaben.

In welchen Bereichen findet unser Leben statt?
Der Zeitmanagement-Dozent Dr. Martin Krengel teilt unsere Lebensbatterie in fünf Bereiche ein. Diese Bereiche laden wir mit positiven Erfahrungen auf und schwächen sie mit negativen Erfahrungen.

  • Leistung: Spannende Projekte, neues Wissen und fordernde Aufgaben bestärken uns in diesem Bereich. Langweilige Aufgaben, Misserfolge oder Lernstress hingegen ziehen Energie.
  • Körper: Damit dieser Akku gefüllt bleibt ist regelmäßiger und ausreichender Schlaf und eine gute Ernährung wichtig. Kümmern wir uns im Gegenzug nicht um unseren Körper hat das auch Auswirkungen auf die anderen Lebensbereiche: Wir werden unkonzentriert, müde, demotiviert.
  • Kontakt: Zeit mit Familie und Freunden, gemeinsame Erlebnisse und gemeinsames Lachen gibt uns Rückhalt, den wir gerade dann benötigen, wenn wir in einem anderen Bereich einen Rückschlag erleben.
  • Ausgleich: Wir haben alle etwas, was uns begeistert, sei es das Reisen, Lesen oder eine bestimmte Sportart. Dieser persönlichen Leidenschaft nachzugehen kann in stressigen Zeiten Ausgleich bieten und in Krisen Sinn stiften.
  • Support: Haushalt, Finanzen, Organisation: Dieser Bereich macht in der Regel wenig Spaß. Kümmern wir uns aber regelmäßig darum, läuft nichts aus dem Ruder und wir sparen uns auf Dauer Zeit und Nerven.

Balance finden
Wie bringen wir diese verschiedenen Aspekte unseres Lebens in ein gesundes Gleichgewicht? Ein erster Schritt ist, sich die verschiedenen Bereiche bewusst zu machen und jeden als wichtigen Teil des Lebens anzunehmen. Oft bewerten wir am Ende des Tages nur die Leistung. Haben wir Spaß mit Freunden gehabt, ein gesundes Essen gekocht oder uns einem Hobby gewidmet, bewerten wir den Tag mit einem „wieder nichts geschafft“. Wenn wir uns aber bewusstmachen, dass Gesundheit, soziale Kontakte und Ausgleiche wie Hobbys ebenso zu einem gelungenen Leben beitragen und uns in unserer Leistung fürs Studium bestärken, sind wir auf dem besten Weg allen Bereichen ein angemessenes Zeitfenster in unserem Leben einzuräumen.

Wie kann das ganze praktisch Aussehen? 
Nimm Dir einen Moment Zeit und denke über Deine Lebensbatterien nach: Womit lädst Du sie auf und was raubt Dir Energie? Mach Dir ein paar Notizen dazu und zeichne anschließend die fünf Lebensbatterien auf ein Blatt Papier. Markiere mit einer Linie ihren aktuellen Ladestand. Langsam wirst Du eine Idee bekommen, welche Akkus Du regelmäßig auflädst und welche Du oft vernachlässigst. In einem nächsten Schritt kannst Du konkrete Ideen entwickeln um gegen zu steuern. Wie genau Du Deine Akkus lädst, weißt Du selbst am besten. Das kann ein Essen mit Freund*innen sein, oder eine Wanderung am Wochenende. Das kann aber auch ein mit Kommiliton*innen verabredetes Arbeitstreffen in der Bibliothek sein, um endlich mit der aufgeschobenen Hausarbeit zu beginnen und so Deine Leistungs-Batterie aufzufüllen. Du wirst sehen, auch das ist ein Teil von deiner Zufriedenheit!
 

Wissenschaftliches Arbeiten: Schreiben und Korrigieren

Schreiben ist kein Zauberwerk | Einen Rohtext verfassen | Überarbeiten und Abschließen. Du hast dir eine Fragestellung überlegt, eine Gliederung aufgestellt, vielleicht schon mit deinem Dozenten oder deiner Dozentin gesprochen. Am liebsten würdest du dich hinsetzen und sofort die druckfertige Hausarbeit niederschreiben. Du hast so große Ziele und trotzdem bist du gehemmt anzufangen? Das ist nicht verwunderlich. Denn die Erwartungen, die du an dich und deinen Text stellst, sind so hoch, dass du sie gar nicht erfüllen KANNST. Die gute Nachricht: Schreiben ist kein Zauberwerk. Es ist ein Prozess und kein Blitzwerk. Dieser Prozess kann erlernt, optimiert und reflektiert werden. Wenn du das anerkennst, wird es dir auch leichter fallen in einen Schreibfluss zu gelangen. Der Text liegt nicht mehr als unnahbares Meisterwerk vor dir, sondern als ein Weg in machbaren Etappen. Die ersten hast du sogar schon geschafft: Du hattest eine Idee, hast eine Forschungsfrage formuliert und eine Struktur entwickelt. Nun geht es zur nächsten Etappe: Das Schreiben des Rohtextes.

Einen Rohtext verfassen
Auch das Schreiben von wissenschaftlichen Hausarbeiten darf Spaß machen. Um dich von den oben genannten Erwartungen frei zu schreiben kann es hilfreich sein, erst einmal in eine lockere Phase der Textproduktion einzusteigen. Wie kann eine solche Schreibeinheit aussehen? Zuerst solltest du dir einen geeigneten Schreibort suchen. Zu Hause wirst du ständig von irgendwem abgelenkt? Dann könnte Schreiben in der Bibliothek etwas für dich sein. Die Stühle in der Bibliothek sind furchtbar unbequem? Warum verlagerst du deinen Schreibort nicht in ein gemütliches Café? Um auf dein Wissen zugreifen zu können, wirst du dir in der Recherchephase bereits Notizen gemacht, bzw. ein Mindmap oder Cluster erstellt haben. Bevor du anfängst, kannst du dir noch einmal die Notizen zu dem Thema oder Kapitel, an das du dich in deiner Schreibeinheit setzen willst, anschauen um dein bereits erworbenes Wissen wieder frisch ins Gedächtnis zu rufen. Jetzt setzt du dir ein Zeitfenster: 20, 30 oder auch 40 Minuten. Und dann? Kann es auch schon losgehen! Schreib einfach drauf los! Dein Text kann sehr grundlegend und karg, aber auch ausgeschmückt und persönlich werden. Das, was du produzierst ist eine erste Textfassung und wird später noch überarbeitet werden. Merkst du im Schreiben, dass dir bestimmte Informationen fehlen und du wieder in die Recherche einsteigen müsstest, unterbrich deinen Schreibfluss nicht, sondern vermerke die Wissenslücken als Notizen am Rand deines Textes. Lege deinen Rohtext nach einer Schreibeinheit zur Seite und gönne dir eine kurze Pause. Du kannst ihn später bearbeiten, Informationen einfügen oder auch, falls du ihn per Hand geschrieben hast, abtippen.

Überarbeiten und Feedback einholen
Dein kompletter Rohtext ist verfasst, jetzt muss er geschliffen werden. Aus einem Entwurf soll ein abgabefertiger, wissenschaftlicher Text entstehen. Vielleicht überkommt dich an dieser Stelle ein erster Moment der Enttäuschung. Noch so viel ist an deinem Rohtext zu tun?! Das mag sein, denn auch Überarbeiten gehört zum Schreibprozess dazu. Die meisten Texte entfalten erst in der Überarbeitungsphase ihr volles Potential. Da wird geschärft, gestrichen, konkretisiert und in Form gebracht. Auch hier gilt: Nimm dir am besten ein Kapitel nach dem anderen vor. In der Überarbeitungsphase macht es Sinn den Text auszudrucken. Denn ein Wechsel des Mediums hilft dir den Text noch einmal ganz neu zu betrachten. Beim Überarbeiten empfiehlt es sich, jedes Kapitel mehrfach durchzugehen und auf unterschiedliche Aspekte zu achten. Beispielsweise Logik und Inhalt, Sprache und Satzlängen oder wissenschaftliche Zitierregeln. Und nicht zuletzt: Hol dir Feedback! Auch hier kann eine Aufteilung der Aspekte sinnvoll sein. Verschiedene Leute können beim Korrektur lesen auf unterschiedliche Aspekte achten: Argumentation, Rechtschreibung oder wissenschaftliche Formalien. So wird jeder Aspekt genauer betrachtet.

Abschließen
Ein Text ist nie fertig. Man kann immer noch weiter überarbeiten, ein Thema ausbauen oder zum zehnten mal an der Formulierung feilen. Genauso wie das Schreiben erfordert auch das Abschließen einer wissenschaftlichen Arbeit Mut. Deswegen nimm dir genügend Zeit deine Arbeit fertig zu stellen, aber setze auch einen Schlusspunkt.

Zusammen schreibt man weniger allein
Du hast noch weitere Fragen oder möchtest einfach mal mit jemandem über dein aktuelles Schreibprojekt sprechen? Dieser Artikel ist in Kooperation mit dem Lese- und Schreibzentrum entstanden. In persönlichen Lese- und Schreibberatungen setzen sich Tutorinnen und Tutoren mit dir zusammen mit konkreten Fragen zu deinem Schreibprojekt auseinander. Und in Kurzworkshops oder gemeinsamen Schreibwochen kannst du neue Motivation und Ideen für deine wissenschaftliche Arbeit finden. Hier geht es zu den Angeboten des Lese- und Schreibzentrums.

Weiterlesen! Du willst noch mehr über das wissenschaftliche Arbeiten erfahren? Unsere Empfehlungen:

  • Judith Wolfsberger: Frei geschrieben. Mut, Freiheit & Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten.
  • Ulrike Pospiech: Wie schreibt man wissenschaftliche Arbeiten. Alles Wichtige von der Planung bis zum fertigen Text.
Wissenschaftliches Arbeiten: Themenfindung und Literaturbeschaffung

Anfangen | Alle guten Dinge sind Drei | Bücher, Bücher, Bücher. Die Semesterferien sind fast vorbei und die Hausarbeit ist immer noch nicht geschrieben. Gründe dafür gibt es zahlreiche: Du warst kaum an deinem Studienort und hast die Semesterferien für Reisen und Besuche genutzt. Oder vielleicht wusstest du einfach nicht, wo du anfangen solltest? Selbst wenn du deine Hausarbeit bis jetzt hinausgeschoben hast, ist es fürs Anfangen in der Regel noch nicht zu spät. Was du zuerst  abklären solltest, ist die Frage nach der Frist. Bis wann will dein Dozent oder deine Dozentin deine Hausarbeit erhalten haben? Hast du vielleicht schon eine Frist verpasst und kannst sie verlängern?

Eine Fragestellung entwickeln: Alle guten Dinge sind Drei!
Vermutlich gab es im Seminar ein Thema, das dich besonders interessiert hat und du hast eine vage Ahnung worüber du schreiben willst. Das ist gut! Ein erster Schritt, den es nun zu konkretisieren gilt. Denn ohne eine konkrete Frage, wirst du auch zu keiner konkreten Antwort gelangen. Die drei W-Fragen können dir im Konkretisierungsprozess helfen:

Worüber schreibe ich?

  • Hier notierst du das übergeordnete Thema um das sich deine Hausarbeit drehen soll. Was weißt du schon über dieses Thema und was nicht?

Was will ich wissen?

  • Nun kannst du konkreter werden. Was interessiert dich genau an diesem Thema? Welches Problem oder welche Frage möchtest du untersuchen?
  • Grenze dein Thema ein: Welche Unterthemen sind für deine Frage überhaupt relevant?

Warum will ich das wissen?

  • Diese Frage wird dir helfen in deine Arbeit einzusteigen. Die Relevanz deiner Forschung für dich und deine Leserschaft sollte nicht nur in der Arbeit selbst thematisiert werden, sie kann auch eine große Arbeitsmotivation darstellen.

Bücher, Bücher, Bücher: Auch das Lesen gehört zum Schreiben.
Lesen und Schreiben werden in deinem Arbeitsprozess immer wieder nah beieinander liegen. Das eine ergibt sich aus dem anderen und umgekehrt. Denn wissenschaftliches Arbeiten ist nicht nur Schreiben, sondern auch das Lesen von und Arbeiten mit wissenschaftlicher Fachliteratur. Die eigene Leistung besteht in deiner Hausarbeit darin, wissenschaftliche Erkenntnisse mit- und weiterzudenken und Positionen in deiner Arbeit zueinander in Beziehung zu setzen oder in einen Gesamtzusammenhang einzuordnen. Eine wissenschaftliche Arbeit bildet also nie ein Alleinwerk, sondern leistet einen Beitrag zur bereits bestehenden Forschung auf diesem Gebiet.

Wie gelangt man an gute Literatur? 
Als erstes lohnt natürlich der Blick in die Literaturliste aus dem Seminar. Hier finden sich in der Regel Grundlagenwerke, die auch für deine Hausarbeit interessant sein können. Hast du ein gutes Buch, oder einen sehr passenden Artikel in einer Monographie gefunden, hilft auch das aufmerksame Lesen um zu weiterer Literatur zu gelangen: Auf welche Werke und Fachartikel verweist der Autor oder die Autorin? Welche Positionen werden angeführt? Finde ich vielleicht im Literaturverzeichnis dieses Buches noch vielversprechende Literatur? Um zu überprüfen, ob die Literatur in Hildesheim verfügbar ist, kannst du HilKat nutzen . Um  weitere Literatur zu finden, ist es hilfreich dein Thema auf wichtige Stichworte herunter zu brechen. Du kannst z. B. auch ein Mindmap mit Begriffen erstellen, die dein Thema umkreisen, um diese für die Literaturrecherche zu nutzen. Nimm dir für die Literatursuche ruhig ausreichend Zeit. Denn gute Literatur ist im Falle einer wissenschaftlichen Hausarbeit schon die halbe Miete.

Zusammen schreibt man weniger allein
Du hast noch weitere Fragen oder möchtest einfach mal mit jemandem über dein aktuelles Schreibprojekt sprechen? Dieser Artikel ist in Kooperation mit dem Lese- und Schreibzentrum entstanden. In persönlichen Lese- und Schreibberatungen setzen sich Tutorinnen und Tutoren mit dir zusammen mit konkreten Fragen zu deinem Schreibprojekt auseinander. Und in Kurzworkshops oder gemeinsamen Schreibwochen kannst du neue Motivation und Ideen für deine wissenschaftliche Arbeit finden. Hier geht es zu den Angeboten des Lese- und Schreibzentrums

  • Weiterlesen! Du willst noch mehr über das wissenschaftliche Arbeiten erfahren? Unsere Empfehlungen: Judith Wolfsberger: Frei geschrieben. Mut, Freiheit & Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten.; Ulrike Pospiech: Wie schreibt man wissenschaftliche Arbeiten. Alles Wichtige von der Planung bis zum fertigen Text.
     
Gespräche mit Profs führen

Gesprächsvorbereitung | Hausarbeitsthemen besprechen | Die Aufregung vor dem Gespräch. Was in der Schulzeit noch unsere Eltern übernommen haben, müssen wir nun selbst in die Hand nehmen: Gespräche mit Lehrenden. Aber wie führt man solche Gespräche? Und was tut man gegen die Aufregung davor?

Gesprächsvorbereitung
Zuerst ist es natürlich wichtig, sich darüber klar zu werden, was das Ziel deines Sprechstundentermins ist: Brauchst du nur eine Unterschrift? Möchtest du eine Frage zum Seminar loswerden? Oder geht es um die anstehende Hausarbeit? Damit du dich besser fühlst und auch deine Dozentin oder dein Dozent die Zeit nicht mit Warten verbringen muss, ist es in jedem Fall ratsam, sich auf einen Termin vorzubereiten. 
Sei es nur das Ausfüllen des Scheins, den man unterschrieben haben möchte. Ein paar Notizen zur Fragestellung, die einem nach dem Seminar noch wichtig erschien. Oder erste Vorbereitungen für ein mögliches Hausarbeitsthema…

Hausarbeitsthemen besprechen
Aber wie bereitet man Hausarbeitsthemen vor? Bist du im Seminar schon an einem Thema hängen geblieben, das dich besonders interessiert hat? Oder kam dir während der Seminarsitzung eine drängende Frage, die über den Seminarkontext hinaus ging?
Super! Dann bist du den ersten Schritt zu deinem Hausarbeitsthema bereits gegangen. Für die Sprechstunde kannst du dir diese Themen notieren. Noch besser ist es, wenn du bereits über eine mögliche Strukturierung deines Themas nachdenkst. Was ist die konkrete Fragestellung? Wie könnte man das Thema gliedern? Welches Hintergrundwissen wird benötigt? Du kannst auch schon eine erste Literaturliste erstellen. Hält dein Dozent oder deine Dozentin deinen Themenvorschlag für machbar, könnt ihr dann in der Sprechstunde direkt einsteigen; an der Gliederung feilen und über brauchbare Literatur sprechen.
Du hast keine Idee, worüber du schreiben möchtest und kannst dich deswegen nicht vorbereiten? Diese Situationen gibt es natürlich auch. Wenn du partout keine Themenidee hast, dann setze mit der Vorbereitung an einer anderen Stelle an. Gehe in Gedanken nochmal die im Seminar besprochenen Themen durch. Überlege, welche Themen dir interessanter vorkamen als andere. So kannst du zumindest einen Themenkomplex nennen, in dem du dich mit deiner Hausarbeit gerne bewegen würdest. Außerdem vermeidest du es, an ein Thema zu gelangen, das dir überhaupt nicht zusagt und ersparst deiner Dozentin oder deinem Dozenten ein Rätselraten um das perfekte Thema.

Die Aufregung vor dem Gespräch
Du hast eine Gliederung und eine vorläufige Literaturliste in der Tasche und sitzt nun im Wartebereich vor dem Büro. Als nächstes bist du dran und da ist diese Aufregung! Dein Herz klopft und deine Hände sind feucht. Dass man vor Gesprächen mit Lehrenden ein bisschen nervös ist, ist völlig normal. Um diese Aufregung jedoch im Zaum zu halten, hilft es, sich eines bewusst zu machen: Dozenten und Dozentinnen sind auch nur Menschen. Was für dich aufregend und höchst formell wirkt, ist für Lehrende in der Regel Alltag. Beratende Gespräche mit Studiereden zu führen, gehört zu ihrem Job. Genauso wenig wie du im Seminar jedes Wort deines Dozenten oder deiner Dozentin auf die Waagschale legst, wird er oder sie es in einem persönlichen Gespräch mit dir tun. Fällt dir also im Gespräch mal ein Fachbegriff nicht ein, oder weißt du auf eine Frage bezüglich deines Themas noch keine Antwort ist das kein Problem. Dein Dozent will dich in einer Sprechstunde keinesfalls prüfen, sondern nur fachlich beraten! Ein letzter Tipp: Schiebe Gespräche mit Dozierenden nicht unnötig lange vor dir her. Nervosität hin oder her, Hilfe in fachlichen und strukturellen Fragen VOR dem Schreiben deiner Hausarbeit erspart dir viel Mühe und Arbeit! Wir wünschen dir viele spannende Themen und gute Gespräche.
 

Lernen und Lernorganisation

Keine Zeit zum Lernen? | Deine Lernstruktur festlegen | Voll konzentriert: Intervall-Lernen. Gerade ins neue Jahr gestartet und schon stehen sie vor der Tür: Die Prüfungen. Ein mulmiges Gefühl macht sich breit. Wie soll ich mir diesen ganzen Stoff merken? Wie für drei Prüfungen gleichzeitig lernen? Und wie überhaupt Zeit zum Lernen finden?

Keine Zeit zum Lernen?
Wer kennt es nicht: Man nimmt sich vor zu lernen, kommt aber einfach nicht dazu: Das Bad will geputzt werden, die Mitbewohnerin kocht Kaffee für dich, man verquatscht sich in der Mensa. Was nach so einem Tag bleibt, ist der Gedanke, dass man eigentlich hätte lernen müssen und damit auch das schlechte Gewissen. Das Studium ist meist von einer Zeitautonomie geprägt. Für Lernen, Arbeiten und Freizeit sind wir selbst verantwortlich. Allen diesen Bereichen eine angemessene Zeit zu geben erscheint uns oft kompliziert. Was uns in dieser Situation helfen kann, ist eine Lernstruktur. Eine Struktur, die uns hilft Prioritäten zu setzen und unsere Zeit sinnvoll einzuteilen.

Deine Lernstruktur finden
Nimm dir ausreichend Zeit, um über eine für dich angenehme und machbare Struktur nachzudenken. Deine Lernstruktur kann so etwas wie das Fundament für deinen Lernalltag sein.

  1. Bestimme ein Zeitfenster am Tag und einen Zeitrahmen in dem du lernen möchtest. Beispielsweise kannst du dir vornehmen in den nächsten zwei Monaten an vier Tagen in der Woche zwischen 12 und 17 Uhr zu lernen.
  2. Lege innerhalb deines Zeitfensters konkrete Arbeitszeiten und auch Pausen fest. Beispielsweise jeweils eine Stunde lernen, dann 15 Minuten Pause und am Nachmittag eine längere Pause. Arbeitszeiten und Pausenzeiten solltest du strikt voneinander trennen. Wenn du gerade lernst, musst du nicht ans Telefon gehen, solltest du nicht deine E-Mails checken oder in die Küche gehen, um das Mittagessen vorzubereiten. Das alles kannst du in den Pausenzeiten machen
  3. Berücksichtige in deinem Plan  auch andere Verpflichtungen (Haushalt, Nebenjob etc.) und Freizeitaktivitäten. Denn – nicht nur Lernzeit – auch Freizeit muss man sich bewusst nehmen. So bekommt alles seine Zeit – nur nicht jederzeit.

Deine selbst gewählte Arbeitsstruktur einzuhalten erfordert Anfangs bestimmt etwas Durchhaltevermögen und Disziplin, aber es lohnt sich. Schon bald wirst du das regelmäßige Lernen nicht mehr hinterfragen. Es wird sich eine Gewohnheit einstellen: Es ist 12 Uhr, es ist Lernzeit, ich bin anwesend!

Lerntechniken. Intervall-Lernen
Auch das Verwenden einer Lerntechnik kann Wunder bewirken. Intervall-Lernen eignet sich für kurze, aber auch für längere, konzentrierte Lernphasen. Es funktioniert nach dem 25+5 Minuten Prinzip und besteht aus 3 Schritten. 

  1. Fokussieren: Schalte alle Störungen ab: Handy, Musik etc. Aktiviere deinen Körper: Recke dich, strecke dich oder mache ein paar Dehnübungen. Aktiviere deinen Geist durch positive Erinnerungen und Assoziationen: Warum lernst du? Was ist dein Ziel? Warum machst du dein Studium?
  2. 25 Minuten lernen: Stelle dir einen Timer auf 25 Minuten. Sobald die Zeit läuft, lasse dich nicht mehr ablenken. Kein Handy, keine E-Mails – diese 25 Minuten sind reine Lernzeit.
  3. 5 Minuten Pause: Nach der konzentrierten Lernzeit solltest du deinem Gehirn eine Pause gönnen um die neuen Informationen zu verarbeiten. In dieser Pause solltest du dein Gehirn nicht mit neuen Informationen füttern. Also kein Facebook, kein Plausch in der WG-Küche. Stattdessen trinke etwas, schau aus dem Fenster oder gehe ein paar Schritte durch den Raum. 

Du kannst täglich ein Intervall à 25 Minuten lernen. Du kannst Intervalle aber auch aneinanderhängen. Um sich an einen Lernplan zu halten, hilft es mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Wenn Menschen aus unserem Umfeld nachfragen oder wir ihnen von unseren Lernerfolgen erzählen können, motiviert das und treibt uns an. Wenn du mehr Verbindlichkeit brauchst, kannst du dich auch nach einer Lerngruppe umschauen, in der ihr euch gegenseitig motivieren und aufkommende Fragen besprechen könnt. Wir wünschen dir eine konzentrierte und organisierte Lernzeit und gutes Gelingen bei den Prüfungen!
 

Soll ich, oder soll ich nicht!? Lerne Entscheidungen zu treffen

Entscheidungsfreude | Techniken zur Entscheidungsfindung | In Bezug setzen. Am Tag treffen wir in der Regel um die 20.000 Entscheidungen. Manche davon treffen wir bewusst, viele auch unbewusst. Wie viel Entscheidungsfreude wir an den Tag legen, ist vermutlich Typsache. Vielleicht beginnt für Dich die Herausforderung schon nach dem Aufstehen. Was ziehe ich an? Müsli oder Brot? Kaffee oder Tee? Vielleicht kennst Du solche Schwierigkeiten am Morgen aber auch nicht. Du stehst auf und weißt: Heute ist ein Kaffee-Tag! Und anziehen? Den blauen Pullover natürlich! Dennoch – Entscheidungsschwierigkeiten kennen die meisten von uns. Insbesondere wenn die Entscheidungen größere Auswirkungen auf unser Leben haben, fällt es uns umso schwerer.

Techniken zur Entscheidungsfindung
Natürlich kann man Entscheidungen nicht nach Plan treffen. Aber es gibt Techniken, die Dir helfen können positive und negative Konsequenzen einer Entscheidung zu analysieren und Deine eigenen Wünsche und Ängste klarer sehen zu können. Ein paar Techniken zur Entscheidungsfindung möchten wir Dir hier gerne vorstellen.

Ja oder Nein? Die Chancen Risiko Analyse
Manchmal bedarf es einer klaren Entscheidung für oder gegen etwas. Meist bringen beide Möglichkeiten Chancen und Risiken mit sich. Schreibe sowohl Chancen als auch Risiken auf und überlege mal ganz konkret: Was wäre das Schlimmste, das diese Entscheidung mit sich bringen könnte und was das Beste? Und was lohnt sich mehr – auf die Chancen zu setzen oder das Risiko zu vermeiden? Nachdem du Chancen und Risiken notiert hast, möchtest du vielleicht eine kleine Pause machen. Ein Spaziergang oder ein Tee am Küchentisch? Du wirst sehen, mit ein bisschen Abstand wirst du mit einem neutraleren Blick auf deine Notizen schauen können.

Problemlösung: Kreativtechniken
Nicht jede Entscheidung beruht aber auf einer Frage, die sich mit Für oder Wider beantworten lässt. Oft stehen wir vor einem Problem, das viel komplexer und vielschichtiger zu sein scheint und zu dem uns einfach keine geeignete Problemlösung einfallen mag. Hier können kreative Problemlösungstechniken helfen um zu neuen, hilfreichen Ideen und Ansätzen zu finden.

  • Brainstormen
    „Brainstorming“, das kennen wir aus der Schule und der Uni, aber auch für unsere eigenen Probleme und Fragen kann uns diese Technik helfen. Sammle auf einem Papier, was dir zu deinem Problem einfällt: Assoziationen, Stichworte, Möglichkeiten. Aufs Papier darf erstmal alles, was dir einfällt. Wichtig ist hier noch nicht zu werten: Kein Stichwort ist unwichtig! Denn gerade die Themen, die uns erstmal zu fern oder zu unpassend erscheinen, können uns helfen, das Problem aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
  • Das Bauchgefühl
    Frei aus dem Bauch heraus: Schreibe auf, was dir zur Lösung deiner Problematik einfällt und lasse dabei jede Bewertung und alle Fakten außer Acht. Gehe erstmal davon aus, dass alles möglich ist. Danach kannst du deine Idee an der Realität prüfen und überlegen, welche Teile davon umsetzbar sind und welche nicht.

In Bezug setzen
Auf der Entscheidungssuche solltest Du eines nicht vergessen: Eine einzige Entscheidung vor der Du stehst, wird nie dein komplettes Leben ausmachen. So groß und wichtig Dir eine Entscheidung auch vorkommt, um sie treffen zu können, musst du manchmal den Druck rausnehmen. Dazu hilft es, Entscheidungen in Bezug zu setzen. Das kann Dir helfen Deine Sorgen und Dein Gedankenkarussell abzustellen und zu einer Ruhe und Gelassenheit zu finden, aus der heraus Du deine Entscheidung fällen kannst. 
Fragen, die Du dir dazu stellen kannst:

  • Was hängt wirklich an meiner Entscheidung?
  • Wie wichtig ist sie, in Relation zu anderen Dingen in meinem Leben?

Wenn dir das noch nicht hilft, den Druck aus deiner Situation zu nehmen, dann könntest du dir folgende Frage stellen:

  • Was würde mein 80-jähriges Ich zu meiner Situation sagen? Was würde es mir raten?
  • Wie bedeutend würde mein 80-jähriges Ich diese konkrete Entscheidung bewerten?

Hol Dir Unterstützung!
Du musst nicht alles allein schaffen. Die Zentrale Studienberatung (ZSB) unterstützt dich in in Deinem Studium und über Dein Studium hinaus durch ihr Beratungsangebot (Sprechzeiten der ZSB).
 

Ziele setzen und angehen

Ziele setzen | Wo will ich hin? | Auf den Weg machen | Teilschritte formulieren. Die Zeit in Deinem Studium ist von viel Ausprobieren geprägt. Neues kennen lernen: Neue Leute, neue Orte, neue Inhalte und sicherlich auch neue Perspektiven entdecken. Dabei  wirst Du immer wieder merken, dass Du bestimmte Ziele erreichen willst: Die Prüfung bestehen, das Modul abschließen, den Praktikumsplatz bekommen, Deine Abschlussarbeit schreiben, einen Job finden. Ziele zu verfolgen, kann uns in unserem Alltag antreiben und voranbringen. In einer Welt voller Möglichkeiten können Dir Ziele Orientierung geben und als eine Art Wegweiser durchs Leben funktionieren. Damit Ziele motivieren und nicht überfordern, hilft es, sich den Weg genauer anzusehen und ihn in kleinere Etappen zu unterteilen.

Was ist mir wichtig und wo will ich hin?
Persönliche Ziele nur auf Dein Studium und die Arbeitswelt zu beziehen wäre zu kurz gedacht. Dein Leben besteht aus so viel mehr und in allen Bereichen kann man Ziele haben. Ein Gedankenmodell, das diese Lebensbereiche beschreibt, ist das 5-Säulenmodell. Stell dir Dein Leben als ein Gebäude vor, das von fünf Säulen getragen wird:

  1. Gesundheit, Körper und Psyche
  2. Familie und soziale Beziehungen
  3. Arbeit und Leistung
  4. Besitz und Einkommen
  5. Persönliche Werte und Lebenssinn

Um Dir bewusst zu werden, wo Du hin möchtest, hilft es in einem ersten Schritt zu brainstormen und Dich für jede einzelne Säule zu fragen: Was wünsche ich mir für diesen Bereich meines Lebens? Ein zweiter Schritt wäre die Gewichtung: Welche Säulen sind die Tragenden und welche sind in meinem Gebäude weniger wichtig für die Stabilität?

Auf den Weg machen
Stell Dir mal vor, Anna hat als Ziel einen Marathon zu laufen. Wie könnte ihr Weg dahin aussehen? Vielleicht so: Anna steht morgens auf. Sport hat sie schon seit Monaten nicht mehr gemacht. Sie kramt die verstaubten Turnschuhe aus einer Schublade und läuft los: 42,196 km, am Stück. Ziel geschafft! Wahrscheinlich würde Annas Weg so eher nicht aussehen! Anna hat zwar ein konkretes Ziel vor Augen, aber wie sie den Weg bestreiten kann, wird sie sich im Vorfeld überlegen. Vielleicht beginnt sie mit 2 km, bis sie es irgendwann schafft 10 km am Stück zu laufen, dann setzt sie sich 15 km als Ziel... Die meisten Ziele erfordern Zeit, Geduld und einen Weg, den man sich in kleineren Teilzielen unterteilen sollte. Das gilt für den Sport, aber auch für Deinen Weg zu einem Praktikum, zum Modulabschluss, durch die Abschlussarbeit. Egal ob kurzfristige (unter 1 Jahr), mittelfristige (1-3 Jahre) oder langfristige Ziele (ab 3 Jahre), der Weg zum Ziel lässt sich immer in Etappen unterteilen!

Teilschritte formulieren. Was bedingt was?
Um sich über mögliche Teilschritte bewusst zu werden, kann es hilfreich sein, mal von hinten nach vorne zu denken. Angenommen Du gehst von Deiner Abschlussarbeit aus. Um Deine Abschlussarbeit abzugeben, musst Du sie geschrieben haben. Um zu diesem Punkt zu kommen, musst Du regelmäßig an deiner Thesis arbeiten. Um überhaupt an Deiner Thesis arbeiten zu können, solltest Du ein Thema gefunden und eine gute Gliederung haben. Damit Thema und Gliederung stehen, musst Du mit einem/einer deiner Dozent*innen sprechen.
Hast Du einmal von hinten nach vorne gedacht, dann kannst Du dir deine Teilschritte noch einmal aufschreiben.

  1. Gespräch mit meiner Dozentin
  2. Literaturrecherche zu meinem Thema
  3. Regelmäßiges Arbeiten in der Bibliothek

Du wirst merken: Ein großes Ziel in überschaubare Teilziele zu unterteilen wird Dein Vorhaben realisierbar erscheinen lassen und Lust machen, den ersten Schritt zu gehen! Was auf Deinem Weg außerdem helfen kann, ist Dein Vorhaben mitzuteilen. Erzähle Freunden oder Familie von den Teilschritten, die Du angehen möchtest und lass sie nachfragen. Das hilft Dir, Deinen Weg ehrlich zu betrachten, in Gesprächen zu reflektieren was nicht geklappt hat, aber auch die Freude über den Erfolg zu teilen.

Ziel verfehlt?
Nicht alle Erfolge hängen nur von unserem Ehrgeiz und unserer Investition ab. Zu Planen und Ziele in kleinen Etappen anzugehen, hilft Dir auf deinem Weg, schützt Dich aber leider nicht immer vor Misserfolg. Manche Weichen, die in unserem Leben gestellt werden, können wir kaum oder gar nicht beeinflussen. Angenommen an dem Tag, an dem Anna ihren Marathon läuft, stürmt es so sehr, dass Straßen gesperrt werden müssen und sie das Ziel nicht erreicht. Dann liegt das nicht an Annas Versagen, sondern an äußeren Umständen. Mit einem Praktikumsplatz oder einem Job kann das genauso sein. Solche Misserfolge können sehr enttäuschen, sollten Dich aber nicht zum Aufgeben bringen, oder Dich an deinem Können zweifeln lassen. Manchmal hakt es an einem Teilschritt, aber es wird neue Chancen und Möglichkeiten geben!
 

Scheitern als Chance

Differenzieren | Analysieren | Umdeuten. Eine verpatzte Prüfung, eine abgelehnte, weil zu spät abgegebene Hausarbeit, eine verpasste Bewerbungsfrist für den Praktikumsplatz – bisweilen gehen Dinge richtig schief und man möchte nur noch den Kopf in den Sand stecken. Die eigenen Ziele zu verfehlen fühlt sich mies an, verunsichert und schürt Selbstzweifel. Dabei gehört Scheitern zum Leben und somit auch zum Studieren dazu. Ohne Scheitern kein Lernprozess. Denn erst wenn wir mit unseren bisherigen Strategien nicht weiterkommen, beginnen wir neue zu entwickeln. Es ist also wahr: aus Fehlern lernt man. Damit wir an Misserfolgen wachsen können, müssen wir aber richtig mit ihnen umgehen. Die folgenden Tipps helfen dabei, Scheitern neu zu interpretieren.

Differenzieren
„Ich habe versagt, aber ich bin kein Versager“. Unterscheide zwischen der einzelnen Situation, in der du gescheitert bist und dir als Person. Ein misslungenes Referat bedeutet nicht, dass du grundsätzlich nicht vor Publikum sprechen kannst oder inkompetent bist. Sich eine Niederlage einzugestehen, den Selbstwert aber nicht ans Erfolgreichsein zu koppeln, das ist die Kunst.

Analysieren
Wenn sich der erste Frust gelegt hat, beginn dich zu fragen: Woran bin ich genau gescheitert? Waren meine Ziele realistisch? Was mache ich beim nächsten Mal anders? Um bei der nächsten Hausarbeit die Abgabefrist einzuhalten, kannst du im Vorfeld einen Workshop zum Zeitmanagement besuchen. Mach dir immer wieder klar: Misserfolg stellt einen Teil des Lernprozesses dar, der dir hilft, zukünftig besser zu werden.  

Umdeuten
Eine Niederlage ist leichter zu verkraften, wenn es dir gelingt, das Positive darin zu sehen oder sie vielleicht sogar mit Humor zu betrachten. Gehe also der Frage nach, was an deinem Scheitern gut sein könnte? Du hast deinen Wunschpraktikumsplatz bei einem großen Konzern in einer spannenden Stadt nicht bekommen und musst dein Praktikum jetzt bei der kleinen Firma im Nachbardorf absolvieren? Gut so: je kleiner das Unternehmen, desto wichtiger der Beitrag des einzelnen Praktikanten und so größer die  Möglichkeiten sich einzubringen und auszuprobieren. Um das Gute in einer enttäuschenden Situation zu finden, gilt es aber nicht nur pragmatisch zu denken, sondern es dürfen auch ausgefallene, witzige oder utopische Einfälle sein. Sie nehmen uns die Schwere und helfen uns, gelassener mit der Situation umzugehen.

Katastrophenfrage
Kannst du dem Misserfolg partout nichts Positives abgewinnen, versuch es mit dem Worst-Case-Szenario: Was ist das Schlimmste, das jetzt passieren kann? Wie realistisch ist es, dass der Worst Case wirklich eintritt? Lass deiner Phantasie freien Lauf und gehe dabei auch völlig übertriebene Szenarien durch. Du wirst die beruhigende Wirkung spüren. Sollte die Katastrophe aber tatsächlich eintreten, dann:

Hol dir Unterstützung! 
Du musst nicht alles allein schaffen. Die Zentrale Studienberatung (ZSB) unterstützt dich in schwierigen oder herausfordernden Phasen deines Studiums durch ihr Beratungsangebot.
 

Perfektionismus – gut ist besser als perfekt

Selbstreflexion | Effizient arbeiten | Abwägen | Limit setzen. Kennst du das: Präsentationen, Texte und sogar E-Mails stets aufs Neue überprüfen, korrigieren und nachjustieren, bevor du sie rausgeben kannst? Schwirren dir folgende Gedanken durch den Kopf: Könnte ich diese Formulierung noch durch eine elegantere ersetzen? Habe ich auch keinen relevanten Punkt vergessen? Ist das Design wirklich hundertprozentig korrekt? Ein gründlicher Check ist natürlich wichtig, was kann man aber tun, damit es nicht in einer Endlosschleife ausartet?

Selbstreflektion
Es ist sinnvoll bei jeder Aufgabe zu klären, ob Perfektion hier wirklich gewollt und wertvoll ist oder man nur aus dem eigenen Anspruch heraus - resultierend aus Glaubenssätzen der Vergangenheit - handelt. Versuche diese drei Fragen zu beantworten und mache dir klar, dass Perfektion grundsätzlich nicht vorgegeben ist und nur du selbst das verändern kannst:

(A)   Woher kommt dein Streben nach 100 %-igem Perfektionismus? (Von deinen Eltern? Von deinem Ego? Von deinem Partner/ deiner Partnerin? …)

(B)   Was willst du mit diesem Perfektionismus erreichen? (Anerkennung durch andere? Angst vor Fehlern oder Kritik? Befürchtung nicht zu genügen? …)

(C)   Wer zahlt das perfekte Ergebnis? (Du mit deiner Zeit und Energie? Andere mit Geld? Oder gar Anerkennung? …)

Effizient arbeiten
Perfektionistisch veranlagte Menschen verschwenden viel Energie. Sie erzielen zumeist hervorragende Ergebnisse, die jedoch unverhältnismäßig viel Kraft kosten. Dabei ist es erwiesen, dass man mit weniger Kraftaufwand nahezu ähnlich gute Ergebnisse erzielen kann. Diese Erkenntnis nennt sich auch die 80-zu-20-Regel oder das Paretoprinzip. 80% unserer Erfolge werden von nur 20% unserer Anstrengungen verursacht. Für die restlichen 20% verwenden wir aber 80% unserer Kraft. Deshalb setze deine Ressourcen und Kräfte lieber klug ein und gehe nach dem Motto vor: So gut wie nötig! Gestalte dir doch daraus eine Herausforderung und versuche beim nächsten Projekt mit weniger Krafteinsatz nahezu gleich gute Endergebnisse zu erzielen.

Abwägen
Bist du dir der Kosten deines Perfektionismus wirklich bewusst? Nimm ein Blatt Papier und unterteile es in zwei Spalten. Notiere in die linke Spalte die Vorteile, die du durch dein perfektionistisches Streben hast. In die rechte Spalte schreibst du die negativen Auswirkungen des Perfektionismus (wie Anspannung, Stress, wenig Zeit für Partner_in, …). Überwiegen die Vorteile oder Nachteile? Machen die Nachteile die Vorteile vielleicht sogar zunichte?

Limit setzen
Steckst du schon in der Endlosschleife drin, hilft es eine wichtige Arbeit über Nacht liegen zu lassen, um sie am nächsten Morgen mit frischem Kopf nochmal genau zu prüfen. Setze dir aber ein klares Limit von zwei oder maximal drei Durchgängen, dann wir die Arbeit gut genug sein.
 

So machst du Zeitfressern den Gar aus

Zeitfresser identifizieren | Ungestörte Zeiten einrichten | Angemessene Ordnung halten. Kaum jemand nimmt sich absichtlich vor, Zeit im Studium oder Job zu vertrödeln. Trotzdem passiert es immer wieder. Im Alltag lauern zahlreiche, oft ungeahnte Zeitfresser. Ohne, dass wir es merken, vergehen nicht nur Minuten sondern manchmal sogar Stunden. Beim Blick  auf die Uhr, stellt man mit Schrecken fest, wie viel noch zu erledigen ist und wie wenig Zeit  bleibt, um fertig zu werden. Zeitfresser sind der größte Feind deiner Freizeit!

Zeitfresser identifizieren
Im ersten Schritt solltest du deine Zeitfresser unbedingt identifizieren. Was ist es bei dir? Das Handy, Facebook, der Smalltalk mit den Kommiliton_innen, das so spannende Thema mit all seinen Aspekten, Unordnung in deinen Unterlagen oder etwas ganz anderes? Eine einfache, wenn auch etwas aufwändige Methode ist: Habe immer  Zettel und Stift dabei. Sobald sich eine Ablenkung ankündigt, notiere Beginn, Ende und Grund für die Ablenkung. Dieses Protokoll führst du eine gewisse Zeit und kannst dann auswerten, durch welche Ablenkungen du am meisten Zeit verlierst und wo du ansetzen kannst. Zum Beispiel ist es erstaunlich, wieviel Zeit wir damit verbringen unser Handy zu checken und wie leicht wir uns von jeglichen visuellen und auditiven Signalen dieser Art ablenken lassen. Verschiedene Studien sprechen von einem Zeitverlust von bis zu mehreren Stunden pro Tag.

Ungestörte Zeiten einrichten
Lege Zeiten fest, in denen du nicht gestört werden willst und sprich dies offen mit potentiellen Ablenkern ab. Schließe die Tür und schalte dein Handy zum Lernen aus. Damit ist nicht gemeint, dein Handy auf den Lautlos-Modus zu schalten, sondern es tatsächlich auszuschalten. Wenn dir das nicht sofort gelingt, stelle unbedingt alle Push-Mitteilungen aus und checke deine E-Mails und Social-Media-Accounts nur noch zu bestimmten Zeiten, z. B. beim Mittagessen und abends. Es  gibt  sogar Apps, die  Social-Media-Nutzung für einen gewissen Zeitraum unterbinden – einfach mal nach “Anti-Social-Media-Apps” suchen.

Verbanne alle Zeitungen, den Fernseher, den Abwasch, die schmutzige Wäsche und andere unwichtige Dinge, die dich vom Arbeiten ablenken könnten, aus deinem Blickfeld oder arbeite in einer anderen Umgebung ohne diese Verführungen. Oft sind es Nebensächlichkeiten, mit denen wir uns unnötig lange aufhalten.

Angemessene Ordnung halten
Wo ist denn nur der Locher? Wer hat meine Mitschriften von der letzten Vorlesung? Verbringst du auch so viel Zeit mit lästiger Sucherei? Oder frisst ein Ordnungsfimmel deine Arbeitszeit auf? Die jeweiligen Verfechter streiten: Kostet es mehr Zeit etwas zu suchen oder zu lochen undabzuheften? Arbeitest du am besten im kreativen Chaos oder bist du eher der Typ für übersichtliche, systematische Ordnung? Finde es heraus und überprüfe was dir hilft und was dich unnötig aufhält! Bedenke bei allem Arbeitseifer unbedingt: Spare niemals an Regenerationsphasen wie Pausen, Feierabend oder Urlaub. Wenn du zu viel arbeitest ohne dir Erholung zu gönnen, wird deine Leistungsfähigkeit sinken. Also brauchst du noch mehr Zeit für dieselben Aufgaben. Also, statt mehr in deiner Arbeitszeit zu schaffen, indem du Freizeit opferst, wirst du lediglich noch mehr Arbeitszeit benötigen.
 

Aufschieben

Kleine Schritte machen | Nicht abwarten | Durchhalten, organisieren und belohnen

Morgen, Versprochen!
„Ich schiebe alles vor mir her, aber ich höre endlich damit auf. Ab Morgen!“ Kennt ihr das? Wahrscheinlich, denn Studien zeigen, dass 70 Prozent aller Menschen regelmäßig aufschieben. Dies betrifft alle Lebensbereiche, sei es das Schreiben der Hausarbeit, das Lernen für eine Klausur, den Keller aufzuräumen, die Steuererklärung zu bearbeiten und  vieles mehr. Alle anderen Sachen erscheinen plötzlich viel attraktiver als die so ungeliebte Aufgabe. Die Gedanken an aufgeschobene (unangenehme) Aufgaben tauchen aber immer wieder im Kopf auf, oft mehrmals am Tag. Auch wenn deren Verweildauer im Kopf nur wenige Sekunden dauert – es sind keine positiven Gedanken und sie werden deshalb oft als Belastung wahrgenommen. Gibt es Gegenmittel, fragst du dich? Ja, probiere doch mal Folgendes:

Kleine Schritte machen und Zeit verdoppeln
Ein Arbeitsplan ist wertlos und verführt zum Aufschieben, wenn er zu vage ist. Versuche, Arbeitseinheiten mit konkreten Zielen und in Verbindung mit Terminen oder Zeiträumen festzulegen. Teile deine Ziele unbedingt in kleine Schritte ein. Je konkreter, je realistischer und je kleiner ein Teilziel ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du dich überwinden kannst anzufangen. Für die Planung gilt die 50-Prozent-Regel: Man braucht für alles doppelt so lange, wie man anfangs denkt. Wenn du das bei der Planung berücksichtigst, sorgst du dafür, dass du deinen Plan auch wirklich einhalten kannst – und verschaffst dir damit jeden Tag Erfolge. Wichtig ist im Wochenplan auch Zeit für Haushalt und Freizeitaktivitäten zu reservieren, sonst verführen dich der Abwasch oder das Klönen mit Freunden zu sehr.

Nicht abwarten, sondern starten
Der richtige Moment wird vielleicht nicht kommen – es bringt darum nichts, darauf zu warten in der richtigen Stimmung, nicht mehr müde oder nicht mehr lustlos zu sein. Lieber die Aufgabe mit dem kleinsten denkbaren Schritt angehen. Leichter wird es, wenn du dir vornimmst jetzt nur 15 Minuten zu arbeiten. Das schafft meist auch ein ausgewachsener innerer Schweinehund. Und sabotiere dich nicht durch Gedanken wie „Das bringt doch nichts!“. Du trainierst so, regelmäßig zu arbeiten und in einer Woche 90 min gearbeitet zu haben ist viel besser als nichts getan zu haben. Unterstützen kann dich ebenso dein persönlicher Startschuss. Wie bei einem Rennen motiviert dich dein persönliches Startzeichen mit der Arbeit zu beginnen. Achte darauf, dein Startzeichen ernst zu nehmen. Es geht nicht darum, nach dem Start auch lange und effektiv zu arbeiten – das Wichtigste ist, jetzt zu starten! Also zähle z.B. von 10 bis 0 einen Countdown oder stell dir den Wecker oder eine Handyerinnerung.

Durchhalten, organisieren und belohnen
Gib dir mehr äußere Struktur, sprich z. B. mit Dozierenden / Freunden Abgabetermine von Teilen deiner Arbeit ab; triff dich mit Freunden / Mitstudierenden zum Lernen; arbeite nicht zu Hause, sondern z. B. in der Bibliothek. Ebenso hilft es, anderen von deinen Plänen zu berichten und diese zu bitten, regelmäßig nach dem Ist-Stand zu fragen. Wer für die Uni lernt oder arbeitet, bekommt nur abstrakte Belohnungen und auf die muss man zumeist lange warten. Für die Motivation ist es aber immens wichtig, sich für Anstrengungen und Überwindung des Schweinehundes auch auf die Schulter zu klopfen. Deshalb: Nach der Arbeit immer kleine Belohnungen schaffen.

Du kommst nicht weiter? Hol dir Unterstützung!
Du musst nicht alles allein schaffen. Die Zentrale Studienberatung (ZSB) unterstützt dich in schwierigen oder belastenden Phasen deines Studiums durch ihr Beratungsangebot. Zusätzlich bieten die Kolleg_innen ab April 2017 Workshops rund um die Themen Motivation, Stressbewältigung oder Wechsel-und Abbruchgedanken an. Schau‘ einfach mal rein.
 

Sei dein eigener Coach

Analysieren und Aufschreiben | Das innere Team | Ausnahmen aufdecken. Kennst du das auch? Wir geraten immer häufiger in Situationen, in denen wir uns entscheiden und die Weichen neu stellen müssen. Wir stehen vor Situationen, in denen wir das Gefühl haben besser werden zu wollen oder Herausforderungen bewältigen müssen. Das ist zumeist anstrengend und macht auch manchmal Angst. Unsere Eltern und Großeltern beneiden uns um die große Wahlfreiheit. Damit einher geht jedoch auch eine höhere Selbstverantwortung. Wir haben den Eindruck unser Leben selbst-bewusst gestalten zu müssen. Da nicht immer gleich ein professionelles Coaching als Unterstützung möglich ist, könntet ihr Methoden des Selbstcoachings ausprobieren. Hier sind einige Beispiele:

1. Analysieren und Aufschreiben
Die Reflexion unseres Handelns hilft uns bei Verbesserungen und Entscheidungen. Je genauer du dich kennst und je klarer du dich und dein Umfeld wahrnimmst, desto besser kannst du deine Entscheidungen treffen und Herausforderungen angehen. Hierbei hilft es diese Gedanken schriftlich zu fixieren. Stell dir vor du trägst ein Büchlein mit dir herum, in das du alles notierst, was dir hilft Fehler zu vermeiden und dich weiterzuentwickeln. Stelle dir nach jeder Beendigung eines Projekts (sei es eine Prüfung, ein Referat, eine Diskussion im Seminar, einer persönlichen Herausforderung usw.) die Fragen: Was war gut? Was ist nicht optimal gelaufen? Was genau willst du beim nächsten Mal anders machen? Man bemerkt so typische Fallen, in die man immer wieder tappt oder eingefahrene Denkmuster. Diese Erkenntnisse helfen dir dabei solche Muster aufzubrechen und in anderen Situationen flexibler zu reagieren. Nach der Analyse verankerst du am besten deine Ergebnisse so, dass du sie nicht mehr vergessen kannst, z. B. indem du die „Änderungspunkte” gleich in den Kalender einträgst, wenn du das ächste Mal eine ähnliche Aufgabe hast. Oder du lässt dich per Outlook daran erinnern oder schreibst dir ein Poster, das du dir gut sichtbar, z.B. über dem Schreibtisch aufhängst.

2. Das innere Team
Wenn Entscheidungen anstehen, regen sich plötzlich viele unterschiedliche Stimmen im Kopf. Einige sind laut, andere sind  leise, aber alle reden so durcheinander, dass eine Entscheidung kaum möglich ist. Erkennst du, welche Stimmen sich da zu Wort melden? Versuche jeder Stimme einen Namen(z.B. die Perfekte, der Optimist, die Zweiflerin, der Angsthase usw.) zu geben. Lass nun alle Stimmen nacheinander zu Wort kommen. Beginne mit der Stimme, die sich am lautesten und intensivsten zu Wort meldet. Schreibe alle Aussagen auf. Überlege nun, was dir diese Stimmen wirklich klar machen möchten und woher diese kommen. Vielleicht kommt eine der Stimmen aus deiner Vergangenheit, hat aber mit deiner gegenwärtigen Situation oder Zukunft nichts mehr zu tun. Treffe nun die Entscheidung, welche Stimme du mehr und welche du weniger gewichten möchtest. Priorisiere und nutze diese Priorisierung als Entscheidungsgrundlage.

3. Ausnahmen aufdecken
Manchmal hat man das Gefühl nichts funktioniert, alles läuft schief und die Herausforderung ist zu groß. Aber nun denke mal zurück: Gab es irgendwann in den letzten Tagen, Wochen oder Monaten Ausnahmesituationen, in denen – vielleicht nur ganz kurz – alles richtig gut war und alles so lief, wie du es dir gewünscht hast. Lass diesen Moment vor deinem inneren Auge vorbeiziehen und notiere alles, was du in diesem Moment anders gemacht hast als sonst. Oder was hast du nicht gemacht, was du normalerweise immer tust. Wie war deine Reaktion in diesem Moment? Wie waren die Reaktionen anderer in diesem Moment? Damit kannst du herausfinden, welche Verhaltensweise diese Situation so erfolgreich hat verlaufen lassen. Nun überlege noch, wie du diese mehr in deinen Alltag integrieren kannst.

Du kommst nicht weiter? Hol dir Unterstützung! 
Du musst nicht alles allein schaffen. Die Zentrale Studienberatung (ZSB) unterstützt dich in schwierigen oder belastenden Phasen deines Studiums durch ihr Beratungsangebot. Zusätzlich bieten die Kolleg_innen ab April 2017 Workshops rund um die Themen Motivation, Stressbewältigung oder Wechsel-und Abbruchgedanken an. Schau‘ einfach mal rein.
 

Jahresrückblick und Bilanz ziehen

Positives festhalten | aus Rückschlägen lernen | Loslassen. Mehr Sport, weniger Fastfood, mit dem Rauchen aufhören – der Jahreswechsel inspiriert viele dazu, sich gute Vorsätze zu machen. Dich auch? Nach den Feiertagen bei Familie und Freunden und den obligatorischen Fragen nach dem Studienfortschritt und den Zukunftsplänen ist spätestens jetzt ein guter Zeitpunkt, um das Studien-Jahr einmal Revue passieren zu lassen. Ein „best of 2016“ gibt dir einen positiven „Kick“, und stärkt dein Selbstbewusstsein. Besonders wichtig anzuschauen sind aber auch gerade die Dinge, in denen du dich noch verbessern kannst und die Situationen, in denen es komplett schief gelaufen ist. Denn aus diesen Dingen kannst du viel lernen – und sei es nur, wie du besser mit Niederlagen umgehen kannst oder an welchem Punkt du mehr auf deine „innere Stimme“ oder deinen Körper hören solltest. Mit dem Wissen um deine Stärken und dein Potential  kannst du einen realistischen Plan für 2017 erstellen und mit voller Energie und Motivation den neuen Jahreszyklus beginnen. Hier sind ein paar Anregungen dazu, wie du aus einer nüchternen Bilanz ein schönes Jahresritual machen kannst:

1. Positive Erlebnisse festhalten
Nimm dir Zeit für dich zu durchdenken, welche Momente des vergangenen Jahres besonders positiv waren. Was hat sie so besonders gemacht? Was war dein (aktiver) Anteil daran? Denke aber auch an die negativen Momente des Jahres: Konntest du sie abschließen oder hängst du ihnen emotional noch nach? Was konntest du aus dem Erlebnis lernen? Wie kannst du beeinflussen, dass eine solche Situation nicht noch einmal entsteht? Damit du die positiven Gefühle in „Durchhänger-Phasen“ hervorrufen kannst, solltest du sie dir auf eine für dich passende Weise „speichern“. Vielleicht hast du Fotos oder andere materielle „Belege“, oder du suchst dir eine schöne Karte und schreibst dir das Erlebnis auf, du kannst dir selbst auch ein Video aufnehmen oder eine Seite auf Papier gestalten. Je mehr du deine Sinne du ansprichst, umso esser wirst du dich später erinnern können.

2. Aus Rückschlägen lernen 
Bevor du die negativen Erlebnisse komplett aus deinem Gedächtnis streichst, frage dich zunächst, was du aus ihnen lernen konntest. Wofür waren sie gut? Hast du z. B. dadurch erst bestimmte Menschen kennengelernt, die wichtig für dich sind? Oder hast du bestimmte Eigenschaften an dir (besser) kennengelernt? Wie können dir die Erfahrungen nutzen, um voran zu kommen? Notiere dir z. B. Eigenschaften, Personen etc. (nicht die Situation!) und lege sie zu den positiven Erlebnissen.

3. Negative Erlebnisse loslassen
Notiere die Dinge, die dich geärgert, gestresst, belastet und/ oder traurig gemacht haben und lass sie – am besten mit einem Ritual – hinter dir. Du kannst z. B. beschriebene Zettel verbrennen oder auch einfach schreddern, für das Thema ein (biologisch abbaubares J ) Symbol suchen und es vergraben…. Zelebriere den Abschied und sei kreativ dabei, wie du ihn gestaltest. Suche dir z. B. passende Musik dazu aus und lade Freunde als „Zeugen“ dazu ein. In diesem einen Moment darfst du noch einmal alle negativen Gefühle in Zusammenhang mit dem Erlebnis ausdrücken. Diese geballte Energie sollte allerdings nach dem „Ritual“ wieder für Positives frei sein – also verabschiede dich auch von den negativen Gedanken und Gefühlen. Mit dem guten Gefühl, den unnötigen Ballast los zu sein, kannst du in das neue Jahr starten und hast wieder „Stauraum“ und Energie für neue Erlebnisse.

Stress im Studium?

Fuß vom Gas und durchatmen | Die Denkweise ist entscheidend | Netzwerke schützen. Aufgelaufene Hausarbeiten, Lernen für die Nachschreibklausur, Nebenjob, Haushalt , Auslandsaufenthalt, Fremdsprachenkenntnisse und Praktika – und dabei trotzdem noch Zeit für Freunde, Familie und Hobbies? Der Zeitdruck sitzt dir im Nacken, schließlich hast du überall gehört, du müsstest möglichst jung für potentielle Arbeitgeber bereit stehen ….Ob aus Zielstrebigkeit oder Zukunftsangst – all diese Anforderungen unter einen Hut zu bringen erzeugt Druck. Das kann extrem belastend sein und zu Stress-Symptomen (siehe hierzu Folien S. 4/5) führen. Diese kleinen Tipps sind kein Allheilmittel, können aber zumindest in einigen Fällen helfen, Stress zu lindern oder Stress vorzubeugen.

1. Fuß vom Gas und durchatmen, bitte!
Du hetzt von Termin zu Termin und erfüllst alle nötigen (oder vielleicht auch unnötigen?) Verpflichtungen, aber dein Leben fliegt an dir vorbei und du fühlst dich total erschöpft? Spätestens jetzt halte einmal kurz inne und atme tief ein und aus. Am besten wiederholst du das Ganze ein paar mal. Entschleunigung heißt das Zauberwort… Versuche dabei, dich von der „Gedankenautobahn“ in die „Gedankenspielstraße“ zu versetzen. Der Tunnelblick verschwindet allmählich und du hast plötzlich die Ruhe, deinen Blick etwas nach rechts und links schweifen zu lassen und nimmst mehr Details deiner Umgebung wahr. Du entdeckst vielleicht jetzt Dinge, die neu aber sehr interessant und möglicherweise nützlich für dich sind. Vielleicht hättest Du bei dem hohen Tempo vorher sogar etwas oder jemanden Entscheidendes übersehen!? Will sagen: Auch wenn du einen Gang herunterschaltest, kannst du wertvolle Informationen sammeln. Wertvoll für dich persönlich, weil sie positive Gefühle bei dir auslösen, wertvoll aber vielleicht auch für Studium und Beruf, weil du vielleicht neue Anregungen bekommst. Wenn du dir alle deine derzeitigen Anforderungen bewusst machst und dich neutral von außen betrachtest – welche davon müssen tatsächlich unbedingt sofort erfüllt werden? Hinterfrage ab und zu deine „Glaubenssätze“ und deinen „inneren Antreiber“. Ist dein Zeitdruck überwiegend durch äußere Faktoren (Finanzierung o.ä.) begründet? Oder sind es eigene Ansprüche oder Ansprüche anderer, die dich antreiben? Wo hast du Spielraum, etwas zu ändern? Wenn du dich bereits erschöpft fühlst, frage dich, ob das Pensum, das du leisten möchtest, zu deinen Ressourcen passt. Ehrlichkeit ist hier wichtig. Es nützt nichts mehr zu wollen, als man leisten kann. Das führt  zu einer Erschöpfung der Energieressourcen, auf Dauer nimmt sogar deine Leistungsfähigkeit ab. Also: Lieber langsamer fahren oder kürzere Etappen, aber dafür heile ankommen.

2. Problem oder Chance - Die Denkweise ist entscheidend
Eine gute Nachricht – du selbst hast bis zu einem gewissen Maß Einfluss darauf, ob du auf eine Situation mit Stress-Symptomen reagierst oder im positiven Sinne angespannt bist. Die Bewertung deiner Bewältigungsmöglichkeiten ist hier ein entscheidender Faktor. Menschen können besser mit Stress umgehen, wenn sie die Umstände mindestens teilweise nach ihren Bedürfnissen beeinflussen können und ihre Energie für Aktion und Zukunftsorientierung einsetzen. Ein „Hätte…- oder „Wäre…-Denken“ ist meist rückwärtsgewandt und bindet deine Energie möglicherweise an Dinge, die nicht zu ändern sind. Als Folge bleibst du eher passiv. Die Situation selbst ändert sich durch die Sichtweise nicht – wohl aber das Gefühl in Bezug auf dieselbe. Ein Beispiel: Stell dir vor, du bist durch eine Klausur gefallen. Du könntest jetzt

a) dir Selbstvorwürfe machen oder auch den Dozierenden, deiner Lerngruppe etc. (sei kreativ)… die Schuld geben und damit hadern, dass du nun vielleicht länger studieren und den Stoff noch einmal lernen musst. Du glaubst nicht, dass du beim nächsten Mal ein besseres Ergebnis bekommst, hast überhaupt keine Lust zu lernen und bekommst den Stoff einfach nicht in den Kopf oder

b) die schlechte Bewertung als Fakt hinnehmen (mögen musst du ihn ja nicht), herausfinden, woran es lag und was du verbessern kannst, mit Dozierenden und Kommiliton_innen sprechen und den neuen Versuch als Chance und Möglichkeit sehen, das Thema dieses Mal wirklich richtig zu begreifen. Du lernst jetzt Dank der Rückmeldung der Dozierenden und Kommiliton_innen zielgerichteter und kannst auf deinem vorhandenen Wissen aufbauen.

Welche Denkweise glaubst du hilft dir, negative Stressreaktionen zu vermeiden? Es geht nicht um die „rosarote Brille“, sondern darum, deine Denkweise zu erweitern und Handeln zu ermöglichen. Wenn das (gerade noch) nicht möglich ist und du dich mutlos, kraftlos, erschöpft und gelähmt fühlst, versuche einmal folgendes: Stell dir vor, du hättest das Problem bereits gelöst und würdest mit 10 Jahren Abstand auf heute zurück schauen: Was könntest du aus der Situation gelernt haben? Welche (Er)Kenntnisse könntest du gewonnen und welcher Fertigkeiten dir angeeignet haben? Wie fühlt sich die Situation aus der Warte für dich an? Damit kannst du dich auch emotional etwas von der akuten Situation distanzieren.

3. Netzwerke schützen
Damit ist nicht etwa dein WLAN-Netzwerk gemeint :-) Soziale Unterstützung, also ein Netzwerk aus Menschen, die dir positiv gesonnen sind, mit denen du gerne Zeit verbringst und die dir auch in schlechteren Zeiten zur Seite stehen (also i.d.R. Freunde, Familie, Partner/ Partnerin) sind ein wichtiger Baustein für deine „Resilienz“, also deine Widerstandskraft gegenüber Stress. Auch wenn du noch so viel zu tun hast – schaffe dir Freiräume, um mit diesen Menschen in Kontakt zu bleiben. Auch „Zweckgemeinschaften“ wie Lerngruppen bewirken, dass du dich dem Stress nicht allein ausgesetzt fühlst. In der Gruppe bzw. im Team motiviert ihr euch gegenseitig, bei der Sache zu bleiben, auch wenn ihr gerade eine Durststrecke habt. Und wenn es gut läuft, kommt nebenbei auch noch ein weiteres Anti-Stress-Mittel ins Spiel: Humor. Und wer lacht schon gerne allein? Also sorge gut für dein soziales Netzwerk, denn ihr schützt euch damit gegenseitig vor negativem Stress.

Hol dir Unterstützung!
Du musst nicht alles allein schaffen. In der Universität und auch darüber hinaus ist die Belastungssituation von Studierenden bekannt. Es gibt zahlreiche Einrichtungen, die dich gerne auf deinem Weg unterstützen. Die Zentrale Studienberatung (ZSB) kann dir z.B. helfen, wenn du an deinem Studium zweifelst, Entscheidungshilfe brauchst oder auch eine methodische Unterstützung bei der Frage nach dem „Was kommt danach?“ geben, gelegentlich werden auch Workshops z.B. zum Thema Stressmanagement angeboten. Fachstudienberater können dir bei spezifischen Fragen zum Studiengang helfen, bei der Psychosozialen Beratungsstelle des Studentenwerks gibt es psychologische Unterstützung, z.B. in persönlichen Krisen, aber auch Beratungen zu Lernmethoden. Das Lese- und Schreibzentrum des Instituts für Deutsche Sprache und Literatur berät und unterstützt dich beim Verfassen von Hausarbeiten, außerdem kannst du Entspannungsmethoden lernen, Zeitmanagement-Kurse besuchen, dich über Finanzierungsmöglichkeiten informieren, die Angebote des Gleichstellungsbüros nutzen und vieles mehr. Als erste Anlaufstelle kannst du dich an die ZSB wenden, wir können dir Tipps für weitere Ansprechpartner geben, falls nötig. Sei clever und nutz die vielfältigen Angebote, damit du deine Balance zwischen Anspannung und Entspannung halten kannst.
 

Mit mehr Selbstvertrauen entspannter durchs Studium

Erfolge feiern | Perspektive wechseln | Der Blick von außen. Kennst du sie auch, die schlaflosen Nächte bevor du einen Vortrag vor einer großen Gruppe halten musst? Traust du dich, im Seminar nachzufragen, wenn du etwas nicht verstanden hast oder befürchtest du, eine vermeintlich „dumme“ Frage zu stellen und dich dadurch möglicherweise vor der Dozentin bzw. dem Dozenten sowie deinen Kommilitonen und Kommilitoninnen zu blamieren? Solche Situationen lösen Stress aus und erfordern einiges an Selbstvertrauen. Sie zu vermeiden kann aber bedeuten, wichtige Lernerfahrungen sausen zu lassen, die für ein entspanntes Studium und auch deinen Studienerfolg wichtig sein können. Wenn du wissen möchtest, wie du das Vertrauen in dich selbst stärken kannst, dann schau‘ dir die Tipps auf unserer Homepage an.

Stressige Situationen im Studium lassen sich mit einem gestärkten Selbstvertrauen entspannter und dadurch erfolgreicher meistern. Viele Menschen reagieren jedoch auf stress- und angstauslösende Situationen mit Vermeidung – das kann durchaus richtig sein und vor ernsten Gefahren schützen, es kann aber auch dazu führen, dass uns wichtige Erfahrungen entgehen. In den eingangs genannten Beispielen kann sich sogar durch Vermeidung ein Kreislauf entwickeln, der für noch mehr Stress im Studium sorgt. Denn wenn du nicht bei der Dozentin bzw. beim Dozenten nachfragst, fehlt dir vielleicht das nötige Verständnis für Zusammenhänge in der Prüfung und das Ergebnis fällt möglicherweise nicht so gut aus. Das kann sich wiederum negativ auf dein Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten auswirken. So manche oder mancher beginnt sogar, grundlegend an sich zu zweifeln. Um das zu vermeiden, kannst du deinem Selbstvertrauen mit ein paar kleinen Übungen ein wenig auf die Sprünge helfen.

1. Erfolge feiern
Wertschätze deine Erfolge – egal ob klein oder groß. Schreibe jeden Tag die Dinge auf, die dir gelungen sind. Das können auch sehr kleine Dinge sein. Wenn du z.B. heute zwei Seiten deiner Hausarbeit geschrieben hast, dann wertschätze dies und denke nicht gleich: “Ich hätte mehr schaffen sollen!“. Du selbst kannst bestimmen, ob du am Ende des Tages zufrieden mit dir bist oder nicht. Probiere einmal aus, nicht nur Superlative als „Erfolg“ gelten zu lassen. Suche dir kleine Herausforderungen, an denen du dieses Verhalten üben kannst. Räum z.B. die überquellenden Schubladen deines Schreibtischs auf, wie du es dir schon seit Wochen vorgenommen hast, rufe Freunde an, bei denen du dich schon sehr lange melden wolltest oder gehe alleine in den Sportkurs, der dich interessiert und warte nicht darauf, ob ein Freund/ eine Freundin mitkommt. Wertschätze anschließend deinen Mut bzw. deine Disziplin (sehr wichtig!). Spiele diese Erfolge nicht herunter, weil sie dir banal vorkommen. Du hast etwas geschafft, was du bisher nicht versucht oder aufgeschoben hast und das gehört gewürdigt! Jede Veränderung beginnt mit einem ersten Schritt…

2. Perspektive wechseln
Sei dir ein guter Freund / eine gute Freundin. Häufig behandeln wir uns selbst strenger und unnachgiebiger, als andere Personen – besonders den Perfektionisten/den Perfektionistinnen unter euch wird dies bekannt vorkommen. Eine Selbstreflektion ist durchaus sinnvoll und dient dazu, dass wir uns verbessern, Positives beibehalten und/oder Fehler vermeiden können. Wenn Du dich allerdings sehr mit Selbstvorwürfen quälst, die dich nicht weiterbringen, sondern nur dazu führen, dass du dich schlecht fühlst, dann hilft dir vielleicht diese kleine Übung:

Versuche, dich mit den Augen eines guten Freundes/einer guten Freundin oder einer anderen, dir wohlgesonnenen Person zu sehen. Besonders, wenn du unzufrieden mit dir bist und du deine Leistung oder dein Verhalten ausschließlich mit negativen Worten kommentierst ist es wichtig, dass du dich kurz bremst und dich fragst: „Würde mein bester Freund/meine beste Freundin“ das auch so sehen? Was würde er/sie mir sagen?“ Und andersherum – was würdest du jemandem sagen, den du magst, wenn er/sie in deiner Situation wäre?

3. Der Blick von außen
Hole dir ein Feedback von anderen ein. Um sich selbst einschätzen zu können und damit eine Basis für das  Selbstvertrauen zu legen, kann es hilfreich sein, sich ab und zu ein Feedback von anderen Menschen zur eigenen Person einzuholen. Dabei solltest du das Thema bzw. den Aspekt konkret fassen und nicht eine allgemeine Frage zur eignen Person à la „Wie findest du mich?“ stellen. Wenn du z.B. glaubst, die Zuhörer/Zuhörerinnen bei deinen Referaten sehen dir deine Nervosität und vermeintliche Wissenslücken an der Nasenspitze an, dann frage bei einzelnen Personen nach, ob dein Selbstbild mit ihrer Einschätzung übereinstimmt. Zugegebenermaßen ist das für den einen/die eine  oder den anderen/die andere keine ganz einfache Übung. Am besten fängst du damit an Menschen zu fragen, die du gut kennst und denen du vertraust. Es kann  auch sinnvoll sein jemanden zu fragen, die dich noch nicht so gut kennen, wenn es z. B. um eine allgemeine Wirkung auf andere in bestimmten Situationen geht.

Wundere dich dabei nicht, wenn dein Selbstbild und das Bild, das andere von dir haben, stark voneinander abweichen. Wenn andere dich ganz anders wahrnehmen als du dich selbst siehst, dann kann das ganz unterschiedliche Ursachen haben, die z.B.  in der Person selbst begründet sind (ihr biographischer Hintergrund,  die Tagesform, Sympathie und Antipathie etc.). Es zeigt dir möglicherweise auch, dass du selbst ein facettenreicher Mensch bist und du von verschiedenen Menschen auch divers wahrgenommen wirst. Du lernst daraus zusätzliche, persönliche Ressourcen kennen, die dir bisher selbst nicht bewusst waren. Wenn du die verschiedenen Wahrnehmungen in Bezug auf dich und dein Verhalten in dein Selbstbild integrierst und dir sagen kannst: „Das alles bin ich und ich habe wenig Einfluss darauf, welchen Teil davon andere wahrnehmen“, kannst du demnächst vielleicht gelassener vor Publikum sprechen oder im Seminar nachfragen, wenn du etwas nicht verstanden hast. Mit den neuen Erkenntnissen der anderen Personen über dich, kannst du einen anderen Blickwinkel auf dich selbst erlangen und so dein „Selbst-bewusst-sein“ stärken.
 

Hausarbeiten schreiben

Thema konkretisieren | Kreative Schreibtechniken | Daten sichern. Vorlesungsfreie Zeit = Hausarbeiten-Zeit? Vorlesungen und Seminare für dieses Semester sind zu Ende, alle Klausuren sind geschrieben – eigentlich die beste Zeit, um sich an die noch anstehenden Hausarbeiten zu setzen. Wir haben da 5 Tipps, die dir das Schreiben erleichtern können:

1. Konkretisiere dein Thema
Es klingt banal, aber wichtig ist es zunächst einmal, das Thema der Hausarbeit genau verstanden zu haben. Zögere nicht, dich an deine Dozentin bzw. deinen Dozenten zu wenden, wenn du nicht ganz sicher bist. Voraussetzung für ein konstruktives Gespräch ist natürlich eine gute Vorbereitung und konkrete Fragen. Investiere lieber vor oder spätestens zu Beginn der Schreibphase etwas Zeit für die Klärung des „Arbeitsauftrages“, sonst verlierst du möglicherweise wertvolle Zeit bei der Literaturrecherche und im Schreibprozess. Mit einer klaren Vorstellung im Kopf kannst du zielgerichteter nach Literatur suchen, Texte auf bestimmte Schlagworte hin „quer“ lesen und besser „wichtige“ von „unwichtigen“ Informationen unterscheiden.

2. Schreib die Einleitung erst zum Schluss
Zwar steht die Einleitung am Beginn der Arbeit, schreiben solltest du sie aber erst, wenn du die eigentliche Hausarbeit beendet hast. So weißt du genau, zu welchem Ergebnis du bei deiner Untersuchung gekommen bist, welche Methoden du verwendet und welche Literaturquellen du tatsächlich benutzt hast etc. Im Fazit kannst du dich dann darauf beziehen, so dass ein durchgängiger „roter Faden“ deutlich wird.

3. Angst vor der leeren Seite? Sei mutig, kreativ und experimentierfreudig!
Das Thema ist klar, der persönliche Zeitplan erstellt, du hast bereits die wichtigste Literatur gelesen und hast die Gliederung im Kopf: Alle Zeichen stehen auf Anfang - aber wie? Das Phänomen ist vielen bekannt: Vor dem ersten Satz stellt sich eine Schreibblockade ein, alle Ideen werden verworfen, weil einem die perfekte Formulierung nicht einfällt – im schlimmsten Fall drohen Motivationsverlust und Prokrastination. Eine Ursache ist häufig der zu hohe Anspruch an die eigene Leistung. Wer sagt denn, dass der erste Satz von Anfang an perfekt sein muss? Gib dir die Freiheit zum Experimentieren mit Worten und beim Aufbau des Textes. Wer schreibt dir vor, dass du beim Verfassen mit Kapitel 1 anfangen musst, obwohl du gerade tolle Ideen zu Kapitel 3 hast? Schreiben ist ein kreativer Prozess, es ist also „normal“, dass du den Text immer wieder umstellst, erweiterst, Passagen streichst… Wenn dir bewusst ist, dass du an deinem Text vermutlich immer wieder Veränderungen vornehmen wirst, ist der Druck geringer und die Angst, etwas vermeintlich „falsches“ zu schreiben, lässt nach. Auch dieser Text wurde im Übrigen mehrfach umgestellt und verändert.

4. Achte auf die Formalien
Nichts ist ärgerlicher, als wenn du viel Zeit und Energie in deine Hausarbeit gesteckt hast und eine schlechte Note bekommst, weil du bestimmte Formalia (z.B. die Zitierweise) nicht eingehalten hast. Häufig gibt es Hinweisblätter zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten für die jeweiligen Studiengänge und Institute. Achte darauf, dass die Literaturangaben einheitlich sind und du alle zitierten Quellen nennst. Überprüfe die Arbeit auch auf Rechtschreib- und Grammatikfehler. Da man selbst oft „blind“ für die eigenen Fehler wird, solltest du jemand anderes bitten, den Text Korrektur zu lesen. Wenn das nicht möglich ist oder du das nicht möchtest, nutze diese kleinen Tricks: a) Lese den Text von hinten nach vorne (Bsp.: „.vorne nach von Text den Lese“), so dass du den Sinn des Textes beim Lesen nicht gleich erfasst. Druck dir den Text aus – ein Wechsel des Mediums kann helfen, die Fehler besser wahrzunehmen.

5. Hole dir Unterstützung
Auch wenn Du den Text natürlich selbst schreibst, musst du nicht der/ die heldenhafte_r Einzelkämpfer_in sein. Neben Rücksprachen mit dem/ der Prüfer_in gibt es auch noch eine weitere Möglichkeit an der Universität, dir Unterstützung bei deinem Projekt zu holen und dich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Beim <link fb3 institute idsl leseschreibzentrum>Lese- und Schreibzentrum des Institutes für Deutsche Sprache und Literatur erhältst du eine kompetente Beratung zu Gliederung und Struktur, Zeitplanung, wissenschaftlichem Stil und Zitierweisen, Schreibblockaden etc. In den Semesterferien gibt es z.B. Schreibwochen, bei denen du Informationen und Tipps einer Dozentin aus dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur erhältst. Gelichzeitig arbeitest du aber auch in Gemeinschaft mit anderen an deinem Schreibprojekt. Ganz nebenbei: Schreibgruppen gibt es auch außerhalb der Semesterferien. Wenn du dich mit jemandem auszutauschen kannst, der gerade in einer ähnlichen Situation steckt und ihr euch gegenseitig durch Feedback und Tipps weiterhelft, macht dir das Hausarbeiten schreiben am Ende vielleicht sogar noch Spaß… ;-) Und solltest du die Hausarbeit doch auf die lange Bank geschoben haben, gibt es auch dazu passende Veranstaltungen wie „Die lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“…

6. Zu guter Letzt: Sichere deine Daten
Wenn du dein Stresslevel nicht ins Unermessliche steigern willst, dann achte darauf, dass du regelmäßige Sicherungen außerhalb des Gerätes erstellst, mit dem du die Arbeit verfasst. Wenn du gerade kein externes Speichermedium wie USB-Stick, externe Festplatte o.ä. zur Hand hast, kannst du dir die Arbeit auch selbst per E-Mail zuschicken. Es ist minimaler Mehraufwand, aber ein riesiger Vorteil in puncto Zeitersparnis und Schonung deines Nervenkostüms, sollte dein Rechner vor der Fertigstellung und in den letzten Stunden vor Ende der Abgabefrist die Arbeit verweigern.
 

Lerntechniken

Mind-Maping | Loci-Methode | Karteikarten. Es gibt Studierende, die lernen - entgegen aller Lerntipps - ihren Stoff immer erst auf den letzten Drücker. Während des Semesters gehen sie in die Vorlesungen, lesen Skripte oder Texte aber merken sich nur wenig. So richtig gelernt wird meist erst kurz vor der Klausur. Leider häufig begleitet von Prüfungsangst und hohem Stresslevel. Kommt dir das bekannt vor? Wenn du hier etwas verändern willst, können dir folgende Lerntechniken vielleicht eine Unterstützung sein:

1. Mind Mapping
Wenn du eher kreativ veranlagt bist, eignet sich die bekannte Mind-Map-Technik wunderbar, um Inhalte aufzubereiten und Zusammenhänge darzustellen. Von dem im Zentrum stehenden Thema oder Schlagwort gehen Äste mit weiteren Informationen und einzelnen Aspekten ab. Die Unterpunkte können dabei beliebig viele neue Äste ausbilden.

2. Loci-Methode
Das Prinzip basiert auf der Verknüpfung von Orten und Objekten mit Lerninhalten. Wenn du beispielsweise einen Vortrag vorbereiten oder für eine Klausur lernen musst, solltest du dir eine dir gut bekannte Route aussuchen, die du etwa zu Fuß abgehen kannst. Jedem Punkt dieser Route ordnest du dann bestimmte Inhalte zu. So kannst du diese Punkt für Punkt abrufen und die Inhalte speichern.

3. Karteikarten
Diese klassische Lerntechnik besteht darin, einen Begriff auf die Vorderseite und dessen Definition auf die Rückseite der Karte zu schreiben. Das Ganze funktioniert auch für eine Frage auf der Vorderseite und die Antwort in Stichpunkten auf der Rückseite. Ein dazugehöriger Karteikasten kann in drei Abschnitte unterteilt sein. Ganz vorne befinden sich alle Inhalte, die noch zu lernen sind. Im zweiten Bereich befinden sich Inhalte, die wiederholt werden müssen und im dritten die Begriffe und Fragen, die du bereits beherrschst und nur alle paar Wochen wiederholen musst.
 

Motivation

Träume leben | Visualisierung der Ziele | "10 Minuten Trick". Motivation ist Energie, die uns hilft, Ziele zu erreichen. Sie gibt Auftrieb und Kraft. Interesse, eigener Bezug sowie Begeisterung für das Studienfach unterstützen die Motivation zu lernen und zu arbeiten. Dir fällt es schwer, dich zu motivieren? Jedes Seminar, jede Prüfungsleistung stellt eine neue Herausforderung für dich dar? Mit diesen drei Tipps bezwingst du deinen inneren Schweinehund:

1. Träume leben
Nur Dinge, die du wirklich willst, geben dir langfristig Kraft und Energie. Kurzfristig funktionieren externe Anreize, wie Belohnungen oder Strafen, aber richtig erfolgreich wirst du nur mit Aufgaben, die dir wirklich Spaß machen. Also finde heraus, was deine Ziele und Träume sind. Hierbei gibt es auch keinen Grund zu glauben, dass du weniger talentiert oder nicht so intelligent wie andere bist und du bestimmte Ziele nicht erreichen kannst. Du kannst alles erreichen, wenn du es nur wirklich willst. Mache dir aber auch bewusst, dass du für deinen Traum Herausforderungen bewältigen musst.

2. Visualisierung der Ziele
Ziele haben eine enorme Sogwirkung, die Menschen zumeist direkt zum Handeln bewegt. Schreibe deine Ziele unbedingt konkret auf. Visualisiere diese Ziele und halte sie dir täglich vor Augen. Denn ihre volle Kraft entfalten Ziele, wenn du an sie erinnert wirst. Gibt es ein Bild, welches du mit deinem persönlichen Ziel verbindest? Hänge dieses Bild über deinen Schreibtisch, klebe eine Kopie an die Wohnungstür oder stelle es neben deinen Wecker. So kannst du dein Ziel nicht mehr aus dem Blick verlieren und findest mehr Motivation für dein alltägliches Tun.

3. „10 Minuten Trick“
Warte nicht auf den richtigen Moment, arbeite in eine Aufgabe hinein! Hierbei hilft der „10-Minuten-Trick“. Der Trick besteht darin, erst einmal „nur zehn Minuten“ mit der Aufgabe anzufangen. Zehn Minuten sind kurz, das sieht selbst der innere Schweinehund ein. Das Hervorragende an diesem Trick ist, dass du es schaffst anzufangen und wenn du schon mal dabei bist, kommst du meist richtig in Schwung und es fällt dir leicht weiterzumachen. Manchmal kann man gar nicht mehr aufhören und die unliebsame Aufgabe ist erledigt. Wichtig ist es aber auch, nach zehn Minuten  wirklich aufzuhören, wenn es keinen Spaß macht. Zwinge dich dich nicht dazu weiterzumachen, sonst klappt der Trick das nächste Mal nicht mehr.
 

Konzentration

Ideale Lernumgebung | Pomodoro-Technik | Variation der Aufgaben. Die Situation kommt dir bestimmt bekannt vor: Du sitzt an einem Text, an einer wichtigen Präsentation, bereitest vielleicht eine wichtige Prüfung vor und musst dich konzentrieren – und was passiert? Nichts. Du bist mit deinen Gedanken ganz woanders und lässt dich leicht ablenken. Wenn dir solche Momente bekannt vorkommen, haben wir drei Tipps für dich.

1. Ideale Lernumgebung schaffen
Trinkst du genug? Isst du gesund? Bewegst du dich genügend? Schläfst du ausreichend? Arbeitest du an einem angenehmen und hellen Ort? All das beeinflusst die Konzentration mehr als man denkt. Suche dir einen Ort aus, an dem kaum Lärm vorhanden ist und an dem du dich wohlfühlst. Ebenso achte unbedingt auf deine Grundbedürfnisse. Vermeide Ablenkungen! Stelle zum Beispiel das Internet aus, schalte das Smartphone aus und gönne dir die Beschäftigung damit in den Pausen.

2. Pomodoro-Technik
Niemand kann den ganzen Tag die gleiche Leistung abliefern, schon gar nicht auf dem gleichen Konzentrationslevel. Daher solltest du auf regelmäßige Pausen achten. Hierbei kannst du die Pomodoro-Technik nutzen. Diese besteht aus 5 Schritten: 1. die Aufgabe schriftlich formulieren; 2. den Kurzzeitwecker auf 25 Minuten stellen; 3. die Aufgabe bearbeiten, bis der Wecker klingelt; mit einem X markieren; 4. kurze Pause machen (5 Minuten); 5. alle vier 'pomodori' eine längere Pause machen (15-20 Minuten). Auch ein kurzer Powernap von 10 Minuten während der Mittagszeit wirkt Wunder.

3. Variation der Aufgaben
Unsere Konzentration ist begrenzt. Immer, wenn die Konzentration nachlässt, solltest du die Tätigkeiten variieren, lebhafter und aktiver gestalten. So macht es zum Beispiel Sinn, zwei Fächer in einer Lernphase gleichzeitig zu lernen: Es erfrischt, wenn du nach einem halben Tag „etwas anderes“ machen kannst, das schafft Abwechslung. Nutze außerdem alle Sinne zum Lernen oder Schreiben. Vielleicht ist mittags nach einem Konzentrationsloch die Zeit für die Erstellung einer Mindmap mit vielen bunten Stiften gekommen und nachmittags begibst du dich an einen belebten Ort und durchdenkst das am Vormittag Erarbeitete.
 

Zeitmanagement

Ziele festlegen | „Häppchen“-Taktik | Prioritäten setzen. Der Semesterbeginn ist in vollem Gange und du weißt nicht, womit du zuerst anfangen sollst und wie du alles schaffen kannst? Ein gutes Zeitmanagement ist unabdingbar, um das Studium erfolgreich und stressfrei zu bewältigen. „Drei Tipps“ für ein effektives Zeitmanagement:

1. Eigene Ziele festlegen
Welche Ziele möchtest du im Studium, im Job und im Privatleben erreichen? Was ist dir wirklich wichtig? Welchen Anspruch stellst du an dich selbst? Was möchtest du lernen? Wenn du mithilfe dieser Fragen deine Wünsche formulierst, wird es dir leichter fallen, Prioritäten und Ziele für den Tag zu setzen. Versuche doch mal, eine Liste mit deinen 10 wichtigsten Wünschen und Vorstellungen aufzuschreiben. Versuche, diese Ziele gleich mit konkreten Schritten und Aufgaben und vielleicht auch direkt mit einem Datum zu verknüpfen, sodass diese leichter umsetzbar werden.

2. „Häppchen“-Taktik
Fast jeder Mensch verzweifelt vor zu großen Zielen und Aufgaben. In diesem Fall hilft die „Häppchen“-Taktik. Zerlege die „großen Berge“ in kleine Abschnitte und plane die Meilensteine sorgfältig. So kommst du Schritt für Schritt voran. Diese Taktik lässt die Aufgabe bewältigbar erscheinen und es kommt nicht so schnell zu Aufschiebeverhalten. Außerdem sind Zwischenschritte viel leichter mit Checklisten kontrollierbar und können somit auch besser belohnt werden.

3. Prioritäten setzen
Plane deinen Tag so, dass du die wichtigsten Aufgaben gleich zum Anfang (oder in der Hochphase des eigenen Biorhythmus) angehst. So stimmst du dich besser auf die Aufgabe ein, arbeitest konsequent an deiner wichtigsten Priorität und verlierst dich nicht so schnell in weniger wichtigen Aufgaben. Lerne das Prioritätensetzen indem du dir folgende Fragen stellst: Was ist wichtig? Was ist dringend? Was ist keins von beidem? (Eisenhower-Prinzip) oder: Welche 20 Prozent der Aufgaben erbringen 80 Prozent meines Erfolges? (Pareto-Prinzip).
 

Lesen und mehr verstehen

Lesemotiv und aktives Lesen | Vorwissen nutzen und Bedeutung suchen | Ruhe. Schneller lesen kann man lernen. Hierbei ist es nur wichtig, die Schnelligkeit nicht zu Lasten des Textverständnisses zu optimieren. Durch eine gute Konzentration sowie die richtige Einstellung kann man mehr verstehen, schneller lesen und sich sicherer fühlen.

1. Lesemotiv und aktives Lesen
Was ist das Lesemotiv für diesen Text? Mache dir dein spezielles Interesse am Text bewusst. Stelle Fragen. Was genau musst du in diesem Text verstehen? Ebenfalls hilft es, eine Art „aktive Diskussion“ mit der/dem Autor/in zu führen: „Das sehe ich genauso!“ oder: „Das kenne ich aber anders.“  oder „Warum gibst du mir an dieser Stelle kein Beispiel?“. Schreibe solcherlei Anmerkungen direkt an den Text. Viele dieser Fragen klären sich später und die Anmerkungen helfen, den Text besser zu verarbeiten.

2. Vorwissen nutzen und Bedeutung suchen
Was weißt du bereits über das Thema? Wie ist das Thema in den Gesamtkontext der Vorlesung/des Seminars eingebettet. Rufe dir dein Vorwissen ins Gedächtnis und verknüpfe die neuen Inhalte damit. Wörter müssen im Kontext verstanden werden. Halte dich nicht an einzelnen Wörtern oder Unverständlichem auf. Diejenigen, die nach Bedeutung, nicht nach Sätzen lesen, haben in der Regel eine höhere Konzentration, da sie den Text in ihre eigene (Gedanken-)Sprache übersetzen.

3. Ruhe
Stelle alle Störfaktoren aus. Alle externen Störquellen reißen dich unnötig aus dem Leseflow. Also schalte dein  Smartphone und deinen Computer aus, schließe die Tür, greife- wenn nötig - auf Ohrstöpsel zurück. Und dann tauche in den Text ein.
 

Tipps für die Prüfungsvorbereitung

Gewichten und Strukturieren | Verknüpfen | Testen. Prüfungen sind fester Bestandteil des Studiums, kein Studierender kommt darum herum. Viele kennen das damit verbundene Lampenfieber, manche die Prüfungsangst in der Prüfungsvorbereitungszeit aber auch in der Prüfung selbst. Ein gewisses Maß an Anspannung und Nervosität ist hilfreich und notwendig. Zu viel davon kann aber auch schnell zur Belastung werden. Um übermäßigen Stress und die Entstehung von Prüfungsangst zu vermeiden empfiehlt es sich, den Prozess der Prüfungsvorbereitung klar zu strukturieren und die Inhalte strategisch zu erarbeiten.

1. Gewichten und Strukturieren
Neben realistischer Planung und einem guten Zeitmanagement mit Pausen ist es vor allem wichtig, den Prüfungsstoff zu gewichten: Welche Inhalte sind besonders wichtig? Welche Themen zentral? Investiere ausreichend Zeit für den strategischen Überblick vor Beginn des Lernens! Nur wenn du den Lernstoff einordnen und abgrenzen kannst, wirst du ihn verstehen. Arbeite mit Mindmaps, Strukturkarten und Tabellen, um die Inhalte einzuordnen, abzugrenzen und zu hierarchisieren. Damit sparst du am meisten Zeit und Energie und beugst Prüfungsangst vor.

2. Verknüpfen 
Mache dir immer wieder klar, warum dieser Aspekt, dieses Detail oder eine bestimmte Information für dich persönlich, dein Umfeld, deinen zukünftigen Job oder die spätere Kund- oder Klientschaft wichtig sein könnte. Versuche, einen praktischen Bezug, in Form von Praxisbeispielen, herzustellen. Damit erachtet dein Gehirn die Informationen als relevant und speichert sie.

3. Testen
Schreibe so oft wie möglich Probeklausuren oder inszeniere Probeprüfungen. Am besten an einem separaten Ort mit laufender Uhr, um den Prüfungsstress zu simulieren und dein Zeitmanagement in Klausuren oder dein Verhalten in mündlichen Prüfungen zu üben.