Habilitationen

Zusammen leben, zusammen schreiben. Kollaboration, Geschlechtlichkeit und autobiographisches Schreiben im 19. Jahrhundert

Name: Clare, Jennifer
Kontakt: jennifer.clare@uni-hildesheim.de

Abstract:
Das Projekt untersucht gemeinsam geführte deutsch- und englischsprachige Tage- und Notizbücher als autobiographische Praxis. Gemeinsames autobiographisches Schreiben erfordert ein Zusammenleben über das literarische Schreiben hinaus: gemeinsames Erleben, gemeinsamer (künstlerischer) Alltag, gemeinsame Räume. Daher werden (Zusammen)Leben und Text in ihrer produktiven Interaktion in den Blick genommen und die gemeinsam geschriebenen Texte einmal als retrospektive Dokumente eines gemeinsamen Schreibprozesses, einmal als soziale Ereignisse im Rahmen einer Lebenspraxis betrachtet – als ebenso ästhetische wie lebenskulturelle Projekte. Wichtige methodische Impulse stiften dabei die Konvivenzforschung und die neuere Schreibprozessforschung. Zentral sind insbesondere Fragen nach Materialität, Organisation und Körperlichkeit der Schreibprozesse mit ihren Verbindungen zum Zusammenleben, zum Alltag und zur Beziehungsebene. Hier schließen sich Fragen nach der Geschlechtlichkeit an: Inwiefern unterliegen z.B. Arbeitsorganisation, Arbeitsteilung, Entscheidungsprozesse und Körperlichkeit geschlechtlichen Besonderheiten? Welche Inszenierungen von Männlichkeit und Weiblichkeit spielen eine Rolle im Schreiben? Welche Auswirkungen haben die zugrunde liegenden „männlichen“ und „weiblichen“ Lebenspraktiken und Alltagsverrichtungen auf den Schreibprozess?

ZfG - Zentrum für Geschlechterforschung

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