Prof. Dr. Christoph Kröger

Prof. Dr. Christoph Kröger

Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie am Institut für Psychologie

Forschungsschwerpunkte: Arbeitswelt und psychische Störungen | Diagnostik und Behandlung der Traumafolgestörungen | Interpersonelle Faktoren bei psychischen Störungen | Paartherapie | Psychosoziale Notfallversorgung

Christoph Kröger forscht und lehrt seit 2017 an der Universität Hildesheim und baut mit seinem Team die Hochschulambulanz
für Forschung und Lehre auf. In der Hochschulambulanz entwickelt der Psychologieprofessor neue Versorgungsformen für Erwerbstätige und Interventionen zur Unterstützung von Paaren beim Umgang mit und der gemeinsamen Bewältigung von körperlichen Erkrankungen. In die Hochschulambulanz kommen Erwachsene, denen die Psycholog_innen diagnostisch und therapeutisch helfen.

Ein langjähriger Forschungsschwerpunkt von Christoph Kröger ist die arbeitsplatzbezogene Behandlung von Erwerbstätigen mit psychischen Störungen. Der Professor befasst sich mit unterstützenden Maßnahmen für die Wiedereingliederung von Arbeitnehmer_innen in das Berufsleben. Der Anteil der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Störungen liegt auf
einem hohen Niveau.

"Der digitale Wandel ermöglicht in der psychotherapeutischen Behandlung eine Begleitung in Echtzeit. Therapeuten können eine Verbindung zu Patienten herstellen und sie auch via Kurznachrichten coachen."

Die Ergebnisse einer Vorstudie mit arbeitsunfähigen Patient_innen mit unipolarer Depression zeigen, dass die Fehlzeiten nach einer arbeitsplatzorientierten kognitiven Verhaltenstherapie signifikant reduziert wurden. In einer weiteren Studie soll nun untersucht werden, wie die Verhaltenstherapie um ein Patienten-Assistenz-System (Fitnessarmband und Smartphone)
erweitert werden kann, welches ein Real-Time Coaching durch Therapeut_innen mithilfe von Kurznachrichten via Smartphone erlaubt. "Somit erhält der Therapeut die Möglichkeit, unmittelbar in den beruflichen Wiedereingliederungsprozess einzugreifen und Hürden am Arbeitsplatz gegebenenfalls sofort auszuräumen", sagt Professor Kröger. Ziel ist, die vollständige Arbeitsfähigkeit schneller wiederherzustellen. In der Studie sollen Arbeitnehmer_innen zwischen 18 und 65 Jahren begleitet werden, bei denen zum Zeitpunkt der Diagnostik eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund depressiver Störung oder anderen Beeinträchtigungen besteht.

Vom Zentrum für Digitalen Wandel erwartet der Psychologe eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen sozial- und informationswissenschaftlichen Fächern. Mit seiner anwendungsorientierten Forschung möchte er künftig dazu beitragen, psychologische Inhalte aus der Forschung schneller im Alltag der Menschen zur Verfügung zu stellen.

Text: Isa Lange

Zugehörige Institution(en) der Universität Hildesheim