Digitale Verbreitungsmedien, Kommunikationsmacht und Generation

Digitale Verbreitungsmedien, Kommunikationsmacht und Generation

Untersucht werden die verschiedenen Nutzungstechniken und Umgangsweisen mit den neuen Medien. Dabei stellt sich zunächst die Frage, was mit den ‚neuen Medien‘ überhaupt gemeint ist. Wenn in der Öffentlichkeit oder auch in der Wissenschaft Medien thematisiert werden, wird meist eine Trennung zwischen analog und digital vorgenommen, wobei den digitalen Medien Neuheit und Popularität unterstellt wird. Was genau ‚neu‘ an den digitalen Medien ist und worin genau der Unterschied zwischen ‚digital‘ und ‚analog‘ besteht, wird dabei in der Regel nicht näher bestimmt, sondern als selbstverständlich vorausgesetzt. Das vorliegende Forschungsvorhaben wird diesem Mangel begegnen und dazu beitragen, eine klarere Vorstellung vom Charakter digital vermittelter Kommunikation zu entwickeln.

Dabei wird davon ausgegangen, dass jedes Medium die Menschen über unterschiedliche technische Kanäle miteinander verbindet und so eigene Rahmenbedingungen für die Kommunikation setzt. Ein Zeitschriftenartikel richtet sich z. B. über den Sehsinn von einem an viele, während das Telefon (i.d.R.) den Austausch von nur zwei Menschen über den Hörsinn vermittelt. Für die digitalen Medien stellt sich daher u.a. die Frage, auf welche Art ein Chat  Verknüpfungen zwischen Menschen herstellt und wie sich dadurch die Kommunikation selbst verändert. Dabei ist auch zu untersuchen, ob sich bspw.  Diskussionen in Foren oder Beratungsgespräche über Skype in ihrem Ablauf von ihrem analogen Pendant unterscheiden. Diese spezifischen Eigenheiten verschiedener digitaler Kommunikationsformen herauszuarbeiten ist ein zentrales Anliegen des Projekts.

Methoden und Werkzeuge

In praktischer Hinsicht wird das Projekt methodenkombinativ verfahren und empirische Daten auf mehreren Ebenen sammeln. Im Vordergrund des Forschungsdesigns steht die Analyse verschiedener Medienpraktiken, begleitend hierzu sollen Gruppendiskussionen und Einzelinterviews mit Nutzern digitaler und analoger Medien geführt werden.

Forschungsfragen
Welche allgemeinen Merkmale und Besonderheiten bringt die digitale Kommunikation hervor?
Wie eignen sich Nutzer die vorhandenen Technologien an?
Gibt es generationsspezifische Unterschiede im Userverhalten und wie verhalten sich diese Nutzungsunterschiede zu den gemeinsamen Identitätsentwürfen der User?
Wie entsteht in und durch die Kommunikation von Usern im Netz eine Deutungshoheit über Weltauslegungen und Rahmendefinitionen?
Projektart
Aufgabenverteilung

Projektleitung: Prof. Dr. Michael Corsten