Bewertung der Wirksamkeit von Revitalisierungsmaßnahmen in Moorgebieten auf Flächen der Heinz-Sielmann-Stiftung in montan-industriell beeinflussten Landschaftsräumen im Hinblick auf die Wiederherstellung der Stoffretentions- und Habitatfunktionen

Bewertung der Wirksamkeit von Revitalisierungsmaßnahmen in Moorgebieten auf Flächen der Heinz-Sielmann-Stiftung in montan-industriell beeinflussten Landschaftsräumen im Hinblick auf die Wiederherstellung der Stoffretentions- und Habitatfunktionen

In drei Untersuchungsgebieten in Süd-Brandenburg (Brandteich-, Bergen-Weißacker- und Grünswalder Moor) sollen mithilfe von bodenchemischen und hydrochemischen Analysen Grundlagen für die Bewertung des Revitalisierungserfolges im Hinblick auf die Wiederherstellung der Stoffsenkenfunktion erfasst werden. Dazu werden wichtige Pflanzennährstoffe (z.B. Phosphor, Stickstoff) sowie Spurenelemente und Schwermetalle aus Boden- und Wasserproben im Umweltlabor des Instituts analysiert. Um die Dynamik der Speicher- und Freisetzungsprozesse, die im Jahresgang sehr stark variieren, abbilden zu können, sollen die Aufnahmen in einem Dauermonitoring erfolgen. Bei den Untersuchungsgebieten tritt die Heinz-Sielmann-Stiftung als Hauptflächeneigner auf.

Um das Potenzial der Untersuchungsgebiete als Retentionsraum und die Bedeutung als Habitat ableiten zu können, sind bodenkundliche sowie vegetationskundliche und faunistische Aufnahmen zu berücksichtigen. Dabei sollen auf der Grundlage von bereits erhobenen Daten und den im Rahmen dieser Arbeit durchzuführenden Kartierungen die Habitatqualität im Hinblick auf die Biodiversität und die Habitatspezitifität von Arten herausgestellt werden. In mehreren Feldkampagnen soll – nach dem Kartierungsschema der bereits in den Gebieten umgesetzten Arbeiten – eine Wiederholung der vegetationskundlichen und faunistischen Aufnahmen erfolgen. Die Aufarbeitung und Auswertung der Datenbestände aus vorangegangenen und aktuellen Aufnahmen erlaubt eine Beschreibung des Entwicklungsverlaufes in den Moorökosystemen, im Hinblick auf die Habitatfunktion und die Habitatqualität (Monitoring).

Rückschlüsse auf das Retentionsvermögen der Moorökosysteme lassen sich durch eine ökosystemare Charakterisierung der Untersuchungsgebiete ziehen. Dabei sind neben den bereits erwähnten vegetationskundlichen Erhebungen, Aufnahmen zu den hydrologischen und den bodenkundlichen Bedingungen in die Auswertung einzubeziehen. Die bodenkundlichen Daten liegen bereits aus vorangegangenen Untersuchungen, für die zu untersuchenden Moorökosysteme, vor. Für eine Charakterisierung der hydrologischen Bedingungen sind neben den Einzugsgebieten auch die hydrologischen Bedingungen in den Moorkörpern und der Umgebung zu berücksichtigen. Dabei sind insbesondere Eintrags- und Austragspfade zu kennzeichnen. Im Rahmen der Geländearbeit sind die Grundwasserstände in den Moorgebieten engmaschig aufzunehmen, um einen jahreszeitlichen Verlauf der hydrologischen Bedingungen im Moorkörper und der Moorumgebung abbilden zu können. Um eine ausreichende Datenmenge für eine Modellierung der hydrologischen Bedingungen in den Mooren sicherzustellen, ist das Messstellennetz zu erweitern. Dazu sollen HT-Datalogger eingesetzt werden, um kurzfristige Veränderungen sowie räumliche Unterschiede im hydrologischen System abbilden zu können.

Um generelle Aussagen zu den Speicher- und Freisetzungspotenzialen treffen zu können, sind die in den Moorökosystemen stattfindenden Umsetzungsprozesse zu charakterisieren. Die Ableitung und Darstellung der Speicher- und Freisetzungspotenziale soll über modellbasierte Analysen (z.B. mit AKWA-M oder Menyanthes) erfolgen.