Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change

 

Der Digitale Wandel hat alle Gesellschafts- und Lebensbereiche durchdrungen. Er ist tiefgreifend und unumkehrbar. Der Begriff bezeichnet einen sowohl kontinuierlich als auch disruptiv verlaufenden Prozess andauernder Transformation. Die Herausforderungen der Digitalisierung bedürfen wissenschaftlicher Antworten. Das Zentrum für Digitalen Wandel (ZfDW) / Center for Digital Change (CfDC) der Stiftung Universität Hildesheim stellt sich daher der Aufgabe, innovative technische Lösungen und Ansätze gesellschaftlicher und kultureller Gestaltung miteinander zu verbinden.

Das Zentrum wird dafür die bereits bestehenden Forschungs-, Lehr- und Transferinitiativen sowie Kooperationen an der Stiftung Universität Hildesheim bündeln, in wirksame Strukturen überführen und die institutionellen Rahmenbedingungen für die drei Aktivitätsfelder Forschung, Lehre und Transfer auf dem Gebiet des Digitalen Wandels kontinuierlich weiterentwickeln. Die Verzahnung dieser Aktivitätsfelder ist für das Selbstverständnis des Zentrums konstitutiv und prägt sein Profil im Umfeld vergleichbarer Institutionen.

Der Gründungsvorstand  

Professor Dr. Ralf Knackstedt  ⋅ Professorin Dr. Marianne Kneuer  ⋅ Professor Dr. Ulrich Heid

 

Gründungsfestakt am 22./23. November 2018

Die Eröffnungsfeierlichkeiten, die am 22. und 23. November 2018 an die Stiftung Universität Hildesheim stattfanden, waren in vielerlei Hinsicht ein voller Erfolg. Um das Erlebnis nachhallen zu lassen und nicht-Anwesenden einen lebendigen Eindruck von der tollen Eröffnungsveranstaltung zu vermitteln, findet sich nachfolgend Material der beiden Eröffnungstage (dieses wird fortlaufend ergänzt).

Einen interessanten und kurzweiligen Einstieg in den Digitalen Wandel bot uns Kathrin Passig am ersten Tag der Eröffnungsveranstaltung. Sie sprach über Trial und sehr viel Error: Netzgemeinschaften als Politiklabor

Apropos Labor: Die Eröffnungsfeier des Zentrums für Digitalen Wandel erhielt durch das vom Ideen- und Beschwerdemanagement der Stiftung Universität Hildesheim ausgerichtete digitale Ideencafé Züge einer Experimentierstube. Über einen Link gelangten die Teilnehmenden zu einem webbasiertern Texteditor, auf dem sie ihre Ideen, Wünsche und Vorstellungen zum digitalen Wandel an der Stiftung Universität Hildesheim äußern konnten.  Einige dieser Ideen wurden bereits in ein konkretes Projekt übersetzt: im Sommersemester 2019 entwickelt das Ideen- und Beschwerdemanagement der Stiftung Universität Hildesheim gemeinsam mit Professorin Dr. Christiane Maaß sowie den Studierenden eine Handreichung zu barrierefreier Kommunikation an unserer Universität. Wir berichten über den Fortgang dieses tollen Projekts. Weitere spannende Ideen finden sich hier.  

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Das zeigte Prof.in Dr. Britta Hoffarth in ihrem Workshop über Antifeminismus, Anti-Genderismus und Sexismus im Netz. Hier findet sich weiterführendes Material zu diesem Thema.

Über Licht  und Schatten diskutierten Professorin Dr. Marianne Kneuer, Ole Kelm, Mario Datts, Jan-Erik Wiederholz und Dr. Martin Schultze zusammen mit zahlreichen Besucher/innen im Rahmen des Workshops Digitale Partizipation. Ole Kelm von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf berichtete darüber, wie Vermutungen und Erwartungen die Angebote von Politikern in Sozialen Medien und die Nachfrage durch Bürger beeinflussen. Zuvor ging es in dem Vortrag von Jan-Erik Wiederholz und Mario Datts um die Muster individueller politischer Kommunikation junger Erwachsener in Deutschland (der Vortrag basiert auf einem Working-Paper, an dem die beiden Vortragenden aktuell gemeinsam mit Dr. Martin Schultze sowie Prof. Dr. Gerhard Vowe von der Heinrich-Heine-Universität arbeiten). 

Der Digitale Wandel spielt auch in der Wirtschaft eine große Rolle. Begriffe wie Industrie 4.0 sind seit einiger Zeit in aller Munde. Es mag daher weniger zu überraschen, dass dieses Themenfeld auch von uns bearbeitet wird. So gab Julien Hofer uns einen Einblick in eine neue Form der Expertenbefragung mit Hilfe eines Real Time Delphi-Werkzeugs, welches er derzeit entwickelt und das für die Befragung von Experten zum Thema "Digitale Kompetenzen" eingesetzt wird. Katherina Meißner ging der Frage nach, wie digitale Tools dabei helfen können, die Straßensicherheit zu verbessern (Stichwort: Smart-Systems).

Und auch die Kulturwissenschaft beschäftigt das Thema Digitaler Wandel. Im Rahmen des Workshops "Kulturrezensionen im digitalen Wandel" hatte das interdisziplinäre Forschungsprojekt Rez@Kultur zu Tischgesprächen mit Expert*innen aus Forschung und Praxis eingeladen. Die Teilnehmer*innen konnten u.a. mit der Publizistin Kathrin Passig und mit Berit Glanz, Autorin und Literaturwissenschaftlerin an der Universität Greifswald, über Themen wie digitale Kulturvermittlung, Social Reading und Online-Rezensionen diskutieren.  

Doch was wäre die Forschung ohne Daten? Über die Politikforschung mit digitalen Kommunikationsdaten sprachen und diskutierten Prof. Dr. Wolf SchünemannStefan Steiger, Fritz Kliche, Johannes Schäfer und Dr. Sylvia Jaki. Um Digitale Daten in den Geographie und Umweltwissenschaften ging es bei Prof. Dr. Martin Sauerwein, Robin Stadtmann und Moritz Sandner

Um analoge und digitale Forschungsdaten langfristig nutzen zu können, braucht es an der Universität Hildesheim ein übergreifendes Forschungsdatenmanagement. Die Universitätsbibliothek Hildesheim beschäftigt sich aus diesem Grund mit der komplexen Aufgabe und mit allen dafür nötigen Kooperationen, u.a. in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum. Informationsinfrastrukturen (HilData, digitale Zugangssysteme) werden durch die neuen Angebote kontinuierlich weiterentwickelt sowie Dienstleistungen (z.B. im Bereich Open Access) ausgebaut und Schnittstellen zu vorhandenen Services (z.B. dem RDMO-Werkzeug für Datenmanagementpläne) geschaffen. Digitaler Wandel ist zum einen im Zusammenhang mit Open Science zu sehen, zum anderen bestimmen rechtliche Fragestellungen und Forschungsethik das Forschungsdatenmanagement. Kurationskriterien und Qualitätsstandards spielen im Zuge des Digitalen Wandel, auch an der Universität Hildesheim, eine sehr wichtige Schlüsselrolle. Hier finden sich weitere Informationen rund um das Thema.

Leitbild

Die Digitalisierung ist geprägt durch Vernetzung, Ubiquität, Transnationalisierung, Beschleunigung, Synchronizität, Multimodalität und Interaktivität. Diese Funktionsmerkmale und -logiken bedingen, dass Chancen und Risiken des Digitalen Wandels nicht mehr isoliert betrachtet werden können, sondern in ihren komplexen, ambivalenten Wirkungszusammenhängen untersucht werden müssen. Obwohl Kompetenzen in der Entwicklung, Nutzung und Beurteilung digitalisierter Systeme zu zentralen Voraussetzungen in der Arbeitswelt, allen gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen bis hin zur Privatsphäre geworden sind, fehlt es an disziplinübergreifenden Erklärungs- und Gestaltungsansätzen.

Die Mitglieder des Zentrums setzen sich zum Ziel, den Digitalen Wandel in einer seiner Komplexität angemessenen Form zu untersuchen. Das Zentrum wird dafür die bereits bestehenden Forschungs-, Lehr- und Transferinitiativen sowie Kooperationen an der SUH bündeln, in wirksame Strukturen überführen und die institutionellen Rahmenbedingungen für die drei Aktivitätsfelder Forschung, Lehre und Transfer auf dem Gebiet des Digitalen Wandels kontinuierlich weiterentwickeln. Die Verzahnung dieser Aktivitätsfelder ist für das Selbstverständnis des Zentrums konstitutiv und prägt sein Profil im Umfeld vergleichbarer Institutionen.

Ohne eine tiefe technische Durchdringung wesentlicher fachlicher Bereiche der Digitalisierung durch die Informatik lässt sich eine fundierte Forschung zu Phänomenen des Digitalen Wandels nicht realisieren. Gleichzeitig müssen Chancen, Risiken und Gestaltungsaufgaben der Digitalisierung in Bezug auf ihre Wechselwirkung mit unterschiedlichen sozialen Systemen betrachtet werden. Die etablierten Untersuchungsgebiete profitieren vom Zentrum durch den Aufbau (digitaler) Vernetzungs- und Transferstrukturen in Form zusätzlicher Impulse zur Vernetzung nach innen und außen und durch einen zielgerichteten Entwicklungsschub.

Weitere Informationen über uns finden Sie hier.

Forschung | Lehre | Transfer

Forschungsschwerpunkt Politik und Internet am Institut für Sozialwissenschaften

Die Mitglieder des Forschungsfokus widmen sich in Forschung und Lehre einem breiten Spektrum netzpolitischer Themen. Ausgangspunkt bilden dabei die Auswirkungen von Internetentwicklung und Digitalisierung auf demokratische Strukturen und Prozesse. Die Untersuchungsfelder reichen von elektronischer Demokratie, elektronischer Verwaltung und Partizipation (E-Government und E-Participation) über die Politik im Netz (Wahlen und Kampagnen, Protest und soziale Bewegungen) bis zur Politik fürs Netz (z.B. Netzneutralität, Datenschutz, Cybersicherheit). All dies erfolgt in der Regel international vergleichend, also zwischen Ländern und Regionen, insbesondere aber auch zwischen Regimetypen (Demokratie-Autokratie-Vergleich). Aus dem Forschungsfokus gehen regelmäßig Publikationen, Tagungen, Vorträge sowie Lehrveranstaltungen hervor.

Unser Forschungsportal

Im Rahmen des Zentrums für Digitalen Wandel (ZfDW) /Center for Digital Change (CfDC) werden alle Projekte der Stiftung Universität Hildesheim ermittelt, die einen Bezug zum Thema Digitalisierung aufweisen. Diese Projekte werden in ein eigenes Portal eingepflegt, damit die Mitglieder der Universität Hildesheim und interessierte Dritte einen Überblick darüber gewinnen können, wer zu welchem Digitalisierungsthema forscht. Ziel ist es, die Initiierung von (fächerübergreifenden) Forschungsprojekten zu erleichtern und die Studierenden auf mögliche Themen für Abschlussarbeiten und Veranstaltungen aufmerksam zu machen.