Begutachtung unter Berücksichtigung der Geschlechterperspektive (Prof. Dr. Kerstin Palm & Prof. Dr. Alexandra Scheele)
Freitag, 15. Mai 2026 - 11:00 UhrRoundtable | Freitag, 15.05.2026 | 11-12.30 Uhr | online
Diskussion zur Berücksichtigung von Geschlechterdimensionen in der Begutachtung von Forschungsanträgen und Papern
Erfahrungsaustausch zu Begutachtungspraxis. Einige Fördermittelgeber wie die DFG fordern von Antragsteller*innen die Berücksichtigung von Geschlechterdimensionen in ihren Anträgen. Anders als bei der Bewertung von Gleichstellungsfragen, wie beispielsweise der Diversität innerhalb eines Forschungsteams, ist hier die inhaltliche Auseinandersetzung und Reflexion des Forschungsvorhabens notwendig. Zunehmend sind auch Gutachter*innen dazu angehalten Stellung zu nehmen und die Berücksichtigung von Geschlechterdimensionen im geplanten Forschungsvorhaben mit in die Bewertung einfließen zu lassen. Wie als Gutachter*in damit umgehen? Wie können Forschungsanträge und Paper auf Geschlechterdimensionen hin beurteilt werden? Wie können Geschlechterdimensionen beurteilt werden, wenn die Gutachtenden selbst keine Expert*innen der Geschlechterforschung sind? Wie lässt sich die Relevanz von Geschlechterdimensionen feststellen?
Der Roundtable will keine Antworten liefern, sondern einen Raum für Erfahrungsaustausch, Inspiration und Möglichkeiten öffnen. Die eingeladenen Expert*innen Prof. Dr. Kerstin Palm und Prof. Dr. Alexandra Scheele geben Einblicke in ihre Erfahrungen als Gutachterinnen und Herausgeberinnen. Im Anschluss wird die Diskussion für Beiträge aus dem Publikum geöffnet. Moderiert wird die Veranstaltung von PD Dr. Elena Köster (Uni Bayreuth) und Simone Tichter (Uni Hildesheim).
Prof. Dr. Kerstin Palm bringt umfangreiche Erfahrung im Bereich wissenschaftlicher Begutachtung mit: Sie ist Gutachterin für zahlreiche Fachzeitschriften, darunter Gender, Feministische Studien, Genealogy & Critique, L’Homme, somatotechnics, Zemo und das Bundesgesundheitsblatt. Darüber hinaus war sie mehrfach an Begutachtungsrunden der österreichischen Initiative „Sparkling Science“ beteiligt und ist in der Redaktion des open gender journal tätig, wo sie unter anderem Peer-Review-Verfahren koordiniert. Prof. Dr. Kerstin Palm ist Biologin, Kulturwissenschaftlerin und Genderforscherin. Derzeit leitet sie den Sonderforschungsbereich „Sexdiversity“, ein interdisziplinärer Forschungsverbund an der Universität zu Lübeck, der sich mit den Determinanten und Bedeutungen von Geschlechtervielfalt in soziokulturellen, medizinischen und biologischen Kontexten befasst.
Prof. Dr. Alexandra Scheele verfügt über umfangreiche Erfahrung als Gutachterin für Fachzeitschriften wie Social Science Research (Elsevier), Gender, Work & Organization (Wiley), Gender (Barbara Budrich), Gender and Research, Arbeit (Lucius & Lucius) sowie Industrielle Beziehungen (Hamburg Verlag). Darüber hinaus begutachtet sie für Institutionen wie das österreichische BMWF sowie für wissenschaftliche Buchreihen, etwa bei Peter Lang. Ihre Expertise im Bereich Peer Review wird durch ihre langjährige Herausgeberinnentätigkeit unterstrichen: Seit vielen Jahren ist sie Mitherausgeberin der Femina Politica (Double Blind Peer Review) und seit 2022 geschäftsführende Herausgeberin der Zeitschrift für Soziologie (ebenfalls Double Blind Peer Review). Bereits in ihrer frühen wissenschaftlichen Laufbahn setzte sie sich mit Fragen wissenschaftlicher Repräsentation auseinander, etwa in ihrer Magisterarbeit zur Präsenz von Frauen und feministischen Themen in sozialwissenschaftlichen Fachzeitschriften. Sie hat eine Professur für Arbeits- und Wirtschaftssoziologie an der Universität Bielefeld inne.
Im Anschluss an die Veranstaltung wird ein Leitfaden erarbeitet, der interessierte Gutachtende bei der Integration von Geschlechterdimensionen in die Bewertung unterstützen soll. Der Leitfaden wird an alle Teilnehmenden verschickt und im Anschluss öffentlich zum Download bereitgestellt.