2019

Aktuelle Veranstaltungen

ZBI-Jahrestagung 2019 
in Kooperation mit dem Institut für Kulturpolitik der Stiftung Universität Hildesheim

'Stadt. Land. Diversität. Kulturelle Ausdrucksformen und künstlerische Teilhabe in schulischer und außerschulischer Bildung'

27./28.09.2019 @ Stiftung Universität Hildesheim - Kulturcampus Domäne Marienburg

Kulturelle Bildung ist immer auch ein gestalterischer Prozess der Aushandlung von Möglichkeiten des gesellschaftlichen Miteinanders. Als Schnittstelle zu schulischer und außerschulischer Bildung kommt der Kulturellen Bildung eine zentrale gesellschaftsgestaltende und damit kultur- und bildungspolitische Funktion zu. In ländlichen Räumen kann Kulturelle Bildung auf die generationsübergreifenden Strukturen der eher bewahrenden Breitenkultur aufbauen, in urbanen Räumen mag hingegen die Fokussierung auf experimentellere Formate und Diversität als Alltagserfahrung im Mittelpunkt stehen.

Wie kann ein gestaltender Umgang mit Diversität vermittelt werden? Welche Potentiale bieten Formate der Kulturellen Bildung innerhalb der schulischen und außerschulischen Bildung. Wie wird die Kulturelle Bildung selbst zum Integrationsmotor? Wer sind ihre Akteure? Welche Hürden gilt es zu meistern, welche Gelingensbedingungen sind zu identifizieren? Welche kulturpolitischen Rahmenbedingungen entsprechen den Bedarfen und Herausforderungen einer diversitätssensiblen Kulturellen Bildung in Stadt und Land, im schulischen und außerschulischen Umfeld?

In Theorie, Diskurs und Praxis will die Tagung einen weit gefächerten Blick auf die Thematik wagen und nach neuen Ansätzen suchen. In Formaten wie Vorträgen, Workshops und Panelbeiträgen werden Akteure aus Praxis, Forschung und Lehre das Feld in den Blick nehmen, Perspektiven und Handlungsempfehlungen entwickeln. 

PROGRAMM

TAGUNGSINFORMATIONEN (An-/Abreise, Hotels)

Schwerpunkt 'Perspektiven auf Diversität' im Universitätsjournal DIE RELATION

'Perspektiven auf Diversität' aus dem ZBI 

Im Journal DIE RELATION der Stiftung Universität Hildesheim kommen in der neusten Ausgabe mit dem Themenschwerpunkt 'Perspektiven auf Diversität' drei Mitglieder des Zentrums für Bildungsintegration zu Wort.

Die Direktorin des ZBI, Prof. Dr. Viola B. Georgi, geht in ihrem Interview auf Fragen zum Themenkomplex Migration in Einwanderungsgesellschaften ein und erklärt, mit welchen Themen sich das ZBI aktuell auseinandersetzt. Darüber hinaus zeigt sie, wie der Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis gelingen kann. 

In einem Artikel über die Gestaltung des Zusammenlebens in der deutschen Gesellschaft vertieft ZBI-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Hannes Schamann aus der Politikwissenschaft (ZBI-Focal Point Migrationspolitik) die Rolle der Kommunen in der Migrationspolitik und stellt aktuelle Forschungsprojekte aus seinem Bereich vor. Zusätzlich geht er auf die wichtige Rolle der Hochschule für den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis sowie im Rahmen der Lehrer*innenausbildung, z. B. durch ein Angebot von Seminaren zum Umgang mit Flucht und Migration im schulischen Unterricht, ein.

Prof. Dr. Vera Volkmann vom Sportinstitut der Universität Hildesheim (ZBI-Focal Point Sport - Teilhabe - Perspektiven) zeigt in ihrem Interview auf, wie Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen – ob im sozialen Umfeld, der körperlichen Leistungsfähigkeit oder mit spezifischem Förderbedarf – miteinander Sport treiben, und wie Lehrkräfte einen wertschätzenden Unterricht gestalten.

Mit der Frage "What is Diversity?" hat Isa Lange die Stimmen von Studierenden und Wissenschaftler*innen eingefangen, die mit der Stiftung Universität Hildesheim in Verbindung stehen oder an der Universität arbeiten. Es antwortet u. a. Fatma Al Zahraa Abdulazim, Doktorandin bei Prof. Dr. Elke Montanari, Leiterin des ZBI-Focal Point Mehrsprachigkeit. Aus den Antworten ist eine beeindruckende mehrsprachige, multimodale Collage entstanden. 

Die Teilnehmer*innen der Projektwerkstatt in Paderborn
In der Diskussionsgruppe
"Geschichtslernen und Kontroversen" mit Prof. Dr. Andreas Körber (Universität Hamburg)

Zweite Projektwerkstatt "Geschichten in Bewegung" in Paderborn

Am 13. und 14. Juni 2019 fand die zweite Projektwerkstatt "Geschichten in Bewegung" an der Universität Paderborn statt. Rund 60 Akteur*innen aus der Praxis der historischen Bildung sowie Expert*innen aus der Migrationsforschung, Geschichtsdidaktik und Bildungsforschung haben an dieser zweiten Projektwerkstatt teilgenommen.

Auch diesmal stand der rege Austausch von Wissenschaft und Praxis über geschichtskulturellen Wandel in der deutschen Migrationsgesellschaft im Fokus. Die Mitarbeiter*innen der vier Teilprojekte im Forschungsvorhaben „Geschichten in Bewegung“ – (1) Lehrkräfte und Schulen, (2) Museen und Gedenkstätten, (3) non-formale Bildungsinitiativen und (4) Bildungsmedien – konnten erste Ergebnisse aus ihren Untersuchungen präsentieren und im Rahmen von Workshops die Expertise der Praktiker*innen einbeziehen, Thesen prüfen, Interpretationsansätze zur Diskussion stellen, offene Fragen klären und Impulse aufnehmen. 
In zwei Workshops diskutierten Prof. Dr. Viola Georgi und Dr. Lena Kahle mit Praxispartner*innen aus schulischen Institutionen Inhalte aus den bisher geführten Interviews. Dabei stand zunächst die Frage im Raum, wie das Spannungsfeld aus historischem und gleichzeitig politischem Lernen im Geschichtsunterricht verhandelt wird. 
Der zweite Workshop thematisierte Kontroversen im Klassenzimmer. Dabei wurden Differenzkategorien aus den Interviews verhandelt, die die historische Sinnbildung im Geschichtsunterricht in hohem Maße beeinflussen. Diskutiert wurden besonders die Differenzkategorien Ethnizität, Klassenzugehörigkeit sowie Geschlecht und ob entlang dieser Kategorien Zuschreibungen vorgenommen werden. 

Neben diesen Workshops fanden moderierte Diskussionsgruppen statt zu Divided und Conflicting Memories, Konzepten historischen Lernens in der Migrationsgesellschaft und Multiperspektivität. Impulsvorträge zur Aneignung des Historischen im Kontext von Pluralität (Prof. Dr. Paul Mecheril, Oldenburg), Geschichtslernen und Kontroversen (Prof. Dr. Andreas Körber, Hamburg) sowie „Geschichten als (Des)identifikationsangebote“ (Dr. Mai-Anh Boger) rundeten das Programm der Werkstatt ab.

Die 3. Projektwerkstatt findet am 15. und 16. Juni 2020 am Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig statt.

Austauschprogramm: Diversity in the Classroom and in Schools: Comparative Perspectives on Sweden and Germany

Studierende der Stiftung Universität Hildesheim und der Uppsala University (Schweden) begegneten sich wieder während der Exkursionswoche sowie im Anschluss in einem Austauschprogramm zum Thema Diversity in the Classroom and in Schools: Comparative Perspectives on Sweden and Germany.

Das Programm bestand aus Hospitationen in Schulen, Workshops, Vorträgen und Textarbeit zu den Themen Diversity, Migration und Inklusion. Aufgrund der positiven Rückmeldungen aller Beteiligten soll das Seminar auch im Sommersemester 2020 wiederholt werden.

BABBELAPAPP - Das mehrsprachige Mitmach-Kindertheater zu Besuch in der Ausstellung 'Diversität in Kinderbüchern'
Egita Priede stimmt die Schüler*innen auf das Theaterstück ein
Zusammen erzählen die Kinder die Geschichte noch einmal nach

Als Teil unseres Rahmenprogramms besuchte die Hamburger Schauspielerin Kristina Paulsen am 18. Juni die Ausstellung 'Diversität in Kinderbüchern' mit dem mehrsprachigen Theaterstück BABBELAPAPP. 

BABBELAPAPP, eine interaktive Theaterproduktion aus dem Kinderbuchhaus im Altonaer Museum, wurde von Alina Gregor und Maren Hoff geschrieben, der zauberhafte Soundtrack wurde von Pablo Ruiz Aragon komponiert. Seit 2017 wird es in Hamburger Schulen und Kitas sowie im Kinderbuchhaus aufgeführt.

Das Stück erzählt die Geschichte der Hauptfigur, die ihre Heimat verlassen musste und zeigt sie dabei, wie sie an einem neuen Ort ankommt- Der Clou dabei ist, dass die Geschichte jedes Mal wird es ein wenig anders erzählt, denn die Kinder gestalten als kleine Darsteller*innen die Geschichte mit ihren Zuhausewörtern und Herzenssprachen mit.

Mit viel Musik, Wörtern aus den Sprachrepertoires der Kinder und lustigen Tanzeinlagen halfen die Kinder einer Vorschulgruppe aus der KiTa Nordlicht und eine 3. Grundschulklasse (Grundschule Alter Markt) der Hauptfigur von BABBELAPAPP, sich an diesem neuen Ort zurechtzufinden und sich gleich etwas willkommener zu fühlen.

Zum Kinderbuchhaus

Zu BABBELAPAPP

 

 

Diversity-Tag 2019: Hildesheim ist divers* - 'Diversity im Comic'
Der Comic-Büchertisch mit Tobias Burmeister & Lea Hafermann
Die Zeichenstation für eigene Superheld*innen-Kreationen
Unser Büchertisch in action

Diversity-Tag 2019: Hildesheim ist divers* - 'Diversity im Comic'

Am 28. Mai feierte das Zentrum für Bildungsintegration zusammen mit weiteren regionalen Ausstellern im Hildesheimer Rathaus den Diversity-Tag. Der Tag stand dieses Jahr unter dem Motto 'Hildesheim ist divers*' und richtete sich ausschließlich an geladene 9.-Klassen aus Hildesheimer Schulen. Erst kürzlich unterzeichnete die Stadt Hildesheim die Charta der Vielfalt, so dass von nun an jedes Jahr die Ausrichtung eines Diversity-Tags der Stadt vorgesehen ist.

Das Team vom ZBI brachte sich zunächst beratend in die Planungsphase des Diversity-Tags und später auch als Ausstellerin auf dem 'Markt der Vielfalt' am Diversity-Tag selbst ein. Das Planungsteam (Dr. Janina Vernal Schmidt und Agata Wozniesinska) erstellte für den Markt einen Büchertisch mit mehr als 10 Comics und Graphic Novels für Jugendliche, einen Superheld*innen-Quiz und bot die Möglichkeit sich selbst kreativ an unserer Comic-Mal-Station zu betätigen. Darüber hinaus boten Nurten Karakas und Dr. Janina Vernal Schmidt die Diversity-Übung 'Einen Schritt vor, einen zurück' für Schüler*innen und Lehrkräfte an. Die Übung dient zur Wahrnehmungssensibilisierung für die unterschiedlichen Aspekte von Vielfalt und deren Ineinander-Verwobenheit. Sie kann zur Reflexion von Privilegien und Benachteiligungen gesellschaftlicher Gruppen anregen.

Die Comics wählte das Team unter dem Kriterium aus, dass sie möglichst viele unterschiedliche Diversitätsaspekte bedienen und die Intersektionalität in den Geschichten repräsentiert, jedoch nicht stark  hervorgehoben wird. So entschieden wir uns u. a. für die relativ neuen Marvel Comics 'Captain Marvel' (2012) und 'Ms. Marvel' (2014). Beide Comics stellen selbstbewusste, autarke Superheld*innen in den Mittelpunkt ihrer Story, wobei Ms. Marvel insofern noch stärker den bisherigen Superheld*innen-Storyrahmen sprengt, dass außer dass die Protagonistin Kamala Khan eine junge Frau ist, sie auch noch eine amerikanisch-pakistanische Muslima verkörpert.

 

 

Thementag 'Inter*Aktion': Kinderbuch-Lesungen & Vortrag zum Thema Intergeschlechtlichkeit / Intersex*
Die Hildesheimer Kinderbuchautorin Luzie Loda liest aus ihrem Buch 'P.S. Es gibt Lieblingseis'
Kinderbuchautorin Ursula Rosen liest aus ihrem Buch 'Jill ist anders'
Inter*-Aktivist_in Lucie Veith beim Vortrag 'Momentaufnahme: Inter* 2019'

Thementag 'Inter*Aktion': Kinderbuch-Lesungen & Vortrag zum Thema Intergeschlechtlichkeit / Intersex*

Am 1. April fand von 10 bis 18 Uhr im Schulmuseum der Stiftung Universität Hildesheim in der Volkshochschule Hildesheim der VHS der Thementag 'Inter*Aktion' statt. Es handelte sich um die Auftaktveranstaltung der Reihe gesellschaft*macht*identität* in Zusammenarbeit mit hi*queer

Die Kinderbuchautor*innen Luzie Loda ("PS: Es gibt Lieblingseis") und Ursula Rosen ("Jill ist anders") lasen für die geladenen Kindergruppen aus ihren Büchern vor. Die beiden Kinderbücher gehören bisher zu den wenigen deutschen Kinderbüchern, die das Thema Intergeschlechtlichkeit aufgreifen. Dabei bieten die Bücher viele Anlässe, allgemein über Vielfalt ins Gespräch zu kommen. Zwischen und nach den Lesungen waren alle Besucher*innen eingeladen, das Schulmuseum sowie die Sonderausstellung zu 'Diversität in Kinderbüchern' zu erkunden.

Von 16 bis 18 Uhr hielt Lucie Veith, die u. a. Gründungsmitglied des Vereins Intersexuelle Menschen e. V. ist, einen Vortrag mit dem Titel "Momentaufnahme: Inter* 2019". Sie ging auf Fragen ein wie: Was hat sich für Inter*-Personen seit Stellungnahme des Ethikrates (2012) verändert? Wie wurde auf die Entscheidung des BVerfG zum Personenstandsrecht (Nov. 2017) reagiert, was hat die ›positiven Eintragung im Geburtenbuch‹ und Möglichkeit der 3. + 4. Option im Personenstand (Jan. 2019) ausgelöst, was ist unterblieben. Und wie hat sich das Sprechen über hermaphrodische, intersexuelle, intergeschlechtliche Menschen verändert? Ist die Gleichbehandlung von Kindern mit Varianten der geschlechtlichen Potentiale erreicht? Und nicht zuletzt, wie sieht es mit der Repräsentanz der geschlechtlichen Vielfalt in Kinderbüchern aus?

Auf den Seiten von umstandslos, einem Onlinemagazin für feministische Elternschaft, können Sie ein Gespräch mit der Hildesheimer Kinderbuchautorin Luzie Loda zum Thema Intersexualität lesen.

fair@School Wettbewerb 2019 – Schulen gegen Diskriminierung
Die fair @ school-Preisträger*innen 2019 von der 'IG Friedenstaube' bei der festlichen Verleihung in Berlin
Das ZBI-Team mit dem Moderator Eric Meyer vom ZDF/Kinderkanal

fair@School Wettbewerb 2019 – Schulen gegen Diskriminierung

Diskriminierung verhindern, Vielfalt und Chancengerechtigkeit stärken – diese Werte im Unterricht zu fördern, ist Ziel des Wettbewerbs fair@school – Schulen gegen Diskriminierung.

Mit dem Wettbewerb zeichnen die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, der Cornelsen Verlag sowie das Zentrum für Bildungsintegration vorbildhafte Schulprojekte aus, die ein gelungenes Miteinander fördern. Damit wollen wir das Recht auf einen fairen Schulalltag und auf diskriminierungsfreie Bildung stärken.

Die Frist für die Einreichung der Projekte ist am 15. März abgelaufen. Ab jetzt übernimmt das Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) der Stiftung Universität Hildesheim die fachgerechte Begutachtung der eingereichten Projekte, prüft hinsichtlich der Wettbewerbskriterien und nominiert bis zu zehn mögliche Preisträgerinnen und Preisträger. Diese zehn Nominierten werden von zwei unabhängigen Experten an ihren Schulen besucht. Diese überprüfen die Angaben vor Ort, führen Gespräche mit den nominierten Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und weiteren Beteiligten und besichtigen den Unterricht oder die Projekte. Sie fassen ihre Eindrücke schriftlich zusammen und votieren für eine Rangfolge. Auf Basis dieser Empfehlungen und der Projektdokumentationen aus der Einreichung entscheidet die Fachjury, welche drei Schulprojekte prämiert werden. Abschließend werden die Gewinnerinnen und Gewinner in Berlin ausgezeichnet. 

Die Gewinnerteams stehen fest

Beim dritten Durchgang des Schulwettbewerbs "fair@school - Schulen gegen Diskriminierung" haben sich mit 114 Schulen mehr als doppelt so viele wie in den beiden Vorjahren beworben. Das Team vom ZBI (Prof. Dr. Viola B. Georgi und Dr. Juliane Solf) hat in Zusammenarbeit mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sowie dem Cornelsen-Verlag drei Preisträger*innen ausgewählt:

1. Preis (3.000 €): Das Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Wirtschaft und Verwaltung in Mönchengladbach erhielt den ersten Preis für das Projekt „Fremdheit überwinden – Brücken bauen“. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt dreier Klassen: Einer Regelklasse der Höheren Berufsfachschule und zweier Förderklassen mit neu zugewanderten Schüler*innen. Ziel war es, Vielfalt als Chance zu sehen und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Aus dem Projekt entstand ein Patenschaftsprojekt mit Betrieben, die Kurzzeitpraktika für Geflüchtete anbieten.

2. Preis (2.000 €): Den zweiten Preis erhielt die August-Bebel-Grundschule in Leipzig für das Projekt „!Respect macht Schule“. Während einer jährlichen Projektwoche lernen Schüler*innen einen achtsamen und respektvollen Umgang miteinander. Sowohl Schüler*innen als auch Lehrkräfte, Erzieher*innen und Elterncwerden in der Vorbeugung von Diskriminierung und Ausgrenzung geschult. So wurde der oft von Konflikten geprägte Schulalltag verbessert und ein Bewusstsein für Respekt und Toleranz geschaffen. 

3. Preise (1.000 €): Die „IG Friedenstaube“ des Otto-Nagel-Gymnasiums ist eine selbstorganisierte Gruppe von Schüler*innen, Bundesfreiwilligen und Studierenden, die seit 2014 Projekte zu sozialen Themen organisiert. Zu den derzeitigen Projekten gehört unter anderem eines über den Holocaust, eines über Gewalt an Frauen und eines über Inklusion. 

Mehr Infos zu den Preisträger*innen und zur Verleihung finden Sie hier.

Internationaler Graduiertenworkshop - 'Knowledge Production, Memory and Diversity Education in a Postcolonial Context'
Nurten Karakas & Prof. Viola B. Georgi an der University of Cape Coast, Ghana
Die Teilnehmer*innen und Dozent*innen des Programms
Nurten Karakas, die Schulleiterin Georgina Aglobistse und Prof. Viola B. Georgi
Blick ins Klassenzimmer

Internationaler Graduiertenworkshop - 'Knowledge Production, Memory and Diversity Education in a Postcolonial Context'

an der University of Cape Coast in Ghana (Februar 2019)

Prof. Dr. Viola B. Georgi und Nurten Karakaş (beide Zentrum für Bildungsintegration/Stiftung Universität Hildesheim) haben an der University of Cape Coast in Ghana einen zweitägigen Workshop mit dem Titel 'Knowledge Production, Memory and Diversity Education in a Postcolonial Context' durchgeführt. Die Studierenden setzten sich im Rahmen des Workshops mit Postkolonialer Theorie, den Diversity-Studies und der Frage von Wissensproduktion ('Decolonizing Knowledge') auseinander. Untersucht wurden die Repräsentationen von Minderheiten in der Kinder- und Jugendliteratur, die Darstellung von Afrika in deutschen Schulbüchern sowie Kapitel zum Kolonialismus aus Geschichtsschulbüchern, die in Ghana und Nigeria in der Schule eingesetzt werden. Schließlich wurden erinnerungskulturelle Fragen diskutiert. Im Fokus stand der Umgang mit Straßennamen, die in einem kolonialgeschichtlichen Kontext stehen, und der Umgang mit Artefakten aus der Kolonialzeit in deutschen Museen und Kontroversen um kolonialgeschichtliche Erinnerungsorte in Europa und Afrika. Außerdem wurden Gespräche mit Lehrkräften der University Primary School geführt, die als Laborschule der University of Cape Coast fungiert. 

Die Zusammenarbeit mit der University of Cape Coast in Ghana und der University of Maiduguri in Nigeria wurde von Prof. Dr. Raimund Vogels (Center for World Music/SUH) und Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Institut für Kulturpolitik/SUH) initiiert und fand im Rahmen der SDG Graduate School 'Performing Sustainability. Cultures and Development in West Africa' statt. Das Programm wird vom DAAD und dem Ministerium für Entwicklungspolitische Zusammenarbeit gefördert. 

Die interdisziplinäre Graduiertenschule 'Performing Sustainability' ist ein kooperatives Trainingsnetzwerk für Absolvent*innen der Universität Hildesheim (Deutschland), der Universität Maiduguri (Nigeria) und der Universität von Cape Coast (Ghana). Die Initiative konzentriert sich auf innovative Forschung, die Ansätze aus Performance, Kunst und Kultur zusammenbringt, um im Sinne der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) hochwertige Bildung für alle zu erreichen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Fragen des Friedens und der Konfliktlösung.

Die 18 Stipentiat*innen des Programms beschäftigen sich mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten wie z. B. der Rolle von Theater und Film in Flüchtlingsgemeinschaften, den Auswirkungen von Migration und Vertreibung auf das materielle und immaterielle Kulturerbe sowie mit Kulturpolitik und Kulturmanagement. 

Im Mai 2019 werden die an diesem Programm beteiligten Doktorand*innen und Masterstudierenden an der Stiftung Universität Hildesheim erwartet. Es ist geplant, die Zusammenarbeit mit dem Center for World Music, der University of Cape Cost und der University of Maiduguri Nigeria nachhaltig fortzusetzen und auf pädagogische Themenfelder auszuweiten. 

 

Hier das Workshop-Programm:

Tag 1 (25. Februar 2019)

9.00 – 9.45 Einführung (Forschung/Diversity/Biographie) 

9:50 – 11.00 Präsentation und Diskussion verschiedener Schriften: Diversity Education, Anti- Oppressive Education und Postcolonial Thinking (Texte: Mbembe, Kumashiro) 

11.00 – 11.30 Pause 

11.30 – 13.00 Erinnerungsarbeit und Diversity: Orte kolonialer Erinnerung in Deutschland (Texte: Opuko) 

 

Tag 2 (26. Februar 2019)

9.00 – 10.00 Diversity in Bildungsmedien: Beispiele aus Schul- und Kinderbüchern 

10.00 – 11.00 Die Repräsentation Afrikas in deutschen Schulbüchern (Texte: Marmer) 

11.00 – 11.30 Pause 

11.30 – 12.30 Rewriting Memory, Entangled Narratives and Complex Biographies in the Postcolonial Context: The example of the Afro-German Community 

12:30 – 13.00 Feedback und Evaluation des Workshops 

Öffentliche Hochschulveranstaltung: Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln
Podiumsdiskussion zum Thema "Demokratie in der Schule? Schule in der Demokratie."
Vortrag von Prof. Wrase zum Thema "Wie politisch dürfen Lehrende an Schulen sein?"
Diskussion im Forum
Prof. Jürgen Sander, Prof. Viola Georgi, Grant Hendrik Tonne, Dr. Matthias Kreysing

Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln

Da sich Schulen und Hochschulen in Niedersachsen derzeit mit rechtspopulistischer Hetze und AfD-Meldeportalen gegen Lehrerinnen und Lehrer konfrontiert sehen, organisierte das Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) in Kooperation mit dem AStA der Universität Hildesheim eine öffentliche Hochschulveranstaltung „Allianzen für Demokratie“ mit bis zu 200 Teilnehmenden. Der Präsident Prof. Friedrich rief zum Auftakt zu Gelassenheit, aber auch zu Wachsamkeit auf. Prof. Georgi, Direktorin des ZBI, legte anschließend aktuelle Studienergebnisse der Bertelsmann Stiftung zu schulischer Demokratiebildung anhand einer Befragung von Lehrenden dar.

Prof. Wrase informierte aus rechtlicher Sicht zu der Frage „Wie politisch dürfen Lehrende an Schulen sein?“. Schließlich konnte ein Bündnis für Demokratie an niedersächsischen Schulen angestoßen werden. Hierfür wurden Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Schule, Gewerkschaft, Vereinen, aber auch Eltern- und Schülervertretungen eingeladen, die ihre Erfahrungen und den Umgang mit demokratiefeindlichen Phänomenen darlegten – gefolgt von einer bildungspolitischen Stellungnahme durch den niedersächsischen Kultusminister Grant Tonne. In den anschließenden thematischen Foren wurden Handlungsprobleme und konkrete Ansatzpunkte benannt, wie die verschiedenen Akteurinnen und Akteure zur Demokratiebildung in Schulen beitragen können.

Programm (7. Februar 2019, 16-19:30 Uhr im Audimax der SUH)

16:00 Uhr Ankommen
16:15 Uhr Begrüßung & Einführung
Prof. Dr. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der SUH (zum Grußwort)
Prof. Dr. Viola B. Georgi, Direktorin Zentrum für Bildungsintegration (ZBI), SUH

16:40 Uhr Wie politisch dürfen Lehrende an Schulen sein?
Prof. Dr. Michael Wrase, Professur für Öffentliches Recht, SUH

16:55 Uhr Demokratie in der Schule?! Schule in der Demokratie.
Rahmenbedingungen, Entwicklungsaufgaben und Herausforderungen
Moderation: Prof. Dr. Viola B. Georgi + Nadin Tettschlag, ZBI

Podium:

  • Dr. René Mounajed, Schulleiter Robert-Bosch-Gesamtschule, Hildesheim
  • Aliyeh Yegane, Anlaufstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen, Berlin
  • Prof. Dr. Michael Wrase, Professor für Öffentliches Recht, SUH
  • Beatrix Albrecht, Nieders. Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ)
  • Isabel Rojas Castañeda, GEW, AG “Demokratie braucht Haltung“
  • Lewia Gerlinger, AStA, Referat für Politische Bildung, SUH
  • Carola Burggraf-Köck, Elternvertretung Gymnasium Julianum, Helmstedt
  • Leonie Harth, Schülerin IGS Roderbruch, Hannover

17:45 Demokratiebildung für Niedersachsen
Grant Hendrik Tonne, Minister, Niedersächsisches Kultusministerium (zur Rede)

18 Uhr Foren: Netzwerke für Demokratiebildung

19:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Veranstaltungsorganisation:
Zentrum für Bildungsintegration & AStA der SUH
Kontakt: Nadin Tettschlag

 

Die Veranstaltung in der Presse:

Aktuelles Uni Hildesheim

Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Sonderausstellung 'Diversität in Kinderbüchern' - verlängert bis 30. Juni 2019!

Diversität in Kinderbüchern


Es war einmal eine Bilderbuchfamilie: Vater, Mutter und zwei Kinder. In ihrem Haus mit ihrem Hund und dem Apfelbaum im Garten, lebten sie vergnügt bis an ihr Ende. 
Und die Moral von der Geschicht’? Kinderbücher prägen unsere Vorstellungen von Familie. Sie erzeugen bestimmte Familien- und Rollenbilder, die von klein auf erlernt und zur Selbstverständlichkeit werden. Wenn Kinderbücher ausschließlich von traditionellen Familien erzählen, schließen sie die vielfältigen Familienformen aus, die gegenwärtig in unserer Gesellschaft gelebt werden: Familien in Deutschland wohnen auch in Häuserblocks und Mietwohnungen, andere haben mehr als ein Zuhause oder waren auf der Flucht. Kinder leben mit alleinerziehenden Elternteilen oder ihren Großeltern, in Regenbogenfamilien, Patchworkfamilien, Adoptionsfamilien oder in Familien, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden.
In all diesen unterschiedlichen Familien gibt es Kinder, die es lieben, wenn ihnen Geschichten vorgelesen werden und Kinder, die selbst mit Begeisterung Bücher lesen. Warum sollten also nicht auch sie und ihre Familien selbstverständlicher Teil dieser Geschichten sein? 

Die Ausstellung ‚Diversität in Kinderbüchern‘ will hierzu einen Beitrag leisten. Sie richtet den Blick bewusst auf die vielfältigen familiären Lebenswelten und Kindheitserfahrungen. 
Die Besucher*innen dieser Ausstellung finden Kinderbücher vor, die 

  • allen Kindern erlauben, sich mit den Protagonist*innen zu identifizieren. 
  • unterschiedliche Erfahrungen der jungen Leser*innen aufgreifen. 
  • Stereotype auf den Kopf und in Frage stellen. 
  • Ausgrenzung thematisieren, Diskriminierungen sichtbar machen und Lösungen aufzeigen. · neue Wege illustrieren, damit Grenzen überwunden werden. 
  • jene Kinder und Familien zu Wort kommen lassen, die allzu oft übersehen und überhört werden. 

Die Ausstellung wurde von Professorin Viola B. Georgi, Agata Wozniesinska, Janina Vernal Schmidt und Studierenden der Stiftung Universität Hildesheim konzipiert. Sie richtet sich sowohl an Kinder als auch an Eltern, Erziehungsberechtigte, Erzieher*innen, Lehrer*innen und alle weiteren Interessierten. 

Für die Ausstellung haben die Studierenden Tobias Kreft, Lea Hafermann, Jubytra Enzmann, Ellen Wozniak, Linda Schönrock,Nehle Kaack, Tobias Burmeister, Christin Eißing und Nele Schulz drei Schwerpunktthemen gesetzt: 


1. Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt


Einfühlsam, witzig und unverkrampft gehen die ausgewählten Kinderbücher mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt vonMenschenum. Dabei bilden die Bücher vielfältig gelebte Familienformen sowie unterschiedliche Identitätsentwürfe als selbstverständlich ab. Den Ausgangspunkt bilden die Kinderfragen: „Was ist homosexuell. Können Schwule und Lesben Kinder kriegen? Gibt es queere Tiere?“ 


2. Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit
 

Mehrsprachige Bücher erlauben Kindern, sich mit den Sprachen, die sie sprechen und die sie umgeben, spielerisch und wertschätzend zu beschäftigen.Dazu gehört auch das Sprachenlernen von Familien, die migriert oder geflüchtet sind und heute in Deutschland leben. So wurden Geschichten ausgewählt, denen es gelingt, Erfahrungen von Flucht, den Verlust von Familie, Freunden und Umgebung, kindgerecht und mitfühlend darzustellen.


3. Empowerment


Power bedeutet Kraft, Macht und Fähigkeit.Deshalb richten sich empowernde Kinderbücherbesonders an jene Kinder, die Diskriminierung erleben. Sie wollen das Selbstwertgefühl und die Selbstbestimmung ihrer jungen Leser*innen stärken. Kinder brauchen Bücher, in denen sich ihre vielfältigen Familien spiegeln und sie sich als gleichwertig, handelnd und wertvoll begreifen.

 

Zur Handreichung der Ausstellung.

Hier die Handouts & Literaturliste der Teilausstellungen.

Hier ein Artikel zur Eröffnung des Schulmuseums Hildesheim und der Sonderausstellung "Diversität in Kinderbüchern", zu der mehr als 160 Gäste am 15. November ins Schulmuseum kamen.

Zur Webseite des Schulmuseum der Stiftung Universität Hildesheim.