2019

Aktuelle Veranstaltungen

ZBI-Jahrestagung 2019 - CALL FOR PAPERS - verlängert bis 15. Mai 2019!

'Stadt. Land. Diversität. Kulturelle Ausdrucksformen und künstlerische Teilhabe in schulischer und außerschulischer Bildung'

Wann? 27./28. September 2019

Wo? Kulturcampus Domäne Marienburg, Stiftung Universität Hildesheim, Domänenstraße 1, 31141 Hildesheim

Veranstalter*innen: Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) in Kooperation mit dem Institut für Kulturpolitik der Stiftung Universität Hildesheim

Wenn Bildung die Fähigkeit der einzelnen Person ausmacht, sich in der Welt zurechtzufinden, das eigene Leben zu gestalten und soziales Leben mit anderen zu verantworten, dann ist kulturelle Bildung die Art und Weise, dieses mittels der unterschiedlichen Künste und kulturellen Ausdrucksmöglichkeiten bzw. mithilfe des Spiels zu tun. (Kirsten Witt 2017)

Kulturelle Bildung ist somit immer auch ein gestalterischer Prozess der Aushandlung von Möglichkeiten des gesellschaftlichen Miteinanders. Als Schnittstelle zu schulischer und außerschulischer Bildung kommt der Kulturellen Bildung eine zentrale gesellschaftsgestaltende und damit kultur- und bildungspolitische Funktion zu. In spielerischer Auseinandersetzung und der Suche nach ästhetischen Ausdrucks- und Kommunikationsformen kann letztlich ein gesellschaftsrelevanter Gestaltungswillen gestärkt und Gestaltungskompetenzen der Individuen der jeweiligen Sozialgemeinschaften vermittelt werden. Da die Dynamiken und Transformationsprozesse unterschiedlicher Communities abhängig von den Lebensbedingungen und sozialräumlichen Verortungen sind, so ist auch die Bildungslandschaft als solche vor die Herausforderung gestellt, sich auf die Diversität dieser zu beziehen. In ländlichen Räumen kann Kulturelle Bildung auf die generationsübergreifenden Strukturen der eher bewahrenden Breitenkultur aufbauen, in urbanen Räumen mag hingegen die Fokussierung auf experimentellere Formate und Diversität als Alltagserfahrung im Mittelpunkt stehen. Wie kann ein gestaltender Umgang mit Diversität vermittelt werden? Welche Potentiale bieten Formate der Kulturellen Bildung innerhalb der schulischen und außerschulischen Bildung. Wie wird die Kulturelle Bildung selbst zum Integrationsmotor? Wer sind ihre Akteure? Welche Hürden gilt es zu meistern, welche Gelingensbedingungen sind zu identifizieren? Welche kulturpolitischen Rahmenbedingungen entsprechen den Bedarfen und Herausforderungen einer diversitätssensiblen Kulturellen Bildung in Stadt und Land, im schulischen und außerschulischen Umfeld?

In Theorie, Diskurs und Praxis will die Tagung einen weit gefächerten Blick auf die Thematik wagen und nach neuen Ansätzen suchen. In Formaten wie Vorträgen, Workshops und Panelbeiträgen werden Akteure aus Praxis, Forschung und Lehre das Feld in den Blick nehmen, Perspektiven und Handlungsempfehlungen entwickeln. Ihre Beiträge können wichtige Bausteine für den beginnenden Diskurs im Feld liefern. Ihre Forschungsergebnisse sind als Panelbeiträge gefragt. 

Hinweise für die Einreichung von Tagungsbeiträgen

Wenn Sie sich an der inhaltlichen Gestaltung der Tagung beteiligen möchten, sind Sie herzlich einladen, Abstracts zu Panelbeiträgen einzureichen. Reisekosten und Unterkunft werden bei Annahme des Beitrags vom Zentrum für Bildungsintegration übernommen!

PANELBEITRÄGE (20 min Vortrag, 15 min Diskussion)

Die Panelbeiträge finden am Samstag, den 28. September 2019, 13.30 – 15.30 Uhr statt.

Die Bewerbung für Panelbeiträge sollte folgende Angaben enthalten:

  • Titel und Abstract des Beitrags (maximal 1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • Relevanz des Beitrags für die Tagungsthematik (maximal 1.000 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • Kurz-Vita (maximal 500 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • Angabe der benötigten Räumlichkeiten und ggf. des Materials  

Bitte senden Sie Ihre Vorschläge und Unterlagen bis zum 15. Mai 2019 an Frau Dr. Nadin Tettschlag an folgende E-Mail-Adresse: zbi(at)uni-hildesheim.de.

Über die Annahme des Beitrags entscheidet das Scientific Commitee bis zum 31. Mai 2019. 

Prof. Dr. Viola Georgi
Dr. Beate Kegler
Dr. Janina Vernal Schmidt
Prof. Dr. Wolfgang Schneider
Dr. Nadin Tettschlag 

Zum CfP als pdf.

Sonderausstellung 'Diversität in Kinderbüchern
', verlängert bis 30. Juni 2019!

Es war einmal eine Bilderbuchfamilie: Vater, Mutter und zwei Kinder. In ihrem Haus mit ihrem Hund und dem Apfelbaum im Garten, lebten sie vergnügt bis an ihr Ende. 
Und die Moral von der Geschicht’? Kinderbücher prägen unsere Vorstellungen von Familie. Sie erzeugen bestimmte Familien- und Rollenbilder, die von klein auf erlernt und zur Selbstverständlichkeit werden. Wenn Kinderbücher ausschließlich von traditionellen Familien erzählen, schließen sie die vielfältigen Familienformen aus, die gegenwärtig in unserer Gesellschaft gelebt werden: Familien in Deutschland wohnen auch in Häuserblocks und Mietwohnungen, andere haben mehr als ein Zuhause oder waren auf der Flucht. Kinder leben mit alleinerziehenden Elternteilen oder ihren Großeltern, in Regenbogenfamilien, Patchworkfamilien, Adoptionsfamilien oder in Familien, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden.
In all diesen unterschiedlichen Familien gibt es Kinder, die es lieben, wenn ihnen Geschichten vorgelesen werden und Kinder, die selbst mit Begeisterung Bücher lesen. Warum sollten also nicht auch sie und ihre Familien selbstverständlicher Teil dieser Geschichten sein?

Die Ausstellung ‚Diversität in Kinderbüchern‘ will hierzu einen Beitrag leisten. Sie richtet den Blick bewusst auf die vielfältigen familiären Lebenswelten und Kindheitserfahrungen. 
Die Besucher*innen dieser Ausstellung finden Kinderbücher vor, die

  • allen Kindern erlauben, sich mit den Protagonist*innen zu identifizieren.
  • unterschiedliche Erfahrungen der jungen Leser*innen aufgreifen.
  • Stereotype auf den Kopf und in Frage stellen.
  • Ausgrenzung thematisieren, Diskriminierungen sichtbar machen und Lösungen aufzeigen. · neue Wege illustrieren, damit Grenzen überwunden werden.
  • jene Kinder und Familien zu Wort kommen lassen, die allzu oft übersehen und überhört werden.

Die Ausstellung wurde von Professorin Viola B. Georgi, Agata Wozniesinska, Janina Vernal Schmidt und Studierenden der Stiftung Universität Hildesheim konzipiert. Sie richtet sich sowohl an Kinder als auch an Eltern, Erziehungsberechtigte, Erzieher*innen, Lehrer*innen und alle weiteren Interessierten.

Für die Ausstellung haben die Studierenden Tobias Kreft, Lea Hafermann, Jubytra Enzmann, Ellen Wozniak, Linda Schönrock,Nehle Kaack, Tobias Burmeister, Christin Eißing und Nele Schulz drei Schwerpunktthemen gesetzt: 


1. Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt


Einfühlsam, witzig und unverkrampft gehen die ausgewählten Kinderbücher mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt vonMenschenum. Dabei bilden die Bücher vielfältig gelebte Familienformen sowie unterschiedliche Identitätsentwürfe als selbstverständlich ab. Den Ausgangspunkt bilden die Kinderfragen: „Was ist homosexuell. Können Schwule und Lesben Kinder kriegen? Gibt es queere Tiere?“ 


2. Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit


Mehrsprachige Bücher erlauben Kindern, sich mit den Sprachen, die sie sprechen und die sie umgeben, spielerisch und wertschätzend zu beschäftigen.Dazu gehört auch das Sprachenlernen von Familien, die migriert oder geflüchtet sind und heute in Deutschland leben. So wurden Geschichten ausgewählt, denen es gelingt, Erfahrungen von Flucht, den Verlust von Familie, Freunden und Umgebung, kindgerecht und mitfühlend darzustellen.


3. Empowerment


Power bedeutet Kraft, Macht und Fähigkeit.Deshalb richten sich empowernde Kinderbücherbesonders an jene Kinder, die Diskriminierung erleben. Sie wollen das Selbstwertgefühl und die Selbstbestimmung ihrer jungen Leser*innen stärken. Kinder brauchen Bücher, in denen sich ihre vielfältigen Familien spiegeln und sie sich als gleichwertig, handelnd und wertvoll begreifen.

 

Zur Handreichung der Ausstellung.

Zu den Handouts & Literaturliste der Teilausstellungen.

Hier ein Artikel zur Eröffnung des Schulmuseums Hildesheim und der Sonderausstellung "Diversität in Kinderbüchern", zu der mehr als 160 Gäste am 15. November ins Schulmuseum kamen.

Zur Webseite des Schulmuseum der Stiftung Universität Hildesheim.

Thementag 'Inter*Aktion': Kinderbuch-Lesungen & Vortrag zum Thema Intergeschlechtlichkeit / Intersex*
Die Hildesheimer Kinderbuchautorin Luzie Loda liest aus ihrem Buch 'P.S. Es gibt Lieblingseis'
Kinderbuchautorin Ursula Rosen liest aus ihrem Buch 'Jill ist anders'
Inter*-Aktivist_in Lucie Veith beim Vortrag 'Momentaufnahme: Inter* 2019'

Am 1. April fand von 10 bis 18 Uhr im Schulmuseum der Stiftung Universität Hildesheim in der Volkshochschule Hildesheim der VHS der Thementag 'Inter*Aktion' statt. Es handelte sich um die Auftaktveranstaltung der Reihe gesellschaft*macht*identität* in Zusammenarbeit mit hi*queer

Die Kinderbuchautor*innen Luzie Loda ("PS: Es gibt Lieblingseis") und Ursula Rosen ("Jill ist anders") lasen für die geladenen Kindergruppen aus ihren Büchern vor. Die beiden Kinderbücher gehören bisher zu den wenigen deutschen Kinderbüchern, die das Thema Intergeschlechtlichkeit aufgreifen. Dabei bieten die Bücher viele Anlässe, allgemein über Vielfalt ins Gespräch zu kommen. Zwischen und nach den Lesungen waren alle Besucher*innen eingeladen, das Schulmuseum sowie die Sonderausstellung zu 'Diversität in Kinderbüchern' zu erkunden.

Von 16 bis 18 Uhr hielt Lucie Veith, die u. a. Gründungsmitglied des Vereins Intersexuelle Menschen e. V. ist, einen Vortrag mit dem Titel "Momentaufnahme: Inter* 2019". Sie ging auf Fragen ein wie: Was hat sich für Inter*-Personen seit Stellungnahme des Ethikrates (2012) verändert? Wie wurde auf die Entscheidung des BVerfG zum Personenstandsrecht (Nov. 2017) reagiert, was hat die ›positiven Eintragung im Geburtenbuch‹ und Möglichkeit der 3. + 4. Option im Personenstand (Jan. 2019) ausgelöst, was ist unterblieben. Und wie hat sich das Sprechen über hermaphrodische, intersexuelle, intergeschlechtliche Menschen verändert? Ist die Gleichbehandlung von Kindern mit Varianten der geschlechtlichen Potentiale erreicht? Und nicht zuletzt, wie sieht es mit der Repräsentanz der geschlechtlichen Vielfalt in Kinderbüchern aus?

Auf den Seiten von umstandslos, einem Onlinemagazin für feministische Elternschaft, können Sie ein Gespräch mit der Hildesheimer Kinderbuchautorin Luzie Loda zum Thema Intersexualität lesen.

fair@School Wettbewerb 2019 – Schulen gegen Diskriminierung

Diskriminierung verhindern, Vielfalt und Chancengerechtigkeit stärken – diese Werte im Unterricht zu fördern, ist Ziel des Wettbewerbs fair@school – Schulen gegen Diskriminierung.

Mit dem Wettbewerb zeichnen die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, der Cornelsen Verlag sowie das Zentrum für Bildungsintegration vorbildhafte Schulprojekte aus, die ein gelungenes Miteinander fördern. Damit wollen wir das Recht auf einen fairen Schulalltag und auf diskriminierungsfreie Bildung stärken.

Die Frist für die Einreichung der Projekte ist am 15. März abgelaufen. Ab jetzt übernimmt das Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) der Stiftung Universität Hildesheim die fachgerechte Begutachtung der eingereichten Projekte, prüft hinsichtlich der Wettbewerbskriterien und nominiert bis zu zehn mögliche Preisträgerinnen und Preisträger. Diese zehn Nominierten werden von zwei unabhängigen Experten an ihren Schulen besucht. Diese überprüfen die Angaben vor Ort, führen Gespräche mit den nominierten Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und weiteren Beteiligten und besichtigen den Unterricht oder die Projekte. Sie fassen ihre Eindrücke schriftlich zusammen und votieren für eine Rangfolge. Auf Basis dieser Empfehlungen und der Projektdokumentationen aus der Einreichung entscheidet die Fachjury, welche drei Schulprojekte prämiert werden. Abschließend werden die Gewinnerinnen und Gewinner in Berlin ausgezeichnet. 

Zur Webseite von fair@school

Internationaler Graduiertenworkshop - 'Knowledge Production, Memory and Diversity Education in a Postcolonial Context'
Nurten Karakas & Prof. Viola B. Georgi an der University of Cape Coast, Ghana
Die Teilnehmer*innen und Dozent*innen des Programms
Nurten Karakas, die Schulleiterin Georgina Aglobistse und Prof. Viola B. Georgi
Blick ins Klassenzimmer

Internationaler Graduiertenworkshop - 'Knowledge Production, Memory and Diversity Education in a Postcolonial Context'

an der University of Cape Coast in Ghana (Februar 2019)

Prof. Dr. Viola B. Georgi und Nurten Karakaş (beide Zentrum für Bildungsintegration/Stiftung Universität Hildesheim) haben an der University of Cape Coast in Ghana einen zweitägigen Workshop mit dem Titel 'Knowledge Production, Memory and Diversity Education in a Postcolonial Context' durchgeführt. Die Studierenden setzten sich im Rahmen des Workshops mit Postkolonialer Theorie, den Diversity-Studies und der Frage von Wissensproduktion ('Decolonizing Knowledge') auseinander. Untersucht wurden die Repräsentationen von Minderheiten in der Kinder- und Jugendliteratur, die Darstellung von Afrika in deutschen Schulbüchern sowie Kapitel zum Kolonialismus aus Geschichtsschulbüchern, die in Ghana und Nigeria in der Schule eingesetzt werden. Schließlich wurden erinnerungskulturelle Fragen diskutiert. Im Fokus stand der Umgang mit Straßennamen, die in einem kolonialgeschichtlichen Kontext stehen, und der Umgang mit Artefakten aus der Kolonialzeit in deutschen Museen und Kontroversen um kolonialgeschichtliche Erinnerungsorte in Europa und Afrika. Außerdem wurden Gespräche mit Lehrkräften der University Primary School geführt, die als Laborschule der University of Cape Coast fungiert. 

Die Zusammenarbeit mit der University of Cape Coast in Ghana und der University of Maiduguri in Nigeria wurde von Prof. Dr. Raimund Vogels (Center for World Music/SUH) und Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Institut für Kulturpolitik/SUH) initiiert und fand im Rahmen der SDG Graduate School 'Performing Sustainability. Cultures and Development in West Africa' statt. Das Programm wird vom DAAD und dem Ministerium für Entwicklungspolitische Zusammenarbeit gefördert. 

Die interdisziplinäre Graduiertenschule 'Performing Sustainability' ist ein kooperatives Trainingsnetzwerk für Absolvent*innen der Universität Hildesheim (Deutschland), der Universität Maiduguri (Nigeria) und der Universität von Cape Coast (Ghana). Die Initiative konzentriert sich auf innovative Forschung, die Ansätze aus Performance, Kunst und Kultur zusammenbringt, um im Sinne der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) hochwertige Bildung für alle zu erreichen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Fragen des Friedens und der Konfliktlösung.

Die 18 Stipentiat*innen des Programms beschäftigen sich mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten wie z. B. der Rolle von Theater und Film in Flüchtlingsgemeinschaften, den Auswirkungen von Migration und Vertreibung auf das materielle und immaterielle Kulturerbe sowie mit Kulturpolitik und Kulturmanagement. 

Im Mai 2019 werden die an diesem Programm beteiligten Doktorand*innen und Masterstudierenden an der Stiftung Universität Hildesheim erwartet. Es ist geplant, die Zusammenarbeit mit dem Center for World Music, der University of Cape Cost und der University of Maiduguri Nigeria nachhaltig fortzusetzen und auf pädagogische Themenfelder auszuweiten. 

 

Hier das Workshop-Programm:

Tag 1 (25. Februar 2019)

9.00 – 9.45 Einführung (Forschung/Diversity/Biographie) 

9:50 – 11.00 Präsentation und Diskussion verschiedener Schriften: Diversity Education, Anti- Oppressive Education und Postcolonial Thinking (Texte: Mbembe, Kumashiro) 

11.00 – 11.30 Pause 

11.30 – 13.00 Erinnerungsarbeit und Diversity: Orte kolonialer Erinnerung in Deutschland (Texte: Opuko) 

 

Tag 2 (26. Februar 2019)

9.00 – 10.00 Diversity in Bildungsmedien: Beispiele aus Schul- und Kinderbüchern 

10.00 – 11.00 Die Repräsentation Afrikas in deutschen Schulbüchern (Texte: Marmer) 

11.00 – 11.30 Pause 

11.30 – 12.30 Rewriting Memory, Entangled Narratives and Complex Biographies in the Postcolonial Context: The example of the Afro-German Community 

12:30 – 13.00 Feedback und Evaluation des Workshops 

Öffentliche Hochschulveranstaltung: Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln
Podiumsdiskussion zum Thema "Demokratie in der Schule? Schule in der Demokratie."
Vortrag von Prof. Wrase zum Thema "Wie politisch dürfen Lehrende an Schulen sein?"
Diskussion im Forum
Prof. Jürgen Sander, Prof. Viola Georgi, Grant Hendrik Tonne, Dr. Matthias Kreysing

Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln

Da sich Schulen und Hochschulen in Niedersachsen derzeit mit rechtspopulistischer Hetze und AfD-Meldeportalen gegen Lehrerinnen und Lehrer konfrontiert sehen, organisierte das Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) in Kooperation mit dem AStA der Universität Hildesheim eine öffentliche Hochschulveranstaltung „Allianzen für Demokratie“ mit bis zu 200 Teilnehmenden. Der Präsident Prof. Friedrich rief zum Auftakt zu Gelassenheit, aber auch zu Wachsamkeit auf. Prof. Georgi, Direktorin des ZBI, legte anschließend aktuelle Studienergebnisse der Bertelsmann Stiftung zu schulischer Demokratiebildung anhand einer Befragung von Lehrenden dar.

Prof. Wrase informierte aus rechtlicher Sicht zu der Frage „Wie politisch dürfen Lehrende an Schulen sein?“. Schließlich konnte ein Bündnis für Demokratie an niedersächsischen Schulen angestoßen werden. Hierfür wurden Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Schule, Gewerkschaft, Vereinen, aber auch Eltern- und Schülervertretungen eingeladen, die ihre Erfahrungen und den Umgang mit demokratiefeindlichen Phänomenen darlegten – gefolgt von einer bildungspolitischen Stellungnahme durch den niedersächsischen Kultusminister Grant Tonne. In den anschließenden thematischen Foren wurden Handlungsprobleme und konkrete Ansatzpunkte benannt, wie die verschiedenen Akteurinnen und Akteure zur Demokratiebildung in Schulen beitragen können.

Programm (7. Februar 2019, 16-19:30 Uhr im Audimax der SUH)

16:00 Uhr Ankommen
16:15 Uhr Begrüßung & Einführung
Prof. Dr. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der SUH (zum Grußwort)
Prof. Dr. Viola B. Georgi, Direktorin Zentrum für Bildungsintegration (ZBI), SUH

16:40 Uhr Wie politisch dürfen Lehrende an Schulen sein?
Prof. Dr. Michael Wrase, Professur für Öffentliches Recht, SUH

16:55 Uhr Demokratie in der Schule?! Schule in der Demokratie.
Rahmenbedingungen, Entwicklungsaufgaben und Herausforderungen
Moderation: Prof. Dr. Viola B. Georgi + Nadin Tettschlag, ZBI

Podium:

  • Dr. René Mounajed, Schulleiter Robert-Bosch-Gesamtschule, Hildesheim
  • Aliyeh Yegane, Anlaufstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen, Berlin
  • Prof. Dr. Michael Wrase, Professor für Öffentliches Recht, SUH
  • Beatrix Albrecht, Nieders. Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ)
  • Isabel Rojas Castañeda, GEW, AG “Demokratie braucht Haltung“
  • Lewia Gerlinger, AStA, Referat für Politische Bildung, SUH
  • Carola Burggraf-Köck, Elternvertretung Gymnasium Julianum, Helmstedt
  • Leonie Harth, Schülerin IGS Roderbruch, Hannover

17:45 Demokratiebildung für Niedersachsen
Grant Hendrik Tonne, Minister, Niedersächsisches Kultusministerium (zur Rede)

18 Uhr Foren: Netzwerke für Demokratiebildung

19:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Veranstaltungsorganisation:
Zentrum für Bildungsintegration & AStA der SUH
Kontakt: Nadin Tettschlag

 

Die Veranstaltung in der Presse:

Aktuelles Uni Hildesheim

Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Sonderausstellung 'Diversität in Kinderbüchern' - verlängert bis 30. Juni 2019!

Diversität in Kinderbüchern


Es war einmal eine Bilderbuchfamilie: Vater, Mutter und zwei Kinder. In ihrem Haus mit ihrem Hund und dem Apfelbaum im Garten, lebten sie vergnügt bis an ihr Ende. 
Und die Moral von der Geschicht’? Kinderbücher prägen unsere Vorstellungen von Familie. Sie erzeugen bestimmte Familien- und Rollenbilder, die von klein auf erlernt und zur Selbstverständlichkeit werden. Wenn Kinderbücher ausschließlich von traditionellen Familien erzählen, schließen sie die vielfältigen Familienformen aus, die gegenwärtig in unserer Gesellschaft gelebt werden: Familien in Deutschland wohnen auch in Häuserblocks und Mietwohnungen, andere haben mehr als ein Zuhause oder waren auf der Flucht. Kinder leben mit alleinerziehenden Elternteilen oder ihren Großeltern, in Regenbogenfamilien, Patchworkfamilien, Adoptionsfamilien oder in Familien, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden.
In all diesen unterschiedlichen Familien gibt es Kinder, die es lieben, wenn ihnen Geschichten vorgelesen werden und Kinder, die selbst mit Begeisterung Bücher lesen. Warum sollten also nicht auch sie und ihre Familien selbstverständlicher Teil dieser Geschichten sein? 

Die Ausstellung ‚Diversität in Kinderbüchern‘ will hierzu einen Beitrag leisten. Sie richtet den Blick bewusst auf die vielfältigen familiären Lebenswelten und Kindheitserfahrungen. 
Die Besucher*innen dieser Ausstellung finden Kinderbücher vor, die 

  • allen Kindern erlauben, sich mit den Protagonist*innen zu identifizieren. 
  • unterschiedliche Erfahrungen der jungen Leser*innen aufgreifen. 
  • Stereotype auf den Kopf und in Frage stellen. 
  • Ausgrenzung thematisieren, Diskriminierungen sichtbar machen und Lösungen aufzeigen. · neue Wege illustrieren, damit Grenzen überwunden werden. 
  • jene Kinder und Familien zu Wort kommen lassen, die allzu oft übersehen und überhört werden. 

Die Ausstellung wurde von Professorin Viola B. Georgi, Agata Wozniesinska, Janina Vernal Schmidt und Studierenden der Stiftung Universität Hildesheim konzipiert. Sie richtet sich sowohl an Kinder als auch an Eltern, Erziehungsberechtigte, Erzieher*innen, Lehrer*innen und alle weiteren Interessierten. 

Für die Ausstellung haben die Studierenden Tobias Kreft, Lea Hafermann, Jubytra Enzmann, Ellen Wozniak, Linda Schönrock,Nehle Kaack, Tobias Burmeister, Christin Eißing und Nele Schulz drei Schwerpunktthemen gesetzt: 


1. Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt


Einfühlsam, witzig und unverkrampft gehen die ausgewählten Kinderbücher mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt vonMenschenum. Dabei bilden die Bücher vielfältig gelebte Familienformen sowie unterschiedliche Identitätsentwürfe als selbstverständlich ab. Den Ausgangspunkt bilden die Kinderfragen: „Was ist homosexuell. Können Schwule und Lesben Kinder kriegen? Gibt es queere Tiere?“ 


2. Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit
 

Mehrsprachige Bücher erlauben Kindern, sich mit den Sprachen, die sie sprechen und die sie umgeben, spielerisch und wertschätzend zu beschäftigen.Dazu gehört auch das Sprachenlernen von Familien, die migriert oder geflüchtet sind und heute in Deutschland leben. So wurden Geschichten ausgewählt, denen es gelingt, Erfahrungen von Flucht, den Verlust von Familie, Freunden und Umgebung, kindgerecht und mitfühlend darzustellen.


3. Empowerment


Power bedeutet Kraft, Macht und Fähigkeit.Deshalb richten sich empowernde Kinderbücherbesonders an jene Kinder, die Diskriminierung erleben. Sie wollen das Selbstwertgefühl und die Selbstbestimmung ihrer jungen Leser*innen stärken. Kinder brauchen Bücher, in denen sich ihre vielfältigen Familien spiegeln und sie sich als gleichwertig, handelnd und wertvoll begreifen.

 

Zur Handreichung der Ausstellung.

Hier die Handouts & Literaturliste der Teilausstellungen.

Hier ein Artikel zur Eröffnung des Schulmuseums Hildesheim und der Sonderausstellung "Diversität in Kinderbüchern", zu der mehr als 160 Gäste am 15. November ins Schulmuseum kamen.

Zur Webseite des Schulmuseum der Stiftung Universität Hildesheim.