2018

KONFERENZ 2018: Sport als Heimat?

„Die Heimat der Zukunft ist Patchwork und nicht Privileg“ (Schneider, 2017). Ein zentraler Bestandteil dieses Patchwork ist in vielen Biographien der Sport, der als wichtige Sozialisationsinstanz und Wertevermittler gehandelt wird. Sport kann Zugehörigkeit und Teilhabe ermöglichen. Er kann dazu beitragen, sich heimisch zu fühlen. Kann er möglichweise auch Menschen beheimaten, indem er den grundsätzlichen Bedürfnissen nach Raumorientierung, Zugehörigkeit und Konstitution von Gruppenidentität entgegenkommt? 

Der sich im Wandel befindende Heimatbegriff bot während der Jahrestagung des ZBI - in Kooperation mit dem Institut für Sportwissenschaft - Ansatzpunkte für derartige Überlegungen. Diese dienten wiederum dazu, den Begriff zu schärfen, kritisch zu hinterfragen und möglichweise auch zu verwerfen. 

Die Tagung stellte eine Gelegenheit dar, solche Gedanken vor dem Hintergrund der sportwissenschaftlichen Diskurse und der Interventionspraxen kritisch-konstruktiv zu diskutieren. Denn auch der Sport selbst ist Wandlungsprozessen unterworfen. Zugehörigkeiten zum Sport sind nicht mehr per se auf Dauer geschaltet; vielmehr bewegen sich die Individuen im Spannungsfeld von Individualisierung, Vergemeinschaftung und Vergesellschaftung. Sie navigieren vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen und in den vorzufindenden gesellschaftlichen Rahmungen, die nicht zuletzt auch durch den Sport geprägt sind.

Auf der Tagung standen sowohl die Subjektperspektive als zentraler Zugang zu lebensweltlichen Erfahrungen und Grundlage biographischer Navigationsprozesse als auch die gesellschaftlichen Rahmungen, in denen diese stattfinden, zur Diskussion.

 

 

Auftakt zur Jahrestagung
Prof. Dr. Vera Volkmann, Institut für Sportwissenschaft
Prof. Dr. Viola B. Georgi, Institut für Erziehungswissenschaft, Zentrum für Bildungsintegration
Doktorandinnen und Mitarbeiterinnen des ZBI mit der Referentin Dr. Ruth Schwarzenböck
Keynote 1: Sport als Heimat? Möglichkeiten biographischer Navigation in Zuwanderungsgesellschaften
Prof. Dr. Joanna Pfaff-Czarnecka
Keynote 1: Sport als Heimat? Möglichkeiten biographischer Navigation in Zuwanderungsgesellschaften
Prof. Dr. Christa Kleindienst-Cachay
Keynote 2: Sportvereine als Räume zur Bildung von Sozialkapital
Univ. Prof. Dr. Sebastian Braun
Eingang Bühler-Campus
Podiumsdiskussion: Sport als “Integrationsmotor” — Quo vadis?
Reinhard Rawe, Prof. Dr. Ulrike Burrmann, Prof. Dr. Sebastian Braun, Dr. Ruth Schwarzenböck, Ibrahim Ismail
Moderation: Hermann Grams
Prof. Dr. V. B. Georgi und Dhana Indlekofer vom ZBI
Lena Tessmer und Tagungsteilnehmer*innen
Omar Fahmy, Prof. Dr. V. Volkmann und Edgar Dorn
Programmflyer (pdf)
Für weitere Informationen klicken Sie hier (Institut für Sportwissenschaft).  
Geschichten in Bewegung – Erinnerungspraktiken, Geschichtskulturen und historisches Lernen in der deutschen Migrationsgesellschaft

04.-05. Juni 2018: Auftakt des BMBF-Verbundprojekts „Geschichten in Bewegung. Erinnerungspraktiken, Geschichtskulturen und historisches Lernen in der deutschen Migrationsgesellschaft“

Am 4. und 5. Juni 2018 fand das Auftaktsymposion und die erste Projektwerkstatt des vom BMBF geförderten Projekts Geschichten in Bewegung – Erinnerungspraktiken, Geschichtskulturen und historisches Lernen in der deutschen Migrationsgesellschaft statt.

Das Projekt ist ein Verbundprojekt aus der Stiftung Universität Hildesheim, der Freie Universität Berlin, der Universität Paderborn und dem Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig. Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojektes ist es, den Wandel der Geschichts- und Erinnerungskultur in der deutschen Migrationsgesellschaft empirisch zu untersuchen. Darauf aufbauend sollen Konzepte für historisches Lernen sowie konkrete Lernmaterialien entwickelt werden.

Das am 04. und 05. Juni stattfindende Auftaktsymposium mit der ersten Werkstatt dient dem Beginn eines Austauschs internationaler und nationaler Expert*innen aus dem Feld der interkulturellen Bildungsforschung, der Migrationsforschung und der geschichtsdidaktischen/historischen Forschung sowie unterschiedlicher Akteure*innen aus dem Bereich des Geschichtslernens über geschichtskulturellen Wandel in Deutschland. Diesen Austausch wollen wir durch Impulsvorträge und andere Formate anregen. In den Werkstätten bieten wir den Raum, einem partizipativen Ansatz folgend, Fragen und Impulse zum Wandel von Erinnerungspraktiken und Geschichtslernen gemeinsam mit Ihnen zu diskutieren und zu erarbeiten. Wir möchten gemeinsam einen neuen Denkraum eröffnen, indem die unterschiedlichen Akteur*innen und Institutionen miteinander ins Gespräch kommen. Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen und Perspektiven und sind interessiert daran zu erfahren, welche Fragen, Zugänge, Konzepte und Materialien aus Ihrer Sicht zukunftsweisend sind für historisches Lernen in der Migrationsgesellschaft.

Das Projekt läuft über drei Jahre (2018-2021). Für jedes Jahr ist (jeweils im Juni) eine Werkstatt geplant, in der Sie sich in gleicher Teilnehmenden-Zusammensetzung mit unterschiedlichen Schwerpunkten des Projekts auseinandersetzen. Das vollständige Programm des Auftakts und der ersten Projektwerkstatt im Juni 2018 finden Sie hier .

Austauschprogramm: Diversity in the Classroom and in Schools: Comparative Perspectives on Sweden and Germany

Austauschprogramm: Diversity in the Classroom and in Schools: Comparative Perspectives on Sweden and Germany (22.-26.05.2018)

Studierende der Stiftung Universität Hildesheim und der Uppsala University (Schweden) begegneten sich während der Exkursionswoche in einem Austauschprogramm zum Thema Diversity in the Classroom and in Schools: Comparative Perspectives on Sweden and Germany. Das Programm (siehe Anlage) bestand aus Hospitationen in Schulen, Workshops und Vorträgen zu Themen von Diversity, Migration und Inklusion sowie intensiver Textarbeit. Am Austauschprogramm zwischen Hildesheim und Uppsala haben folgenden acht Studierende aus Deutschland teilgenommen: Tomma Schuff, Tobias Burmeister, Stine Hansen, Romy Kaufmann, Randi Adler, Adrian Kasemi, Tabea Schykoriak und Finja Pröve. Von der Universtät Uppsala waren sechs Studierende Teil des Programms: David Zettermann, Benoit Geers, Miranda de Verdier, Stina Pihl, Sonya Pavlova und Stina Jansson.

Das Seminar begann mit der Ankunft der schwedischen Studierenden in Hildesheim. Die Studierenden aus Uppsala wurden von den Studierenden der Universität Hildesheim herzlich empfangen und sofort in sehr gut vorbereitete interkulturelle Spiele zum gegenseitigen Kennenlernen verstrickt. Danach ging es auf eine mehrstündige Stadttour, die die Besonderheiten und die Diversität von Hildesheim in den Blick nehmen sollte. Die Studierenden zeigten ihren Gästen für sie bedeutsame persönliche und außergewöhnliche Orte und verknüpften diese mit den dazugehörigen Geschichten. Im Seminar wurde der Zusammenhang von städtischen Räumen und Zugehörigkeiten theoretisch vertieft und weiterbearbeitet. Dazu gehörte auch die Erkundung eigener sozialer, religiöser und kultureller Zugehörigkeiten im Rahmen einer Diversity-Übung mit anschließender Reflexion von ungleich verteilten Teilhabechancen sowie ein Workshop von Dr. Lanette Jimerson (UC Berkeley). Vorträge zu „Migration und Bildung“ , dem deutschen Bildungssystem sowie die Diskussion gemeinsamer Lektüre trugen zur weiteren Vertiefung bei.

Ein Einblick in die schulische Praxis in Deutschland wurde durch die Hospitation während einer Englischstunde an der Oskar-Schindler Schule in Hildesheim gewährt.  

In Schweden führten die schwedischen Studierenden ihre Gäste aus Hildesheim durch Uppsala. Der Seminartag bestand aus mehreren Vorträgen und Gruppenarbeiten zu ausgewählten Texten aus dem Feld der Diversity Education. Zu den diskutierten Themen gehörten u.a.: das schwedische Bildungssystem, Ansätze interkultureller Bildung und aktuelle Befunde aus der Migrationsforschung insbesondere bezogen auf die schulische Integration von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien. Hier wurden dezidiert vergleichende Perspektiven herausgearbeitet. Zur Praxisreflexion wurde ein Gymnasium in Uppsala besucht, in dem Jugendliche mit Fluchthintergrund unterrichtet werden. Hier gab es Gelegenheit mit den Lehrkräften und den Schülern und Schülerinnen ins Gespräch zu kommen. Zum Abschluss gab es noch die Möglichkeit an einer City-Tour ”Multicultural Stockholm” teilzunehmen. Diese wurde vornehmlich von den deutschen Studierenden genutzt.  

In den vergleichenden Diskussionen beider Länder hinsichtlich ihrer Bildungssysteme sowie integrationspolitischer und bildungspolitischer Herausforderungen zeigten sich viele Parallelen, aber auch Unterschiede. Die Studierenden traten hierüber in intensive Gespräche ein und waren auch in der Lage komplexe Sachverhalte in englischer Sprache zu verhandeln. Besonders kontrovers wurde die Frage nach der Selektivität bzw. Inklusivität beider Schulsysteme diskutiert. Im Hinblick auf die Integration geflüchteter Kinder wurde über Beschulungsmodelle, Sprachangebote und best-practice-Ansätze in beiden Ländern gesprochen. Dabei wurden auch über das aktuelle gesellschaftspolitische Klima in Schweden, Deutschland und Europa diskutiert.

Die durchweg positiven Rückmeldungen aus beiden Gruppen zum Programmende ermutigen zu einer Wiederholung des Programms. Der Dekan der erziehungswissenschaftlichen Fakultät in Uppsala hat für das nächste Jahr bereits eine Finanzierungszusage erteilt. Auch die beteiligten Lehrenden haben das Programm durchweg als Erfolg gewertet.

fair@school: Drei Schulen als Vorbilder für Toleranz, Fairness und Diversität ausgezeichnet
Foto: Jan Zappner

fair@school: Drei Schulen als Vorbilder für Toleranz, Fairness und Diversität ausgezeichnet

Diversität, Inklusion und ein respektvoller Umgang miteinander – diese Werte möchte der bundesweite Wettbewerb fair@school an Schulen etablieren und fördern. In Berlin fand nun die festliche Preisverleihung statt. Bereits zum zweiten Mal zeichnen der Cornelsen Verlag und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes drei vorbildhafte Projekte aus, die sich gegen Diskriminierung und für Chancengerechtigkeit im Schulalltag einsetzen.
Mehr als 50 engagierte Schulen reichten Projekte ein, die zeigen, wie Toleranz, Interkulturalität und Inklusion zu einem festen Bestandteil des Schulalltags werden können. Sie sollten die Unterrichts- und Lernkultur der Kinder und Jugendlichen verändern, nachhaltig angelegt sein und auch an anderen Schulen zum Einsatz kommen können. Das Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) der Stiftung Universität Hildesheim begutachtete die eingereichten Projekte. Anschließend wählte eine Fachjury die Preisträger aus.
Die Gewinnerteams 2018 sind:
1. Platz (3.000 Euro): Die Berufsfachschule Sozialassistenz Berlin gewann den Wettbewerb mit dem Projekt „Interkulturelles Lernen“, das seit 2010 Bestandteil des Lehrplans an der Berufsbildenden Schule darstellt. n interkulturellen Lernprojekten und an Projekttagen greifen die Lehrkräfte Themen wie Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus auf und planen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Ausstellungen, Vorträge und Diskussionsrunden. 
2. Platz (2.000 Euro): Das Comenius-Gymnasium Deggendorf belegt mit dem Projekt „AntidiskriminierungstrainerInnen am Comenius“ den zweiten Platz. Seit 2014 werden jährlich 30 Schülerinnen und Schüler  zu Antidiskriminierungstrainerinnen und -trainern ausgebildet. 
3. Platz (1.000 Euro): Die Sophie-Scholl-Gesamtschule Hamm erhielt den dritten Preis. Die Inklusions-Klasse 6f erarbeitete in ihrem Projekt „Schön, dass wir bunt sind – Vielfalt als Bereicherung“ ein szenisches Spiel, in dem Inklusion als erstrebenswertes Miteinander vermittelt wird.

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