Schulbuchstudie Migration und Integration

Das im Auftrag der Bundesbeauftragten für Migration, Integration und Flüchtlinge geförderte und in Kooperation mit dem Georg Eckert Institut – Leibniz Institut für Internationale Schulbuchforschung durchgeführte Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Frage, wie das Thema Integration in aktuellen schulischen Bildungsmedien verhandelt wird. Integration als solche wurde bislang kaum explizit in Studien zu Schulbüchern untersucht.

Die Studie konzentriert sich auf folgende drei Fragekomplexe:

1)    Wie wird das Thema Integration in Bezug auf Migration in Schulbüchern thematisiert? [z.B. Migrationsbewegungen in Geschichte und Gegenwart; Nationalstaatsgründung, Spannungen und Beispiele gelungener Integration; Vertreibung und Einbürgerung; Kolonialstaat zwischen inklusiven und exklusiven Integrationsmodellen, etc.]

2)    Auf welche Art und Weise wollen Schulbücher eine Ausbildung von Fähigkeiten erreichen, die zu einem reflektierten Umgang mit Diversität und einer gefestigten interkulturellen Kompetenz beitragen? [z.B. Problematisierung von Fremdenangst, Vorurteilen, Diskriminierung und Rassismus; Erziehung zu Aufgeschlossenheit, Offenheit und inklusiven Denkweisen gegenüber dem „Anderen“, etc.]

3)    Wie wird einwanderungsbedingte Vielfalt vermittelt und gibt es Darstellungen einer Vielzahl an unterschiedlichen Lebensstilen? [z.B. Repräsentationen unterschiedlicher kultureller und ethnischer Gruppen in der deutschen Gesellschaft, Darstellung des Spannungs¬verhältnises zwischen mainstreaming und Inklusion in der Gesellschaft; aber auch: Repräsentationen von Heterogenität zwischen Stereotypisierung und Diversifizierung, etc.].

Die Studie verwendet einen diskursanalytischen Ansatz. Hiermit werden nicht nur sprachliche Formulierungen untersucht, sondern ein soziales, ‚herrschendes’ Wissen aufgedeckt, das im Falle des Schulbuches gesellschaftspolitisch kanonisiert und legitimiert ist und vorgibt, wissenschaftlich fundiert zu sein.

Die Analyse wird sich am Beispiel dreier Bundesländer auf Schulbücher der Sekundarstufe I und II (9.-12. Klasse) und auf die Fächer Gesellschaftslehre, Politik, Geschichte und Geograhie konzentrieren. Um unterschiedliche Schulformen in die Analyse einbeziehen zu können, werden sowohl Schulbücher für das Gymnasium als auch Schulbücher für die Gesamt-, Real- und Hauptschulen untersucht.

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