Der ZBI-Forschungsdialog Migration & Diversität begleitet Wissenschaftler*innen über drei Semester hinweg in einem strukturierten Austauschprozess zur Förderung interdisziplinärer Forschung.

Der Dialog startet im Mai 2025 mit einem Auftakt-Workshop, bei dem durch digitales Mapping und ein World Café zentrale Synergien sichtbar gemacht werden. Im weiteren Verlauf – etwa in der Ideenschmiede (ab WiSe 2025/26) und in Werkstatt-Treffen – können Interessierte ihre Ideen vertiefen, Arbeitsgruppen bilden und Projekte weiterentwickeln. Der gesamte Prozess ist offen gestaltet und orientiert sich an den Bedürfnissen der Teilnehmenden.

Zum Abschluss des Forschungsdialogs gibt es im Sommersemester 2026 ein Ergebnisforum, das Raum für Reflexion und Ausblick bietet. Wer möchte, kann anschließend eigenständig Förderanträge erarbeiten – auf Wunsch mit Unterstützung durch das ZBI-Team.

Weitere Informationen zu dem Prozess des Forschungsdialogs sowie zu den einzelnen Formaten und Terminen folgen in Kürze.

Bei Interesse, können Sie sich gerne an Anna-Christine Görg wenden.

Rückblick Ideenschmiede #2 Mehrsprachigkeit als Querschnittsthema

Die zweite ZBI-Ideenschmiede widmete sich dem Thema Mehrsprachigkeit als Querschnittsthema und brachte Forschende sowie Praxisakteur*innen online zusammen. Der Austausch zeigte eindrucksvoll, wie zentral Mehrsprachigkeit für die Migrations- und Diversitätsforschung ist – sowohl als Forschungsgegenstand als auch in der Datenerhebung und in kooperativen Forschungsprozessen.

Zentrale Ergebnisse aus den thematischen Breakout-Sessions

Sprachliche Repräsentation

  • Notwendigkeit einer differenzierten Erfassung von Sprachen (u. a. L1/L2/Lx, Schriftsprache vs. gesprochene Sprache, Alter bei Ankunft bzw. Onset).

  • Sprache sollte nicht vorschnell als Proxy für „Kultur“ verwendet werden.

  • Als hilfreiche Ressource wurde Q-BEx genannt.

Feld-Methoden

  • Neben Sprache wirken weitere Barrieren; Verständnissicherung erfordert Zeit und Ressourcen.

  • Der Einsatz digitaler Tools oder einer Lingua franca sollte sorgfältig abgewogen werden – entscheidend sind die „eigenen Worte“ der Beteiligten.

  • Gewünscht wurde ein Austausch zu praxiserprobten Workflows.

Teilhabe

  • Kontextsensibel kombinierte Methoden – etwa audiovisuelle, künstlerische oder alltagsnahe Zugänge – können Beteiligung stärken.

  • Offene Fragen bestehen hinsichtlich der Anerkennung von Kokreation im Wissenschaftssystem.

  • Es besteht Interesse an Einblicken in laufende Projekte und an einer gemeinsamen Klärung methodischer Vorgehensweisen.

Praxis-Kooperation

  • Unterschiedliche Erwartungen und Positionierungen erfordern transparente Prozesse sowie eine bewusste Reflexion von Hierarchien.

  • Mehrsprachigkeits- und Reflexionskompetenz wurden als zentrale Voraussetzungen für erfolgreiche Kooperation identifiziert.

Austausch zu Bedarfen und Ressourcen

Neben den thematischen Diskussionen stand der Austausch über Bedarfe und Ressourcen in der Forschung über und mit Mehrsprachigkeit im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden identifizierten verschiedene Bedarfe und Angebote, die in einer Übersichtstabelle zusammengefasst wurden.

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Rückblick Ideenschmiede #1: Methodischer Austausch

Die Hildesheimer Diversitäts- und Migrationsforschung wird  nicht nur durch eine große Bandbreite an Disziplinen getragen, damit einher geht auch ein großer Pool an Methodenkompetenz. Neben den klassischen quantitativen und qualitativen Zugängen arbeiten Hildesheimer Forschende auch mit experimentellen, partizipativen und künstlerischen Forschungsdesigns. 

Im Rahmen einer Ideenschmiede hat das ZBI am 2. September 2025 zu einem Methodischen Austausch eingeladen. Im Anschluss an ein akademisches Speeddating zu den Forschungsschwerpunkten und methodischen Präferenzen der Anwesenden folgte eine angeregte Diskussion zu unterschiedlichen Forschungsparadigmen. Anhand eines Inputs zu empirisch-analytischer Forschung, die auf Grundlage von Individualdaten nach Repräsentativität und Generalisierbarkeit der Forschungsbefunde strebt, erörterten die Teilnehmenden grundsätzliche Herausforderungen der Fragebogengestaltung und damit verbundenen Kategorienbildung, insbesondere im Bildungsmonitoring. Wie lassen sich individuelle Merkmale, die auf eine Migrationsbiographie verweisen, sinnvoll erheben, welche Vor- und Nachteile sind mit der Bildung von Gruppen etwa durch die Eigenschaft eines „Migrationshintergrunds“, der Staatsangehörigkeit oder des Geburtslandes der Eltern verbunden? Und vor allem: welche Effekte ergeben sich aus diesen so festgelegten Gruppenzugehörigkeiten für die Bildungsteilhabe? Welche Bruttoeffekte ergeben sich gegebenenfalls aus soziostrukturellen, ökonomischen oder sprachbezogenen Effekten, wie kommen diese zustande und inwiefern lassen sich Diskriminierungseffekte identifizieren?

Abseits dieser methodologischen und konzeptionellen Fragen stand auch ein Praxis-orientierter Aspekt im Fokus des Austauschs: die Rolle von Sprache in Interviewsituationen. Während es in der Erstellung und Übersetzung von Fragebögen ein Repertoire von Best Practice gibt, kann sich in der qualitativen Forschung der Zugang zu Interviewpartner*innen bzw. kompetenten Sprachmittler*innen als Herausforderung darstellen. Aus sprachwissenschaftlicher Forschung ist die aktive Rolle von Dolmetschenden bekannt. Die Erfahrungen der Hildesheimer Wissenschaftler*innen zeigt jedoch, dass sich teilweise fehlende Professionalität oder Kenntnisse in bestimmten Forschungsfeldern, aber auch die Intervention und Färbung des Gesagten durch  Übersetzer*innen als problematisch darstellen können. Die Teilnehmenden berichteten zudem von unterschiedlichen Reaktionen der Interviewten auf die Sprachmittlung in teilweise sehr persönlichen Interviewthemen. Inwiefern der Einsatz von Künstlicher Intelligenz für die Übersetzung in Interviewsituationen ein  gangbarer Weg (besonders mit Blick auf den Datenschutz) wäre, bildete den Abschluss der Diskussion.

An diesen methodischen Austausch, gerade hinsichtlich der Rolle von Sprache, schließt nahtlos die zweite ZBI-Ideenschmiede an: Sie behandelt Mehrsprachigkeit als Querschnittthema und findet online am 10. Oktober 2025, 10.00 bis 12.00 Uhr statt. Anmeldungen können bis zum 02.10. an zbi@uni-hildesheim.de geschickt werden. Alle Forschenden der Universität Hildesheim, die zu Migration und migrationsbezogener Diversität arbeiten, sind herzlich hierzu eingeladen!

Ferner möchten wir Sie bereits jetzt auf einen weiteren Termin im Wintersemester hinweisen: Unser Forschungsretreat findet vom 23. bis 25. Februar 2026 statt. Wir würden uns sehr freuen, Sie auch dort begrüßen zu dürfen.

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Rückblick auf den Auftakt des ZBI-Forschungsdialogs „Migration & Diversität“

Zum Auftakt des ZBI-Forschungsdialogs „Migration & Diversität“ kamen kürzlich Wissenschaftler*innen der Universität Hildesheim in einem World Café-Format zusammen, um sich über Forschungsschwerpunkte und mögliche Synergien ihrer vielfältigen Arbeitsbereiche auszutauschen.

Im Fokus standen die Themenfelder Bildung & SpracheFluchtmigration & GeflüchteteTeilhabe & Diskriminierungsowie Politik & Struktur. In lebendigen Diskussionen wurden zentrale Konzepte und Theorien beleuchtet, interdisziplinäre Schnittstellen sichtbar gemacht und neue Perspektiven eröffnet.

Ein Beispiel für solche Verbindungen war das Thema Mehrsprachigkeit, das disziplinübergreifend Forschungsinteressen etwa aus Linguistik, Soziologie und Sozialer Arbeit miteinander verknüpfte. Auch Fragen zur Kategorisierung von Migration sowie deren wissenschaftlicher Reflexion, etwa aus psychologischer oder politikwissenschaftlicher Sicht, wurden intensiv diskutiert. Unterschiedliche Verständnisse zentraler Begriffe wie Integration oder gesellschaftlicher Zusammenhalt verdeutlichten zudem die Vielschichtigkeit der Debatten.

Der Austausch hat gezeigt, wie erkenntnisreich und bereichernd der interdisziplinäre Dialog ist und wie wichtig es ist, diesen kontinuierlich weiterzuführen.

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