Diversity & Hochschule

Diversity Monitoring: Vielfalt sichtbar machen. In Vielfalt studieren

Das Zentrum für Bildungsintegration führte im Wintersemester 2013/2014  erstmal ein universitätsweites Diversity-Monitor durch. Unser Ziel ist es, den Studierenden auf dieser Grundlage in Zukunft Angebote bereitzustellen, die auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind, und ihnen vielfältige Unterstützung anzubieten, damit sie ihr Studium an der Universität Hildesheim mit Erfolg absolvieren können.

Die Ergebnisse finden Sie hier: Diversity Monitor an der Stiftung Universität Hildesheim 2013

Diversity in Israel und Deutschland - German Israeli Young Researchers‘ Exchange on Diversity

Das Austauschprojekt zwischen der Universität Haifa und der Stiftung Universität Hildesheim fokussiert auf das Zusammenleben in pluralen Gesellschaften und richtet sich an junge Wissenschaftler_innen, die empirisch zu Diversity forschen und derzeit Qualifikationsarbeiten (MA oder PhD) anfertigen. Durch das wechselseitige Kennenlernen und den Austausch über Forschungsprojekte und Forschungspraxis in ähnlichen Themengebieten sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den jeweiligen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskursen über Diversity erarbeitet und sichtbar gemacht werden. Israelische und deutsche Studierende untersuchen gemeinsam, wie verschiedene Dimensionen von Diversity (Ethnizität, Gender, Alter, Behinderung etc.) in Israel und Deutschland im öffentlichen und wissenschaftlichen Raum konzipiert und verhandelt werden. Betrachtet werden soll darüber hinaus, ob und wie diese jeweils spezifischen Konstruktionen von Differenz in relevanten gesellschaftlichen Praxisfeldern (vornehmlich im Bildungsbereich) zum Tragen kommen und dabei grundlegend für In- bzw. Exklusionsprozesse werden.

Die Verwendung des Begriffs  "Diversity" ist in jüngster Zeit sowohl in wissenschaftlichen  als auch in öffentlichen Debatten über die Konstitution moderner Gesellschaften zu einem Schlüsselbegriff avanciert. Diversity wird durch eine Reihe von Kriterien wie Alter (Generation), Geschlecht (Gender, sexuelle Orientierung), race (nationale oder ethnische Herkunft), Geburtsort oder Herkunft (Migrationserfahrung), physisch/psychische Fähigkeit (Gesundheitszustand), Sprache (linguistisches Kapital), Klasse (sozio-ökonomischer Status), Raum (Stadt vs. Land, Zentrum vs. Peripherie) und Religion (kulturelles Erbe) definiert. Die soziale Relevanz dieser Kategorien variierte über Zeit und Raum sowohl in Israel als auch in Deutschland. Das Spannungsverhältnis zwischen Heterogenität und Homogenität bestimmt die sich verlagernden Grenzen, innerhalb derer pädagogische, politische und soziale Konzepte im Umgang mit  Vielfalt entwickelt und umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang sollen insbesondere auch Prozesse der Exklusion und Inklusion näher betrachtet werden.  Neben der übergeordneten Frage, was ethnisch, religiös und sozial heterogene Gesellschaften zusammenhält, verfolgt das Projekt folgende Teilfragen: 

Welche Narrative von Diversity lassen im heutigen Israel und in Deutschland ausmachen? Wie werden Dimensionen von  Vielfalt in beiden Länder vermittelt und verhandelt? Was sind die wissenschaftlichen und methodischen Herausforderungen im Schwerpunkt  Diversity-Forschung? Wie konzipieren die jungen Wissenschaftler_innen ihre empirischen Arbeiten in diesem Bereich? Wie positionieren sie sich selbst als Forscher_innen und Bürger_innen innerhalb dieses gesellschaftlichen Diskurses? Schließlich geht es auch um die grundsätzliche Frage, was ethnisch, religiös und sozial heterogene Gesellschaften zusammenhält?

Das Projekt bringt 16 junge israelische und deutsche Wissenschaftler_innen zusammen, die in ihren Promotions- oder Masterarbeiten unterschiedliche Aspekte von Diversity untersuchen, d.h. die Arbeiten sind in dem breiten Feld der Diversity Studies angesiedelt, stammen aber aus unterschiedlichen Fachrichtungen (Pädagogik, Musikwissenschaft, Religionswissenschaft, Geographie, Soziologie etc.) Ferner liegt ein Fokus auf Methoden der qualitativen Sozialforschung oder auf einer kombinierten Herangehensweise mit quantitativen und qualitativen Methoden. 

Die Partner-Universitäten werden in 2013 und 2014 insgesamt vier interkulturelle Forschungswerkstätten ausrichten. Die erste Forschungswerkstatt findet im Dezember 2013 in Deutschland (Berlin und Hildesheim) statt.

Die thematische, theoretische und konzeptionelle Gestaltung obliegt den  Projektpartner_innen (Georgi, Hotam, Agbaria, Hadar). Die ersten zwei Workshops (jeweils einer in Israel und einer in Deutschland) dienen dem Kennenlernen, dem strukturierten Austausch über Forschungsthemen und Forschungsdesigns sowie der Etablierung einer gemeinsamen Arbeitskultur. Es werden Lerngruppen (nach Möglichkeit Tandems) gebildet und die Teilnehmenden tauschen sich über die wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurse zu Diversity in beiden Ländern aus. Die nächsten zwei Workshops werden sich auf die Praxis und den Verlauf der Forschungsprojekte der jeweiligen Teilnehmenden im Rahmen der israelischen-deutschen Tandems konzentrieren. Die Studierenden begleiten sich gegenseitig ins Forschungsfeld, erheben, diskutieren und interpretieren dabei gemeinsam empirische Daten. Durch die Auseinandersetzung mit dem Feld (z. B. Beobachtungen der Bildungspraxis in konfessionellen Kindergärten, Auswertungen von mehrsprachigen Schulprogrammen, ethnographische Erkundungen zur Verhandlung von Geschlechtsidentitäten in Schulklassen oder Interviews mit Lehrpersonen, die Minderheiten angehören) erhalten die jungen Forscher_innen die einzigartige Gelegenheit, exemplarisch sehr konkrete Einblicke in die von Diversität betroffenen gesellschaftlichen Handlungsfelder zu gewinnen.   

Supervising Team

Projektleitung

Prof. Dr. Viola B. Georgi, Stiftung Universität Hildesheim, Zentrum für Bildungsintegration (E-Mail: georgiv@uni-hildesheim.de)

Dr. Yotam Hotam, University of Haifa (E-Mail: yhotam@gmail.com)

Kooperationspartner_innen

Dr. Ayman Agbria, Institut für Erziehungswissenschaft, University of Haifa (E-Mail: aagbaria@edu.haifa.ac.il)

Dr. Linor Hadar, Institut für Erziehungswissenschaft, University of Haifa/Beit Berl Academic College (E-Mail: lhadar@edu.haifa.ac.il)

Das Projekt „German-Israeli Young Researchers' Exchange on Diversity“ wird gefördert von der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum | קרן פורום העתיד גרמניה- ישראל.