Franziska Schmidt

Franziska Schmidt

#5 Stimmen zur Wissenschaftskommunikation

Stimme Nummer 5 unserer Reihe „Stimmen zur Wissenschaftskommunikation“ gehört Amelie Reigl, die in den sozialen Medien auch als @dieWissenschaftlerin bekannt ist. Die studierte Biologin promoviert an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und betreibt Wissenschaftskommunikation auf TikTok und Instagram, indem sie Einblicke in ihren Alltag als Wissenschaftlerin gibt – sowohl im Labor als auch privat.

Gute Wissenschaftskommunikation bedeutet für Amelie Reigl vor allem eins: Neugierde wecken und die Begeisterung für die Wissenschaft mit anderen teilen, sodass diese im besten Fall Lust bekommen, sich weiter mit einem bestimmten Thema auseinanderzusetzen. Sie möchte Wissenschaft „Mainstream machen“ und durch eine klare und verständliche Kommunikation versuchen, auch Menschen in die Welt der Wissenschaft einzuladen, die mit dieser bisher wenig bis gar nicht in Berührung gekommen sind.

Wer sollte nun Wissenschaft kommunizieren? Die promovierende Wissenschaftlerin findet, dass die Kommunikation über die eigene Arbeit bei Wissenschaftler:innen nicht vorausgesetzt werden sollte, da Wissenschaftskommunikation sehr zeitaufwendig ist und im wissenschaftlichen Umfeld noch immer auf Vorurteile stößt. Ihr Wunsch ist es daher, dass Institutionen und Hochschulen nicht nur selbst Wissenschaftskommunikation betreiben, sondern einzelne Wissenschaftler:innen in ihrer Kommunikation unterstützen und aus- oder weiterbilden.

Wichtig ist die Wissenschaftskommunikation vor allem deshalb, weil sie Menschen begeistern kann: „Ich kann ihnen eine Welt zeigen, die ich unglaublich toll finde“. Durch transparente Kommunikation können außerdem Diskurse sowie Raum für Meinungsaustausch geschaffen werden. Dafür muss die Wissenschaftskommunikation allerdings zunächst als relevante Aufgabe wahrgenommen und als Teil der Wissenschaft anerkannt und akzeptiert werden – auch deshalb, weil es gerade bei Angriffen in den sozialen Medien Rückhalt für die betroffenen Wissenschaftler:innen bedarf. Amelie Reigl sieht die Dynamik der sozialen Netzwerke jedoch nicht ausschließlich als Gefahr an: „Dabei zeigt es mir aber auch wieder, wie wichtig es ist, dass Wissenschaftskommunikation betrieben wird, weil sehr viele Falschaussagen und Fake News als Kommentar darunter stehen“.

Man sollte die Gefahren also als Herausforderung sehen und das große Ganze im Blick haben, Begeisterung verbreiten, Schwächen sowie Herausforderungen aufzeigen und Diskurse anregen – denn Wissenschaft ist überall und betrifft jeden von uns.

Unsere Videoreihe wird in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Eine Übersicht der Videos ist im Reiter Wissenschaftskommunikation zu finden. Reinschauen und mitdiskutieren – Wissenschaft funktioniert nur im Dialog!

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