Fachtagung "Kommunikative Inklusion"

- digital / hybrid am 15. und 16. Oktober 2021

In Theorie und viel Praxis will die Fachtagung einen weit gefächerten Blick auf die Thematik der inklusiven Kommunikation einnehmen und vielfältige Möglichkeiten der praktischen Umsetzung vorstellen. In Formaten von Keynotes, Vorträgen und vor allem von Workshops werden Akteur_innen aus Praxis, Forschung und Lehre das Feld in den Blick nehmen und aus verschiedenen Perspektiven in den Workshops interaktiv mit den Teilnehmer_innen umsetzen. Die Workshops finden zum Teil als digitales Format und zum Teil als Präsenzveranstaltung statt (ausführlich siehe Veranstaltungsflyer).

Für die Keynote mit dem Titel „Begründungszusammenhänge von Kommunikation und Inklusion“ konnte Prof. Dr. Georg Feuser gewonnen werden, der in seinem Vortrag die entwicklungspsychologischen Aspekte des Zusammenhangs fokussiert. Die Gastrede hält Maike Plath zum Thema Das Mischpult-Prinzip – Vom Gehorsam zur Selbstverantwortung: Grundvoraussetzungen für gesellschaftliche Vielfalt und Potentialentfaltung". Die Keynote sowie die Gastrede werden live gestreamt.

Die Fachtagung "Kommunikative Inklusion" verfolgt das Ziel, Wege zur Förderung einer inklusiven Kommunikation und Möglichkeiten der Umsetzung und Anwendbarkeit in der pädagogischen Arbeit vor Ort aufzuzeigen. Sie richtet sich an alle Personen aus dem Bildungsbereich, die eine nachhaltige und uneingeschränkte Teilhabe von Menschen im Bereich Bildung mitgestalten wollen.

Veranstaltet wird die Fachtagung vom Institut für Erziehungswissenschaft/Weiterbildungsmaster “Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ in Kooperation mit dem Institut unterstrass.edu sowie der Plattform Zukunft Inklusion (ZINK).

Für die Tagung fallen Teilnahmegebühren an. Anmeldeschluss ist am 30. September 2021.


Programm

15. Oktober 2021

  • 14.00 Uhr: Begrüßung
  • 14.10 Uhr: Maike Plath
  • 15.30 Uhr: Pause
  • 16.00 Uhr: Prof. Dr. Georg Feuser (Keynote)
  • 17.00 Uhr: Diskussion
  • 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr: Digital-Workshops 1, 4
  • 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr: Präsenz-Workshops 2, 3

16. Oktober 2021

  • 09.30 Uhr bis 11.00 Uhr: Digital-Workshops 4, 5, 8
  • 09.30 Uhr bis 11.00 Uhr: Präsenz-Workshop 6
  • 09.30 Uhr bis 13.00 Uhr: Digital-Workshop 7 (findet durchgehend statt)
  • 11.30 Uhr bis 13.00 Uhr: Digital-Workshops 1, 5, 9
  • 11.30 Uhr bis 13.00 Uhr: Präsenz-Workshops 6 und 10

Workshops

Bitte beachten Sie, dass bei den Präsenzworkshops 2, 3, 6 und 10 keine digitale Zuschaltung möglich ist.

(1) Herausforderndem Verhalten begegnen: Chancen und Grenzen Unterstützter Kommunikation

Alina Bindrim / digital

Kommunikation ist ein menschliches Grundbedürfnis. Um Kindern mit verzögerter Sprachentwicklung Frust und Missverständnisse zu ersparen und um herausforderndem Verhalten entgegenwirken zu können, wird den Teilnehmenden des Workshops Grundlagenwissen über die „Unterstützende Kommunikation“ (UK) vermittelt und Ideen für die praktische Umsetzung an die Hand gegeben.


(2) Teilhabe im (pädagogischen) Arbeitsalltag - Eine Frage des Miteinanders?!

Dr. Marc Ruhlandt und Kristina Schmidt / in Präsenz

Die Teilnehmenden dieses Workshops können an der Keynote sowie an der Gastrede in Präsenz teilnehmen.

In diesem Workshop werden theoriegeleitete Ansätze und Praktiken zur chancengerechten Teilhabe im (pädagogischen) Arbeitsalltag erarbeitet und zur gemeinsamen Diskussion gestellt. Ziel ist es, die Erfahrungen der Teilnehmenden gemeinsam zu betrachten und Weiterentwicklungspotenziale herauszuarbeiten.


(3) "Ohne Worte" - gelingende Kommunikation von Anfang an

Julia Krankenhagen und Anna Dintsioudi / in Präsenz

Die Teilnehmenden dieses Workshops können an der Keynote sowie an der Gastrede in Präsenz teilnehmen.

Wie können Kinder ohne Deutschkenntnisse von Beginn an gut und ressourcenorientiert in der Kita begleitet werden? Für pädagogische Fachkräfte mit einsprachig geprägten Bildungsbiografien gehört mehrsprachiger Spracherwerb nicht zum persönlichen Erfahrungsschatz. Durch eine praktische Übung wird die Situation der Kinder erlebbar gemacht und reflektiert. Auf diese Erfahrungen aufbauend werden im Anschluss Handlungsstrategien für einen gelingenden Alltag entwickelt.


(4) MIT KINDERN REDEN – Der Dialog als pädagogisches Prinzip

Tanja Rensch-Blattner / digital

Die Lehrperson übernimmt im aktuellen Schulalltag immer mehr auch die Rolle des Coachs. Dazu sind dialogische Kommunikationskompetenzen erforderlich. Diese Kompetenzen stehen im Mittelpunkt des Workshops und werden anhand von Videosequenzen auf ihre Qualität hin aufgezeigt. Im Weiteren wird der Frage nachgegangen, wie sich die dialogische Kommunikation im Alltag der Eingangsstufe auf die Faktoren Bindung und Beziehung, auf Lernen und Entwicklung sowie auf die Gestaltung von Prozessen und auf das Classroom-Management auswirkt.


(5) „Also ich würde nie sagen, Charlotte kann noch nicht laufen" - Institutionelles Sprechen über Kinder mit sogenannter 'Behinderung' in inklusiven Kontexten

Dr.in Katja Zehbe / digital

Wie kann ein institutionelles Sprechen über Stärken und Schwächen, Potenziale wie Defizite eines Kindes gelingen? Der Workshop möchte eine reflexive Perspektive auf das Konstrukt ‚Behinderung‘ stark machen, auf Dilemmata im institutionellen Sprechen eingehen und praxisnah gemeinsame Überlegungen ermöglichen, wie ein Sprechen über Kinder in all ihren Facetten möglich ist.

(6) Interkulturelle Kommunikation: Je größer die Vielfalt, desto leichter die Inklusion

Britta Engelhardt und Angelika Wesener / in Präsenz

Inklusives Zusammenleben erfordert eine bestimmte Haltung. Dazu gehört der Abbau von Vorurteilen und Berührungsängsten, aber auch die Wertschätzung gegenüber dem Andersartigen. Heterogenität und Vielfalt sind Normalität und werden als Chance, Ressource und Bereicherung für die Gesellschaft erlebt. Wie dies im Berufs-Alltag gelingen kann, wird gemeinsam im Workshop erarbeitet.


(7) Biografisches Arbeiten mit dem ÖkoCheck

Dr.in Kerstin Büschges / digital

Der Workshop bietet die Möglichkeit, sich detailliert mit einem konkreten individuellen Ziel bzw. biografischen Thema zu beschäftigen. Mithilfe des ÖkoChecks lässt sich der Prozess einer angestrebten Veränderung bewusst positiv steuern. Im Fokus der Arbeit steht hierbei die Balance zwischen zu bewahrenden und zu verändernden Aspekten.


(8) Coaching-Gespräche als effektive Möglichkeit, die Beziehung zu Schülerinnen und Schülern zu verbessern

Dr. David Labhart und Dr.in Eveline von Arx / digital

Das Thema Coaching von Schülerinnen und Schülern durch Lehrpersonen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Aus der Therapie- und Coaching-Forschung ist bekannt, dass die Beziehungsgestaltung einen bedeutenden Wirkfaktor für den Beratungsprozess darstellt. Im Workshop wird die Frage vertieft, wie eine beziehungsförderliche Haltung im Coaching gelebt werden kann.


(9) Aufgabenqualität und Prozessgestaltung als wichtige Elemente eines gemeinsamen Unterrichts am gemeinsamen Gegenstand

Prof. Dieter Rüttimann / digital

Im Fazit zu einer grossen Videostudie fordert Kurt Reusser eine bessere Aufgabenqualität. Aufgaben müssten zum Denken und Problemlösen anregen, unterschiedliche Verstehenstiefen ermöglichen, verschiedene Zugänge bieten, fachliche Kernideen repräsentieren und den Austausch von Ergebnissen und Strategien begünstigen. In der Beratung wie auch im Pflegebereich gibt er ermutigende Erfahrungen in transparenter Prozessgestaltung.
Der Workshop bietet eine kurze Einführung in Theorie und Empirie von Aufgabenqualität und Prozessgestaltung und vor allem viele praktische Aufgaben, die in Zweiergruppen oder gemeinsam gelöst werden können.


(10) Escape Room - ein kreativer Einstieg für Gruppen zum Thema Inklusion

Katharina Baumeister, Almut Kuchmetzki-Mull, Tim Pfeifer / in Präsenz

Der Escape Room "Werte der Welt" vermittelt einen niedrigschwelligen und offenen Einstieg in das Thema Inklusion. Durch das gemeinsame Erleben im Spiel wird es möglich, sich über das eigene Verständnis von Inklusion auszutauschen, Vorstellungen von Inklusion zu reflektieren und sie stetig weiterzuentwickeln. Der mobile Raum ist insbesondere für pädagogische Berufsgruppen gedacht und liefert in einer lockeren Atmosphäre Gesprächsimpulse für eine anschließende thematische Arbeit. Entwickelt wurde das mehrfach erprobte Konzept an der Universität Hildesheim im Masterstudiengang "Inklusive Pädagogik und Kommunikation". Der Escape Room wird im Workshop gemeinsam gespielt und besprochen.