Denken in Beziehungen. Relationale Ontologien und Epistemologien aus Afrika, den Amerikas und der Māori-Philosophie (Antrittsvorlesung)
Mittwoch, 17. Dezember 2025 – 18:00 Uhr- FB 2 / Institut für Philosophie -
Wo? Hs50.3.02 Aula, KC, Domänenstraße, 31141 Hildesheim
Wann? 17.12.2025, 18:00 Uhr
Referent*in: Prof. Dr. Anke Graneß
Info: In jüngerer Zeit gibt es vermehrt Debatten um „relationale Ontologien“. Mit diesem Begriff bezeichnet man Ansätze, in denen das Sein nicht isoliert oder als Eigenschaften voneinander unabhängiger Einheiten gedacht wird, sondern von vornherein als in Beziehungen stehend. Im Gegensatz zur sogenannten Substanzontologie liegt der Fokus auf den Beziehungen zwischen Entitäten, die als grundlegender betrachtet werden als vermeintlich stabile, selbstidentische Entitäten. Heute werden solche Ideen auch in Europa/Nordamerika wieder lebhaft diskutiert – und zwar nicht nur in der Philosophie, sondern auch in anderen Wissenschaften, von der Informatik bis hin zur Psychologie. Besonders stark verbreitet – und historisch tief verwurzelt – sind Vorstellungen einer relationalen Ontologie jedoch schon lange in sogenannten indigenen Wissensbeständen in Afrika, den Amerikas oder Ozeanien. Weltanschauungen, die auf relationalen Ontologien basieren, haben ethische wie auch epistemische Konsequenzen. Anhand ausgewählter Beispiele aus den Diskursen zu indigenen Philosophien verschiedener Kontinente, führt der Vortrag in diese Problematik ein und diskutiert insbesondere die Herausforderungen relationaler Epistemologien für die Disziplin der Philosophie.