Universitätsgesellschaft zeichnet engagierte Hochschullehrer aus

Nach der Preisverleihung: Jan Hellwig, Lore Auerbach, Willfried Beck, Kristian Folta-Schoofs, Ingo Meyer, Min Chen und Rainer Hermeling (Foto: tH)

(tH) „Bildung ist der Motor einer Leistungsgesellschaft, und Wissenschaft ist die Basis für ihre weitere Entwicklung.“ Dr. Rainer Hermeling, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Hildesheim, freute sich, in diesem Sinne drei Hildesheimer Hochschullehrer auszeichnen zu können, die sich in besonderer Weise für Bildung und Wissenschaft in der Region Hildesheim engagieren.

Den „Preis der Universitätsgesellschaft“ verleiht diese alle zwei Jahre. Er ist mit 1.000 Euro dotiert und ist, so Hermeling, eine Auszeichnung für die Universität, eine Ehrung für die Preisträger, eine Motivation für die Kolleginnen und Kollegen und eine Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.

Der Veranstaltungsort, das Zentrum für Weltmusik in der ehemaligen Timotheuskirche, sei ein Paradebeispiel für die Absicht der Universitätsgesellschaft, das besondere Engagement für die Gestaltung einer offenen Bildungslandschaft zu prämieren, meinte der Vizepräsident der Stiftung Universität Hildesheim, Dr. Matthias Kreysing, in seinem Grußwort. Es gehe auf die Instrumentensammlung von Rolf Irle zurück, die in der ehemaligen Stadtteilkirche Raum gefunden habe und lade jeden Monat die interessierte Öffentlichkeit zur Kulturbegegnung ein.

Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer unterstrich die Wechselbeziehung von bürgerschaftlichem Engagement, Universitäts- und Stadtentwicklung. Aus der Kultur- und Bildungsszene sei die Universität nicht mehr wegzudenken. Allerdings würde er sich freuen, wenn mehr Studierende und Lehrende auch in Hildesheim wohnten. Meyer dankte den Hildesheimer Sponsoren der mehr als sechzig Deutschlandstipendien, die den Empfängern mit der Kofinanzierung des Bundes jährlich 3.600 Euro zur Verfügung stellen. Er freute sich über die Verflechtung der Hochschulen mit der Wirtschaft und sah darin einen verlässlichen Garanten für Wachstum. Und er möchte die „wunderbare Kreativität“ die Hildesheimer Hochschulen für die Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt nutzen.

Der „Preis der Universitätsgesellschaft“ zeichnet zum einen Hochschullehrer und zum anderen Projekte mit Studierenden aus. Dr. Rainer Hermeling zeigte mit seiner Laudatio für Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs, dass diese Abgrenzung eher akademisch ist, denn an vielen Projekten, mit denen Folta-Schoofs seit 2008 in der Bildungslandschaft Hildesheim unterwegs war, beteiligten sich auch Studierende. Beispielhaft nannte Hermeling Kooperationen mit der Diakonie Himmelsthür, mit dem Ameos-Klinikum, mit der Medizinischen Hochschule Hannover, aber auch mit Continental oder dem Roemer- und Pelizaeus-Museum. Dazu hielt Folta-Schoofs über hundert Vorträge in Kindergärten und Schulen sowie drei Jahre lang regelmäßig in Cafés – „Studieren im Café“ nannte er sein Programm.

Unterwegs in Hildesheim sind auch Jan Hellwig und Willfried Beck, denen die Ehrenvorsitzende der Universitätsgesellschaft, Dr. Lore Auerbach, den Preis überreichte. Die Musikdozenten motivieren seit 1995 Studierende zu Auftritten in der Stadt. Mit Formaten wie „Bühne frei!“, „Finale“ oder „Musik an der Porta Salutis“ schafften sie es aber auch, Öffentlichkeit und Studierende zusammenzubringen. Ganz beiläufig geschieht das bei den inzwischen zwanzig Wanderkonzerten im Juli an ganz überraschenden Stellen in der Stadt.

Die Pianistin Min Chen sorgte dafür, dass sich vor den rund hundert Gästen eine noch viel größere Landschaft öffnete. Mit dem „Gebet einer Jungfrau“ entführte sie sie nach Polen, mit „Flöte und Trommel“ in ihre Heimat China und mit dem „Juni“ aus Tschaikowskys „Jahreszeiten“ nach Russland. Die Sommerstimmung übertrug sich auf den abschließenden Empfang, den das Hofcafé-Team liebevoll im ehemaligen Pfarrgarten vorbereitet hatte.