Mediendidaktik
Wir beraten bei der Konzeption und Umsetzung digital gestützter Lehr-Lernszenarien:
- Wir unterstützen bei der Nutzung des Learnwebs, um die Präsenzlehre durch seine vielseitigen Funktionen zu ergänzen, z.B. in Form interaktiver h5P-Formate oder Austausch-, Mentoring- und Feedbackkanäle.
- Wir stärken den Einsatz hybrider Lernarrangements, die zeitliche und räumliche Flexibilität ermöglichen und Interaktion und Austausch fördern.
- Wir informieren zu den Querschnittsthemen Barrierefreiheit und Offenheit.
- Wir vermitteln Peers und weitere Expert:innen.
Forschungsstand & Tipps
Wir fassen aktuelle Forschugsstände zusammen und geben Tipps zur konkreten Umsetzung.
Sprechen Sie uns gern an, wenn Sie Unterstützung benötigen.
Social Reading & Annotating
Barrierefreiheit
Barrierefreiheit ist bei der Planung und Durchführung von Lehr-Lernveranstaltungen von zentraler Bedeutung, weil sie allen Studierenden gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht.
Die folgenden zwei praxisnahen Orientierungshilfen des SHUFFLE-Projekts unterstützen Sie dabei, Ihre Learnweb-Kurse sowie Ihre Lehr-Lernmaterialien systematisch auf Barrierefreiheit zu prüfen und ggf. zu verbessern:
Vision & Ansatz
Die Vision
Die SdLL setzt sich dafür ein, dass die folgenden Aussagen schon bald für die Universität Hildesheim als Ort der wissenschaftlichen, beruflichen und künstlerischen Kompetenzentwicklung zutreffen:
- Digitale Medien und Tools sind selbstverständlicher Bestandteil unterschiedlicher Lehr-Lernszenarien an der UHi.
- Alle Lehrenden und Studierenden der UHi sind kompetent im Einsatz digitaler Lehr-Lernmedien.
- Lehrende erhalten bei Themen zu digitalem Lehren und Lernen zuverlässige und wissenschaftlich fundierte Unterstützung durch die SdLL.
- Die konstruktiv-kritische, empirisch-evidenzbasierte Reflexion und Weiterentwicklung digitaler Lehr-Lernszenarien ist ständiger Bestandteil des Lehralltags an der UHi.
Wir freuen uns, diese Vision mit Ihnen gemeinsam umsetzen zu können!
Die wissenschaftliche Basis
Im Alltagsdiskurs wird die digitale Lehre gelegentlich als ‚Gegenteil‘ zur Präsenzlehre wahrgenommen. Die akademische Diskussion rund um das Konzept der Präsenz ist hingegen weitaus komplexer und differenzierter, denn physisch-räumliche Kopräsenz ist seit langem nicht mehr die einzige Möglichkeit für Menschen, sich kommunikativ gegenseitig ‚präsent zu sein‘. Das Empfinden sozialer Präsenz mit anderen Menschen (hier konkret: zwischen Lehrenden und Lernenden) funktioniert grundsätzlich raum- und medienunabhängig. Es beinhaltet vor allem die Wahrnehmung der Kommunikation als ‚normal‘ und unkompliziert und basiert auf Faktoren wie Zuverlässigkeit, Unmittelbarkeit und klaren beiderseitigen Vorstellungen über zeitliche Rahmen und Abfolgemuster zwischen den Kommunizierenden. Dozierende werden als ‚für Studierende präsent‘ wahrgenommen, wenn sie zuverlässige kommunikative Kanäle für den Austausch, das Lernmentoring und Feedback geöffnet halten. Intersoziale Charakteristika wie kommunikative Offenheit, Wertschätzung und Selbstwirksamkeitsempfinden (siehe unten) sind ebenso wichtig wie die Fragen nach der Technologie bzw. der geographische Nähe oder Distanz.
Die SdLL definiert vor diesem Hintergrund die folgenden Eckpfeiler für das Zusammenspiel aus Präsenz und Digitalität.
Die Universität Hildesheim ist eine Präsenzuniversität. Dies bedeutet, dass
- sie das physische Zusammentreffen der Statusgruppen auf dem Campus und in den Vorlesungs- und Seminarräumen als Normalfall definiert, um gemeinsam, diskursiv und sozial zu Lernen, zu Forschen und an Wissenschaft teilzuhaben. Klassische analoge Lehrveranstaltungen werden dabei bestmöglich durch digitale Tools unterstützt und augmentiert.
- sie in jenen Fällen, in denen telekommunikative bzw. telekopräsente Lehr-Lernformate sinnvoll sind, die UHi die Lehrenden und Lernenden einander bestmöglich sozial präsent macht. Dies gilt für synchrone und asynchrone digitale Lehr-Lernformate und umfasst somit mündliche und schriftliche Kommunikationsmodi.
- sie Lehrende dazu befähigt, selbst kompetent, differenziert und evidenzbasiert zu entscheiden, welche Kombinationen möglicher Präsenzformaten – analoge und digitale, also z.B. auch hybride und blended Formate – in welchen fachspezifischen Lernszenarien am sinnvollsten sind. Die SdLL schult und unterstützt diese Entscheidungskompetenzen.
Lernendenzentrierung
Gute Didaktik orientiert sich nicht nur an den Kompetenzentwicklungszielen des Curriculums, sondern auch und vor allem an den Bedürfnissen der Lernenden. Im Idealfall werden die Studierenden in die Lage versetzt, die digitalen Angebote und Inhalte der Universität Hildesheim an ihr Lernverhalten und ihre Nutzungsgewohnheiten anzupassen. Der reflektierte Umgang mit digitalen Medien und somit die Souveränität und Selbstbestimmtheit in digitalen Räumen sind somit sekundäre Lerneffekte, die von der SdLL in Zusammenarbeit mit den Lehrenden gefördert werden.
Selbststeuerung
‚Selbstgesteuertes Lernen‘ ist ein zentrales Schlagwort aktueller Didaktiken, gleichzeitig jedoch nicht unkontrovers. In der digitalen Mediendidaktik (der UHi) kann sich Selbststeuerung beziehen auf Lernziele und -inhalte, Lernmethoden und -medien, Lernorganisation oder auf die Evaluation des Lernfortschritts.
Das mediendidaktische Konzept der SdLL fördert die studentische Selbststeuerung dosiert und in didaktisch begründeten Umfängen und Kontexten, ohne eine ‚radikalindividualistische‘ Selbststeuerung mit – im Extremfall – ausschließlich digitalen Inhalten als Fernziel auszugeben. Stattdessen stärkt und betont sie die fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Kompetenzen der Lehrenden, sowohl als (klassisch) Dozierende als auch als (modernere) Lernbegleiter*innen ihrer Studierenden.
Selbstwirksamkeit und Lernmotivation
Das Erleben von Selbstwirksamkeit trägt wesentlich zum Lernerfolg bei, ebenso ist ihre Erfahrung notwendig zur Entwicklung von Fähigkeiten der (Lern-)Selbststeuerung. Das Lernen in und mit digitalen Medien birgt nachweislich die Gefahr, dass Lernende den eigenen Kompetenzzuwachs in der konkreten Lernumgebung nicht ausreichend wahrnehmen, und dass ihr (Lern-)Handeln für sie scheinbar keine ‚Effekte‘ hat. Dies kann demotivierend und entwicklungshemmend wirken. Die konzeptuelle Arbeit der SdLL nimmt die Herausforderung einer potentiellen ‚Selbstwirksamkeitskrise‘ in digitalen Studienkontexten wahr, und entwickelt Hilfestellungen und Feedbackmechanismen für Lehrende, die dieser Herausforderung entgegentreten.
Auch wenn bei Studierenden an der UHi im Idealfall die Freude an der eigenen Weiterentwicklung (also: intrinsische Motivation) stark ausgeprägt sein sollte, so ist das Studium mit dem Ziel eines formalen universitären Abschlusses grundsätzlich auch extrinsisch motiviert. Insofern sind in der Universität intrinsische und extrinsische Motivation nicht als sich gegenseitig ausschließendes Gegensatzpaar zu definieren. Die SdLL fördert fachdidaktisch sinnvolle Verknüpfungen und Hybridisierungen zwischen selbstbestimmten und (i.d.R. durch die Lehrenden) kontrollierten Arten der Motivation.
Team
PD Dr. Karsten Senkbeil
Dr. Svenja Lammers
Aliki Kaiser
Kontakt
sdll(at)uni-hildesheim.de
Tel.: 05121 / 883 93082
Räume
HC.B.1.05, HC.B.1.06