Universitätsprofessor für Kirchengeschichte

Donnerstag, 11. Januar 2018  / Alter: 159 Tage

Zum 1. Januar 2018 wurde Dr. Dr. Jörg Bölling zum Universitätsprofessor für Kirchengeschichte ernannt. In Hildesheim forscht und lehrt der Wissenschaftler am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim.

Jörg Bölling forscht und lehrt als Professor für Kirchengeschichte an der Universität Hildesheim. Er befasst sich in der Forschung unter anderem mit der Ökumene in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

In der Forschung befasst sich Prof. Dr. Dr. Jörg Bölling mit dem Papsttum, den Heiligen und den Kirchenreformen. Die Berufung auf die Professur für Kirchengeschichte in Hildesheim sieht Jörg Bölling als Chance: „Als Stadt und Bischofssitz spielt Hildesheim seit jeher eine große Rolle. An der Universität fasziniert mich die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Personen, Fächern und Fachbereichen – eine Folge kurzer Wege, aber auch unverkennbar erprobter Kooperationen kompetenter Persönlichkeiten. Das gilt gerade auch für die beiden theologischen Institute. Noch während meiner Tätigkeit als Professur-Vertreter meinte eine auswärtige Gutachterin zu mir, Hildesheim sei die aufstrebende junge Universität Niedersachsens. Ohne zu zögern habe ich daher ein Alternativangebot abgelehnt und den Ruf an die Innerste angenommen“, so Bölling.

Jörg Bölling bildet Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Katholische Theologie für Grund-, Haupt- und Realschulen in Hildesheim aus und für das Gymnasium in Hannover.

Aktuell befasst sich Professor Jörg Bölling in seinen Lehrveranstaltungen und in der Forschung mit der Ökumene in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. „Im Verbund mit anderen Expertinnen und Experten möchte ich Reformversuche aufspüren, die für gegenwärtige Fragen im Dialog von evangelischer, orthodoxer und katholischer Theologie wieder von Relevanz werden könnten.“ Daneben laufen Projekte zum Papsttum, zu einzelnen Heiligen und zur Hildesheimer Bistumsgeschichte.

Die Kirchengeschichte ist ein Teilbereich der Theologie, der Lehre von Gott (auch „Rede von Gott“), erklärt Jörg Bölling. „Sie reiht sich ein in einen ganzen Kanon weiterer, interdisziplinär aufeinander bezogener theologischer Fächer: Die Exegese befasst sich mit der Bibel, die Systematik mit Grundlagen und Inhalten des Glaubens sowie der christlichen Ethik, die Religionspädagogik fokussiert sich auf die Vermittlung. Die Kirchengeschichte setzt zeitlich dort an, wo die Exegese aufhört, historisiert die systematisch-theologischen Zugänge und sucht die für Schule und Gemeinde zentralen religionspädagogischen Gegenwartsbezüge von ihrer geschichtlichen Entwicklung her zu ergründen. Neben dieser innertheologischen Beziehung ist dieses mein Fach auch eng verbunden mit den anderen historisch arbeitenden Kultur- und Geisteswissenschaften.“

Jörg Bölling ist 1974 in Coesfeld im westlichen Münsterland geboren. In Münster wurde er zum Kirchenmusiker ausgebildet. Auf sein Studium der Fächer katholische Theologie (Lizentiat und Lehramt), Geschichte, Latein und Pädagogik (Lehramt für Sekundarstufe I und II, Staatsexamen 1999), im zweiten Studiengang auch Musikwissenschaft und historische Hilfswissenschaften, in Münster und Venedig, folgten Stipendien in Münster, Trient, Mailand und Rom, 2004 dann die Promotion in Geschichte (Dr. phil., Universität Münster), 2010 in Kirchengeschichte (Dr. theol., Universität Bochum) und 2013 die Habilitation für Mittlere und Neuere Geschichte sowie Historische Hilfswissenschaften (Universität Göttingen). Anschließend vertrat Bölling Professuren an den Universitäten Wuppertal, Göttingen und Hildesheim, hier auch mit Lehre in Hannover für die Lehramtsausbildung sowie für das Fach Religionswissenschaft. Wegweisend für die Forschung waren unter anderem  ein Forschungsstipendium am Deutschen Historischen Institut in Rom und der regelmäßige Aufenthalt am Römischen Institut der Görres-Gesellschaft von 2000 bis 2017, wo er unter anderem als Organist und Kantor der deutschen Kirche am Vatikan tätig sein durfte.

Von: Pressestelle/Isa Lange

Jörg Bölling forscht und lehrt als Professor für Kirchengeschichte an der Universität Hildesheim. Er befasst sich in der Forschung unter anderem mit der Ökumene in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim