Im Zusammenspiel mit der Geschichte: Das sanierte Pächterhaus auf dem Kulturcampus
Donnerstag, 27. November 2025 – 09:27 Uhr
Wer durch das sanierte Pächterhaus auf dem Kulturcampus geht, spürt unter den Füßen das historische Parkett, dessen Dielen das Licht der alten, aufbereiteten Fenster widerspiegeln. Die frisch gewählte, historisch belegte Farbgebung taucht die hohen Räume in ein warmes, fast zeitloses Licht. Wenn die schwere Holztür ins Schloss fällt, vermischen sich Spuren der Vergangenheit mit den Zeichen einer behutsamen Erneuerung. Im Pächterhaus begegnen sich Geschichte und Gegenwart.
„Das Hochwasser von 2017 bildete den Ausgangspunkt für umfassende Sanierungsmaßnahmen auf dem Kulturcampus,“ erzählt Anja Herbach, vom Dezernat für Bau- und Gebäudemanagement. Während das Brauhaus (Haus 48) aktuell noch restauriert wird und im Wintersemester 2026/27 der Kunstpädagogik neue Räume bieten soll, kann das Pächterhaus bereits in neuem Glanz erstrahlen. Herbach betont: „Dank finanzieller Unterstützung durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur ist es gelungen, das Haus grundlegend zu sanieren und die Spuren seiner langen Geschichte lebendig zu halten.“ Die Mauern erzählen von der Geschichte des Ortes, während moderne Technologien wie neue Heizungs-, Wasser- und Elektroinstallationen und Dämmung den aktuellen Anforderungen gerecht werden. Historische Handwerkskunst bleibt spürbar: Das alte Parkett knarrt leise unter den Schritten; die massiven Holztüren wecken Erinnerungen an die Vergangenheit. Im Rahmen einer sorgfältigen Farbuntersuchung wurde die ursprüngliche Farbgebung des Gebäudes rekonstruiert – „so begegnet den Besucher*innen heute ein Haus, das seine historische Erscheinung wiedergewonnen hat, aber nun auch barrierefrei ist, was uns am Fachbereich ein wichtiges Anliegen ist,“ freut sich Prof. Dr. Julius Heinicke, Dekan des Fachbereichs für Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation.
Vor der Sanierung waren lediglich das Erdgeschoss und das erste Geschoss zugänglich. Heute laden auch das ausgebaute Dachgeschoss und der Spitzboden zu neuen Nutzungsmöglichkeiten ein. Vier Fenster aus dem Jahr 1904 wurden restauriert. Die original erhaltene Treppe wurde ergänzt durch einen modernen Aufzug und eine Rampe, die einen barrierefreien Zugang ermöglichen. Neue Heimat haben im Pächterhaus das Literaturinstitut, das Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft mit der aus der Moltkestraße zugezogenen Abteilung Fotografie gefunden. „Die liebevoll renovierten Räume ermöglichen uns eine ganz andere Zusammenarbeit - zum ersten Mal überhaupt haben wir nun als Institut einen Ort für Gespräche, gemeinsames Nachdenken und Austausch. Auch die Lehre im Blauen Salon, unser Verlag edition pächterhaus und die Redaktion von litradio sind nun räumlich viel besser eingebunden - produktiv und stimmig,“ freut sich Prof. Dr. Annette Pehnt, Leiterin des Instituts für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft. Prof. Dr. Thomas Lange, Leiter des Instituts für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft ergänzt: “Wir freuen uns sehr, an unseren alten Ort zurückzukehren, der nicht mehr derselbe ist: funktionaler und komfortabler ist er geworden, und schöner auch. Es ist eine Wiederbegegnung, bei der wir erleichtert feststellen, wie sehr sich alles verändert hat.”
Am Mitwoch, 10. Dezember wird das Pächterhaus ab 17 Uhr feierlich eingeweiht. Universitätsangehörige sind zur Vernissage eingeladen. Infos gibt es hier.
Ineke Nithack