Hackathon-Premiere in der Universitätsbibliothek: Studierende entwickeln KI-Helfer für den Studienalltag
Freitag, 5. Dezember 2025 – 09:00 Uhr
Wer denkt, Bibliotheken hätten nur endlose Reihen an Büchern zu bieten, der irrt: Auch zum Entwickeln innovativer Software eignen sie sich hervorragend. Beim ersten Hackathon in der Universitätsbibliothek Hildesheim arbeiteten Studierende gemeinsam an KI-basierten Tools, die das Leben auf dem Campus einfacher machen sollen. Die Veranstaltung zeigte, wie digitale Innovation und klassische Lernorte miteinander verschmelzen können.
Vor zwei Wochen fand in der Universitätsbibliothek (UB) zum ersten Mal ein sogenannter Hackathon statt: ein aus der IT-Branche stammendes Veranstaltungsformat. Teams entwickeln innerhalb weniger Stunden gemeinsam innovative Ideen, programmieren Lösungen und präsentieren diese. Unter dem Motto „var little helpersAI – software that helps make students’ life better“ arbeiteten die Teilnehmenden von Freitagabend, 26. November, bis Samstagmorgen, 27. November, an KI-basierten Lösungen, die den Studienalltag erleichtern sollen.
Organisiert wurde das Event von der Fachschaft Informatik gemeinsam mit dem Team „Digitale Bibliotheksdienste“ der UB. Besonders die Informatikstudierenden wurden zum Mitmachen aufgerufen, aber auch Teilnehmende ohne Erfahrung in der Softwareentwicklung waren herzlich eingeladen, ihre Ideen beizutragen und damit die Partizipation von Studierenden an der Gestaltung des Campuslebens zu ermöglichen.
Die UB hatte der Fachschaft ihre Räumlichkeiten und organisatorische Unterstützung angeboten: Das Team sieht in KI-Diensten eine große Chance, universitäre Services zu verbessern. „Wir entwickeln selbst aktuell einen KI-basierten Chatbot, der künftig rund um die Uhr Auskünfte für Bibliotheksnutzende geben soll“, erklärt UB-IT-Angestellte Sina Haselmann. „Für die Entwicklung nutzen wir unter anderem Vibe Coding, das heißt, wir programmieren mithilfe einer Coding-KI. Dabei werden auf Basis von gezielten Prompts Codevorschläge generiert, die wir dann überprüfen und testen.“ Auch die Teilnehmenden beim Hackathon nutzten Vibe Coding zur Entwicklung, sodass sich ihre Projekte schnell und unkompliziert realisieren ließen.
Zur Abschlusspräsentation am Samstagmorgen konnte sich die Jury, bestehend aus Prof. Marc Hesenius und Dr. Sascha El-Sharkawy vom Institut für Informatik sowie Dr. Jarmo Schrader, Leiter der Abteilung „Digitale Bibliotheksdienste“, vom Ergebnis überzeugen. Besonders beeindruckt hat dabei der Prototyp des „Campus Compass“: ein Informationsangebot mit integriertem Chatbot, der das Wissen der Uni-Webseiten nutzt, um niedrigschwellig und KI-gestützt die Fragen von insbesondere ausländischen Studierenden zu beantworten. Die Telefonnummer der Präsidentin konnte der Chatbot während der Demo jedoch nicht herausgeben – denn diese steht (aus guten Gründen) nicht auf der Webseite.
Die Studierenden, die den Campus Compass entwickelt haben, wünschen sich nun eine Weiterentwicklung ihrer Lösung und die Unterstützung der Universität für einen dauerhaften Betrieb. „Gerade wenn man aus einem anderen Land kommt, ist der Studienalltag hier erstmal eine Herausforderung“, so ein internationaler Studierender, der das Projekt initiiert hat. „Aber viele von uns haben Ideen, wie das Uni-Leben leichter gemacht werden kann – und wollen sich aktiv einbringen.“
Stabsstelle Kommunikation und Medien