Campusentwicklung: Am Hauptcampus entsteht eine neue Mensa

Donnerstag, 14. Juni 2018  / Alter: 99 Tage

Am Hauptcampus der Universität Hildesheim entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau wird rund 18,6 Millionen Euro kosten. Der Mensa-Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet. Baudezernent Thomas Hanold informiert über den Neubau.

Entwurfsskizzen für die neue Mensa der Universität Hildesheim. Thomas Hanold ist seit zwölf Jahren Baudezernent der Universität Hildesheim. Foto: Isa Lange; Grafiken: agn Niederberghaus & Partner GmbH; Außenanlagenplanung: HNW Landschaftsarchitektur

Insgesamt wird der Mensa-Neubau rund 18,6 Millionen Euro kosten. Die Mittel stellt das Land Niedersachsen zur Verfügung. Von den 18.6 Millionen Euro übernimmt die Stiftung Universität Hildesheim rund 4,4 Millionen Euro aus Eigenmitteln. „Ich freue mich, dass die Ausschussmitglieder unserem Vorschlag gefolgt sind und das Ministerium die notwendigen Mittel für den Neubau freigeben kann. Die Universität Hildesheim bekommt eine moderne Mensa, die die wachsende Zahl an Studierenden angemessen versorgen kann", so der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Damit verbessern wir die Studienbedingungen deutlich." Der Haushaltsausschuss des Niedersächsischen Landtages hatte in seiner Sitzung am 4. April 2018 der Vorlage des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur zugestimmt. Damit kann der Ausschreibungs- und Baubeginn des Projekts starten.

Der Mensa-Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität Hildesheim

Der mehr als 2000 Quadratmeter große Neubau mit 490 Sitzplätzen ist notwendig, weil die Zahl der Studierenden stark gestiegen ist und die technische Ausstattung der alten Mensa aus den siebziger Jahren nicht mehr den Anforderungen genügt. Der Speisesaal kann künftig außerhalb der Essenszeiten als Lernfläche für Studierende der Universität genutzt werden.

„Der Mensa-Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität“, sagt Thomas Hanold. Der Baudezernent der Universität Hildesheim leitet seit zwölf Jahren ein Team von 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Gemeinsam haben sie die Domäne Marienburg zum Kulturcampus umgebaut, den Bühler-Campus erweitert und bauen aktuell den Samelsonplatz zum IT-Campus aus. Mit dem neuen Forum am Universitätsplatz 1 hat das Team um Hanold den Nachweis erbracht, dass eine Universität unter Einhaltung des Kostenrahmens und des Zeitplans eigenverantwortlich bauen kann.

Technische Ausstattung der alten Mensa ist aus den siebziger Jahren

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite.

„Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier über 8000. Wir müssen dringend erweitern und sanieren“, sagt Hanold. Ein Anbau an die bestehende Mensa wurde geprüft, ein Erweiterungsbau sei aber „funktional, gestalterisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll“. In Abstimmung mit der Stadt Hildesheim und der anliegenden Liebfrauen-Kirchgemeinde konnten durch den Ankauf von Flurstücken durch die Universität die Voraussetzungen für einen Mensaneubau am Hauptcampus geschaffen werden.

Die Tiefbauarbeiten laufen, der Baubeginn ist im Oktober 2018

Der Baubeginn ist für Oktober 2018 geplant, seit Mai 2018 laufen die vorbereitenden Tiefbauarbeiten. Die Mensa soll nach drei Jahren Bauzeit 2021 fertiggestellt werden.

Entstehen soll auf der Wiesenfläche vor der heutigen Alt-Mensa ein etwa 70 Meter langes und 30 Meter breites und  12 Meter hohes neues Gebäude mit 490 Sitzplätzen, die bisherige Mensa weist nur 330 Plätze auf engem Raum auf. Die Sitzplätze verteilen sich auf zwei Etagen: Das Obergeschoss bietet einen großen Speisesaal mit Blick über den Campus, Essens- und Aufenthaltsräumen, im Erdgeschoss entsteht eine Cafeteria. Auch die Hochschulgastronomie wird weiterentwickelt, in der neuen Mensa werden im Obergeschoss Angebote wie „Live Cooking“, also Kochen vor dem Gast, Pasta- und Wok-Stationen und weitere Aktionen ein besonderes Ambiente schaffen.

Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen, sagt Thomas Hanold. „Die Universität öffnet sich für den Stadtteil. Natürlich sind wir offen für alle, nicht nur für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Anwohner sind herzlich willkommen. Für den Stadtteil ist die Mensa attraktiv.“ Bei der Planung habe die Universität so weit möglich die Interessen der Anlieger berücksichtigt, die in unmittelbarer Nähe wohnen und von dem Bauprojekt besonders betroffen sind. So gilt etwa für den Lärmschutz: Die Be- und Entladung für die Hochschulgastronomie erfolgt hinter geschlossenen Türen, auch die Rückseite der Mensa ist mit Fensterbändern versehen und attraktiv gestaltet. Im Zuge des Neubaus entstehen am Hauptcampus im Herbst 2018 über 50 weitere Parkplätze, hierfür wird der Uni-Parkplatz neben dem W-Gebäude erweitert.

Außenanlagen mit vielen Sitzangeboten und Grünflächen

Der Neubau werde sorgfältig in die bestehende Campusarchitektur eingebettet, sagt Hanold. Auch die Außenanlagen rund um die neue Mensa sollen von der Baumaßnahme profitieren und werden künftig mehr Aufenthaltsqualität und Sitzmöglichkeiten bieten. „Zwischen Audimax, Kirche, Universitätsbibliothek und neuer Mensa entsteht ein großzügiger Platz, der wie der Universitätsplatz viele Sitzangebote und Grünflächen bietet, so dass man sich hier gerne aufhält. Wir haben sorgsam überlegt, wie wir diese Chance nutzen, den gesamten Universitätscampus weiterzuentwickeln, was die Aufenthaltsqualität und Erschließung betrifft.“

Mit dem Neubau wird auch die Sichtbarkeit der Universität im Stadtbild steigen. Wer mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln anreist, blickt künftig von der Marienburger Straße der Treuburger Straße entlang unmittelbar hinter dem Einkaufszentrum direkt auf den Neubau. Vielleicht, so Hanolds Wunsch, könne die aktuell wenig attraktive Zugangsstraße künftig zur „Universitätsallee“ werden, so dass sich eine durchweg attraktive Erschließungsachse von der Bushaltestelle auf den Hauptcampus ergibt.


Entwurfsskizzen für die neue Mensa der Universität Hildesheim. Thomas Hanold ist seit zwölf Jahren Baudezernent der Universität Hildesheim. Foto: Isa Lange; Grafiken: agn Niederberghaus & Partner GmbH; Außenanlagenplanung: HNW Landschaftsarchitektur