Auf dem Weg zu New Work - Zusammenarbeit und Raumkonzepte im Wandel

Montag, 16. März 2026 - 08:09 Uhr
Collage aus verschiedenen Fotos der Flex-Büros

Trendbegriff, offenes Konzept oder Zukunftsvision? Der Begriff New Work sorgt für Diskussionen: Mal wird er als Chance für positive Veränderungen gesehen, mal als Bedrohungsszenario wahrgenommen. An der Universität Hildesheim wird New Work deshalb bewusst gemeinsam gestaltet. Wie die Universität diesen Ansatz versteht, wie er umgesetzt wird und welche Impulse sich daraus für den Campus und die Mitarbeitenden der Universität Hildesheim ergeben, erzählt Marieke Prilop, New Work-Projektmanagerin.

New Work - was ist das eigentlich? 

„Eine einheitliche Definition von New Work gibt es nicht. Im Kern geht es aber um eine zentrale Frage: Wie wollen wir künftig (zusammen-)arbeiten? Der Begriff geht ursprünglich auf den Sozialphilosophen Frithjof Bergmann zurück, der damit vor allem mehr Selbstbestimmung, sinnvolle Tätigkeiten und partizipative Organisationsformen verband. Heute wird New Work oft breiter verstanden - als Sammelbegriff für neue Arbeitskulturen, flexible Raumkonzepte und moderne Führungsstile.“

New Work an der Universität Hildesheim – warum? 

„Auch an Universitäten wandelt sich die Arbeitswelt: Digitalisierung, Flexibilität und wachsende Unsicherheiten prägen den Arbeitsalltag. Seit der Corona-Pandemie ist insbesondere mobiles Arbeiten auch an der Universität Hildesheim fest etabliert, sodass viele personalisierte Büros nicht mehr täglich genutzt werden. Diese ungenutzten Büroflächen bieten die Chance, Arbeits- und Raumkonzepte neu zu denken - nachhaltig und mit Blick auf die vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) geforderten 10 % Büroflächeneinsparung bis 2030. Im Rahmen des Projekts New Work werden deshalb flexible Arbeitsformen wie Büroflächensharing und tätigkeitsorientiertes Arbeiten erprobt. Ziel ist es, Arbeitsplätze so zu gestalten, dass sie unterschiedliche Tätigkeiten ermöglichen, Zusammenarbeit fördern und den Campus als Ort des Austauschs stärken. Gespräche mit Mitarbeitenden zeigen deutlich: Der Wunsch nach flexiblen Arbeitsorten und mehr Nachhaltigkeit ist groß - insbesondere aufgrund der Dezentralisierung der Universität durch angemietete Außenstellen in der Innenstadt.“

Was wurde bereits umgesetzt? 

„Seit Sommer 2025 stehen allen Mitarbeitenden erste flexible Büro- und Besprechungsräume auf dem Hauptcampus zur Verfügung, die über ein digitales Raumbuchungstool gebucht werden können. Rückmeldungen zeigen, dass diese niedrigschwelligen Erfahrungsräume helfen, Ängste abzubauen und ein konkreteres Verständnis dafür zu entwickeln, wie New Work im Arbeitsalltag umgesetzt werden kann. Darüber hinaus unterstützen wir Organisationseinheiten und Einzelpersonen dabei, ihre Büros und Arbeitsplätze nachhaltig und innovativ zu nutzen. Ein Ziel ist es, Mitarbeitende zu motivieren, in flexibleren Strukturen zu arbeiten. Dabei wird bewusst auf feste Vorgaben oder einheitliche New Work-Blaupausen verzichtet. Die Flächenflexibilisierung orientiert sich vielmehr an den individuellen Bedürfnissen der jeweiligen Organisationseinheit.“

Wie ist das Feedback? 

„Immer deutlicher wird: Die Universität Hildesheim kommt ins Handeln – wofür es auch Lob aus dem MWK gibt. Viele Veränderungsprozesse entstehen dabei bottom-up: Erste Mitarbeitende erproben neue Arbeitsweisen, setzen Impulse und stoßen eine positive Dynamik an, die weitere Mitarbeitende motiviert, ihre Arbeitsweisen und Flächennutzung zu reflektieren. Auf diese Weise entsteht ein Kulturwandel. Die Flexbüros und Räume für Zusammenarbeit sind während der Vorlesungszeit stark nachgefragt. Ein nächster Meilenstein ist daher die Schaffung zusätzlicher Flexbüros auf dem Hauptcampus sowie an weiteren Standorten.“

Was kommt als Nächstes? 

„Ziel ist es, die Gestaltungsaufgabe New Work immer stärker gemeinsam zu präzisieren, so dass daraus eine gelebte Alltagskultur wird. Zukunftsvisionen werden dabei eng mit der baulich-räumlichen Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim verknüpft. Das Projekt lebt von den Ideen aller Mitarbeitenden. Wer neugierig ist oder Vorschläge hat, kann sich jederzeit melden – gemeinsam prüfen wir, welche Ideen sich wie umsetzen lassen.“

Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten gibt es im Intranet