Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich sehr, Sie im Namen der Fachgruppe Rechtspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie zu deren 18. Arbeitstagung vom 26.9. bis 28.9.2019 nach Hildesheim einladen zu dürfen. Die Freude ist umso größer, als in Hildesheim kürzlich die erste Professur für Rechtspsychologie an einer staatlichen Universität eingerichtet werden konnte. Damit wird das Fach Rechtspsychologie in der Forschung und Lehre in Deutschland gestärkt und die ersten Erfahrungen zeigen, dass Rechtspsychologie bei den Studierenden auf große Resonanz stößt.

Das Motto der Tagung 2019 lautet „Die Vollzugsanstalt als Entwicklungsraum“. Die hierin anklingende Doppeldeutigkeit – Entwicklung im Vollzug/ Entwicklung des Vollzugs – ist dabei beabsichtigt. Tatsächlich bringen jüngere Gesetzesreformen ja einige neue Herausforderungen für den Straf- und Maßregelvollzug mit sich. Zum einen sollen die Unterbringung im psychiatrischen Maßregelvollzug und in der Sicherungsverwahrung in Zukunft effektiver vermieden oder begrenzt werden. Zum anderen wurden in vielen Bundesländern die Indikationsvorgaben für sozialtherapeutische Behandlungsangebote im Justizvollzug mit Blick auf Hochrisikotäter modifiziert. Im Kern verstärken die neuen Vorgaben den Resozialisierungsauftrag, der den Vollzugseinrichtungen vorgibt, Veränderungs- und Entwicklungsprozesse ihrer Klientel anzustoßen und auch bei sehr schwierigen Gefangenen noch zu ermöglichen. Hierfür sind auch auf Seiten des Vollzugs Entwicklungsprozesse erforderlich, welche manche Einrichtung im Anschluss an eine längere Phase erheblicher Einsparungen trifft.

Wie immer wird sich die Tagung aber nicht nur mit Themen rund um das Motto beschäftigen. Anliegen ist es seit jeher, in regelmäßigen Abständen einen Überblick über die jeweils aktuelle rechtspsychologische Forschungslandschaft zu bieten und zu einem themenübergreifenden Austausch anzuregen. Deshalb sind wissenschaftliche Beiträge aus allen rechtspsychologischen Feldern selbstverständlich hochwillkommen. Als kleine Neuerung wird es auf der kommenden Tagung einen „practitioner slot“ geben, in dem innovative Ideen, kreative Problemlösungen und ungewöhnliche Ansätze aus der Praxis präsentiert und diskutiert werden sollen. Ziel dieses neuen Formats ist es, neben dem Austausch über potentiell vielversprechende Neuerungen aus dem Feld zu einem verstärkten Diskurs zwischen Wissenschaft und Praxis anzuregen. Sollten Sie also von spannenden Ideen aus dem Vollzug oder anderen Praxisfeldern wissen, lade ich Sie herzlich ein, die Akteure zu ermutigen, diese Ideen auf der Fachtagung zu präsentieren.

Ich hoffe also, Sie zahlreich im beschaulichen Hildesheim begrüßen zu können. Vielleicht wollen Sie die Gelegenheit auch nutzen, den Tagungsbesuch mit einem kleinen Urlaub vor Beginn des Wintersemesters zu verbinden? Hildesheim selbst und seine Umgebung, aber auch der nahe gelegene Harz bieten hierzu vielfältige Gelegenheit.

Mit herzlichen Grüßen aus HildesheimU L 9 03 400dpi CMYK Ihr
Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle

Institut für Psychologie der Universität Hildesheim
Abteilung Rechtspsychologie