Preis für hervorragende Lehre 2015/16

Gewinner_innen des Jahres

Isabel Rink (Übersetzungswissenschaften)

Ryan Hackländer (Institut für Psychologie)

 

 

 

Laudatio von VP. Prof. Dr. Jürgen Sander

11. Januar 2017

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

nach dem grandiosen Erfolg der Maßnahmen, die unser Qualitätsmanager Torsten Bergt vor einem Jahr vorgeschlagen und umgesetzt hatte, um mehr Studierende zu bewegen, ihre Lehrenden für den Preis für hervorragende Lehre zu nominieren, konnte die Zahl der Anträge für das Studienjahr 2015/16 noch einmal auf nunmehr 85 Anträge deutlich gesteigert werden. Dafür sage ich Herrn Bergt wie auch allen Studierenden, die sich der Mühe unterzogen haben, das Besondere an der Lehre der von Ihnen vorgeschlagenen Personen hervorzuheben, herzlichen Dank.

Die Jury – diesmal bestehend aus der Studiendekanin der Fachbereichs 1, dem Studiendekan des Fachbereichs 2 und zwei Studierendenvertretern der Fachbereiche 3 und 4 – traf sich im Dezember, um die Preisträger zu küren. Wie bereits zuvor wird der Preis für hervorragende Lehre im Studienjahr 2015/16 wieder einmal an zwei Lehrende vergeben, und zwar zu gleichen Teilen an

 

  • Frau Isabel Rink vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation und

  • Herrn Ryan Hackländer vom Institut für Psychologie,

     

Zur Vita von Isabel Rink und der Verleihung des Lehrpreises Hälfte 1

Isabel Rink studierte Internationale Kommunikation und Übersetzen in Hildesheim und an der Universidad de Murcia/Spanien und im Master Medientext und Medienübersetzung. Sie war Stipendiatin des Minerva-Kollegs und ist seit 2014 Wiss. Mitarbeiterin am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation. Sie ist Geschäfts-führerin der Forschungsstelle Leichte Sprache und koordiniert gleichzeitig das Promotionskolleg Unterrichtsforschung. Frau Rink hat eine Reihe von Publikationen zum Thema Leichte Sprache („Zur Übersetzung von Mathematikarbeiten in Leichte Sprache“ Masterarbeit Universität Hildesheim) veröffentlicht und promoviert bei Frau Prof. Maaß zum Thema "Leichte Sprache in der Niedersächsischen Justiz".

Der Preis für hervorragende Lehre im Studienjahr 2015/16 wird an Frau Rink verliehen für ihre Veranstaltung

Orientierung und Kommunikation von Menschen mit Sinnesbehinderung

Nominierungsgründe

Frau Rink hat mit ihrer Übung "Orientierung und Kommunikation von Menschen mit Sinnesbehinderung" im WiSe 2015/16 außergewöhnliches Engagement gegenüber ihren Studierenden auf einem Gebiet höchster gesellschaftlicher Relevanz gezeigt. Dem Projekt vorangestellt war eine Einführung in die Verständlichkeitsforschung und die Vermittlung der wissenschaftsbasierten Leichte-Sprache-Regeln, woraufhin die Studierenden die theoretischen Grundlagen in kleinen Gruppen selbständig reflektiert, ausgebaut und im Anschluss unter Anleitung von Frau Rink erfolgreich angewendet haben.

Das begleitende Projekt "Flüchtlingsplattform" – zunächst gerichtet an Migrant_innen mit geringen Deutschkenntnissen – ermöglichte nicht nur die Anwendung der theoretischen Regeln, sondern auch, einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen hierzulande zu liefern. Der NDR als außeruniversitärer Projektpartner veröffentlichte die Texte der Studierenden auf seiner Homepage und bereitete sie multimodal auf, so dass nicht nur die primäre Zielgruppe der Migrant_innen, sondern auch Berufsrollenträger, z.B. in Erstaufnahme-Einrichtungen, auf das orientierende Angebot zugreifen können. Dies erforderte eine starke Auseinandersetzung mit den medialen Bedingungen des Projektpartners. Die Arbeit mit dem NDR hat den Studierenden die realen Bedingungen des Übersetzungsmarktes nahe gebracht.

Dieses gelungene Beispiel von Theorie-Praxis-Verknüpfung in der universitären Lehre veranlasste die Jury zur Preisverleihung an Frau Rink.

Zur Vita von Ryan Hackländer und der Verleihung des Lehrpreises Hälfte 2

Ryan Hackländer wurde auf Long Island (New York) geboren und lebte danach in Kentucky, wo er zuletzt als Doctoral Student am Dept. of Cognitive and Brain Sciences der University of Louisville zum Ph.D. promovierte. Dort lernte er auch eine Wuppertalerin kennen, der er als Ehemann nach Deutschland folgte. Er ist nun Wiss. Mitarbeiter an unserem Institut für Psychologie und lehrt seitdem hauptsächlich im Bereich Allgemeine Psychologie. Aktuell bietet er im Rahmen des Lehramtsmasters auch ein Projektband mit Experimenten zum Gedächtnis an. Erwähnenswert ist, dass er seine Veranstaltungen in englischer Sprache hält.

Seine Forschungsschwerpunkte benennt Herr Hackländer mit Memory, Olfactory cognition und Evolutionary psychology, zu diesen Themen erschienen diverse Publikationen und er bietet regelmäßig Seminare an.

Der Preis für hervorragende Lehre im Studienjahr 2015/16 wird an Herrn Hackländer verliehen für seine Veranstaltungen

Psychology of Olfaction und Projektband Allgemeine Psychologie: The Efficacy of Podcasts as Supplemental Learning Materia

Um über die Qualität der Lehre unserer Preisträger etwas aus erster Hand zu erfahren, habe ich auch in diesem Jahr Studierende um Unterstützung gebeten. Zu den Veranstaltungen von Herrn Hackländer lauschen Sie bitte mit mir den beiden Studentinnen Katharina Klabunde und Amira Sultan, die im 3. Mastersemester Psychologie in Hildesheim studieren:

Nominierungsgründe

Der Lehrende hat es geschafft, einen spannenden und zuvor im Studium nicht thematisierten Forschungsbereich auf interessante Weise zu vermitteln. Anhand der vorgegeben Kriterien wird im Folgenden geschildert, wie Herr Hackländer das große Interesse der Studierenden geweckt hat.

 

  • Anwendung neuer Ansätze zur Unterstützung erfolgreicher Lernprozesse: Mittels Selbsterfahrungen (beispielsweise das Erkennen von Gerüchen anhand sog. Sniffin' Sticks)

  • Förderung von kreativem und kritischem Denken sowie Förderung von forschendem und problemorientiertem Lernen: Selbstständiges Erarbeiten und Evaluieren von möglichen Forschungsexperimenten.

  • Förderung von eigenständigem Lernen und eigenverantwortlichem Handeln sowie Förderung von teamorientiertem Arbeiten und Lernen: Vorbereitung und Durchführung von kontroversen Debatten zu verschiedenen Themen (z.B. Is Aroma-therapy effective?), die von externen Moderatoren geleitet wurden.

  • Förderung des Theorie-Praxis-Bezugs von Lehr- und Lehrprozessen sowie Förderung von inter- und transdisziplinärem Lernen: Der Lehrende hat anhand des vorgestellten theoretischen Hintergrunds Forschungsarbeiten vorgestellt und kritisch hinterfragt.

  • Innovativer Einsatz von Medien sowie Informations- und Kommunikationstechnologien: Einsatz unterschiedlicher sensorischer Präsentationswege (akustisch, visuell, olfaktorisch)

  • Anwendung innovativer Prüfungsmethoden: Selbstständiges Erarbeiten einer Studie/ eines Forschungsexperimentes.

     

„Sehr abwechslungsreich - praxisorientiert - spielerisch lernend - und einfach ein sehr engagierter Dozent, der motiviert, montags früh um 8 in die Uni zu fahren!“

Die vielfältigen Lehr- und Lernmethoden im Sinne des forschenden Lernens haben die Jury davon überzeugt, Herrn Hackländer den Preis für hervorragende Lehre 2015/16 zu verleihen.

Der Preis für hervorragende Lehre ging an Isabel Rink (ganz rechts im Bild) und Ryan Hackländer (zweiter von links)

Liste der Nominierungen

Fachbereich 1

Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft:
Julietta Adorno    
Dr. Tatjana Freytag
Corrina Gomani    
Dr. Mona Saleh

Institut für Evangelische Theologie:

Prof. Dr. Carsten Jochum-Bortfeld

Institut für Geschichtswissenschaft:
Prof. Dr. Michael Gehler und Jörg Beining

Institut für Grundschuldidaktik und Sachunterricht:
 Prof. Dr. Bernd Thomas
Sarah Böse

Institut für Katholische Religion:
Prof. Dr. Guido Bausenhart

Institut für Psychologie:
Prof. Dr. Werner Greve    
PhD Ryan Hackländer
Dr. Nils Benit
Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs
Prof. Dr. Andreas Mojzisch
Dr. Cathleen Kappes
Johanna Frisch
Conny Griepenburg
Dr. Petra Sandhagen
Dr. Kirsten Schuchardt

Institut für Sozial- und Organisationspädagogik:

Dr. Florian Eßer    

Institut für Sozialwissenschaften:
Jessica Schwarz
Prof. Dr. Michael Corsten
Dr. Holger Herma
Dr. Athanasios Karathanassis
Dr. Christian Seipel
Volker Sommer

Fachbereich 2

Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft:
Helge Meyer
Christina Clausen
Prof. Dr. Thomas Lange
Prof. Dr. Bettina Uhlig

Institut für Kulturpolitik:
Nina Stoffers
Vera Allmanritter
Sarah Kuschel
Prof. Dr. Birgit Mandel

Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft:
Dr. Thomas Klupp
Jacqueline Moschkau
Dr. Guido Graf
Prof. Dr. Simon Roloff

Institut für Medien, Theater und populäre Kultur:
Dr. Volker Wortmann
Jan Künemund
Dr. Nina Tecklenburg
Prof. Dr. Annemarie Matzke
Dr. Oliver Voß

Institut für Musik und Musikwissenschaft:
Dr. Ulrich Bartels
Prof. Dr. Matthias Rebstock
Dr. Ulrich Wegner

Institut für Philosophie:
Anna Berres
Prof. Dr. Rolf Elberfeld

Fachbereich 3

Institut für Deutsche Sprache und Literatur:
Prof. Dr. Burkhard Moenninghoff
Dr. Tilo Reißig
Prof. Dr. Ursula Bredel
Dr. Jennifer Clare
Dr. Ingrid Hinz
 
Institut für Englische Sprache und Literatur:
Dr. Janet McLaughlin
Dr. James McKenzie
Martin Bastkowski
Stephanie Couve de Murville
Dr. Maximiliane Frobenius
Dr. Marco Schilk
 
Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie:
Prof. Dr. Joachim Griesbaum
 
Institut für Interkulturelle Kommunikation:
Dr. Vasco da Silva und Dr. Karsten Senkbeil
Milica Lazovic
 
Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation:
Dana und Jörg Apel
Isabel Rink
Dr. Sylvia Jaki
Prof. Dr. Bettina Kluge
Dr. Conchita Otero Moreno

Fachbereich 4

Institut für Betriebswirtschaft und Operations research:
Prof. Dr. Ralf Knackstedt
Prof. Dr. Andreas Wien
Axel Hornburg
Dipl.-Math. Cornelius Rüther

Institut für Chemie:
Dr. Jan Hinrichs (geb. Maichrowski)
Prof. Dr. Jürgen Menthe

Institut für Geografie:
Robin Stadtmann aus der Abteilung für Informatik
Prof. Dr. Klaus-Dieter Althoff

Institut für Mathematik und angewandte Informatik:

Prof. Dr. Thomas Richthammer mit Christina Wollschläger & Michael Fiedler
Dr. Jan-Hendrik de Wiljes
Dr. Jörg Cassens
Prof. Dr. Jürgen Sander

Institut für Technik:
Nils Habich

 

Zum Bewerbungsverfahren für den Lehrpreis 2015/16

Das Präsidium der Universität Hildesheim schreibt zum 8. Mal einen Preis für hervorragende Lehre aus. Der Preis wird an eine Person vergeben, die sich in besonderer Weise für die Lehre an der Universität Hildesheim im Studienjahr 2015/16 (Wintersemester 2015/16 bzw. Sommersemester 2016) engagiert hat. Das Preisgeld wird der Preisträgerin bzw. dem Preisträger für Zwecke der Lehre zur Verfügung gestellt. In diesem Rahmen entscheidet sie bzw. er über die Verwendung.

Der Nominierungszeitraum startet am 2.November und endet am 30.November. Den Studierenden wird kurz davor eine Email zugehen mit persönlichem Zugangspasswort. Darüber besteht Zugang zu einem kurzen Fragebogen bei dem die Nominierung begründet werden soll.

Weitere Informationen finden Sie unter Vergabeverfahren.

Letztjähriger Gewinner des Preises war Dr. Guido Graf aus dem Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft. Dieser wurde für seine Veranstaltungen "All of this is true. Von David Foster lernen", "Dinge Leben Orte. Das Werk Georges Perecs", "Einführung in den Kulturjournalismus", "Hörspiel und konzeptionelles Schreiben", "Like. Wie man Literatur bewertet", "Mixed Media. Neue Formen des Kulturjournalismus", "Poesi als Lebensform. Soziale Poetik" und das Projekt "literaturinstitut-hildesheim.de - Ein Webprojekt: Konzipieren, Programmieren, Gestalten und Vermitteln" nominiert.

Die entsprechende Pressemitteilung finden Sie hier,  Laudatio, Begründungszitate sowie alle Nominierungen unter Studienjahr 2014/15