Lehrpreis 2009/10

Verleihung des Preises für hervorragende Lehre im Studienjahr 2009/10

Zu den Nominierungen des Jahres

Für den zum zweiten Mal an der Universität Hildesheim ausgeschriebenen Preis für hervorragende Lehre sind insgesamt zehn Lehrveranstaltungen, die von elf Lehrenden im Studienjahr 2009/10 durchgeführt wurden, vorgeschlagen worden.

Die vorgeschlagenen Lehrenden sind die Kolleginnen Dr. Ann-Katrin Bockmann, Elke Bosse, PD Dr. Sabine Grosser, Dr. Barbara Hornberger, Berenike Kuschel, Kirsten Schönfelder und Dr. Nana Zeh sowie die Kollegen Nils Benit, Prof. Dr. Carsten Jochum-Bortfeld, PD Dr. Mathias Mertens und Prof. Dr. Stephan Porombka.

Allen nominierten Lehrenden wurde in den Begründungsschreiben der Studierenden eine große Wertschätzung ihrer Lehrkonzepte und ihres Engagements entgegengebracht. Es wurde deutlich, dass die Kolleginnen und Kollegen sich um die Qualität der Lehre an unserer Universität in besonderer Weise verdient gemacht haben. Dafür gebührt Ihnen allen ein ganz herzliches Dankeschön!

Die Jury, deren Mitglieder zwei Studierende aus den Fachbereichen 3 und 4 sowie die beiden Studiendekane der Fachbereiche 1 und 2 waren, hat unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten für Lehre alle Vorschlagsschreiben eingehend gewürdigt und die Vorschläge unter Anlegung der in der Preisausschreibung genannten Kriterien miteinander verglichen.

Die Kriterien waren:

  • Anwendung neuer Ansätze zur Unterstützung erfolgreicher Lernprozesse
  • Förderung von kreativem und kritischem Denken
  • Förderung von eigenständigem Lernen und eigenverantwortlichem Handeln
  • Förderung von teamorientiertem Arbeiten und Lernen
  • Förderung von problemorientiertem Lernen
  • Förderung von forschendem Lernen
  • Förderung des Theorie-Praxis-Bezugs von Lehr- und Lernprozessen
  • Förderung von inter- und transdisziplinärem Lernen
  • Innovativer Einsatz von Medien sowie von Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Anwendung innovativer Prüfungsmethoden.

Die Jury hat nach eingehender Beratung einstimmig entschieden, dass der Preis für hervorragende Lehre geteilt wird, weil zwei der vorgeschlagenen Lehrveranstaltungen auf nicht vergleichbare Weise als herausragend beurteilt worden sind.

Lehrpreis Hälfte 1: Dr. Barbara Hornberger

Die erste Hälfte des Preises ergeht an die Lehrveranstaltung „Spaß verstehen“, die Frau Dr. Barbara Hornberger, Institut für Medien und Theater, im Sommersemester 2010 durchgeführt hat. Die vorschlagenden Studierenden schreiben über die besondere Konzeption dieser Lehrveranstaltung: „Einzelne Gegenstände des Seminars (z.B. eine Telenova) wurden von studentischen Kleingruppen zusammen mit einem Teil des Seminars erarbeitet. Dem anderen Teil kam es zu, den Gesamtvorgang im Hinblick auf Struktur, Didaktik, inhaltliche Auffälligkeiten, Erfolg und Misserfolg von Vermittlungsmethoden zu betrachten. Diese Sitzungen wurden jeweils in Modellversuchen zusammen mit Frau Hornberger vorbereitet. Das gesamte Seminar profitierte somit nicht nur von der großen inhaltlichen Kompetenz der Lehrenden. Die Kompetenzen wurden in der Zusammenarbeit des gesamten Seminars entwickelt bzw. gestärkt, u.a. in so wichtigen Punkten wie ‚Was sind sinnvolle Fragestellungen?’, ‚Wie nähere ich mich einem Sachverhalt an?’ ‚Wie arbeite ich mit einem Gegenstand der Massenkultur wissenschaftlich produktiv?’. Frau Barbara Hornberger gelang es in diesem Seminar, die Studierenden mit vermeintlich ‚einfachen’ Gegenständen der Alltagskultur zu konfrontieren und zur Reflexion anzuregen. Gleichzeitig wurde ein umfassendes wissenschaftliches Inventar zur generellen Untersuchung und Beobachtung von Sachverhalten vermittelt.“ Die Jury würdigt neben anderen Vorzügen insbesondere, dass die Lehrkonzeption von Frau Hornbergers Seminar und dessen konkrete Durchführung einen paradigmatischen Beitrag zum forschenden Lernen darstellt. Damit trägt es zur Profilierung des Hildesheimer kulturwissenschaftlichen Lehr-/Forschungskonzepts bei: die Begegnung mit dem in der Begegnung erst herzustellenden Gegenstand der Forschung und dessen Reflexion, die sich vor allem auch auf Gegenstände der Alltagskultur bezieht. Weiterhin wird die Interdisziplinarität entsprechend der Vielfalt der alltagskulturellen Medien gewürdigt sowie schließlich der konstitutive Theorie-Praxis-Bezug.

Lehrpreis Hälfte 2: Elke Bosse und Bereinike Kuschel

Die zweite Hälfte des Preises ergeht an das von Frau Elke Bosse und Frau Berenike Kuschel, beide Institut für Interkulturelle Kommunikation, gemeinsam konzipierte Lehrkonzept zur Qualifizierung für Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz im Studienjahr 2009/10. Dieses Lehrkonzept ist nicht nur in einer einzigen Lehrveranstaltung durchgeführt worden, sondern umfasst einen Kranz an einzelnen Komponenten, so vor allem Trainingsworkshops im Rahmen des Projekts „Qualiko“ (Qualifizierung für interkulturelle Kommunikation), die Institutionalisierung studentischer Initiativen wie „Go.Intercultural“, die Modularisierung interkultureller Workshops mit dem Ergebnis, dass Studierende ihre interkulturelle Kompetenz studienbegleitend verbessern können, die Schaffung entsprechender Zertifikate wie das ZiKK (Zertifikat für interkulturelle Kommunikation und Kompetenz) sowie die Einführung eines elektronischen Portfolios für interkulturelle Kommunikation und Kompetenz (PiKK). Die vorschlagenden Studierenden schreiben: „Durch das Engagement und die Kreativität der Dozentinnen befindet sich das Konzept in einer konstanten Entwicklung und verknüpft die Theorie und die Praxis eng miteinander, sodass die Lernprozesse der Studierenden zusätzlich gefördert werden. Austausch und Vernetzung werden auf verschiedenen Ebenen betrieben. Ferner kommen Studierende nahezu sämtlicher Studiengänge der Universität Hildesheim mit den internationalen Studierenden [...] zusammen und arbeiten sonst auch fortwährend in (internationalen) Teams. Die Methoden der Lehrveranstaltungen sind innovativ und greifen mit dem PiKK auch in den Bereich der Neuen Medien.“ Die Jury würdigt an diesem vielfältigen und multidimensionalem Lehrkonzept vor allem die Nachhaltigkeit des Gesamtkonzepts, die Modularisierung und Institutionalisierung der verschiedenen Komponenten und damit die gesamtuniversitäre Reichweite des Qualifikationskonzepts, das die Internationalisierung der Universität nachhaltig vorantreibt und substanziell ausgestaltet. Weiterhin wird die Einführung des ZiKK lobend hervorgehoben und das Angebot interkultureller Qualifizierung in Verbindung mit Auslandsaufenthalten wird ausdrücklich begrüßt.

Das Preisgeld für die zwei ausgewählten Lehrveranstaltungen beträgt jeweils 1.500 Euro. Es wird den Preisträgerinnen für Zwecke der Lehre zur Verfügung gestellt.

 

Prof. Dr. Toni Tholen, Vizepräsident für Lehre
Hildesheim, den 11. Januar 2011