Beiträge Foren & Symposien/ Contributions Fora & Symposia

Forum 1: Theorie und Methode in der Netzwerk- und Organisationsforschung | Theory and Method in Network and Organization Research

Jütte, Wolfgang (Universität Bielefeld, Germany): Lehrinnovationsprojekte in Hochschulen - eine relationale Analyse

Jütte, Wolfgang (Universität Bielefeld, Germany): Lehrinnovationsprojekte in Hochschulen - eine relationale Analyse

Die Qualität von Lehren und Lernen lässt sich nur relational im Verhältnis zum spezifischen organisationalen und fachkulturellen Kontext bestimmen. Dies ist die zentrale These einer insgesamt fünfjährigen wissenschaftlichen Begleitforschung zum Förderprogramm „Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre“ zu der bereits erste Veröffentlichungen vorliegen (Jütte/Walber/Lobe 2017). Im Beitrag werden zunächst die gewählten Beobachtungsperspektiven und Forschungszugriffe (multimethodisch und multiperspektivisch) vorgestellt. Gezeigt wird, wie netzwerkanalytische Zugänge das vielfältige Zusammenspiel der an der Entstehung und Umsetzung von Lehrinnovationen beteiligten Akteure beleuchten können. Zugleich wird gefragt, welche Beiträge die Organisationsforschung leisten kann, um das Implementations- und Verstetigungspotenzial innovativer Lehrprojekte innerhalb der Hochschulen zu erfassen.

Clemens, Iris (Universität Bayreuth, Germany): Struggle for identity and control – Navigieren in Netzwerken in erziehungswissenschaftlicher Perspektive

Clemens, Iris (Universität Bayreuth, Germany): Struggle for identity and control – Navigieren in Netzwerken in erziehungswissenschaftlicher Perspektive

 

Die Auflösung der Differenz von Akteur und Netzwerk hat für erziehungswissenschaftliche Perspektiven erhebliche Konsequenzen (Clemens 2015, 2016). Ausgehend von der Netzwerktheorie im Anschluss an Harrison White (2008) wird die basale Relation der Akteure mit ihren pluralen Netzwerken in pädagogischen Organisationen und Settings betrachtet und den Funktionen und Operationen von Bildungsorganisationen gegenübergestellt. Wie können Organisationen, deren Funktion es u.a. ist, die Grundlage der Allokation der Individuen in der Gesellschaft zu liefern und daher notwendig auf das Konzept der individuellen Leistung und deren Bewertung aufbauen müssen, eine Theorie des relationalen, fluiden und temporären Akteur nutzen, dessen Verhalten stets in der jeweiligen Einbettung betrachtet werden muss? Mit dem Konzept des Navigierens soll ein Brückenschlag versucht werden.

Petzold, Henning (Universität Koblenz, Germany): „Beste Feinde“? Zum Vergleich von Akteurnetzwerken und sozialen Netzwerken als organisationspädagogischen Forschungsparadigmen

Petzold, Henning (Universität Koblenz, Germany): „Beste Feinde“? Zum Vergleich von Akteurnetzwerken und sozialen Netzwerken als organisationspädagogischen Forschungsparadigmen

 

Seit Morenos ebenso wegweisenden Vorschlägen zur Rekonstruktion sozialer Beziehungen in Gruppen (vgl. Schlechtriemen 2013) hat sich die Analyse sozialer Netzwerke (social network analysis, SNA) zu einem komplexen methodischen Repertoire ausdifferenziert (vgl. Kulin u.a. 2012) und sich einen festen (wenn auch nicht zentralen) Platz im Feld pädagogischer Forschungsstrategien gesichert (vgl. ebd., Rehrl und Gruber 2007, Jütte 2002). Ihre Stärke wird dabei insbesondere darin gesehen, soziale Beziehungen auf quantifizierbare Modelle abzubilden. Die Beziehungen, die etwa unter den Mitgliedern einer Abteilung in einer Organisation bestehen, können so in ein Modell überführt werden, welches mit denen anderer Abteilungen verglichen werden kann, z.B. hinsichtlich der Dichte des Netzwerks, der Rolle spezifischer Akteure usw. Die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) verbindet mit diesem Ansatz auf den ersten Blick lediglich das Wort Netzwerk, und es fehlt nicht an Hinweisen, dass es sich bei dieser Entwicklung aus der Techniksoziologie nicht um eine Fortsetzung oder Ergänzung der Analyse sozialer Netzwerke handele (vgl. Latour 2010). Zur Profilierung dieses Ansatzes mag das sinnvoll erscheinen, gleichzeitig zeigen sich bei näherem Hinsehen durchaus weiter führende Verbindungsmöglichkeiten (vgl. Mützel 2009, Callon 2006). SNA und ANT haben offenkundig Beziehungen zwischen Akteuren in Netzwerken im Blick (auch wenn sie den Begriff Akteur sehr unterschiedlich fassen). Sie liefern vielfältige, kreative und einander durchaus ergänzende Vorschläge zur Rekonstruktion von Netzwerken. Beide sind – wenn auch mit unterschiedlichen wissenschaftstheoretischen Gründen – zurückhaltend bei der Hypostasierung sozialer Phänomene und konzentrieren sich auf Beschreibungen bzw. „Berichte“ (Latour 2010, S. 221). Insofern spricht einiges für die These Mützels (2009), dass SNA und ANT das Potenzial für eine fruchtbare Theorieverschränkung bieten. In dem Beitrag sollen beide Ansätze in zentralen Punkten vorgestellt und vor allem miteinander verglichen und aufeinander bezogen werden. Dabei soll auch der paradigmatische Unterschied im Sinne einer unterschiedlichen epistemologischen Verortung angesprochen werden. Es soll aber auch gezeigt werden, dass dieser Unterschied in seiner forschungspraktischen Bedeutung bisweilen überschätzt wird und insofern fruchtbare Verbindungen von ANT und SNA durchaus möglich sind. Schließlich soll anhand von Beispielen aus der pädagogischen Organisationsforschung das Potenzial der Verschränkung beider Ansätze ausgelotet werden.

Weber, Susanne Maria, Wieners, Sarah & Grosse, Leila (Philipps-Universität Marburg, Germany): Das Netz der Organisation und seine Oberflächen: Potenziale der Websiteanalyse zur Erschließung organisationaler Diskurse

Weber, Susanne Maria, Wieners, Sarah & Grosse, Leila (Philipps-Universität Marburg, Germany): Das Netz der Organisation und seine Oberflächen: Potenziale der Websiteanalyse zur Erschließung organisationaler Diskurse

Diskursanalytische Perspektiven auf Organisationen denken diese als diskursives Gewebe, als Netz der Bedeutungen, als Wissensordnung. Wie kann eine solche netzartige Perspektive auf Organisationen bzw. organisationale Wissensbestände fruchtbar gemacht werden für die Analyse von Webseiten? Und umgekehrt: Wie lassen sich Webseiten als dynamische Artefakte, als materielle Oberflächen organisationaler Diskurse fassen, analysieren und „lesen“? Der methodologisch-methodisch angelegte Beitrag nimmt 1) diskursanalytische Perspektiven auf Organisation zum Ausgangspunkt (Weber 1998; Hartz/Rätzer 2014), um 2) den Stand der Forschungszugänge zur Analyse von Webseiten zu diskutieren (Bergt 2014; Böhringer/Grundlach/Korff 2014; Pauwels 2011) und 3) anhand von strukturellen methodischen Herausforderungen und Problemen Desiderate und Potenziale einer diskursanalytisch orientierten (Rose 2007) und multimodal angelegten (Weber 2016) Websiteanalyse zu reflektieren. Exemplarisch werden die damit verbundenen forschungsmethodischen Entscheidungen und Vorgehensweisen am Beispiel eines laufenden Forschungsprojekts (HMWK) zu organisationalen Strategien der Diskursivierung von „Exzellenz und Geschlecht“ in Wissenschaftsorganisationen (Lederbogen 2004; Reisswig 2013; Cohen et al 2013) exemplifiziert und konkretisiert. Der Beitrag versteht sich als methodologischer Beitrag einer organisationspädagogischen Methodenforschung und verortet sich daher im (Forschungs-)Methoden Forum.

Frosch, Ulrike & Gerhardt, Mareike (Universität Magdeburg, Germany): Methodologische und methodische Zugänge der pädagogischen Organisations- und Netzwerkforschung

Frosch, Ulrike & Gerhardt, Mareike (Universität Magdeburg, Germany): Methodologische und methodische Zugänge der pädagogischen Organisations- und Netzwerkforschung

Das Forschungsprojekt Weiterbildungscampus Magdeburg ist ein Verbundprojekt der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg im Rahmen des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen”. Im Mittelpunkt steht die Initiierung und Etablierung gemeinsamer wissenschaftlicher Weiterbildungsstrukturen. Im konkreten Beispiel ‚Weiterbildungscampus‘ wird die soziale Netzwerkanalyse zur Erforschung von Organisationsentwicklungsprozessen an Hochschulen eingesetzt. Im Projektkontext dient sie damit der Analyse und Bewertung vorherrschender Netzwerkkonfigurationen bestehend aus den vertretenen Institutionen, Akteuren sowie Infrastrukturen. Der Einsatz der Netzwerkanalyse ist in ein Fallstudiendesign eingebettet, welches ganz im Sinne der Aktionsforschung steht und dabei unterschiedliche Erhebungsinstrumente miteinander verbindet. Im Rahmen dieses spezifischen Projektkontextes kann somit das Potential von Netzwerkanalysen aufgezeigt werden, Veränderungs- und Organisationsentwicklungsprozesse zu unterstützen und zu evaluieren beziehungsweise evaluierbar zu machen.

Schwarz, Jörg (Philipps-Universität Marburg, Germany): Netzwerke und Felder – Zur Methodologie zweier relationaler Forschungszugänge

Schwarz, Jörg (Philipps-Universität Marburg, Germany): Netzwerke und Felder – Zur Methodologie zweier relationaler Forschungszugänge

Netzwerke stellen ein bedeutsames Konstrukt für die theoretische Konzeption sowie für die empirische Untersuchung des Sozialen dar. Grundlage dafür bildet eine Perspektive, die sich nicht für die Entität, sondern für die Relationalität des Sozialen interessiert, also davon ausgeht, dass sich soziale Phänomene am besten beschreiben und erklären lassen, indem sie als relationale Gebilde, als Gefüge von Beziehungen, als netzwerkförmige Arrangements verstanden werden. Eine solche „relationale Soziologie“ (Fuhse/Mützel 2010) kann sich auf unterschiedlichste klassische TheoretikerInnen berufen, so z.B. auf Elias und von Wiese, aber auch auf Weber, Schütz oder Marx (Häußlig 2010). Bourdieu nimmt dabei eine zwiespältige Position ein: Zwar ist seine Praxeologie mit der expliziten Grundauffassung „Das Reale ist relational“ (Bourdieu 1998) unbestreitbar relationistisch, zugleich kritisiert er aber an der Netzwerkforschung, dass diese sich auf empirisch beobachtbare Relationen zwischen Akteuren beschränke und damit nicht zu den (eigentlich wichtigen) objektiven Beziehungen vorzudringen vermöge (Häußling 2010) – worauf er mit dem analytischen Konzept des sozialen Feldes abzielt. Der vorgeschlagene Beitrag vergleicht daher diese beiden mit den Begriffen „Netzwerk“ bzw. „Feld“ verbundenen Methodologien: Erstens werden zentrale konzeptionelle Grundannahmen beider Zugänge dargestellt, um in einem zweiten Schritt die die jeweiligen Ableitungen für eine empirische Untersuchung relationaler Sozialitäten zu charakterisieren. Drittens werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Blick genommen und die je spezifischen Erkenntnispotenziale für die organisationspädagogische Forschung herausgearbeitet.

Kreis, Yvonne (Gutenberg Universität Mainz) & Nierobisch, Kira (University of Education Ludwigsburg, Germany): Academic Networks(e)

Kreis, Yvonne (Gutenberg Universität Mainz) & Nierobisch, Kira (University of Education Ludwigsburg, Germany): Academic Networks(e)

The development, functioning, and importance of networks have been studied in various contexts (see e.g. Luhmann 1984, Granovetter 1973, Hollstein 2001), yet, their relevance for academic careers has been addressed by few authors (e.g. Roxa & Martensson, 2009, 2015). In this interdisciplinary research project, we analyze academic networks and networking activities regarding their impact on career development in academia. We first address the current network for a select group of tenured faculty. For these researchers, we collect information on individual relations with other researchers from public sources to visualize the network structure (social network analysis). We then conduct semi structured interviews with select network members to enhance our understanding of subjective perceptions of networking activities. These interviews allow us to identify categories of particular (perceived) importance for academic careers. We then compare quantitative and qualitative results and discuss differences between the current state of the network and the perception thereof. Our results further our understanding of network access, network function, and relations within networks. These insights have implications for several academic groups: for current Ph.D. candidates and early career researchers and Ph.D. advisors (e.g. by reflecting on networks and networking activities), and for higher education institutes themselves (in career development programs and interdisciplinary research centers).

Forum 2: Organisationales Lernen und Steuerung in und von Netzwerken | Organizational Learning and Guidance in and by networks

Gaßner-Keita, Gunde (TU Dortmund, Germany): Steuerung in der Berufsbildung. Das Beispiel der Umsetzung von Paragraph 43 (2) Berufsbildungsgesetz im Bundesland Nordrhein-Westfalen

Gaßner-Keita, Gunde (TU Dortmund, Germany): Steuerung in der Berufsbildung. Das Beispiel der Umsetzung von Paragraph 43 (2) Berufsbildungsgesetz im Bundesland Nordrhein-Westfalen

Das 2005 reformierte Berufsbildungsgesetz (BBiG) eröffnete mit § 43 (2) bis zum Jahr 2011 einen Spielraum für Bundesländer mittels Rechtsverordnung beim Übergang von der Schule in den Beruf steuernd aktiv zu werden. Die Bildungsadministration Nordrhein-Westfalens hat in diesem Zusammenhang die Rechtsverordnung Berufskolleganrechnungs- und -zulassungsverordnung (BKAZVO) erlassen. Durch die Übertragung der Entscheidungsmacht vom Bund auf das Land hat NRW im Ein-vernehmen mit dem Landesausschuss für Berufsbildung den neuen Spielraum genutzt, um zahlreiche Bildungsgänge an Berufskollegs zu etablieren, die es erlauben einen Kammerabschluss zu erlangen. Mittlerweile wurde die BKAZVO verstetigt. Seit 2015 hat die BKAZVO inklusive ihrer Beteiligungs-strukturen von regionalen Akteuren durch einen verabschiedeten Gesetzesentwurf zur „Weiterentwicklung der Berufskollegs …“, dem geänderten Schulgesetz NRW mit § 22 Berufskolleg sowie der Reform der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung Berufskolleg (APO-BK) sogar eine landesgesetzliche Basis erhalten. Das Beispiel belegt, wie Regierungspolitik und die Beteiligung der Sozialpartner „nachsteuernd“ zusammenwirken. Dabei finden die Akteure unter verschiedenen regionalen Bedingungen trotz unterschiedlicher politischer Positionen zu einer Einigung im Konsens. Trotz heftiger Kritik am Systembruch „Schulberufssystem mit Kammerabschluss“ und trotz demografischer Veränderungen haben die Bildungsgänge nach BKAZVO nun einen festen ergänzenden Platz im Bereich der Ausbildung von Jugendlichen in NRW. Der Vortrag soll, mit Bezug auf aktuelle Entwicklungen, die bisherigen Veröffentlichungen (s.u.) sowie das Forschungsprojekt entlang des Projekts „JOBSTARTER BK2.NRW“ als Gesamtheit unter der Netz-werkperspektive genauer beleuchten. Dabei sollen Prozesse interorganisationalen Lernens, wie auch die Steuerung über Gesetze im Hinblick auf die Bedeutung politisch, regional ausgerichteter Steuerungsprogramme, wie Lernende Region und Bildungslandschaften dargestellt und diskutiert werden.

Lauber-Pohle, Sabine (Philipps-Universität Marburg, Germany): Inklusion an Hochschulen durch Vernetzung

Lauber-Pohle, Sabine (Philipps-Universität Marburg, Germany): Inklusion an Hochschulen durch Vernetzung

Die Umsetzung von Inklusion stellt alle Bildungseinrichtungen aufgrund der spezifischen Anforderungen vor erhebliche organisatorische Herausforderungen, nicht zuletzt hinsichtlich einer inklusiven Organisationsentwicklung. Dies gilt auch für Hochschulen. Das Projekt „Inklusives Studieren bei Blindheit und Sehbeeinträchtigung“ befasste sich am Beispiel von Sehbehinderung damit, welche Bedingungen für ein inklusives Studium aus Sicht der Studierenden und der Organisation Hochschule notwendig sind. Dabei wurden die internen, intermediären und externen Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen in den Blick genommen, die interessante Erkenntnisse über die Organisationsentwicklung durch Vernetzung ermöglichen. Für das Projekt wurden 21 Interviews, davon neun mit Studierenden verschiedener Fachrichtungen, acht mit universitätsinternen und -nahen Einrichtungen und vier Vertreterinnen und Vertretern zweier weiterer Universitäten geführt. Diese wurden einer qualitativen Inhaltsanalyse und einer qualitativen Netzwerkanalyse unterzogen und durch Recherchen zu den Akteuren in Dokumenten und Online-Quellen ergänzt. Die Ergebnisse zeigen zwei verschiedene Strategien der Netzwerksteuerung (zentrale Akteur in Doppelfunktion vs. Doppelstruktur von hochschulpolitischer Funktion und Servicecenter). Dennoch finden sich in beiden Formen Übereinstimmung in der Strategie Inklusion im hochschulischen Umfeld umzusetzen. Die Hochschulen bilden dazu netzwerkförmige und kooperative Strukturen der Beratung und der Unterstützung aus und gelangen so zu einem umfangreichen Angebot über alle Studienphasen und Themenbereiche hinweg. Gleichzeitig integriert diese vernetzte Form der Angebotsentwicklung und -steuerung die verschiedenen Fachexpertisen und hilft eine Überfrachtung/Überforderung einzelner Akteure wie auch der Universität selbst zu vermeiden.  

Schubert, Herbert (TH Köln, Germany): Organisationales Netzwerkdesign: Grundkomponenten einer Prototypologie – Ein Beitrag zur Netzwerkorganisationstheorie

Schubert, Herbert (TH Köln, Germany): Organisationales Netzwerkdesign: Grundkomponenten einer Prototypologie – Ein Beitrag zur Netzwerkorganisationstheorie

Sozialräumliche Netzwerke im Bereich der sozialen und pädagogischen Dienstleistungen sind Figurationen, die zwischen Organisationen von Stakeholdern konstruiert werden und an die natürlichen lebensweltlichen Beziehungssysteme im Sozialraum anschließen. Im Allgemeinen geht es um die Überwindung der Versäulung – d.h. um die Verknüpfung von Akteuren vom Gesundheits- über das Jugendhilfe- und Bildungs- bis hin zum Stadtentwicklungsressort. Die Netzwerke werden auf den Nutzen für die Adressatinnen und Adressaten abgestellt. Als Kriterium gilt die Prozesslogik; denn die prozesshafte Kombination der verschiedenen fachübergreifenden Leistungen führen im Rahmen des Netzwerks zu einer höheren „Wertschöpfung“ für die Adressatinnen und Adressaten. Die Konstruktion von sozialräumlichen Netzwerken repräsentiert eine moderne Form der sozialtechnologischen Planung – im Sinne der „Stückwerk-Technologie“ nach Popper. Es gibt nicht die eine Netzwerklösung, sondern was praktikabel ist, hängt von den lokalen Bedingungen ab. Die Netzwerke werden so lange entwickelt, bis sie passgenau an die lokalen Anforderungen anschließen. Dieses Verständnis korrespondiert mit dem aktuellen Denkansatz des „Design Thinking“: Er zielt darauf ab, Lösungen für komplexe Fragestellungen im Rahmen interdisziplinärer und interkultureller Zusammenarbeit zu finden. Auf dieser Grundlage wird der „Netzwerkdesign“-Ansatz formuliert: Die (sozialräumlichen) Netzwerke werden als Prototypen entworfen, werden in der Anwendungspraxis erprobt und zu weiteren Prototypen entwickelt, bis die Probleme im Sozialraum hinreichend gelöst werden können. An Beispielen wird das veranschaulicht.

Steiner, Michael (PH Wien, Austria): Professionelle Lerngemeinschaften und Professionelle Cluster Lerngemeinschaften als Strukturelemente für netzwerkgebundene Unterrichtsentwicklung im KidZ Wien Projekt

Steiner, Michael (PH Wien, Austria): Professionelle Lerngemeinschaften und Professionelle Cluster Lerngemeinschaften als Strukturelemente für netzwerkgebundene Unterrichtsentwicklung im KidZ Wien Projekt

Das österreichweite bmbf Projekt ¨Klassenzimmer der Zukunft¨ (KidZ) visioniert unter dem Motto „Dem Neuen eine Chance geben!“ Lehren und Lernen der Zukunft. Die Pädagogische Hochschule Wien begleitet im Zeitraum von vier Schuljahren (2013-2014) vier AHS und sechs NMS Schulen aus dem regionalen Wien-Cluster. Professionelle Lerngemeinschaften (PLG) und Professionelle Cluster Lerngemeinschaften PCLG) bilden darin wesentliche Strukturelemente für den netzwerkbasierten Prozess der Unterrichtsentwicklung an den Schulen und dessen Begleitung und Steuerung durch das KidZ Wien Team.In dem Artikel werden auf der unmittelbaren Schul-Ebene Charakteristika von PLGen und deren Spezifizierung im KidZ Wien Projekt beschrieben. Ergänzend zu innerschulischen Lerngruppen wird der Vorteil von netzwerkbasierter Unterrichtsentwicklung im KidZ Wien Projekt durch die Begegnung von differenten Praxisgemeinschaften in Professionellen Cluster Lerngemeinschaften beschrieben. Unter der Perspektive Unterrichtsentwicklung trifft Schulentwicklung wird die Bedeutung dieser Strukturelemente für die Organisationsentwicklung und Personalentwicklung an Schulen aufgezeigt, die sich als lernende Organisation verstehen. Dazu ist es auch notwendig die Rolle der Schulleitung als Mentor und Promoter zu betrachten. Es werden Phasen der Implementierung, Begleitung und Weiterentwicklung im Entwicklungsprozess unterschieden. Auch Steuerungs- und Begleitmöglichkeiten des KidZ Teams an der Pädagogischen Hochschule Wien werden aufgezeigt.

Gurvich, Judith (Australian Catholic University Melbourne, Australia): Principals' perceptions of Regional Networks: An ambitious attempt at system-wide school improvement or Gatsby-like dream? (e)

Gurvich, Judith (Australian Catholic University Melbourne, Australia): Principals' perceptions of Regional Networks: An ambitious attempt at system-wide school improvement or Gatsby-like dream? (e)

Regional Networks were system-organised groups schools formed in 2008 in Victoria Australia, to build the capacity of local principals and schools through collaboration The structure ended prematurely following a change of government. This study adopts a hermeneutic phenomenological research design, based on van Manen’s thematic analysis guidelines (van Manen, 1997, 2014). It explores 10 principals’ experiences of Regional Networks, on two levels. First, the study reconstructs participants’ stories as an essential understanding of the lived experience. Second, a thematic analysis of the principals’ perceptions of the Regional Network experience is presented. The thematic analysis is anchored in theory through the lens of three frames: Systems Thinking (Senge, 2006); Professional Capital (Hargreaves & Fullan, 2012); and Governance (Moore & Khagram, 2004).  Regional Networks matched several features of networks outlined in the literature, but they fell short in some areas. Therefore, they were not true networks as defined in the literature, but pseudo-networks. Included in the recommendations from this study, is an alternate model of collaborative school groupings, which addresses some of the deficiencies of the Regional Network structure, keeping in mind that any system-organised structure, is not a true network because of its system-owned nature.  

Wahl, Johannes, Lindemann, Barbara, Nittel, Dieter & Tippelt, Rudolf (JW Goethe Universität Frankfurt/Main, LMU München, Germany): Netzwerke und Kooperationen als inter-organisationale Lernkontexte

Wahl, Johannes, Lindemann, Barbara, Nittel, Dieter & Tippelt, Rudolf (JW Goethe Universität Frankfurt/Main, LMU München, Germany): Netzwerke und Kooperationen als inter-organisationale Lernkontexte

Netzwerken und Kooperationen werden seit vielen Jahren mannigfaltige Effekte auf das pädagogisch organisierte System des lebenslangen Lernens zugeschrieben (vgl. Emminghaus/Tippelt 2009; Schleifenbaum/Walther 2015: 41 f.). Mit ihrer Förderung sind bspw. Hoffnungen auf einen effizienten Ressourceneinsatz (vgl. Jütte 2002: 13), die Reduktion von Doppelangeboten (vgl. Mickler 2013: 29), die Erhöhung von Durchlässigkeit in einzelnen pädagogischen Arbeitsfeldern (vgl. Kuhlenkamp 2010: 7) oder auch Strukturänderungen (vgl. Alheit 2003: 295) verbunden. Unklar bleibt dabei, welche Bedeutung die Akteurinnen und Akteure der pädagogischen Praxis diesen Formen des interorganisationalen Austauschs beimessen. Im Fokus des Beitrags stehen deshalb die Netzwerkbeteiligungen und Kooperationsbeziehungen von Organisationen aus acht pädagogischen Arbeitsfeldern (Elementar- und Primarbereich, Sekundarstufe I und II, berufliche Bildung, Tertiärbereich, Erwachsenenbildung und Soziale Arbeit). Dabei werden die zentralen interorganisationalen Lernkontexte und die jeweiligen Vernetzungsanlässe rekonstruiert. Zusätzlich wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Begriffe Kooperation und Netzwerk als „natürliche Kodes“ (Strauss 1994: 64) innerhalb des pädagogisch organisierten Systems des lebenslangen Lernens fungieren. Diese Schwerpunkte werden anhand von Experteninterviews mit Leitungskräften pädagogischer Organisationen aus einem laufenden Forschungsprojekt bearbeitet und arbeitsfeldübergreifende Gemeinsamkeiten und Unterschiede identifiziert.

Hofer, Julien, Peters, Luisa & Truschkat, Inga (Universität Hildesheim, Germany): Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel – Eine auf Publikationen basierende netzwerk-analytische Auseinandersetzung

Hofer, Julien, Peters, Luisa & Truschkat, Inga (Universität Hildesheim, Germany): Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel – Eine auf Publikationen basierende netzwerk-analytische Auseinandersetzung

Aktuell entwickelt das BMBF-geförderte wissenschaftliche Begleitvorhaben "InDeKo.Navi" neben dem integrativen demografiesensiblen Kompetenzmanagement-Modell, einen innovativen Portal-Generator mit seinem x.Navi-Ansatz (http://www.indeko-navi.de/node/386). Dabei wird der Förderschwerpunkt (FS) "Betriebliches Kompetenzmanagement im demografische Wandel" untersucht wird. In diesem forschen 31 Projekte zu unterschiedlichen Themenfeldern des BKM. So wird untersucht wie z.B. dem Fachkräftemangel in Universitätskliniken oder in der Agrarwirtschaft begegnet werden kann des BKM. Oder wie man Kompetenz für das Web 2.0 messen kann. All diese Projekte produzieren, in unterschiedlichen Disziplinen, unterschiedliche Publikationen, die unterschiedliche Sichtweisen auf das BKM einnehmen. Es stellt sich die Frage, ob eine Vernetzung über die Projekte, deren Förderstruktur, und Disziplinen hinaus stattfindet und ob latente Vernetzungspotentiale identifiziert werden können.Um dies zu untersuchen, wir wird eine two-mode Netzwerkanalyse durchgeführt wobei die Entitäten Publikationen und Personen und Ihre Relationen zueinander mit Methoden der sozialen Netzwerkanalyse erforscht werden. Dieser methodische Ansatz gibt einerseits einen Einblick in die aktuell in Deutschland geförderte wissenschaftliche Publikationslandschaft zum betrieblichen Kompetenzmanagement, andererseits soll er Vernetzungsoptionen für die Akteure in diesem Feld aufzeigen, um den Wissensaustausch von Forschern zu fördern. So kann aufgezeigt werden welche "Peer-Groups" besonders stark miteinander kollaborieren. Oder ob eine Vernetzung, auf Publikationsebene, über die in der Förderlandschaft etablierte Fokusgruppenstruktur hinaus erfolgt. Methodisch kann dies durch unterschiedliche Vernetzungsmaßen quantifiziert werden. Durch die Degree Centrality [2, 3]kann gemessen werden, welcher Akteur in einem Netzwerk die meisten direkten Kontakte aufweist. Ebenfalls können durch sogenannte „Influence Measures“ Akteure identifiziert werden, die mit Akteuren, welche wiederum stark vernetzt, sind in Beziehung stehen. Gleichzeitig fließt diese Methodik in die Forschungsportal-Konzeption und Umsetzung mit ein, um anhand der Publikationsdaten dynamisch Wissenskarten (interaktive Visualisierung der Netzwerke) erzeugen zu können.

Gerholz, Karl-Heinz (Universität Bamberg, Germany): Zur Relevanz zivilgesellschaftlicher Bildungsnetzwerke beim Service Learning – Konzeption, empirische Illustrationen und Konstruktionsherausforderungen

Gerholz, Karl-Heinz (Universität Bamberg, Germany): Zur Relevanz zivilgesellschaftlicher Bildungsnetzwerke beim Service Learning – Konzeption, empirische Illustrationen und Konstruktionsherausforderungen

Berufliche Lernprozesse wie an Hochschulen oderberuflichen Schulen sind in einen kommunalen Kontext eingebettet. Gleichzeitig wird die Kommune mit ihren sozialen Gegebenheiten selten als Lernort genutzt. Gerade für die intendierten Bildungsziele – Förderung einer Handlungskompetenz – kann die Kommune als Lernort einen Mehrwert bieten. Didaktisch gewendet, geht es um das Konzept des Service Learning. Beim Service Learning wird der Lernprozess über die Bearbeitung sozialer Problemstellungen in der Kommune arrangiert, die einen curricularen Bezug zum Bildungsgang (z. B. Studiengang) aufweisen (vgl. Bringle & Clayton 2012) (z.B. Studierende der Wirtschaftswissenschaften planen das Investitionsmanagement in einem mobilen Hospizdienst, angehende Informatikkaufleute optimieren das IT-Netzwerk in einen gemeinnützigen Verein). Dies stellt einen ‚Service’ für die Kommune bzw. die gemeinnützige Organisation dar. Der Serviceprozess stellt gleichermaßen aber auch einen Aneignungsprozess der Inhalte in der Problembearbeitung dar, was den Lernprozess widerspiegelt. Damit einhergehend soll eine Sensibilisierung der Lernenden für soziale Herausforderungen in der Kommune erfolgen; genaugenommen für soziale Fragestellungen der Zivilgesellschaft, die sich auf Ebene der Kommune widerspiegeln (vgl. Godfrey et al. 2005; Gerholz et al. 2015). Neben der Förderung von fachlichen und methodischen Fähigkeiten soll im Service Learning ein Beitrag zur Förderung der Selbstkompetenz geleistet werden (u. a. Entwicklung eines Selbstbildes, Sensibilisierung für gesellschaftliche Wertebasen). Aus organisationspädagogischer Sicht werden beim Service Learning berufliche Lernprozesse über unterschiedliche Organisationen arrangiert. Neben den Lernenden können die Lehrenden in der Bildungsorganisation (z. B. Hochschule, berufliche Schule) und die gemeinnützigen Organisationen in einer Kommune (z. B. ein Hospizdienst) unterschieden werden. Darüber hinaus sind Vermittlerorganisationen (z. B. die Stadtverwaltung) relevant, welche u. a. die Koordination der gemeinnützigen Organisationen übernehmen. Es zeigt sich somit die Bedeutung der Etablierung von zivilgesellschaftlichen Bildungsnetzwerken. Zivilgesellschaftliche Bildungsnetzwerke sollen in einem ersten Zugang als Arenen der Kooperation von kommunalen, gemeinnützigen Organisation und Bildungsorganisationen verstanden werden, um institutionelle Bildungsprozesse mit zivilgesellschaftlichen Problemstellungen zu verbinden (vgl. Schenk 1983, Gerholz (im Druck)). Die Aufgaben und Herausforderungen der Umsetzung eines zivilgesellschaftlichen Bildungsnetzwerkes werden im Vortrag jeweils aus Perspektive der Mikroebene (Lehr-Lernprozess), Mesoebene (Organisation Netzwerk) und Makroebene (Bildungskonzepte) analysiert, systematisiert und zur Diskussion gestellt. Dabei werden empirische Illustrationen aus Studien zum Service Learning genutzt, um die Konstruktionsherausforderungen eines solchen Netzwerkes aufzuzeigen, da die Akteure in unterschiedlichen Lebenswelten agieren.

Forum 3: Network Dynamics and Community

Alke, Matthias (DIE Bonn, Germany): Wie können interorganisationale Netzwerke lernen? Empirische Befunde zur Bedeutung von Kooperationskulturen für netzwerkbezogene Lernprozesse

Alke, Matthias (DIE Bonn, Germany): Wie können interorganisationale Netzwerke lernen? Empirische Befunde zur Bedeutung von Kooperationskulturen für netzwerkbezogene Lernprozesse

Für interorganisationale Netzwerke ist ein grundlegendes Spannungsverhältnis charakteristisch: Einerseits sind sie auf die Stabilität der Beziehungen zwischen rechtlich autonomen Akteuren angewiesen, andererseits wird ihre Überlegenheit gegenüber anderen Koordinationsformen (z.B. Organisationen, Gemeinschaften) in ihrer hohen Flexibilität gesehen (Sydow 2006). Daran anschließend wurde vielfach die Bedeutung von Kooperations- und Netzwerk-kulturen herausgestellt, da durch sie Vertrauen und eine kollektive Identität befördert und damit eine stabile Bindung der Akteure erzeugt wird (Staber 2000). Zugleich sind in der sozialwissenschaftlichen Netzwerkforschung aber auch Phänomene der Hyperstabilisierung von Kooperations- und Netzwerkbeziehungen bekannt (z.B. Kartellbildung, soziale Schließung, Kooperationsroutinen usw.), die zumindest auch durch die Herausbildung gemeinsamer Orientierungen und Werthaltungen bzw. einer gemeinsamen Netzwerkkultur unterstützt wird. Dadurch kann von der spezifischen kulturellen Verfasstheit nicht nur eine stabilisierende Wirkung ausgehen, sondern zugleich kann sie sich auch einschränkend, wenn nicht sogar dysfunktional in Bezug auf die spezifische Entwicklungs- und Leistungsfähigkeit von Netzwerken auswirken. Somit drängt sich die Frage auf, wie sich in Kooperations- und Netzwerkkulturen eine Balance zwischen Stabilität auf der einen Seite und einer notwendigen Entwicklungs- und Wandlungsfähigkeit auf der anderen Seite ausprägen kann. Daran anknüpfend werden im Beitrag empirische Befunde aus einer ethnografisch angelegten Studie zu einem Netzwerk von Weiterbildungsorganisationen vorgestellt (vgl. Alke 2015). Der Schwerpunkt wird auf die Besonderheit der empirisch rekonstruierten Kooperationskultur gelegt, die eine identitätsstiftende, stabilisierende Wirkung entfaltet und dabei zugleich Potentiale für die notwendige Entwicklungs- und Wandlungsfähigkeit des Netzwerks und seiner Akteure bereithält. Darauf aufbauend wird im Beitrag unter einer organisationspädagogischen Perspektive dargelegt, dass und wie die spezifische kulturelle Verfasstheit sowohl Anlässe für organisationale Lernprozesse der beteiligten Einzelorganisationen evoziert als auch für den gemeinsamen Interaktionszusammenhang im Sinne von netzwerkbezogenen Lernprozessen.  

 

Bütow, Birgit (Universität Salzburg, Austria): Grenzbearbeitung als Verhältnisbestimmung von Organisation und Netzwerk. Ein empirisch-theoretischer Denkvorschlag

Bütow, Birgit (Universität Salzburg, Austria): Grenzbearbeitung als Verhältnisbestimmung von Organisation und Netzwerk. Ein empirisch-theoretischer Denkvorschlag

Im DFG-Projekt „Legitimierung sozialpädagogischer Zuständigkeit in Spannungszonen der Kooperation: Das Beispiel ‚Jugendhilfe und Psychiatrie’ im innerdeutschen Vergleich“ haben wir versucht, die gesellschaftsgeschichtlichen und organisationalen Kontexte sowie die normativen Bezüge professionellen Handelns über Modi der Legitimierung sozialpädagogischer Zuständigkeit in Spannungszonen der Kooperation zu erschließen. Mit dem gewählten Untersuchungsansatz (vgl. Bütow/Maurer 2011) und dem Forschungsdesign konnten neue Erkenntnisse im Hinblick auf unterschiedliche Modi der Bearbeitung von Übergängen zwischen Systemen und professionellen Zuständigkeiten gewonnen werden. In den dabei auftretenden „Spannungszonen der Kooperation“ identifizierten wir Praktiken der „Grenzbearbeitung“ (Kessl/Maurer 2010), für die – je nach organisationalem Kontext und organisationaler Geschichte sowie je nach spezifischer Konstellation der beteiligten Akteure – unterschiedliche Strategien und Muster rekonstruiert werden konnten (vgl. Bütow/Gries 2013). Die Modi der Grenzbearbeitung und die dabei sichtbaren Grenzzonen verweisen in der theoretischen Perspektive auf die Gestaltung des Verhältnisses von Organisation(en) und Netzwerken der beteiligten Akteur_innen. Im Vortrag soll diskutiert werden, inwiefern „Grenzbearbeitung“ beide Begriffe – Organisation und Netzwerke – in ihrer Relationierung fassen kann.

Altissimo, Alice (Universität Hildesheim, Germany) & Herz, Andreas (Universität Hildesheim / Philipps Universität Marburg, Germany): Organizational structuring of personal mobility in Europe(e)

Altissimo, Alice (Universität Hildesheim, Germany) & Herz, Andreas (Universität Hildesheim / Philipps Universität Marburg, Germany): Organizational structuring of personal mobility in Europe(e)

Geographische Mobilität von Personen wird im wissenschaftlichen Diskurs häufig über individuelle Eigenschaften (bspw. Humankapital) oder strukturelle Rahmenbedingungen (bspw. Lohnunterschiede) erklärt. Netzwerktheoretische Positionen hingegen nehmen eine alternative Perspektive ein: sie unterstreichen die Relevanz von Beziehungen für die Mobilität von Personen. Allerdings werden hierbei wiederum überwiegend familiäre, freundschaftliche oder professionelle Bindungen zu Personen als strukturierend für geographische Mobilität thematisiert. Dadurch bleibt eine Thematisierung der Bedeutung von organisationalen Akteuren/der Organisation als Akteur bislang weitestgehend aus. Dieser Beitrag zeigt hingegen, dass transnationale Mobilität in Europa sowohl in Beziehungen und insbesondere auch in organisationale Beziehungen eingebettet verläuft. Die empirische Datengrundlage bilden qualitative Interviews und Netzwerkkarten mit jungen Erwachsenen die einen Freiwilligendienst im europäischen Ausland absolviert haben. Der Beitrag zeigt auf, wie Organisationen für geographische Mobilität Bedeutung gewinnen, wie sie diese beeinflussen, welche Formen von Hindernissen und welche Unterstützungsmechanismen sie in den Netzwerken der jungen Erwachsenen darstellen können.

Dörner, Olaf & Damm, Christoph (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg): Wenn die Neuen mitspielen. Politisch gewollte Netzwerkbildung im Spannungsfeld von Etablierten und Außenseitern

Dörner, Olaf & Damm, Christoph (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg): Wenn die Neuen mitspielen. Politisch gewollte Netzwerkbildung im Spannungsfeld von Etablierten und Außenseitern

Netzwerke sind feste Bestandteile des Diskurses über Lebenslanges Lernen. Ihnen wird ein Potenzial für die Lösung von Strukturproblemen in der pluralen und heterogenen Erwachsenenbildung zugeschrieben. Vor allem seit den 1990er Jahren können wir eine zunehmende Popularität der Netzwerkidee beobachten, die sich am eindrucksvollsten in der Thematisierung, Förderung, Initiierung und Etablierung regionaler Netzwerke zeigt („Lernende Regionen“). In jüngerer Zeit haben wir es mit Bemühungen um neue Formen und Wege der pädagogischen Arbeit („Neue Lernkulturen“) zu tun. Ziel dabei ist, traditionelle Lernarrangements um vernetzte Lernräume und -orte einschließlich neuer Akteure zu ergänzen. Zu beobachten ist aber auch, dass Netzwerke im Geflecht verschiedenster Akteure aus Politik, Ökonomie, Sozialwesen, Kultur und Bildung Herausforderungen zu meistern haben und vor dem Scheitern nicht gefeit sind. Anhand eines Projektes aus der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit möchten wir im Vortrag der Frage nachgehen, inwieweit politisch initiierte Programme zur Netzwerkbildung eine je spezifische Netzwerkpraxis erzeugen und inwieweit Bildung und Lernen dabei von Bedeutung sind. Wie gehen die Akteure mit dem Programm und dem Netzwerk um? Insbesondere die empirisch basierte Kontrastierung von Umgangsweisen etablierter und weniger etablierter Träger (Außenseiter) innerhalb der landesweiten Erwachsenenbildung dient uns dabei als Reflexionsfolie für die Frage nach den Bedingungen interorganisationalen Lernens und der Steuerung von Netzwerken.

Grazia Riva, Maria (University of Milano-Bicocca, Italy): Organization as Network (e)

Grazia Riva, Maria (University of Milano-Bicocca, Italy): Organization as Network (e)

Menapace, Paola (Universität Bielefeld, Germany): Effectiveness of policies for innovation on a local level: A comparative study of social networks(e)

Menapace, Paola (Universität Bielefeld, Germany): Effectiveness of policies for innovation on a local level: A comparative study of social networks(e)

Innovation projects are characterized by cooperation and mutual learning between partners from different types of organizations. A specific challenge for innovation projects is how these partners develop a network that enables a functioning communication to increase the project‘s performance and the learning potential of those projects. The present study aimed to investigate the effect of Donati’s social reflexivity on team performance in the context of four innovation projects in which different public-private stakeholders such as universities and firms entered a network to together develop a new product or a new technology. In my study I aimed at the concept of “social reflexivity”, which considers an innovation team’s capacity of being reflexive about the relationships within the team and of using this reflexivity to perform better and to increase mutual learning between partners. The project involved data collection from two projects in the Eastern Netherlands and two projects in the region of North Rhine Westphalia, Germany. For the analysis of the network data the Krackhardt methodology of the cognitive social structures is used to measure how similar each individual perceived network is to the general perceived network of the group. The analysis of the network data is integrated using a content analysis of the interviews in which the partners explained their individual perceptions on the networks and their considerations about the final results of the project. It is discussed whether the results reveal that the relational steering is the dominant coordination mechanism that assures the most performative project or whether it is rather perceived as a barrier to innovation.

Rauch, Franz, Korenjak, Petra & Dulle, Mira (Universität Klagenfurt, Austria). Lernen in Regionalen Bildungsnetzwerken als intermediäre Organisationsstrukturen

Rauch, Franz, Korenjak, Petra & Dulle, Mira (Universität Klagenfurt, Austria). Lernen in Regionalen Bildungsnetzwerken als intermediäre Organisationsstrukturen

Wie kann die Attraktivität und Qualität des Unterrichts in den naturwissenschaftlichen Fächern gesteigert und die Professionalität der LehrerInnen durch intermediäre Strukturen (Czerwanski, Hameyer & Rolff, 2002), wie Netzwerke, weiterentwickelt werden? In der Präsentation wird am Beispiel des österreichischen Projektes IMST (Innovationen Machen Schulen Top) die Entwicklung von Regionalen Netzwerken im Bildungsbereich vorgestellt. Diese Netzwerke werden in jedem österreichischen Bundesland vor allem von Gruppen bestehend aus LehrerInnen, VertreterInnen der Bildungsverwaltung und von Hochschulen koordiniert (Rauch, 2013). Die Entwicklung der Regionalen Netzwerke basiert in erster Linie auf soziale Netzwerktheorien (z.B. McLaughlin, Black-Hawkins, Mcintyre & Townsend 2008; OECD, 2003) sowie auf den Funktionen nach Dalin (1999), der Netzwerken eine Informations-, Lern-, psychologische und eine politische Funktion zuschreibt. Ergebnisse prozessbegleitender, qualitativer Evaluationsstudien mittels Interviews und Dokumentanalyse zeigen, dass Netzwerke als Versuche verstanden werden können, in den Spannungsfeldern Autonomie und Vernetzung, Struktur und Prozess, Vorgabe und Freiraum, Freiwilligkeit und Verbindlichkeit, Differenz und Partizipation, Verwaltungshierarchie und Basisbewegung, Praxis und Wissenschaft neue Wege in der Gestaltung des Lernens und der Zusammenarbeit von Personen und Institutionen zu betreten.

Forum 4: Diffusion und Transfer organisationalen Wissens in Netzwerken | Diffusion and Transfer of Organizational Knowledge in Networks

Spieckermann, Holger (TH Köln, Germany): Wissenstransfer durch Netzwerkmetaphern

Spieckermann, Holger (TH Köln, Germany): Wissenstransfer durch Netzwerkmetaphern

Wie gelangen Wissensinhalte über das Verständnis, die Funktionsweise und die Erfolgsfaktoren von Netzwerken von der Wissenschaft in die Praxis? Dies wird am Beispiel von zwei Praxisfeldern der Sozialen Arbeit, der Jugendhilfe und der Gemeinwesenarbeit, untersucht. Von einem systemtheoretischen Blickpunkt handelt es sich bei der Wissenschaft als Ausbildungssystem und der Praxis der Sozialen Arbeit um zwei voneinander getrennte Funktionssysteme, die autonom agieren. Es gibt strukturelle Kopplungen im Übergang der ausgebildeten Sozialarbeiter vom Ausbildungssystem in das Praxissystem. Es stellt sich die Frage, wie die Wissensinhalte in das Praxissystem tradiert werden und ob es weitere strukturelle Kopplungen des Wissensaustausches gibt. Methodisch wird so vorgegangen, dass die Diskurse der Netzwerkliteratur in episodischen Interviews mit professionellen Akteuren der Praxisfelder gespiegelt werden. Ein Schwerpunkt der Analyse liegt hierbei auf den Gebrauch des Netzwerkbegriffs als Metapher. Mit Methoden der Metaphernanalyse werden die Netzwerkmetaphern beider Funktionssysteme nachgezeichnet, um Hinweise auf den Wissenstransfer zu erhalten.

Barnat, Miriam & Bosse, Elke (Universität Hamburg, Germany) (Inter-)organisationales Lernen in Hochschulen

Barnat, Miriam & Bosse, Elke (Universität Hamburg, Germany): (Inter-)organisationales Lernen in Hochschulen

Der Beitrag stellt eine empirische Studie vor, die den Ansatz der Netzwerkanalyse für die Untersuchung und Förderung (inter-)organisationalen Lernens in Hochschulen nutzt (z.B. Holmquist, 2003). Kontext ist die Begleitforschung zum Qualitätspakt Lehre, die explizit mit dem Auftrag ausgestattet wurde, Forschungsergebnisse zurück in die Hochschulen zu spiegeln, um Reflexion und organisationales Lernen anzuregen (BMBF, 2013). Das vorgestellte Forschungsprojekt kooperiert mit vier Partnerhochschulen und untersucht den Zusammenhang von Studierfähigkeit, studienrelevanter Heterogenität und Förderangeboten. Um die Forschungsergebnisse in die beteiligten Hochschulen zurückzutragen, werden verschiedene Formate zur Reflexion und Diffusion (Kerlen,2003) der gewonnenen Ergebnisse entwickelt. Hierbei kommt eine qualitative Netzwerkanalyse (Hollstein & Straus, 2006; Belotti, 2015) zum Einsatz, in der Verantwortliche für die Qualitätspakt-Lehre Projekte in den Partnerhochschulen interviewt werden. Sie dient dazu, Ego-Netzwerke und Netzwerklandkarten der beteiligten Hochschulen zu erstellen und gleichzeitig die Organisationseinheiten und Akteure zu identifizieren, für die die Forschungsergebnisse von Interesse und/oder Nutzen sein könnten. Die Beobachtung der organisationalen Einbettung der Qualitätspakt Lehre- Aktivitäten in die Hochschulen bildet dabei ein empirisches Anwendungsgebiet, das Einblick in die Entstehung neuer Formen innerhalb der Organisation Universität bietet (Padgett & Powell 2012). Der Vortrag stellt die Ergebnisse der Studie vor und diskutiert die Implikationen für inter-organisationales Lernen sowie für Innovationsnetzwerke, die sich aus dem hochschulübergreifenden Austausch innerhalb des Forschungsprojekts ergeben.

Anderegg, Niels (Pädagogische Hochschule Zürich, Switzerland): Leadership for Learning: Schulleitungshandeln als interorganisationale Netzwerkarbeit im Dienste des Lernens

Anderegg, Niels (Pädagogische Hochschule Zürich, Switzerland): Leadership for Learning: Schulleitungshandeln als interorganisationale Netzwerkarbeit im Dienste des Lernens

Dass Schulleiterinnen und Schulleiter Einfluss auf das Lernen der Schülerinnen und Schüler haben, wurde in verschiedensten Studien nachgewiesen (Hallinger and Heck 1996, Bonsen et al. 2002). Dabei ging man in der damaligen Logik von ‚Instructional Leadership’ (Halverson 2009) davon aus, dass Schulleitungen indirekt über die Lehrerinnen und Lehrer Einfluss auf den Unterricht und damit auf das Lernen der Schülerinnen und Schüler nehmen (Schratz 2004). Neuere Studien zeigen, dass die Frage der Einflussnahme jedoch sehr viel komplexer ist (Leithwood and Seashore Louis 2012, Robinson 2011), die Frage der Führung in einem systemischen Zusammenhang gesehen werden (Fullan 2014) und die Organisation als pädagogischen Begriff miteingedacht werden muss (Schröer 2014). Letztlich geht es ums Lernen auf den unterschiedlichsten Ebenen (MacBeath and Dempster 2009). Die präsentierte Studie untersucht das Schulleitungshandeln an fünf Siegerschulen des ‚Deutschen Schulpreises’. Dabei kann gezeigt werden, wie die Schulleitung nicht nur über die Lehrpersonen, sondern in einem Netzwerk unterschiedlichster Akteure Einfluss auf das Lernen der Schülerinnen und Schüler und gleichzeitig auf das personale Lernen der verschiedenen Akteure und organisationale Lernen der Schule nehmen. Auf der theoretischen Grundlage des ‚Policy Enactment’ von Stephan Ball, Meg Maguire und Anette Braun (2012) kann gezeigt werden, wie die Schulleitung über diskursive Prozesse mit unterschiedlichen Akteuren ihre Vorstellungen und Werte ins System einbringt (Ball and Junemann 2012) und damit personales und organisationales Lernen provozieren. Die Einflussnahme basiert sowohl auf direkte als auch indirekte Interventionen und bedient sich sowohl formaler als auch materieller Aspekte (Göhlich 2001). Die Untersuchung arbeitet mit ‚Teilnehmender Beobachtung’ der Schulleiterinnen und Schulleiter als auch mit ‚Vignetten’ (Schratz, Schwarz, and Westfall-Greiter 2012) aus dem Unterricht und dem Alltag der fünf Siegerschulen. Die Untersuchung zeigt, dass ‚Leadership for Learning’ (MacBeath and Cheng 2008, Townsend and MacBeath 2011, Swaffield and MacBeath 2009) auch als interorganisationale Netzwerkarbeit im Sinne der direkten und indirekten Wertebeeinflussung und damit als Steuerung hin zu einer ‚lernwirksamen Schule’ verstanden werden kann. Schulleiterinnen und Schulleiter betreiben dadurch interorganisationales ‚Policy Making’ in welchem die verschiedenen Akteure als Netzwerk sowohl Objekt als auch Subjekt sind (Ball, Maguire, and Braun 2012).

Jenner, Annabel (Universität zu Köln, Germany): Zwischen Innen und Außen: Die Arbeit an der eigenen Organisationsgrenze als Voraussetzung organisationalen Lernens in Netzwerken

Jenner, Annabel (Universität zu Köln, Germany): Zwischen Innen und Außen: Die Arbeit an der eigenen Organisationsgrenze als Voraussetzung organisationalen Lernens in Netzwerken

Überlegungen hinsichtlich der Steuerung von interorganisationalen Netzwerken im Feld der Weiterbildung vollziehen sich zumeist unter Fokussierung der Organisationen in ihrem außenbezüglichen Verhältnis zueinander sowie zu ordnungs- und förderpolitischen Rahmenbedingungen. Wird Steuerung unter der Perspektive der Selbstorganisation der beteiligten Organisationen betrachtet, gerät jedoch stärker in den Blick, wie Organisationen ihre Teilhabe an Netzwerken organisationsintern gestalten. Kämper/Schmidt (2000, S. 230 f.) folgend stellt sich die Beteiligung an Netzwerken zunächst als Kontakt zwischen Personen verschiedener Organisationen dar und erfolgt somit als „Interaktion, die keiner der beteiligten Organisationen zugerechnet werden kann“ (ebd., S. 230, Herv. im Orig.). Erst wenn es zu einer Rückkopplung durch die Person an ihre Herkunftsorganisation kommt, werden Themen, Ideen, Entscheidungen usw. intern bearbeitbar. Die Beteiligung an Netzwerken stellt sich dann als Arbeit an den Grenzen der eigenen Organisation dar und impliziert, dass hierin eine organisational gestaltbare Anforderung besteht, so dass damit auch Prozesse organisationalen Lernens berührt sind. Der Beitrag fragt, wie Organisationen die Einbindung ihrer in Netzwerke entsandten Mitarbeitenden gestalten. Dazu wird der skizzierte Begründungszusammenhang entfaltet und an aktuellen empirischen Ergebnissen einer Untersuchung zu Prozessen individuellen und organisationalen Lernens in einem Weiterbildungsnetzwerk aufgezeigt.

Grueso, Merlin (Universidad del Rosario, Colombia), Kreis, Yvonne (Gutenberg Universität Mainz, Germany) & Nierobisch, Kira (University of Education Ludwigsburg, Germany): Academic Networks. An International Comparison(e)

Grueso, Merlin (Universidad del Rosario, Colombia), Kreis, Yvonne (Gutenberg Universität Mainz, Germany) & Nierobisch, Kira (University of Education Ludwigsburg, Germany): Academic Networks. An International Comparison(e)

The development, functioning, and importance of networks have been studied in various contexts (see e.g. Luhmann 1984, Granovetter 1973), yet, their relevance in academia has been addressed by few authors (e.g. Roxa & Martensson, 2009, 2015) much less in comparison between different cultural backgrounds. In this interdisciplinary research project, we analyze academic networks and networking activities in Germany and Colombia. We first develop hypotheses regarding similarities and differences in academic networks between these two countries. Similarities are mostly based on the general comparability of the academic tasks and career requirements; differences are predominantly derived from differences in social and occupational values. For a select group of tenured faculty, we are then to conduct semi structured interviews in Germany and in Colombia. These interviews allow us to identify categories of particular (perceived) importance for individual academic development. In content analysis according to Mayring (2002), we specifically focus on differences in network access, network function, and relations within networks. By comparing results between Germany and Colombia, we deepen our understanding of the influence of social and occupational values on networks and networking activities in academia.

Lenart-Gansiniec, Regina (Jagiellonian University, Poland): Understanding knowledge sharing in virtual communities(e)

Lenart-Gansiniec, Regina (Jagiellonian University, Poland): Understanding knowledge sharing in virtual communities(e)

The proposal is part of the Forum 3 - is the development of this topic. Successful commercial implementations of crowdsourcing have sparked interest in its potential use in the public sector, sometimes in schools. Increasing organizations and educational institutions have implemented virtual learning communities to encourage knowledge sharing. Brabham (2009) advocated for the use of crowdsourcing in the public sector to increase public participation and for governments to access citizens as a source of ideas and solutions. However, this task can not be accomplished simply by grouping people together and telling them “sharing your knowledge will make you learn better”. However, crowdsourcing lacks a theoretical and conceptual foundation. Within this issues there is also a lack of knowledge regarding the implementation of knowledge sharing in virtual community. The aim of the paper is to increase our understanding of the antecedents to knowledge-sharing in virtual community. This paper discusses existing research and develops a theoretical model of factors that affect knowledge sharing in virtual community.

Kollat, Jana (Leuphana Universität, Germany): Exploring the relationship between CSR talk and action: The constitutive role of knowledge transfer processes in organizational networks(e)

Kollat, Jana (Leuphana Universität, Germany): Exploring the relationship between CSR talk and action: The constitutive role of knowledge transfer processes in organizational networks(e)

Today, corporate social responsibility (CSR) has become an important driver for organizational behavior. However, the inner workings of organizational CSR communication remains unanalyzed, yet there is an urgent practical need for effective strategies to internally communicate about CSR issues. Organizations struggle to commit and engage their employees and, thus, to successfully implement CSR into the core of the organization. Understanding communication not as a straightforward process, but rather as a dynamic network process the present paper highlights the constitutive power communication has for organizations. A social network analysis of a mid-sized firm reveals important actors, their positions, and their power in communication processes. In addition, qualitative interviews are used to examine these actors’ sensemaking of CSR communication. Utilizing an explanatory approach, the paper presents a new theoretical framework for understanding the mechanisms of internal CSR communication processes. By focusing on the relationship between CSR talk and CSR action, the developed model reveals implicit knowledge transfer processes as essential facilitator for CSR actions in the core organization. The proposed model helps to understand how CSR talk can become constitutive for organizations. Such insights can help firms to improve internal communication strategies and to implement their CSR engagements into the organization’s core identity.

Prescher, Thomas (TU Kaiserslautern, Germany): Organisationales Lernen als mikropolitische Gestaltungsaufgabe im Netzwerk Organisation?

Prescher, Thomas (TU Kaiserslautern, Germany): Organisationales Lernen als mikropolitische Gestaltungsaufgabe im Netzwerk Organisation?

Innerhalb des Nachhaltigkeitsdiskurses lassen sich mit Rogall (2004, S. 88ff.) drei Nachhaltigkeitsszenarien identifizieren: Status-Quo Szenarien, Effizienz-Szenarien und Nachhaltigkeits-Szenarien. Das Ziel der einzelnen Szenarien, kann in einem Beitrag zu einer gesellschaftlichen Transformation zur nachhaltigen Entwicklung gesehen werden (vgl. Reißig 2009, S. 24ff). Gerade im Zusammenhang mit dem Konzept einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) kann von einem bildungspolitischen Wunschdenken gesprochen werden, bei dem auf konzeptioneller Ebene von ganzheitlichen Ansätzen ausgegangen wird, denen aber die gesellschaftlichen und unternehmerischen Realisierungsbedingungen gegenüberstehen. Im Beitrag wird im Rahmen einer Programmanalyse von 505 Weiterbildungsprogrammen (159 Anbieter) die Frage nach den Realisierungsbedingungen verfolgt. Im Ansatz geht es darum, inwiefern ein organisationales Lernen als mikropolitische Gestaltungsaufgabe in der Organisation als Netzwerk (vgl. Wenzel 1999, S. 34) identifizierbar ist, bei der gleichermaßen entsprechend des St. Galler Managementkonzepts ein Lernen der Unternehmen adressiert wird: Werden die Struktur-, die Aktivitäts- und Verhaltensdimension mit der operativen, strategischen und normativen Unternehmensführung (vgl. Dyllick & Hummel 1996, S. 33) für ein double loop learning oder deutero learning (vgl. Ankele et al. 2002, S. 34) verbunden oder kann ein anderes Bild, als das des ganzheitlichen Ansatzes identifiziert werden? Als Ergebnis der Programmanalyse wird eine „funktionalistische Bildung für eine ökonomische nachhaltige Entwicklung“ präsentiert, die sich an den Effizienzkriterien ökonomischen Handelns orientiert und dabei das Subjekt, die Umwelt und die mikropolitische Gestaltungsperspektive organisationalen Lernens vernachlässigt. Im Mittelpunkt steht vielmehr das übliche Umweltmanagementdreieck aus Geschäftsleitung, Stabsfunktion und Umweltbeauftragten, ohne dass die menschliche oder soziale Dimension im Spannungsfeld von Mensch, Technik und Organisation (MTO) (vgl. Schlattmann 2010, S. 4) sichtbar wird. Im Einzelnen werden die in den Programmen adressierten - Handlungs- und Erfahrungsebenen (vgl. Bronfenbrenner 1981),  die Partizipationsportale und die ökologischen Grundorientierungen (vgl. Gieseke et al 2005, S. 52ff/ Eschenauer 1989, S. 30), - die identifizierbaren Performanzfelder nachhaltigen Wirtschaftens (vgl. Klemisch et al. 2008, S. 103f.) und - der fehlende Bezug zu den Schlüsselkompetenzen der Gestaltungskompetenz der BNE (vgl. de Haan 2008, S. 32). anhand der vorliegenden Daten dargestellt und in Bezug auf das Verhältnis zu den Nachhaltigkeitsszenarien in Perspektive auf ein organisationales Lernen im Netzwerk und einer nachhaltigen Entwicklung interpretiert.

Forum 5: Beratung in und durch Netzwerke | Consultancy in and by Networks

Bauernfeind, Alfons (Sozialforschung Wien, Austria): Measury: Eine Netzwerkvisualisierungs- und Beratungsmethode für Alleinselbständige

Bauernfeind, Alfons (Sozialforschung Wien, Austria): Measury: Eine Netzwerkvisualisierungs- und Beratungsmethode für Alleinselbständige

Netzwerke sind ein entscheidendes Asset für den Erfolg von Menschen, Projekten und Unternehmen. Das gilt insbesondere für Einzelunternehmer und Start-Ups, die sich keiner vorgegebenen Organisationsstruktur bedienen können. Sie müssen selbst für ihre Netzwerke sorgen, über die sie Wissen, professionelle Hilfe, soziale Unterstützung, Motivation, Identifikation und Aufträge – allesamt kritische Faktoren für den unternehmerischen Erfolg – lukrieren können. Die Qualität des persönlichen Netzwerks entscheidet über ökonomischen Erfolg, Gesundheit und psychisches Wohlbefinden von EPUs. Heute gilt im Zweifel: „Je mehr Kontakte, desto besser.“ Aber nicht die Größe des Netzwerks, sondern seine Struktur und Qualität sind erfolgsentscheidend. Maria Angerer und Alfons Bauernfeind beschäftigten sich im Rahmen von Grundlagenforschungsarbeiten (FWF, WWTF; 2006-2011) mit „Netzwerkpraktiken von Selbständigen in der Kreativwirtschaft“. Beiden fiel auf, dass die hinreichend wissenschaftlich belegten Erkenntnisse, wie Netzwerke auf den Erfolg von Unternehmen und Menschen wirken, den meisten Alleinselbständigen weder bewusst noch bekannt sind – und dadurch natürlich auch nicht umgesetzt werden. Die beiden Soziologen geben dieses Wissen nun mithilfe von Visualisierungssoftware gestützten Face to face Beratungsgesprächen Alleinselbständigen zurück. Im Zuge des Vortrags wird die Methode und die Tablet- Software vorgestellt und die Ergebnisse der bisherigen Netzwerkgespräche präsentiert.

Rundnagel, Heike & Sturm, Nico (Philipps-Universität Marburg, Germany): : Netzwerkförmig-kooperativ ausgestaltete intraorganisationale Strukturen als Voraussetzung für eine gelingende Anrechnungsberatung?

Rundnagel, Heike & Sturm, Nico (Philipps-Universität Marburg, Germany): : Netzwerkförmig-kooperativ ausgestaltete intraorganisationale Strukturen als Voraussetzung für eine gelingende Anrechnungsberatung?

Das Feld der wissenschaftlichen Weiterbildung stellt die deutschen Hochschulen vor neue
Herausforderungen. Die Konzeption und Durchführung von (akademischen)
Weiterbildungsangeboten für die bisher stark unterrepräsentierte Zielgruppe der nicht-traditionell
Studierenden (u.a. Arbeitnehmende, Personen mit Familienpflichten, Berufsrückkehrende)
konfrontiert die Hochschulen auf der einen Seite mit neuen, bisher weitestgehend unbekannten,
Aufgaben(u.a. vollkostendeckende Finanzierung von Weiterbildungsangeboten, Service- und
Kundenorientierung, Marketingaspekten) und auf der anderen Seite mit zielgruppenspezifischen
Ausdifferenzierungen von aus der Grundständigen Lehre bekannten Aspekten (u.a. Beratung,
didaktische Konzepte, Studienmaterialien).
Mit der Konzeption von (akademischen) Weiterbildungsangeboten für der nicht-traditionell
Studierende gewinnt die Thematik der Anerkennung und Anrechnung außerhochschulisch
erworbener Kompetenzen zunehmend an Bedeutung. In den vergangenen zehn Jahren wurden
sowohl umfangreiche rechtliche Grundlagen geschaffen, als auch vielfältige operative
Anrechnungsverfahren entwickelt. Ein Grund für den dennoch sehr geringen Implementierungsgrad
dieser Verfahren in der Breite der deutschen Hochschullandschaft kann in der schwach ausgeprägten
Ausgestaltung intraorganisationaler Kooperationsstrukturen vermutet werden.
 
Geleitet von folgenden Thesen:
 
- Die erfolgreiche Umsetzung von Anrechnungsberatung kann nur gelingen, wenn sie durch
netzwerk- und kooperationsförmige Strukturen und Angebote unterstützt wird,
 
- Netzwerk- und kooperationsförmige Strukturen begünstigen die erfolgreiche Umsetzung von
Anrechnungsberatung,
 
werden im Rahmen des Vortrages die Ergebnisse zweier Forschungsprojekte miteinander kombiniert
präsentiert. Innerhalb des Verbundprojektes ‚WM³ Weiterbildung Mittelhessen‘ wurden sowohl
Studienberatende auf unterschiedlichen Funktionsebenen zur operativen Gestaltung der
Anrechnungsberatung, als auch hochschulinterne und –externe Akteurinnen und Akteure zur
Gestaltung von Kooperationsstrukturen befragt.  
Am Beispiel dieser Befunde wird beleuchtet, wie Kooperationsprozesse innerhalb von Hochschulen
gestaltet sein können, damit die besonderen Anforderungen von nicht-traditionell Studierenden im
Kontext der Anrechnungsberatung hinreichend Berücksichtigung finden. Ausgehend von diesen
Erkenntnissen, soll eine Einschätzung der Bedeutung von hochschulinternen Kooperationsprozessen
für andere Arbeitsfelder der wissenschaftlichen Weiterbildung vorgenommen werden.

Schumacher, Ulrike & Liebscht, Max (neue Systeme GmbH, Germany): Content-Strategien und ihre Auswirkung auf Netzwerkdynamik und Organisationsentwicklung

Schumacher, Ulrike & Liebscht, Max (neue Systeme GmbH, Germany): Content-Strategien und ihre Auswirkung auf Netzwerkdynamik und Organisationsentwicklung

 

Im Zuge fortschreitender Virtualisierung von Organisations- bzw. Kommunikationsstrukturen haben OrganisationsentwicklerInnen in den letzten 10 Jahren Content-Strategie als  Gestaltungsaufgabe für sich entdeckt. Im Diskurs um Verlag 3.0 und Open Science, aber auch in der Startup Szene werden vermehrt virtuelle Planungswerkzeuge für die systematische Entwicklung passgenauer CS evaluiert. Gegenwärtig entstehen hier hochgradig interdisziplinäre Berufsbilder und Beratungsbedarfe, bei denen Perspektiven aus Organisationssoziologie, Lernpsychologie, e-Didaktik, Medien-Recht, IT, BWL, Wissenschaftspolitik einander ergänzen. Ausgehend von einer Übersicht zur wissenschaftshistorischen Entwicklung des Themas reflektieren wir in unserem Beitrag, wie sich Content-Strategien auf die Form der Organisation je nach deren Reifephase formell und informell auswirken. Wir gehen auf Content Silo Traps sowie Erwartungen an Social Media und MOOCs ein. Von der Organisationsbionik inspiriert, wagen wir einen Ausblick auf das organisationsübergreifende Wissens-, Qualitäts- und Innovationsmanagement der Zukunft. Anschließend möchten wir dazu einladen, die Auswirkungen von Prozessstandards bzgl. eigener Projekte zu hinterfragen. Die Reflexion von Inklusion bzw. Exklusion interner Akteure und externer Stakeholder ergänzt sich mit dem Abwägen kontextspezifischer Vor- und Nachteile von Formaten, Kommunikationsarchitekturen und Tools.

Walpuski, Volker (Hochschule Hannover, Germany): Prozessbegleitung in Netzwerken: Gedanken zu Rollen und Spannungsfeldern

Walpuski, Volker (Hochschule Hannover, Germany): Prozessbegleitung in Netzwerken: Gedanken zu Rollen und Spannungsfeldern

Interorganisationalen Netzwerken im weiteren Sozial- und Bildungsbereich, die von Dritten (bspw. Stiftungen als bildungspolitischen Akteuren) initiiert bzw. finanziert werden, werden in diesem Rahmen zum Teil externe, sogenannte „Prozessbegleitungen“ an die Seite gestellt. An diese Prozessbegleitungen werden auftraggeberseits Erwartungen zwischen Fach- und Prozessberatung gestellt, die häufig mit dem Erreichen (vorgegebener oder im Prozess entwickelter) Ziele verbunden sind. Damit wird diesen Prozessbegleitungen eine Steuerungsfunktion für das Netzwerk zugeschrieben, und diese Netzwerke insgesamt lassen sich als Teil neuer gesellschaftlicher Lenkungsversuche und Steuerungsformen (New Public Management) einordnen. Für die Prozessbegleitungen entstehen dadurch im Kontext von Netzwerken bisher wenig untersuchte Spannungsfelder im diffusen Drei- oder Vieleck zwischen Auftraggeber, Netzwerk und eigener Professionalität. Aus der Beratungsforschung (Supervision, Coaching, Mediation) lassen sich Teilaspekte übertragen und ergänzen. Dieses Spannungsfeld wird auf der Grundlage teilnehmender Beobachtung als Prozessbegleiter auf seine Phänomene hin untersucht und beschrieben. Ziel ist, Aspekte für Rollenklärungen - sowohl persönlich für die Prozessbegleitung selbst als auch im Dreiecksverbund und auch in gesellschaftlicher Perspektive – herauszuarbeiten und mit verschiedenen Beratungsethiken zu vergleichen.

Symposium 1: Social innovation networks: Concepts and Scope

Mildenberger, Georg, (Universität Heidelberg, Germany) Networks and Civil Society Organization capacity for social Innovation. Learn-ings from the EU Project ITSSOIN(e)

Mildenberger, Georg, (Universität Heidelberg, Germany) Networks and Civil Society Organization capacity for social Innovation. Learn-ings from the EU Project ITSSOIN(e)

Kleverbeck, Maria (Institut für Arbeit und Technik, Gelsenkirchen) Regional Innovation Systems and Social Innovation.

Kleverbeck, Maria (Institut für Arbeit und Technik, Gelsenkirchen) Regional Innovation Systems and Social Innovation.

Schröer, Andreas (EH Darmstadt, Germany) Fostering social innovation in regional networks - organizational education perspectives(e)

Schröer, Andreas (EH Darmstadt, Germany) Fostering social innovation in regional networks - organizational education perspectives(e)

Symposium 2: Qualitative strukturale Analyse (QSA) meets Organisationsforschung

Truschkat, Inga, Peters, Luisa & Herz, Andreas (Universität Hildesheim, Ger-many) Qualitative strukturale Analyse (QSA) in der Organisationsforschung: What has been done, what comes next

Truschkat, Inga, Peters, Luisa & Herz, Andreas (Universität Hildesheim, Ger-many) Qualitative strukturale Analyse (QSA) in der Organisationsforschung: What has been done, what comes next

Ehlke, Carolin (Universität Hildesheim) & Karic, Senka (Universität Münster, Germany) Netzwerke von (religiösen) Akteuren in der regionalen Wohlfahrterbringung

Ehlke, Carolin (Universität Hildesheim) & Karic, Senka (Universität Münster, Germany) Netzwerke von (religiösen) Akteuren in der regionalen Wohlfahrterbringung

Haude, Christin & Volk, Sabrina (Universität Hildesheim, Germany) „Der muss in meinem Rücken steh´n.“ Playmobil als Visualisierungsmöglichkeit in der Qualitativen Netzwerkforschung am Beispiel der Schulsozialarbeit

Haude, Christin & Volk, Sabrina (Universität Hildesheim, Germany) „Der muss in meinem Rücken steh´n.“ Playmobil als Visualisierungsmöglichkeit in der Qualitativen Netzwerkforschung am Beispiel der Schulsozialarbeit

Müller, Annika (Universität Mainz, Germany) Zur Rolle von coworking- und coliving Konzepten im Kontext weltweiter geo-graphischer Akteursmobilität

Müller, Annika (Universität Mainz, Germany) Zur Rolle von coworking- und coliving Konzepten im Kontext weltweiter geo-graphischer Akteursmobilität

Symposium 3: Guidance and Innovation in the knowledge society: Discourses, strategies & networks

Schroeder, Christian (University of Luxembourg, Luxembourg) Career Guidance Services in European discourse – learning how to govern ourselves to manage our careers (e)

Schroeder, Christian (University of Luxembourg, Luxembourg) Career Guidance Services in European discourse – learning how to govern ourselves to manage our careers (e)

Khalil, Shahinaz (Philipps-University of Marburg, Germany) Imagining Innovation: From individual Career Visions to Multi-Stakeholder-Development Strategies (e)

Khalil, Shahinaz (Philipps-University of Marburg, Germany) Imagining Innovation: From individual Career Visions to Multi-Stakeholder-Development Strategies (e)

Siemsen, Sabine (Philipps-University of Marburg, Germany) Universities in the Present Age: Obsolescent Institution or networked breeding-ground for Global Enhancement, Change and Innovation? (e)

Siemsen, Sabine (Philipps-University of Marburg, Germany) Universities in the Present Age: Obsolescent Institution or networked breeding-ground for Global Enhancement, Change and Innovation? (e)

Adler, Anett & Weber, Susanne Maria (Philipps-University of Marburg, Germa-ny) Innovation-Labs between University and regional Stakeholders: Emergent Knowledge in Discoursive Spaces (e)

Adler, Anett & Weber, Susanne Maria (Philipps-University of Marburg, Germa-ny) Innovation-Labs between University and regional Stakeholders: Emergent Knowledge in Discoursive Spaces (e)

Symposium 4: Networks Inside and Outside of Schools

Grogan, Margaret (Chapman University, USA): Strengthening Teacher and Leader Preparation by Partnering with Schools and Districts(e)

Grogan, Margaret (Chapman University, USA): Strengthening Teacher and Leader Preparation by Partnering with Schools and Districts(e)

de Boer, Heike (University Koblenz-Landau, Germany): Networks between Universities and Second Phase Organizations(e)
Kagoda, Alice Merab (Makerere University, Uganda) Networks in Teacher Education in Uganda(e)

Kagoda, Alice Merab (Makerere University, Uganda) Networks in Teacher Education in Uganda(e)

Bollig, Sabine (University of Luxembourg, Luxembourg) Children’s Networks between Family, Day Care and Pre-Schools(e)

Bollig, Sabine (University of Luxembourg, Luxembourg) Children’s Networks between Family, Day Care and Pre-Schools(e)

Révai, Nóra (University of Strasbourg, France) Teachers’ Professional Networks and Teacher Knowledge(e)

Révai, Nóra (University of Strasbourg, France) Teachers’ Professional Networks and Teacher Knowledge(e)

Spies, Anke (University of Oldenburg, Germany) Networks between Schools and Social Work Organizations(e)

Spies, Anke (University of Oldenburg, Germany) Networks between Schools and Social Work Organizations(e)

Fahrenwald, Claudia, Feyerer, Jakob (University of Education Upper Austria, Linz, Austria) Networks between Schools and Community Partners(e)

Fahrenwald, Claudia, Feyerer, Jakob (University of Education Upper Austria, Linz, Austria) Networks between Schools and Community Partners(e)

Townsend, Andrew (University of Nottingham, UK) Network Research and a Social Ontology of Education(e)

Townsend, Andrew (University of Nottingham, UK) Network Research and a Social Ontology of Education(e)