Mit der Situationsanalyse Praktiken der Differenzkonstruktion untersuchen. Implicated und silent actors in der Elternbeteiligung in Grundschulen
Abstract
Der Beitrag untersucht, wie in den Praktiken schulischer Elternbeteiligung Differenzen konstruiert und Bildungsungleichheiten (re-)produziert werden. Eingesetzt wird die Situationsanalyse (SitA) nach Adele Clarke. Als Weiterentwicklung der Grounded Theory ermöglicht die SitA eine differenzkritische Analyse komplexer sozialer Situationen, indem sie neben Interaktionen auch Diskurse, materielle Bedingungen und nicht-menschliche Elemente einbezieht. Im Zentrum stehen Mappingverfahren, mit denen systematisch Relationen zwischen unterschiedlichen Elementen der Untersuchungssituation – etwa Akteur*innen, Artefakten, Diskursen und räumlichen Strukturen – sichtbar gemacht werden.
Anhand von ethnographischen Beobachtungen und Interviews aus dem Forschungs- und Praxisprojekt SODETE (Soziale und demokratische Teilhabe durch Elternbeteiligung) zeigt sich, wie etwa am Elternabend insbesondere Eltern mit nicht-deutscher Erstsprache oder in prekären Lebenslagen ausgeschlossen und zu „implizierten“ oder „schweigenden“ Akteur*innen werden. Der Beitrag zeigt die Potenziale der SitA zur Analyse institutioneller Machtverhältnisse und zur Reflexion der eigenen Forschungspraxis.
DOI 10.18442/falki-8-1-4
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