3. Dokumentarische Interpretation von Gruppendiskussionen mit Kindern

  • Nicoletta Eunicke

Abstract

Gruppendiskussionen mit Kindern gelten als Möglichkeit, sowohl intragenerationale Kommunikation zwischen Kindern als auch intergenerationale Verständigungen zwischen Angehörigen verschiedener Generationen in den Blick zu nehmen (Heinzel, 2012). Aus kindheitstheoretischer Perspektive können so in spezifischer Art und Weise die konjunktiven Erfahrungen über Kindheit und Erwachsen-sein analysiert werden (Fangmeyer & Mierendorff, 2017). Im Hinblick auf dieses Erkenntnisinteresse wird im Beitrag die komparative Interpretation (formulierende und reflektierende Interpretation) von zwei Sequenzen aus Gruppendiskussionen mit Kindern vorgestellt (u.a. Bock, 2010; Wopfner, 2012).
Die Gruppendiskussionen wurden im Kooperationsprojekt „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Familie und Grundschule: Positionen und Perspektiven von Kindern“ unter Leitung von Professorin Tanja Betz erhoben (Bertelsmann Stiftung/Goethe-Universität Frankfurt am Main).1 Insgesamt wurden – neben narrativen leitfadengestützten Interviews – 13 Gruppendiskussionen mit Dritt- und Viertklässlern an fünf Grundschulen in Hessen und Rheinland-Pfalz geführt und dokumentarisch ausgewertet. In der Studie wurden drei sinngenetische Typen rekonstruiert, in denen sich kontrastive Handlungsorientierungen von Kindern im Verhältnis von Familie und Grundschule wiederspiegeln (Betz, Bischoff, Eunicke & Menzel, i.V.).
In den für den Beitrag ausgewählten Sequenzen behandeln die zwei vorgestellten Gruppen das Thema Schüler-Eltern-Lehrer-Gespräch [sic] in kontrastiver Art und Weise. Neben der Darstellung der Interpretationsschritte, in denen auch Fokussierungsakte (Nentwig-Gesemann, 2010) interpretiert werden, wird ein Schwerpunkt auf Herausforderungen in der Interpretation gelegt. Hierzu gehört z.B. der analytische Umgang mit ‚Nebenschauplätzen‘ und ‚Schweiger*innen‘ (Spyrou, 2015) in der Diskussion.

DOI 10.18442/064

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Veröffentlicht
2019-12-16