Wissenschaft erleben: Elfenbeintürme, Workshops und Maschinenräume

Donnerstag, 18. Juni 2026 - 08:13 Uhr

Der diesjährige dies academicus an der Universität Hildesheim stand unter dem Motto Wissenschaft erleben, Erfolge würdigen, Innovation gestalten. Die Keynote zum Start in den Tag beleuchtete Vorteile und Potenziale unterschiedlicher Arbeitskulturen, Traditionen und moderner Herausforderungen in der Wissenschaft. In den anschließenden Workshops diskutierten Wissenschaftler*innen über die Stärkung guter wissenschaftlicher Praxis, wissenschaftliche Integrität, internationale Kooperationen sowie Karrierewege.

Prof. Dr. Christina Bermeitinger, Vizepräsidentin für Forschung und Wissenschaftler*innen in der Qualifikationsphase, betonte: „Der dies academicus ist ein akademischer Feiertag – wir feiern die Wissenschaft, wir feiern unsere Forschung und einiges, was darüber hinaus zu uns als Uni dazugehört. Akademisch zu feiern heißt dabei, besondere Leistungen zu würdigen, uns durch externe Referent*innen inspirieren zu lassen, über unsere Forschung kritisch zu reflektieren, uns auszutauschen und Zukunftsperspektiven für Forschung zu beleuchten.“

Universitätspräsidentin Prof. Dr. May-Britt Kallenrode eröffnete den dies academicus und begrüßte die Anwesenden. Außerdem bedankte sie sich bei Frau Bermeitinger, die den Tag an der Universität Hildesheim vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat. Im zweijährlichen Wechsel mit dem Tag des Lehrens und Lernens (TdLL) würdigt die Universität nun Wissenschaft und Lehre jeweils im Rahmen eines besonderen Tages. Passend dazu kündigte Frau Kallenrode die Keynote an: „Das ist für uns ein wirklich wichtiger Teil, weil wir in der Forschung verstärkt über Zusammenarbeit sprechen“.

In ihrer Keynote Maschinenräume in Elfenbeintürmen. Innenansichten geisteswissenschaftlicher Arbeit machten Prof. Dr. Ewald Frie und Prof. Dr. Boris Nieswand von der Universität Tübingen genau das. Sie sprachen über ihr gemeinsam veröffentlichtes Buch Keplerstraße 2. Innenansichten geisteswissenschaftlicher Forschung, in dem sie das Zusammenarbeiten in ihrem zwölfjährigen Sonderforschungsbereich analysierten. Frie und Nieswand gaben Einblicke in Vorteile und Potenziale aber auch in Herausforderungen, die dort entstünden, wo unterschiedliche Arbeitskulturen, Traditionen und moderne Herausforderungen im Wissenschaftskontext aufeinanderträfen. Im Zentrum des Vortrags standen Learnings aus wissenschaftlichen Kooperationskonzepten der Universität Tübingen. Beispiele waren Spannungen zwischen Forschungsdynamik und Organisationsnotwendigkeiten, das Verhältnis zwischen Gutachter*innen und Begutachteten und Kooperationszwänge durch Face-to-Face Interaktionen.

Die drei Workshops am Nachmittag vertieften die inhaltliche Beschäftigung mit verschiedenen Themen. Vorgestellt wurden unter anderem die Beratungs- und Vermittlungsaufgaben des Ombudsgremiums für die wissenschaftliche Integrität in Deutschland OWID e.V., seine Rolle bei der Stärkung guter wissenschaftlicher Praxis und wissenschaftlicher Integrität. Außerdem stellte sich das DAAD-Kompetenzzentrum internationale Wissenschaftskooperationen (KIWi) vor und gab einen Einblick in das Thema Wissenssicherheit. Der dritte Workshop beleuchtete die zentralen Erfolgsfaktoren für den akademischen Werdegang. Im Anschluss berichtete die diesjährige Hurwitz-Preisträgerin der Universität Hildesheim von ihrem Weg in die Wissenschaft. 

Im Rahmen des dies academicus fand auch die feierliche Verleihung der akademischen Preise an der Universität Hildesheim statt.

Mehr zu den Preisverleihungen hier.