Wie wird kulturelle Bildung zugänglicher? EU Horizon 2020 Forschungsprojekt „Dialoguing@rts“

Dienstag, 09. Juli 2024 um 16:00 Uhr

Die internationalen Partner des Forschungsprojekts trafen sich vom 2. bis 3. Juli zum ersten Konsortialtreffen in der norwegischen Stadt Bodø, einer der Kulturhauptstädte Europas 2025. Sie setzen sich zum Ziel, kulturelle Kompetenzen durch dialogische künstlerische Bildungsprozesse zu fördern – und damit die soziale Integration voranzutreiben.

Das von der EU finanzierte Forschungsprojekt „Dialoguing@rts“ (kurz „d@rts“) geht der Frage nach, wie kulturelle Bildung zugänglicher gemacht und für die Bedürfnisse einer zunehmend vielfältigen Bevölkerung weiterentwickelt werden kann. „Der zugrunde liegende Forschungsansatz basiert auf der Annahme, dass kulturelle Teilhabe, selbstbestimmte künstlerische Praxis und die Entwicklung kultureller Kompetenzen den sozialen Zusammenhalt stärken können“, berichtet Prof. Dr. Julius Heinicke, Professor für Kulturpolitik und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls Kulturpolitik an der Universität Hildesheim. Ausgehend von der postkolonialen Erkenntnis, dass Kulturen heterogen sind, fördert „d@rts“ künstlerische Strategien um Dialoge aufzubauen und gemeinsam mit verschiedenen Gruppen und Gemeinschaften physische und digitale Aktionen zu entwickeln.

Das von Julius Heinicke geleitete und mit dem Team des UNESCO-Lehrstuhls Kulturpolitik durchgeführte Teilprojekt erarbeitet gemeinsam mit Kolleg*innen von der Makerere University Kampala, Uganda und der University of Auckland, Neuseeland ein dekoloniales Forschungsdesign. Darüber hinaus formulieren sie kulturpolitische Empfehlungen, um den sozialen Zusammenhalt mithilfe von Praktiken der kulturellen Bildung in formalen und non-formalen Bildungskontexten zu stärken.

„Wer wurde eingeladen, an der Gestaltung des Lehrplans mitzuwirken? Wessen Stimmen werden im Lehrplan in Bezug auf Repräsentation und kulturelle Identität einbezogen? Welche Wissenssysteme sind in dem Lehrplan vertreten?“

Beim Workshop „Kulturelle Bildung, kulturelle Kompetenz und soziale Kohäsion aus einer dekolonialen Perspektive" in Bodø hat das Team um den UNESCO-Lehrstuhl unter anderem diese Fragen zum Curriculum formaler und non-formaler Bildungseinrichtungen künstlerischer Fächer mit Hilfe von Performance, Tanz, Musik und Kunst untersucht. „Die anschließenden intensiven Diskussionen zeigten, dass kulturelle Bildung viel Potenzial hat, eigene Hierarchien, Vorurteile und Stereotype abzubauen und Raum für einen offenen und reflektierten Dialog zu schaffen, aber immer noch an traditionellen Strukturen, längst überholten Hierarchien und Annahmen scheitert“, fasst Julius Heinicke zusammen.

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Diskussion mit Kolleg*innen aus Uganda, Neuseeland, Finnland und Norwegen innerhalb des Teilprojekts.

Workshop „Kulturelle Bildung, kulturelle Kompetenz und soziale Kohäsion aus einer dekolonialen Perspektive“. Fotos: d@rts