Wer Verantwortung übernimmt, hört mehr als nur eine Perspektive

Donnerstag, 12. März 2026 - 08:44 Uhr
Collage aus Foto vom Straßenschild Hindenburgplatz und einem Foto des Uni-Magazins

Ein kurzes Blättern, schon steht sie da: Die Duden-Definition für Verantwortung. Laut des Wörterbuchs handelt es sich um die Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass die Dinge einen möglichst guten Verlauf nehmen, das dafür Notwendige und Richtige getan wird und möglichst kein Schaden entsteht. Zudem ist Verantwortung laut Duden ebenfalls mit der Verpflichtung gleichzusetzen, für etwas Geschehenes einzustehen. Was das für Sprache, historische Bildung und philosophisches Denken bedeutet, erklären vier Hildesheimer Wissen-schaftler*innen.

Es beginnt im Schulunterricht: Hier wird Deutsch gesprochen! – eine klare Regel in vielen deutschen Klassenzimmern. Monolingualer Habitus nennt sich das in der Fachsprache: Die Ansicht, dass Deutsch (beziehungsweise die jeweilige Landessprache) die einzig legitime Unterrichtssprache ist. Bedeutet für Schüler*innen, sie müssen ihr schulisches Wissen in der deutschen Sprache erwerben und ausdrücken können. Jedoch: „Wer seine eigene Erstsprache nicht sprechen darf, fühlt sich ausgeschlossen – und das wirkt sich negativ auf das Lernen aus,“ erklärt Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme, Professorin für Mathematikdidaktik an der Universität Hildesheim. Das Verbot einer Sprache sorgt für geringere Wertschätzung – der Sprache gegenüber und der Person, die sich mit ihr identifiziert. „Der gelebte Monolinguale Habitus verringert das Selbstbewusstsein und die Bildungschancen der betroffenen Personen,“ betont die Wissenschaftlerin. Die Vorgehensweise beeinflusst somit nicht nur Ausdruck und Identifikationschancen. Sie kann sich elementar auf Bildungsgerechtigkeit auswirken. „Aktuelle Forschungen zeigen, dass ein Ausbremsen der Erstsprache tatsächlich Einfluss auf die schulischen Leistungen nimmt,“ sagt Kristina Förster, wissenschaftliche Koordinatorin des Projekts Translangan der Universität Hildesheim. 

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