Weltgeschichtliche Zäsuren in Gesellschaft und Politik: 1989 – 2001 – 2011

Dienstag, 02. April 2013 um 08:37 Uhr

Was macht ein Ereignis zu einer Zäsur von Weltbedeutung? Und wie lassen sich Weltereignisse abgrenzen, von all den Ereignissen, die einfach in der Vergangenheit liegen? In einer öffentlichen Ringvorlesung untersuchen bis Juli 2013 Soziologen, Historiker und Politikwissenschaftler der Universität Hildesheim weltgeschichtliche Zäsuren. Im Fokus stehen dabei die Jahre 1989, 2001 und 2011.

„Jahreszahlen markieren nicht nur Ereignisse, sondern können auch weltgeschichtliche Zäsuren symbolisieren“, sagt Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer von der Uni Hildesheim. „Was macht ein Ereignis zu einer Zäsur von Weltbedeutung? Und wie lassen sie sich abgrenzen, von all den Ereignissen, die einfach in der Vergangenheit liegen? “

Diesen Fragen widmen sich die Geschichtswissenschaft, Soziologie und Politikwissenschaft der Universität Hildesheim in einer interdisziplinären Ringvorlesung in diesem Sommersemester. Betrachtet werden drei jüngere Ereignisse, die sich in den Jahreszahlen 1989, 2001 und 2011 spiegeln: Das Ende des osteuropäischen Sozialismus – symbolisiert durch den Fall der Mauer –, die neue Form eines weltweiten und transnationalen Terrorismus, der sich in den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon offenbarte und die ersten Siege der arabischen Revolutionen in Tunesien und Ägypten, die sich in den friedlichen Demonstrationen und den Abgängen der Machthaber Ben-Ali und Mubarak dokumentierten.

Diese Ereignisse und ihre Zusammenhänge sollen aus der Perspektive der drei Disziplinen ausgeleuchtet werden. Deshalb folgen im Rahmen der Ringvorlesung nach einem halbstündigen Vortrag dann Kommentierungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den beiden anderen Fächern sowie die vertiefende Diskussion mit Studierenden und Interessierten.

Die Themen der Vorlesungsreihe (Programm als PDF) sind u.a.: Weltereignisse = Weltmedienereignisse? (Michael Corsten), Umbrüche in Mitteleuropa um 1989 (Michael Gehler), Zäsuren für die (globale) Verbreitung von Demokratie (Marianne Kneuer), Umbrüche im Baltikum (Andreas Schimmelpfennig), 89 und die 89er: Selbstthematisierung und private Lebensführung im innerdeutschen Transformationsprozess (Holger Herma), Das Weltbild ist das Weltgericht. Konflikt der Imaginationen seit 9/11 (Michael Kauppert), 9/11 und Arabellion: Naher Osten zwischen Kontinuität und Wandel (Thomas Demmelhuber), Der Westen und die Kreuzfahrer, al-Qaida und die Assassinen – Instrumentalisierung von Geschichte im Kontext des War on Terror (Felix Hinz), Migrations- und Kriminalpolitik in Umbruchzeiten 1989-2001-2011 (Andreas Pudlat), „Wie die Welt erfassen?“ Konzepte globalen Lernens (Jessica Schwarz).

Interessierte sind herzlich eingeladen.

Wo? Audimax der Universität Hildesheim, Marienburger Platz 22
Wann? Mittwochs im Sommersemester, 18:15 Uhr (10. April bis 10. Juli 2013)


Das abgebrannte NDP-Parteigebäude: Die Ruine steht in Downtown Kairo und gilt als das Symbol der erfolgreichen Revolte gegen das Mubarak-Regime. Fotorechte: Thomas Demmelhuber/Uni Hildesheim

Das abgebrannte NDP-Parteigebäude: Die Ruine steht in Downtown Kairo und gilt als das Symbol der erfolgreichen Revolte gegen das Mubarak-Regime. Fotorechte: Thomas Demmelhuber/Uni Hildesheim Das abgebrannte NDP-Parteigebäude: Die Ruine steht in Downtown Kairo und gilt als das Symbol der erfolgreichen Revolte gegen das Mubarak-Regime. Fotorechte: Thomas Demmelhuber/Uni Hildesheim