Virtuelle Realität: Hildesheimer Spieleschmiede auf Hannover Messe ausgezeichnet

Montag, 30. April 2018  / Alter: 109 Tage

Ideen für die virtuelle Realität: Das Bundeswirtschaftsministerium zeichnet die Gründerin Emmy Förster und den Gründer Thomas Löwe mit dem Preis „Digitale Innovationen“ aus. Sie haben einen eigenen Ansatz entwickelt, um das Laufen durch künstliche Welten zu simulieren. Der Hildesheimer Medieninformatiker Jörg Cassens unterstützt die beiden Existenzgründer auf ihrem Gründungsweg. Den Preis nahmen die IT-Profis auf der Hannover Messe entgegen.

Emmy Förster und Thomas Löwe mit Jörg Cassens von der Universität Hildesheim auf der Hannover Messe. Der Medieninformatiker Cassens begleitet die beiden Gründer als Mentor. Bei der Preisverleihung auf der Hannover Messe: Die Gründerin und der Gründer mit Andreas Goerdeler vom Bundeswirtschaftsministerium (Mitte). Foto: Annette Weber-Förster, Selfie: Jörg Cassens

Ein von der HAWK und von der Universität Hildesheim unterstütztes Start-up, das Studio für Virtual Reality-Spiele „Hastily Assembled Games“, ist in dieser Woche auf der Hannover Messe im Gründerwettbewerb „Digitale Innovationen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ausgezeichnet worden.

Das Spielentwicklerstudio „Hastily Assembled Games“ gehört mit seinen Ideen zur Virtuellen Realität zu den Preisträgern des Gründerwettbewerbs. Die beiden Gründer des Studios, Emmy Förster und Thomas Löwe, werden bereits durch das renommierte EXIST-Förderprogramm der Bundesregierung bei der Existenzgründung unterstützt. Dabei werden sie auf ihrem Weg durch Professorin Stephanie Rabbe von der HAWK und Dr. Jörg Cassens von der Stiftung Universität Hildesheim gemeinsam begleitet.

Virtuelle Realität (VR), also die computergenerierte Darstellung interaktiver Umgebungen, ist ein Trendthema der Digitalisierung. In der Unterhaltungsindustrie spielen die VR-Brillen, die den Spielenden ein Abtauchen in Spielwelten erst ermöglichen, eine besondere Rolle.

Das selbstständige Erkunden virtueller Umgebungen ist einer der wichtigsten Aspekte für ein umfassendes Spielerlebnis. Bisherige Lösungen, die das Laufen durch die künstliche Welt simulieren, führen aber häufig zu einer der Seekrankheit vergleichbaren Übelkeit: die optische Wahrnehmung der Umgebung durch die VR-Brille passt nicht zu den eigenen Bewegungen und verwirrt unsere Sinne.

Das Start-up „Hastily Assembled Games“ hat einen eigenen Ansatz für die Fortbewegung in VR-Welten entwickelt: Durch eine neuartige Gestaltung der virtuellen Spielwelt empfinden Spielende eine große Bewegungsfreiheit – obwohl sie sich auf einer realen Fläche von nur 2,5m x 2,5m bewegen. Im VR-Spiel „Tracy Laser Conquers the Virtual Reality!“ der beiden Unternehmensgründer kommt diese Technologie zum ersten Mal zum Einsatz, sie soll zukünftig aber auch an andere Entwickler lizenziert werden.

Stephanie Rabbe, Professorin für Entrepreneurship und Unternehmensgründung, freut sich für die Preisträger: „Es ist toll zu sehen, wie die beiden aus ihrer Projektidee auch eine unternehmerisch verwertbare Geschäftsidee entwickelt haben.“ Der Medieninformatiker Jörg Cassens, der die beiden Gründer fachlich unterstützt, schließt sich an: „Emmy und Thomas haben ein innovatives Konzept entwickelt, bei dem auf kleinstem Raum unendliche Weiten erkundet werden können. Ich gratuliere den beiden zu diesem Erfolg und freue mich auf weitere gemeinsame Abenteuer.“

Dank der zusammen mit der HAWK erfolgreich eingeworbenen EXIST-Förderung können sich die Gründerin und der Gründer ganz auf die Unternehmensgründung und die Fertigstellung des ersten Produkts konzentrieren, ohne sich anderweitig um die Existenzsicherung kümmern zu müssen, sagt der promovierte Medieninformatiker Jörg Cassens. Das erste Spiel „Tracy Laser“ soll bald erscheinen. „Meine Aufgabe sehe ich darin, die Innovationskraft des jungen Unternehmens nachhaltig zu sichern, indem neue medieninformatische Forschungsergebnisse und technologische Trends frühzeitig erkannt und aufgegriffen werden“, sagt Cassens. Das junge Unternehmen sei „ein Beispiel für gelungene erste Schritte der Existenzgründung“.

An der Universität in Hildesheim möchte der Medieninformatiker Studentinnen und Studenten dazu „ermutigen, eigene innovative Ideen zusammen mit den Lehrenden und Forschenden unserer Universität weiter zu entwickeln, zu konkretisieren und bestehende Förderprogramme zu nutzen“. Eine Unternehmensgründung sei „viel Arbeit und mit viel Unsicherheit behaftet“. Aber, so Cassens: Eine Gründung kann auch sehr viel Spaß machen und schöne Erfolgserlebnisse liefern.

Kontakt zur Hildesheimer Medieninformatik

Mehr erfahren über Medieninformatik? Wer sich für Gründungen im Bereich Medieninformatik interessiert, kann sich an Dr. Jörg Cassens wenden (E-Mail cassens@cs.uni-hildesheim.de). Cassens hat an der Universität Hildesheim den Bereich Medieninformatik aufgebaut und begleitet das Start-up in der Gründungsphase. 

Mehr über das junge Unternehmen erfahren: hastilyassembled.com

Medieninformatik in Hildesheim: www.uni-hildesheim.de/fb4/institute/imai/mitglieder/cassens/

Gründerwettbewerb: https://www.de.digital/DIGITAL/Redaktion/DE/Gruenderwettbewerb/Meldungen/2018/2018_04_24_Preisverleihung_HMI_PM.html

Von: Pressestelle, Isa Lange [erstveröffentlicht 26.04.2018]

Emmy Förster und Thomas Löwe mit Jörg Cassens von der Universität Hildesheim auf der Hannover Messe. Der Medieninformatiker Cassens begleitet die beiden Gründer als Mentor. Bei der Preisverleihung auf der Hannover Messe: Die Gründerin und der Gründer mit Andreas Goerdeler vom Bundeswirtschaftsministerium (Mitte). Foto: Annette Weber-Förster, Selfie: Jörg Cassens