Unterstützung von jungen Menschen in Zeiten von Corona gestalten

Dienstag, 24. März 2020 um 15:31 Uhr

Der Hildesheimer Sozialpädagoge Prof. Dr. Wolfgang Schröer hat als Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums eine aktuelle Stellungnahme zur Unterstützung von jungen Menschen in Zeiten von Corona mit erarbeitet. Es sei eine der größten Herausforderungen für die kommunale Kinder- und Jugendpolitik, die Bildungspolitik in den Ländern sowie die Bundespolitik jetzt innovative Wege zu finden, um junge Menschen und Familien zu unterstützen, so Schröer. Die Lage derzeit sei eine Ausnahmesituation: Der Alltag von jungen Menschen und Familien werde durch die vorübergehenden Schließungen von Kindertagesstätten und Schulen sowie Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit grundsätzlich umstrukturiert. Es sei notwendig, so Schöer, die Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe zu erhalten, gerade wenn Organisationen in dieser Krise innovative Wege mit jungen Menschen suchen.

Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.

Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in zentralen Fragen der Kinder- und Jugendpolitik, das Gremium ist eine unverzichtbare Stimme aus Wissenschaft und Praxis für die Belange von Kindern und Jugendlichen. Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer ist seit 2019 Mitglied des Bundesjugendkuratoriums und Vorsitzender dieses Gremiums.

Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik haben sich auf die Kinder- und Jugendpolitik und Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert.

Im Folgenden lesen Sie einen Auszug aus der Stellungnahme, die Prof. Dr. Wolfgang Schröer als Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums mit erarbeitet hat.

Zwischenruf des Bundesjugendkuratoriums

Unterstützung von jungen Menschen in Zeiten von Corona gestalten / Kinder- und Jugendpolitik ist gefordert

Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation: Der Alltag von jungen Menschen und Familien wird schon allein durch die vorübergehenden Schließungen von Kindertagesstätten und Schulen, öffentlichen Räumen sowie Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit grundsätzlich umstrukturiert. Aus Sicht des Bundesjugendkuratoriums ist es jetzt unbedingt wichtig, dass die Schließung der öffentlichen Einrichtungen von jungen Menschen und Familien nicht als Rückzug der Kinder- und Jugend- sowie Bildungspolitik aus der Unterstützung der Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien erlebt wird. Dafür ist es dringend notwendig, dass die Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe erhalten bleibt und freie Träger finanziell gesichert bleiben. Freie Träger sollten gerade jetzt – wenn sie in dieser Krise innovative Wege mit jungen Menschen suchen – schnell und unkompliziert finanziell unterstützt werden.

Notwendig sind auch finanzielle Unterstützungen für junge Menschen und Familien, die angesichts von Kurzarbeit etc. oder fehlendem Einkommen in Notlagen geraten. Es müssen auch Übergangslösungen für diejenigen jungen Menschen gefunden werden, die nicht auf verlässliche private und soziale Netzwerke zurückgreifen können.

Es ist jetzt eine aktive Kinder- und Jugendpolitik notwendig, die in dieser Krise für junge Menschen und mit ihnen sowie ihren Familien einen kinder- und jugendgerechten Alltag ermöglicht und organisiert.

Der gesamte Zwischenruf steht auf www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen zum Download bereit.

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören bis zu 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen.