Unterstützung für digitale Lehre – Die Servicestelle digitale Lehr- und Lernformate (SdLL)

Montag, 22. September 2025 - 12:31 Uhr

Seit der Corona-Pandemie haben sich Studium und Lehre an den Universitäten verändert. Digitale Tools und Lernumgebungen stehen heute so stark wie nie im Fokus von Lehren und Lernen. Darüber hinaus stellen sich durch den Einsatz von KI-Tools neue Herausforderungen. Wie umgehen mit diesen zum Teil grundlegenden Veränderungen? Die Servicestelle digitale Lehr- und Lernformate (SdLL) gibt Antworten – individuell auf Bedarfe abgestimmt und mit einem Auge fürs Ganze.

How it’s done, done, done

Auf Online-Angebote in der Lehre setzen? Wer die Studierenden mit digitalen Tools erreichen möchte, kann auf die Unterstützung der SdLL zählen. Eine kurze Mail und das Problem grob skizzieren – schon ordnet das Team der SdLL per Ticketsystem die passende Ansprechperson zu. Anschießend werden in einem persönlichen Gespräch, telefonisch oder online, die spezifischen Anliegen geklärt und Bedarfe sowie Wünsche erfasst. Die SdLL-Mitarbeitenden nehmen sich Zeit für das Anliegen und finden gemeinsam eine passende Lösung – wenn nötig wird später noch nachjustiert.

Die meisten Fragen der Lehrenden und Studierenden an die Servicestelle Digitale Lehre (SdLL) beziehen sich auf das Lernmanagementsystem sowie UHiKI, die universitätseigene generative Künstliche Intelligenz (KI). Das Lernmanagement als Rückgrat der technischen Ressourcen für digitale Lehre an der Uni Hildesheim, bietet viele Möglichkeiten – hält aber auch einige Herausforderungen parat. Häufige Anliegen sind beispielsweise: Wie kann ich das System sinnvoll und unterstützend für meine Lehre nutzen? Wie plane und realisiere ich Videoformate? Wie funktioniert die Aufzeichnung von Veranstaltungen? Auch im Zusammenhang mit UHiKI besteht ein hoher Beratungsbedarf. Lehrende und Studierende wünschen sich hier vor allem Hilfestellung im Umgang und bei der Nutzung der KI im Lehr- und Lernalltag.

Hi UHiKI, nice to meet you

UHiKI steht schon eine Weile auf der digitalen Matte. Aber: Wie funktioniert KI? Wie schreibe ich Prompts? Wie verlässlich sind die Informationen, die UHiKI mir ausspuckt? Diese und viele andere Fragen gehen um an der Uni. Birgit Oelker, Projektkoordinatorin der SdLL, betont: „KI ist zur Zeit ein ganz heißes Thema. Sie beeinflusst die Lehre maximal, wird von den Studierenden intensiv genutzt und hat eine hohe und schnelle Dynamik.“ Um den Uniangehörigen aus Lehre und Studium direkt zu helfen, gibt es daher seit letztem Semester die Digitalen Delikatessen: niedrigschwellige, wöchentliche Workshops zu den Möglichkeiten, Einsatzbereichen und Herausforderungen in der Arbeit mit KI. „Mit der UHIKI stellen wir unseren Hochschulangehörigen eine eigene generative KI zur Verfügung. Mit dem Angebot der SdLL fördern wir die Kompetenz der Nutzenden“, erklärt Jan Timo Zimmermann, Leiter der SdLL. „Wir haben hier an der Universität eine große Bandbreite an unterschiedlicher KI-Kompetenz. Manche Forschende wie z.B. in der Informatik sind eng am Thema dran, forschen zu KI und teilen die in vielen Fällen weitreichenden Kompetenzen und Erfahrungswerte. Andere sind mit dem Thema KI noch wenig vertraut“. Diese Unterschiede kann die SdLL mit ihren Angeboten überbrücken. Und auch die Fokusgruppe KI unter der Leitung von Vizepräsident für Studium, Lehre und studentische Belange Prof. Dr. Jürgen Sander beschäftigt sich mit dem didaktischen Einsatz von KI, gibt Orientierung bei der Nutzung und ist im Austausch mit der KI-Forschung an der Universität. Oelker erklärt: „Es gibt keine Erwartungen an Lehrende, dass sie KI-Expert*innen werden. KI ist ein Tool, und wir unterstützen bei Bedarf dabei einen verantwortungsbewussten Umgang damit zu finden.“  Zimmermann ergänzt: „Man kann es ganz grob vergleichen mit der Entwicklung beim Taschenrechner. Als der eingeführt wurde, gab es ja auch die Befürchtung, dass niemand mehr rechnen können wird. Aber, um einen Taschenrechner bedienen zu können, muss man ja trotzdem verstehen, wie Addition oder Subtraktion funktioniert. Mit KI ist es ähnlich.“.

Zukünftig soll KI auch eine größere Rolle im Lernmanagementsystem spielen. Zum Beispiel in der Form eines Video- und Audio-Transkriptionsservice, die auch im Kontext Barrierearmut relevant werden.

Diese Treppe ist nicht genormt

Barrieren im analogen Raum dürften mittlerweile den meisten Personen ein geläufiges Thema sein. Dass es zu Problemen kommen könnte, wenn der einzige Fahrstuhl in einem Gebäude kaputt ist, ist den meisten Menschen klar, vor allem denen, die es betrifft. Doch auch im Digitalen gibt es Hürden und Barrieren. Die SdLL bemüht sich beim Aufsetzen neuer Tools um Barrierearmut und -freiheit. Was dabei hilft? Das Lernmanagementsystem ist bereits auf Barrierearmut abgestimmt. Das Design setzt auf Kontraste, die von Menschen mit Einschränkungen beim Sehen besser erkannt werden können. Grafiken haben Beschreibungen für Screenreader hinterlegt. Aber auch das Generieren von Untertiteln für Audio- und Videodateien gehört dazu, um diese auch für Menschen mit Einschränkungen beim Hören zugänglich zu machen.

Wer mischt mit?

Die Servicestelle digitale Lehr- und Lernformate umfasst die Bereiche Mediendidaktik, IT-Websysteme und Projektmanagement. Die SdLL-Mitarbeitenden setzen sich gemeinsam dafür ein, die digitale Lehre an der Universität Hildesheim zu gestalten und stetig zu verbessern. Eine Besonderheit: Die Kolleg*innen PD Dr. Karsten Senkbeil und Dr. Sascha El-Sharkawy arbeiten zur Hälfte in der SdLL und sind zur anderen Hälfte in Forschung und Lehre tätig. Damit bilden sie eine Art Scharnierfunktion zwischen der SdLL und allen Fachbereichen. Sie kennen die Bedürfnisse der Lehrenden und sind nah dran an aktueller Forschung. Auch so stellt die SdLL ihre wissenschaftlich fundierte Perspektive sicher. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum stehen der SdLL umfassende Rechnerinfrastruktur zur Verfügung. Darüber hinaus engagiert sich die Servicestelle beim aktiven Austausch mit anderen Hochschulen, von der Mitarbeit in externen Gremien sowie dem Zugang zu weiteren Servicestellen. Von diesem wechselseitigen Austausch von Erfahrungen und Kompetenzen profitieren auch die Lehrenden und Studierenden an der Uni Hildesheim. Er trägt außerdem dazu bei, die digitale Lehre an der Universität Hildesheim kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu stärken. „Wenn ein Problem woanders schon gut gelöst wurde, muss man das Rad hier nicht neu erfinden“, sagt Zimmermann.

Zu den Hintergründen

Die Servicestelle digitale Lehr- und Lernformate ist u.a. das Ergebnis einer Peer-to-Peer-Beratung der HFD (Hochschulforum Digitalisierung) für die Uni Hildesheim. Diese empfahl, dauerhafte Beratungs- und Unterstützungsstrukturen im Bereich der digitalen Lehre an der Universität einzurichten. Die Universitätsbibliothek hatte der Hochschulleitung dazu schon vor der HFD-Beratung ein Konzept vorgelegt. Relevant ist in diesem Zusammenhang auch die seit 2014 bestehende Kooperation zwischen der Universitätsbibliothek und dem Rechenzentrum zur Betreuung des Lernmanagementsystem. Die 2020 während der Corona-Pandemie gegründete Task Force für digitale Lehre intensivierte diese Zusammenarbeit. Durch die Einrichtung der SdLL wurde dann 2024 in der UB dauerhaft eine Abteilung eingerichtet, um die Lehrenden und Lernenden bei der Nutzung digitaler Formate zu unterstützen. Hier sind die Kompetenzen systematisch, nachhaltig und dauerhaft an einer Stelle gebündelt. Denn die SdLL ist eine zentrale Einrichtung der gesamten Universität und organisatorisch in der Universitätsbibliothek verankert.