Universitätsprofessor für Kirchengeschichte: Jörg Bölling

Freitag, 13. Juli 2018  / Alter: 37 Tage

Jörg Bölling forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Kirchengeschichte an der Universität Hildesheim. Zu den Forschungsgebieten des promovierten Historikers und Theologen zählen unter anderem die Ökumene in Mittelalter und Früher Neuzeit, das Papsttum und die Kirchenreformen.

In der Forschung befasst sich Professor Jörg Bölling mit dem Papsttum, den Heiligen und den Kirchenreformen. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Seit Januar 2018 forscht und lehrt Prof. Dr. Dr. Jörg Bölling am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim. In der Forschung befasst sich Jörg Bölling mit dem Papsttum, den Heiligen und den Kirchenreformen.

Aktuell erforscht der Theologe und Historiker unter anderem die Ökumene in Mittelalter und Früher Neuzeit. „Im Verbund mit anderen Expertinnen und Experten möchte ich Reformversuche aufspüren, die für gegenwärtige Fragen im Dialog von evangelischer, orthodoxer und katholischer Theologie wieder von Relevanz werden könnten.“ Daneben laufen Projekte zum Papsttum, zu einzelnen Heiligen und zur Hildesheimer Bistumsgeschichte.

Aufbau des „Hildesheimer Glossars lateinischer theologischer Fachbegriffe“

Soeben fertiggstellt hat der Professor das „Hildesheimer Glossar lateinischer theologischer Fachbegriffe“, das „online über die Universitätsbibliothek verfügbar gemacht werden soll. Ursprung und Erweiterungen dieses Glossars stammen unter anderem aus studentischen Protokollen zu meinen Lehrveranstaltungen“, so Bölling. Neben der Kirchengeschichte sind auch die systematische Theologie (Dr. Ulrike Wick-Alda) und die theologische Ethik (Prof. Dr. Alexander Merkl) am Glossar beteiligt.

Darin enthalten sind Wörter und Ausdrücke wie „missio canonica“ (das bedeutet „kirchliche Entsendung“, Beauftragung für den Religionsunterricht an Schulen) und „Nostra aetate“ („In unserer Zeit“, Anfangsworte eines zentralen Konzilsdokuments zum interreligiösen Dialog).

„Die Lateinkenntnisse gehen gesamtgesellschaftlich zurück. Durch die digitalen Technologien wird ein schneller, ortsunabhängiger und zuverlässiger Zugriff auf zentrale lateinische Ausdrücke eröffnet, der einen eigenständigen Umgang mit theologischen Quellen und Dokumenten ermöglicht“, sagt Jörg Bölling. Langfristig soll in Hildesheim ein Online-Wörterbuch lateinischer theologischer Grundbegriffe entstehen – mit Verknüpfungen zu weiteren digital verfügbaren Dokumenten und Hilfsmitteln.

„Die Lateinkenntnisse gehen gesamtgesellschaftlich zurück“

Die Berufung auf die Professur für Kirchengeschichte in Hildesheim sieht Jörg Bölling als Chance: „Als Stadt und Bischofssitz spielt Hildesheim seit jeher eine große Rolle. An der Universität fasziniert mich die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Personen, Fächern und Fachbereichen – eine Folge kurzer Wege, aber auch unverkennbar erprobter Kooperationen kompetenter Persönlichkeiten. Das gilt gerade auch für die beiden theologischen Institute. Noch während meiner Tätigkeit als Professur-Vertreter meinte eine auswärtige Gutachterin zu mir, Hildesheim sei die aufstrebende junge Universität Niedersachsens. Ohne zu zögern habe ich daher ein Alternativangebot abgelehnt und den Ruf an die Innerste angenommen“, so Bölling.

Jörg Bölling bildet Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Katholische Theologie für Grund-, Haupt- und Realschulen in Hildesheim aus und für das Gymnasium in Hannover.

„Als Stadt und Bischofssitz spielt Hildesheim seit jeher eine große Rolle“

Jörg Bölling ist 1974 in Coesfeld im westlichen Münsterland geboren. In Münster wurde er zum Kirchenmusiker ausgebildet. Auf sein Studium der Fächer katholische Theologie, Geschichte, Latein und Pädagogik (Lehramt für Sekundarstufe I und II, Staatsexamen 1999), im zweiten Studiengang auch Musikwissenschaft und historische Hilfswissenschaften, in Münster und Venedig, folgten Stipendien in Münster, Trient, Mailand und Rom, 2004 dann die Promotion in Geschichte (Dr. phil., Universität Münster), 2010 in Kirchengeschichte (Dr. theol., Universität Bochum) und 2013 die Habilitation für Mittlere und Neuere Geschichte sowie Historische Hilfswissenschaften (Universität Göttingen).

Anschließend vertrat Bölling Professuren an den Universitäten Wuppertal, Göttingen und Hildesheim, hier auch mit Lehre in Hannover für die Lehramtsausbildung sowie für das Fach Religionswissenschaft. Wegweisend für die Forschung waren unter anderem  ein Forschungsstipendium am Deutschen Historischen Institut in Rom und der regelmäßige Aufenthalt am Römischen Institut der Görres-Gesellschaft von 2000 bis 2017, wo er unter anderem als Organist und Kantor der deutschen Kirche am Vatikan tätig sein durfte.

Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Kirchengeschichte hat, erreicht Prof. Dr. Dr. Jörg Bölling unter boelling[at]uni-hildesheim.de.

Antrittsvorlesung

Am Mittwoch, 4. Juli 2018, hält Professor Jörg Bölling seine öffentliche Antrittsvorlesung und gibt Einblicke in seine Forschung. Der Vortrag mit dem Titel „Brannte uns nicht das Herz? Kirchengeschichte als historische und theologische Disziplin“ beginnt um 18:15 Uhr im Hörsaal 4 (Forum am Uni-Hauptcampus, Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). In der Antrittsvorlesung stellt sich der Wissenschaftler den Hildesheimer Universitätsangehörigen und Bürgern vor. Dabei erläutert er unter anderem, welche Bedeutung der Kirchengeschichte in dreierlei Hinsicht zukommt: in der allgemeinen Geschichte, in der Theologie und in der interdisziplinären Forschung und Lehre.

Von: Pressestelle, Isa Lange [erstveröffentlicht 29.06.2018, aktualisiert 23.07.2018]

In der Forschung befasst sich Professor Jörg Bölling mit dem Papsttum, den Heiligen und den Kirchenreformen. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim