Universität mit neuem Gesicht

Mittwoch, 07. Juli 2010 um 10:03 Uhr

Preisgericht präsentiert Siegerentwurf: Die Universität Hildesheim ist auf Wachstumskurs – dies wird sich in naher Zukunft auch architektonisch in Form eines Neubaus auf dem Hauptcampus ausdrücken. Drei der insgesamt 16 eingereichten Entwürfe für den Erweiterungsbau an der Marienburger Höhe konnten die Jury überzeugen, die einstimmig den Entwurf des Architekturbüros BKSP aus Hannover zum Sieger des Wettbewerbs kürte.

Der mit 22.000 Euro dotierte Siegerentwurf sieht den Bau eines gläsernen Kubus vor, der auf 4000 m2 Nutzfläche neuen Platz für Lehre, Forschung und Universitätsverwaltung schaffen wird. Das Gebäude, das zwischen Ützenkamp und dem Parkplatz an der Tilsiter Straße entstehen soll, wird einen vierten Hörsaal mit 200 Plätzen, zwei zusätzliche Seminarräume und ein Studierenden-Service-Center, das alle Beratungsangebote der Hochschule bündelt, beherbergen. Zahlreiche Büroräume und ein hochmoderner Konferenzsaal sind ebenfalls vorgesehen.

Das Gebäude des Siegerentwurfs, das zwei ineinander verschränkte quadratische Baukörper vereint, wird alt und neu in einen spannenden Dialog bringen. Der gestaffelte Aufbau des Gebäudes ist mit Rücksicht auf den bereits bestehenden Baubestand geplant und nimmt die äußerlichen Gegebenheiten seiner Umgebung auf. Der bestehende Campus – ein Bau der 60er und 70er Jahre – wird durch leichte Modifizierungen zum neuen Gebäudekomplex hin geöffnet. Durch den Abriss des überdachten Glas-Ganges und des Treppenhauses zwischen Haupteingang und oberem Campus werden der neue und der alte Außenbereich zukünftig miteinander in Verbindung treten können. Eine Freitreppe nebst Fahrstuhl wird dann den Aufgang ersetzen, das Café Einstein erhält eine offene Terrasse, die sich zum neuen Campusgebäude hin öffnet.

In den nun folgenden Verhandlungen wird geklärt, ob der Siegerentwurf tatsächlich umgesetzt wird. Dabei stellen sich insbesondere Fragen nach der Energieeffizienz des Gebäudes und eventuellen Folgekosten für die Universität. Zudem wird geprüft, ob das Büro den Groß-Auftrag bewältigen kann. Bis zu endgültigen Entscheidung wird die Universitätsleitung also Gespräche mit allen drei Preisträgern führen. Laut Baudezernent Thomas Hanold ist mit dem Baubeginn Ende 2011 zu rechnen. Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich lobte rückblickend die konstruktive Zusammenarbeit des Preisgerichts – insbesondere dem Präsidenten der Architektenkammer Niedersachsen, Wolfgang Schneider, sei die überaus gute Moderation des Verfahrens zu verdanken.

Wer bereits jetzt wissen möchte, wie sich der Campus am Marienburger Platz verändern wird, kann sich bis Ende Juli im V-Gebäude informieren. Dort sind alle Entwürfe samt Plänen und Modellen ausgestellt.