Universität Hildesheim: "Pädagogischer Leuchtturm" Niedersachsens

Freitag, 26. Februar 2010 um 00:00 Uhr

Staatssekretär Dr. Bernd Althusmann eröffnete Hildesheimer Pädagogische Tage

Mit den "Hildesheimer Pädagogischen Tagen 2010" bot die Universität Hildesheim zum bereits 26. Mal ein kompaktes Weiterbildungsangebot für Lehrkräfte, Erzieher/innen, pädagogisches Personal und Leitungen von Schulen an. Gekommen waren zahlreiche Interessierte – die Leiterin der "Weiterbildung in Netzwerken (WiN)" und Vizepräsidentin der Universität Hildesheim, Dr. Margitta Rudolph, zeigte sich erfreut über steigende Teilnehmerzahlen bei den insgesamt 28 angebotenen Workshops und dem wachsenden Einzugsgebiet, das die "Hildesheimer Pädagogischen Tage" erreichen.

Damit sind die "Hildesheimer Pädagogischen Tage" ein Erfolgskonzept der Lehrerfort und -weiterbildung. Eingeladen hatte die Stiftung Universität Hildesheim in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft/Kreisverband Hildesheim, der Landesschulbehörde Hannover/Regionale Lehrerfortbildung und dem Präventionsrat Hildesheim.
In seiner Begrüßung anlässlich der "Hildesheimer Pädagogischen Tage" unterstrich Universitätspräsident Professor Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich die grundlegende Bedeutung der Zusammenarbeit der Universität mit zahlreichen Partnerschulen, die die zentrale Aufgabe der Universität – die der Lehrerbildung – bestens begleite und das "Hildesheimer Modell" in der Lehrerausbildung, das eine enge Verknüpfung von Theorie und Praxis von Studienbeginn an bietet, ermögliche.
Staatssekretär Dr. Bernd Althusmann lobte in seiner Begrüßung die Universität Hildesheim als "pädagogischen Leuchtturm" Niedersachsens und unterstrich die Wichtigkeit einer guten Lehrer-Aus- und -Fortbildung für die Entwicklung der heutigen Gesellschaft. Besondere Bedeutung käme vor allem der individuellen Förderung innerhalb heterogener Gruppen zu, um möglichst jedem Schüler einen jeweils adäquaten Abschluss zu ermöglichen.
So war das Motto der "Hildesheimer Pädagogischen Tage" passgenau gewählt: "Fördern statt Nachhilfe – Lernmöglichkeiten in heterogenen Gruppen."
Formen der Integration und Förderung haben eine sehr hohe Bedeutung bekommen. Vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung aus dem Jahr 2006 33% der bis zu 5 Jahre alten Kinder einen Migrationshintergrund haben und 15,6% der jungen Menschen ohne Berufs- oder Hochschulabschluss bleiben, wobei die Quote bei Ausländern bei 39,4%. liegt. 
"Die beschriebenen Verhältnisse sind bis heute sicherlich nicht ausgeglichener geworden. Das müssen sie aber, wenn Bildung den Stellenwert haben soll, den Politik und Wissenschaft anmahnen. Der Pool, aus dem eine Volkswirtschaft schöpfen muss, sollte so groß wie möglich gehalten werden, das heißt gezielte Förderung von jungen Menschen auf allen Ebenen", fordert Vizepräsidentin Dr. Margitta Rudolph. Rudolph weiter: "Aus pädagogischer Sicht benötigen wir effektivere und flexiblere Formen der Integration und Förderung – in allen Bildungseinrichtungen, allen voran der Schule. Egal wie ein Schulsystem selektiert, eine Schülergruppe ist und bleibt heterogen. Begreift man Heterogenität nicht als Belastung, sondern als Chance, ergibt sich daraus eine immense Erwartungshaltung an die Lehrenden."
Genau diesem Problemfeld und möglichen Lösungsansätzen wandten sich die "Hildesheimer Pädagogischen Tage" in dem Grundsatzreferat von Professor Dieter Rüttimann der Pädagogischen Hochschule Zürich mit dem Titel "Umgang mit Heterogenität – eine kommunikative Herausforderung" zu.
Rüttimann zeigte die Bedeutung und den positiven Umgang mit Heterogenität auf: "Heterogenität ist eine Chance – kein Risiko, wenn Lehrkräfte es als eine kommunikative Herausforderung betrachten, die es zu bewältigen gilt."
Im Anschluss an das Grundsatzreferat wurden in 28 Workshops Themen von "Kooperatives Lernen: Das Potenzial der Unterschiedlichkeit nutzen!, über "(Bücher-)Lesen in der Schule – differenziert und differenzierend" bis hin zu kooperativen Konfliktlösungen, Vermittlung sozialer Kompetenzen oder dem Umgang mit Konzentrationsstörungen behandelt. "Den Schwerpunkt bilden spezifische Angebote zur effektiven Förderung in den verschiedensten Fächern", erklärte Dr. Hartmut Schröder aus dem Weiterbildungsbereich WiN der Universität. 
Die "Hildesheimer Pädagogischen Tage" boten zudem Gelegenheit zum Austausch und zur Netzwerkbildung, um z. B. nach einer Schulinspektion gezielt gemeinsame Weiterbildung zu organisieren. Eine begleitende Verlagsschau gab darüber hinaus gezielte Informationen über aktuelle Unterrichtsmaterialien.