Uni-Hochschulambulanz sucht ab sofort Familien: Kinder mit Lernstörungen stark machen

Montag, 12. März 2018  / Alter: 99 Tage

Wissenschaftlerinnen der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ haben ein neues Programm zur emotionalen Stärkung von Kindern mit Lernstörungen entwickelt. Für die Gruppenintervention, die im April 2018 starten soll, sucht die Universität Hildesheim ab sofort noch betroffene Kinder.

Kinder lernen in der Uni-Ambulanz „Kind im Mittelpunkt", wie sie ihre Aufmerksamkeit und ihr Lernverhalten besser steuern können. Professorin Claudia Mähler hat mit ihrem Team ein neues Programm entwickelt, um Kinder mit Lernstörungen zu stärken. Archivfoto Hochschulambulanz: Isa Lange/Uni Hildesheim

Die häufigsten Entwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendalter sind Lernstörungen. Hierunter versteht man die Lese- und Rechtschreibstörung (Legasthenie), die Rechenstörung (Dyskalkulie) oder eine Kombination aus beiden. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Lernstörungen für die Kinder im Alltag eine Reihe von Problemen mit sich bringen. Sie müssen deutlich mehr für die Schule üben, haben häufig Selbstwertprobleme, werden von Mitschülerinnen und Mitschülern manchmal gehänselt und können oft nicht verstehen, warum ihnen lesen, schreiben oder rechnen überhaupt so schwer fällt. Viele halten sich sogar für dumm.

Die Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt (KiM)“ des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim bietet ab April 2018 ein neues Programm für Kinder mit Lernstörungen an. Das Programm „Lernstörungen verstehen mit Lino Löwe“ haben Studierende der Psychologie unter der Leitung von Prof. Dr. Claudia Mähler, Dr. Kirsten Schuchardt und Conny Griepenburg ausgearbeitet. Unter dem Motto „Kinder mit Lernstörungen stark machen!“ begleitet Lino, eine Löwenfigur, die selbst von einer Lernstörung betroffen ist, die Kinder über fünf Wochen (einmal wöchentlich, 90 Minuten). Die teilnehmenden Kinder sollen verstehen, woher ihre schulischen Schwierigkeiten kommen. Sie werden ihre Stärken entdecken und Ideen zum Umgang mit schwierigen Situationen erhalten (geärgert werden, traurig sein, gestresst sein). Das Programm findet in Kleingruppen mit maximal 8 Kindern am Nachmittag statt. Begleitend wird es einen Elternabend geben.

„Kinder mit Lernstörungen benötigen nicht nur Hilfe für ihre primären Probleme im Lesen, Schreiben oder Rechnen, sondern auch viel Unterstützung dabei, mit den Schwierigkeiten leben zu lernen, ohne dass die Lernfreude verloren geht und ohne dass sie sich als Versager fühlen“, sagt Claudia Mähler, die seit 2008 als Professorin für Pädagogische Psychologie und Diagnostik an der Universität Hildesheim forscht und lehrt. In der Forschung befasst sich die Wissenschaftlerin unter anderem mit kognitiven Bedingungen bei Kindern mit Lernschwierigkeiten und Lernbehinderung, mit der Entwicklung des Arbeitsgedächtnisses bei Kindern und mit der Entwicklungsdiagnostik in der frühen Kindheit. „Mit unserem Programm Lino Löwe wollen wir versuchen, ob es gelingt, durch Aufklärung über die Störung und v.a. durch Stärkung des Selbstwerts die Kinder zu stützen. Mit einer begleitenden Evaluation untersuchen wir die Wirksamkeit des neuen Programms“, so Mähler. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Conny Griepenburg promoviert zu diesem Thema und hat das Programm mit Studentinnen und Studenten erarbeitet.

Programm „Lernstörungen verstehen mit Lino Löwe": Universität sucht Familien

Eltern von Kindern im 2. bis 4. Schuljahr mit einer bereits von einer Fachstelle festgestellten Lernstörung sind herzlich dazu eingeladen sich umgehend zu melden, wenn sie an einer Teilnahme am Programm interessiert sind (Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt (KiM), Tel. 05121 883 11012, montags bis donnerstags, 13:00 bis 14:00 Uhr, oder per E-Mail an kim@uni-hildesheim.de).

Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“

Von: Pressestelle, Isa Lange

Kinder lernen in der Uni-Ambulanz „Kind im Mittelpunkt", wie sie ihre Aufmerksamkeit und ihr Lernverhalten besser steuern können. Professorin Claudia Mähler hat mit ihrem Team ein neues Programm entwickelt, um Kinder mit Lernstörungen zu stärken. Archivfoto Hochschulambulanz: Isa Lange/Uni Hildesheim