Umgang mit Ausgrenzung im Bildungsbereich

Dienstag, 28. Oktober 2014 um 18:55 Uhr

Mit Vorurteilen, Rassismus und ausgrenzenden Denkmustern setzen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim in einer öffentlichen Ringvorlesung auseinander. Kooperationspartner sind die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und das Kultusministerium Niedersachsen.

Die Ringvorlesung „Rassismuskritische Bildung in Theorie und Praxis" nimmt Theorien und Studien in den Blick, die sich mit der Geschichte und Gegenwart von Rassismen und ihrer Wirkung von der Kita bis zur Hochschule befassen, so Filiz Keküllüoğlu. Eröffnet wird die Reihe am Mittwoch, 29. Oktober 2014 (um 12:00 Uhr, Hörsaal 1) von Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Viola B. Georgi und Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Es folgen Vorlesungen über Ungleichheit und religiöse Zuschreibungen im Klassenzimmer sowie über den Umgang mit Antiziganismus und Rechtsextremismus in der Schule. Zum Beispiel spricht am 10. Dezember 2014 Dr. Riem Spielhaus über „Religiöse Zuschreibungen im pluralen Klassenzimmer". Die Islamwissenschaftlerin vom Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa forscht über Islamfeindlichkeit und Zuschreibungen in Bildungsinstitutionen. Am 21. Januar 2015 befasst sich Timo Reinfrank mit Rechtsextremismus als eine Herausforderung in der rassismuskritischen Bildungsarbeit. Der Politologe der Amadeu Antonio Stiftung berät zivilgesellschaftliche Initiativen, Politik und Verwaltung in der Arbeit gegen Rechtsextremismus und entwickelt Bildungsmaterialien zu diesem Themenkomplex. Am 28. Januar 2015 gibt Claudia Schanz, Fachreferentin für politische Bildung am Niedersächsischen Kultusministerium einen Einblick über aktuelle bildungspolitische Vorhaben im Bereich der diversitätsbewussten und interkulturellen Unterrichts- und Schulentwicklungam Beispiel von Niedersachsen.

Die Teilnahme an der Ringvorlesung ist kostenlos. Interessierte sind herzlich eingeladen. Alle Veranstaltungen finden am Hauptcampus der Universität Hildesheim statt (Marienburger Platz 22, Hörsaal 1, jeweils von 12:00 bis 14:00 Uhr).

Zusammen leben und lernen – in den letzten Jahren entstand an der Universität Hildesheim, wo mit etwa 2600 Lehramtsstudierenden ein Großteil der Grund- Haupt- und Realschullehrer in Niedersachsen ausgebildet wird, ein Schwerpunkt im Bereich Bildungsintegration. Mit 2,85 Millionen Euro unterstützt das Niedersächsische Wissenschaftsministerium das Forschungsgebiet. Professuren wie Interkulturelle Kommunikation, Deutsch als Zweitsprache und Diversity Education sowie eine Professur mit dem Schwerpunkt „Politik und Migration“ wurden eingerichtet und Fächer wie Sport und Musik in die Planung einbezogen. Im Frühjahr wurde das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“ gegründet und ein Promotionskolleg eingerichtet.