Trauer um Gerhart von Graevenitz

Dienstag, 29. März 2016 um 15:00 Uhr

Professor Gerhart von Graevenitz, Mitglied des Stiftungsrats der Stiftungsuniversität Hildesheim, ist am 25. März 2016 verstorben. Der Literaturwissenschaftler war von 2000 bis 2009 Rektor der Universität Konstanz. Er war der festen Überzeugung: Forschung kann Brücken bauen und diese Brücken werden umso wichtiger, je schwieriger die politischen Verhältnisse werden.

Professor Gerhart von Graevenitz, Foto: Universität Konstanz

Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhart von Graevenitz, Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung Universität Hildesheim, verstarb am 25. März 2016.

„Herr von Graevenitz gehörte unserem Stiftungsrat seit 2010 an und hat unseren Weg positiv begleitet. Die Arbeit, so berichtete er mir zuletzt gegen Ende des vergangenen Jahres, bereitete ihm Freude. Er war deshalb gerne bereit, sich auch weiterhin ehrenamtlich im Stiftungsrat zu engagieren. Wir verlieren mit ihm einen renommierten Wissenschaftler und sehr erfolgreichen ehemaligen Hochschulleiter, dessen Expertise von besonderem Gewicht war. Wir werden sein Andenken in Ehren halten“, sagt Universitätspräsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich.

Der Literaturwissenschaftler gehörte der Universität in Konstanz seit 1988 an. Professor Gerhart von Graevenitz war von 2000 bis 2009 Rektor der Universität Konstanz. Den Erfolg bereits in der ersten Runde der Exzellenzinitiative habe die Universität Konstanz maßgeblich seinem Engagement und Weitblick zu verdanken, teilt die Hochschule mit [zur ausführlichen Presseinformation anlässlich des Todes]. 2001 wurde beispielsweise in Konstanz das „Zentrum für den wissenschaftlichen Nachwuchs“ (Zukunftskolleg) gegründet. International renommierte Universitäten nahmen sich das Instrument zur Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Vorbild: So entstand an der Hebrew University in Jerusalem eine eigene Einrichtung für den geistes- und sozialwissenschaftlichen Nachwuchs.

Die wissenschaftliche Arbeit des Professors für Neuere deutsche Literatur und Allgemeine Literaturwissenschaft „stand im Zeichen des forschenden Miteinanders“. „Gerhart von Graevenitz war der festen Überzeugung, dass die Forschung Brücken bauen kann und dass die Brücken umso wichtiger werden, je schwieriger die politischen Verhältnisse sind.“ Von Graevenitz hatte eine Gastprofessur an der Karls-Universität Prag inne, war Mitherausgeber der Deutschen Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte und engagierte sich für die Universitätspartnerschaft mit Tel Aviv.