Theater, Musik, Literatur: Festival „State of the Art“

Dienstag, 17. Oktober 2017  / Alter: 38 Tage

Am 19. Oktober startet das von Studierenden des Fachbereichs Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation organisierte Festival „State of the Art“. Die Übergänge zwischen Theater, Medien, Musik und Literatur sind fließend. Das Festival ist eine Bestandsaufnahme der ästhetischen Praxis in Hildesheim – wer das Festival besucht, kann erkunden, was Studierende in den Kulturwissenschaften entwickeln. Neben Produktionen aus allen künstlerischen Disziplinen stehen Nachgespräche und Diskussionen mit Expertinnen und Experten aus Kulturwissenschaft und anderen Fachbereichen auf dem Programm.

Sie studieren Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Inszenierung, szenische Künste: Thomas Yutaka Schwarz, Antonia Rehfuess, Tobias Gralke und Carolin Lutz organisieren das state-of-the-art-Festival in Hildesheim. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim

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Im Planungsbüro, dem &Büro in der Innenstadt, hängt ein drei Meter breiter Stadtplan – Hildesheim. Auf der Karte sind Orte markiert: Die Universität, der IT-Campus am Samelsonplatz, das Theaterhaus in der Innenstadt. Antonia Rehfuess, Thomas Yutaka Schwarz, Carolin Lutz und Tobias Gralke haben sich für eine Woche hier einquartiert, viele Gespräche geführt, Orte gesucht und Entscheidungen getroffen. Die Studierenden organisieren das Festival „State of the Art“, das vom 19. bis 21. Oktober 2017 in Hildesheim stattfindet.

Das Festival ist eine „Bestandsaufnahme“ der ästhetischen Praxis in Hildesheim. Für die Studienanfängerinnen und Studienanfänger, die in diesen Tagen in ihr erstes Semester starten, ist das Festival auch ein Ort, um anzukommen, sich zu vernetzen und zu erkunden, was die Kommilitoninnen und Kommilitonen aus höheren Semestern in Hildesheim an Theater- und Musikproduktionen, Lesungen, Filme und Installationen entwickeln.

„Wir zeigen den Stand der Dinge, geben Einblicke in die ästhetische Praxis, die in den kulturwissenschaftlichen Studiengängen in Hildesheim entsteht“, sagt Tobias Gralke. Der 26-Jährige studiert auf dem Kulturcampus „Inszenierung der Künste und Medien“, hat zuvor in Freiburg studiert und beschäftigt sich besonders mit dokumentarischen und biografischen Theaterformen. „Der Kulturcampus bringt die Disziplinen zusammen, von Theater über Medien und Film bis Musik, Literatur und Philosophie und diese Überschneidungen der Disziplinen haben auf dem Festival einen Raum. Wir zeigen, was entstehen kann, wenn Theatermacherin, Philosoph, Musikerin und Schriftsteller zusammenarbeiten, die Übergänge sind fließend.“ Diese fließenden Übergänge „machen unseren Studienstandort aus“, sagt Carolin Lutz, Studentin der Szenischen Künste. Wenn die Künste aufeinanderprallen, wird es interessant. „Das transdisziplinäre Arbeiten macht Hildesheim so besonders, das macht diesen Studienort einzigartig, dass sich alles verwebt und zusammenkommt.“

Dabei hat das studentische Organisationsteam in den vergangenen Monaten einen Kraftakt geleistet. Kurzfristig mussten sie die komplette Raumplanung verändern und neue Räume in Hildesheim finden. Als Ende Juli ein Hochwasserunglück den Kulturcampus erfasste und die Gebäude der Domäne und das Burgtheater überschwemmte, haben die Studierenden sofort reagiert und mehrere Ausweichquartiere gesucht. „Einen Tag vor dem Hochwasser waren wir noch auf der Domäne, dann haben wir schnell umgeplant und Räume gefunden“, erinnert sich Carolin Lutz. „Wir haben viel Unterstützung aus dem Baudezernat der Universität bekommen“, sagt Antonia Rehfuess. Die 22-Jährige kommt aus München und zog zum Studium der Szenischen Künste in den Norden, arbeitet in Theaterproduktionen mit Jugendlichen und Seniorinnen und Senioren. Sie hofft, dass an dem Festival nicht nur Kulturwissenschaftsstudierende teilnehmen, sondern auch Studierende und Lehrende aus allen Fachbereichen. „Wir wollen ins Gespräch kommen und sind interessiert an den Sichtweisen aus anderen Fachdisziplinen, ob Übersetzen, Informatik oder Psychologie“, sagt Rehfuess. Thomas Yutaka Schwarz, der ebenfalls zum vierköpfigen Organisationsteam gehört und in Hildesheim Kulturwissenschaften mit den Fächern Literatur und Theater studiert, hofft, dass das Festival „einen bleibenden Eindruck hinterlässt“.

So ein Festival zu organisieren sei sehr „lehrreich“, sagt Carolin Lutz. „Ein umfangreicher Mix.“ „Was man bei der Festivalorganisation lernt, ist ein Projekt von Null auf die Beine zu stellen und bis zur letzten Abrechnung dabei zu sein und Verantwortung zu übernehmen“, sagt Tobias Gralke.

Kurz erklärt

Das Festival „State of the Art“ 2017

Das „State of the Art“ ist ein studentisch organisiertes Festival des Fachbereichs Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation der Universität Hildesheim. Seit seiner Gründung 2009 wurde das Festival zur Plattform für die künstlerische Praxis von Studierenden. Das Festival stellt Räume, Technik und ein Produktionsbudget bereit – und vor allem ein diskussionsfreudiges Publikum. An die Produktionen schließen sich Nachgespräche an. Interessierte sind herzlich eingeladen. Die Studierenden kommen aus unterschiedlichen Studiengängen und Instituten und verknüpfen Praxis und Theorie. 2017 organisieren Antonia Rehfuess, Thomas Yutaka Schwarz, Carolin Lutz und Tobias Gralke das Festival.

Das neunte „State of the Art“-Festival findet am 19., 20. und 21. Oktober 2017 unter anderem am IT-Campus am Samelsonplatz und am Uni-Hauptcampus sowie im Theaterhaus in der Innenstadt statt. Das Festivalzentrum befindet sich in der ehemaligen Timotheuskirche neben dem Samelsoncampus (Raumplan und Programm online, Tickets). Das Festival wird am Donnerstag, 19. Oktober 2017, um 14:00 Uhr in der Timotheuskirche (Schillstraße) eröffnet, unter anderem spricht die Theaterwissenschaftlerin Professorin Annemarie Matzke. Dann beginnt das Programm. Um 17:00 Uhr diskutieren Nathalie Frank, Professor Christoph Lutz-Scheurle, Professorin Birgit Mandel und Professor Jens Roselt über Theater und Vermittlung.

Auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg studieren etwa 1000 Studentinnen und Studenten in den Bereichen Theater, Medien, Philosophie, Musik, Literatur, Bildende Kunst und Kulturpolitik.

Von: Pressestelle/Isa Lange

Sie studieren Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Inszenierung, szenische Künste: Thomas Yutaka Schwarz, Antonia Rehfuess, Tobias Gralke und Carolin Lutz organisieren das state-of-the-art-Festival in Hildesheim. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim