Tagung "Mobilität, Migration und Schule"

Freitag, 26. Februar 2010 um 00:00 Uhr

Bildungsangebote und pädagogische Unterstützung für Kinder beruflich Reisender und zirkulärer Migranten

Am 25. Februar fand an der Universität Hildesheim eine Tagung zum Thema "Mobilität, Migration und Schule. Bildungsangebote und pädagogische Unterstützung für Kinder beruflich Reisender und zirkulärer Migranten" statt. Angesichts der zunehmenden Mobilität in unserer Gesellschaft wächst die Zahl der Kinder, die mit ihren beruflich reisenden Eltern vorübergehend und teilweise auch grenzüberschreitend umziehen.

Diese Kinder erleben unterschiedliche Barrieren bei der Nutzung der Bildungsangebote in den Systemen, die in erster Linie für die Bedürfnisse der dauerhaft sesshaften und sprachlich-kulturell homogenen Bevölkerung konzipiert sind. Zugleich wächst die Zahl der Kinder, deren Eltern berufsbedingt allein verreisen (müssen) und die Kinder für längere Zeit zurücklassen.
In seiner Begrüßung der Tagungsteilnehmer betonte der Vizepräsident für Lehre der Universität Hildesheim, Professor Dr. Toni Tholen, die wichtige Aufgabe, die der Universität Hildesheim vor allem in der Lehrerbildung zukomme, besonders unter Berücksichtigung internationaler und interkultureller Aspekte. Dr. Antje Mansbrügge von der Alfred-Toepfer-Stiftung Hamburg hob die Wichtigkeit der Tagung vor allem im Hinblick der Wissenschaftsförderung und Weiterentwicklung qualifizierter Lehre, der sich die Stiftung verschrieben habe, hervor. Die Tagung ist ein Teil des Lehrprojektes "Education in Diverse School Settings" im Rahmen des Eurolecture-Gastdozentenprogramms der Alfred-Toepfer-Stiftung F.V.S. Sie wird ferner von der Sparkasse Hildesheim und von der Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. unterstützt.
Professor Anatoli Rakhkochkine von der Universität Hildesheim, der die Tagung federführend konzipiert hatte, führte in das Tagungsthema ein und stellte den Dialog zwischen der Erziehungswissenschaft, der Lehrerausbildung und der Bürgergesellschaft in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Die Tagung behandle aktuelle Entwicklungen in Bezug auf die Beschulung der Kinder beruflicher Reisender und zirkulärer und temporärer Migranten in der EU. Dabei integriere die Tagung zwei bislang separat betrachtete Perspektiven auf die Mobilität als Risikofaktor für schulische Leistungen sowie für die emotionale und soziale Entwicklung der Kinder der zirkulären Migranten und der beruflich Reisenden, beleuchte Probleme des Schulwechsels und des "Seiteneinstiegs" in etablierte Klassen- und Schulgemeinschaften und zeige ferner Möglichkeiten für neue institutionelle Lösungen und pädagogisch-didaktische Interventionen für geographisch mobile Schülerinnen und Schüler.
In zahlreichen Vorträgen und Workshops hatten die Tagungsteilnehmer anschließend die Gelegenheit, die vielen Facetten des Themas in anregenden Dis-kussionen zu vertiefen. In der anschließenden Podiumsdiskussion erörterten Justyna Finkelstein (Hannover), Ottmar von Holtz (Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen), Kristin Jördens (CDU/EVP-ED Europa-Büro Hildesheim), Birgid Oertel (Hessisches Kultusministerium) und Annette Schwer (Schule für Circuskinder in NRW) die Perspektiven der Eltern, der Lehrer, der Bildungsverwaltung und der Politik hinsichtlich der Folgen der Mobilität für die Bildungssituation der Kinder.