Studierende kümmern sich – Projektsemester am Kulturcampus

Freitag, 26. Juni 2026 - 10:06 Uhr

Viele Menschen aus Hildesheim und der Region kennen den Kulturcampus der Universität Hildesheim als privates Ausflugsziel für Fahrradtouren inklusive Kaffee und Kuchen. Die universitäre Arbeit, die hinter den Mauern der historischen Domäne stattfindet, bleibt dabei oft verborgen. „Eigentlich schade,“ sagt Ruth Emanuel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kulturpolitik und Organisatorin des diesjährigen Projektsemesters für die Studierenden. „Denn der Kulturcampus beherbergt gerade die bunten Studiengänge der Kulturwissenschaft, die sich mit Kultur in all ihren Varianten - von bildender Kunst über Musik und Theater bis hin zu Film und Literatur - auseinandersetzen, was oft zu sehr spannenden Ergebnissen führt.“

Mit dem Projektsemester bietet sich diesen Sommer die Gelegenheit diese Kreativität selbst mitzuerleben. Seit April arbeiten rund 180 Studierende in 16 Projekten ein ganzes Semester lang an einem übergreifenden Thema. Das Motto: Taking Care – also sich kümmern, sorgen, sorgfältig sein – aber auch Hilfe annehmen, Dinge in die Hand nehmen, vielleicht sogar Probleme lösen. „Im Spannungsfeld zwischen Care-Arbeit und Self-Care entstehen Präsentationen in Form von Ausstellungen, Performances, Konzerten und allem dazwischen und darüber hinweg,“ erklärt Emanuel. 

Die Ergebnisse aus den Projekten werden von Donnerstag, 9. Juli bis Sonntag, 12. Juli in einem öffentlichen Taking Care - Festival präsentiert. Dabei erwarten die Besucher*innen neben den Präsentationen auch ein attraktives Rahmenprogramm sowie Foodtrucks, Getränke und der Charme des historischen Geländes. Der Eintritt zu den Präsentationen ist frei. „Besonders freuen, würden sich die Studierenden und Dozierenden des Kulturcampus, wenn sie auch Menschen aus den anderen Fachbereichen vom Hauptcampus der Universität und aus der Stadt zum Festival an den Kulturcampus locken könnten,“ sagt Emanuel.

Das Projektsemester steht in einer langen Tradition der kulturwissenschaftlichen Studiengänge auf dem Kulturcampus. Seit 1992 findet es in einem Intervall von zwei Jahren statt. Die Themen? Unterschiedlich und immer kreativ.  Babylon (2000), Kollektiv Körper (2006) oder Alles im Fluss (2024) sind Beispiele. Ziel ist es, die eigene künstlerische Produktion und wissenschaftliche Fragen miteinander zu verschränken, mit Ausdrucksformen zu experimentieren und sich mit den Ergebnissen vor einem Publikum zu zeigen und ins Gespräch zu kommen.

2026 stellen sich die Projekte den vielfältigen Fragen rund um Pflege: Ist Kulturvermittlung auch Care-Arbeit? Wer kümmert sich um den Planeten? Wer sorgt sich um Landwirt*innen? Sollte Mutterschaft eher Mutter schafft heißen und was ist eigentlich Familie? Zu den Präsentationen gehören außerdem sogenannte Soothing Sounds und ein Erkundungsgang durch die Städte Hildesheim und Dresden. „Es wir geredet, geschrieben, geforscht, performt und gestaltet. Es wird um Identität gehen, um Zuhören und Hilfe annehmen.,“ sagt Emanuel. Beispiele für Projekte? Ein Projekt beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Shopping und Liebe und eine Theaterperformance mit der Gefahr, in der Badewanne ermordet zu werden.

Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten finden Sie hier.

Das Programm zum Festival gibt es hier