St. Bernward Krankenhaus fördert Stiftungsprofessur an der Universität Hildesheim

Dienstag, 18. Dezember 2018 um 15:10 Uhr

Neue Berufsperspektiven für die Pflege: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik wollen gemeinsam mit dem St. Bernward Krankenhaus das Gesundheitswesen in der Region stärken. Das Krankenhaus fördert über fünf Jahre die Stiftungsprofessur im Bereich der Pflege- und Versorgungsorganisation.

Welche Zukunftsstrategien gibt es für den Pflegeberuf? Wie lässt er sich weiterentwickeln und wie kann die Versorgungssituation für die Menschen in der Region verbessert werden? Mit diesen Fragen haben sich die Universität Hildesheim und das St. Bernward Krankenhaus auseinandergesetzt. Das Ergebnis: Am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik wurden unterschiedliche Initiativen im Kontext von Pflege und Versorgung vor gut einem Jahr zu einem neuen Forschungsschwerpunkt gebündelt. Das St. Bernward Krankenhaus (BK) unterstützt die dafür eigens geschaffene Stiftungsprofessur finanziell über einen Zeitraum von fünf Jahren mit einer sechsstelligen Summe.

„Mit der Förderung der Stiftungsprofessur möchten wir uns zum einen als Akademisches Lehrkrankenhaus im Bereich Pflege positionieren“, erläutert Stefan Fischer, Geschäftsführer des St. Bernward Krankenhauses. Zum anderen wolle das BK gemeinsam mit der Universität Hildesheim neue Wege gehen und die Zukunft der Pflege mitgestalten, das Berufsfeld breiter und vernetzter aufstellen.

„Wir denken dabei an neue Berufsbilder, die wir im Pflegesektor schaffen können, oder an engere Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung“, ergänzt Dr. Cornelia Schwenger-Fink, die als Hebamme und Pädagogin am Ausbildungszentrum des St. Bernward Krankenhauses tätig ist und die dortige Hebammenschule leitet. Vorstellbar seien zum Beispiel Gesundheitsberatungsstellen, unter anderem für Sucht- oder Adipositaspatienten, oder andere, stark patientenorientierte Angebote. Gerade vor dem Hintergrund überlasteter ärztlicher Praxen und mit Blick auf den demografischen Wandel seien dies interessante Zukunftsperspektiven für den Gesundheitssektor.

Der Schwerpunkt Pflege und Versorgung ist neben anderen Themen ein wichtiger Fokus im Bachelorstudium Sozial- und Organisationspädagogik. Es wird dort ein sozialpädagogisches Verständnis von Pflege entfaltet und es stehen vor allem ganzheitliche Konzepte im Zentrum des Curriculums, die multiprofessionelles Können erfordern. Aktuelle Herausforderungen wie Digitalisierung im Kontext der Pflege wie auch Diversität als Chance bei der Erbringung von Pflegedienstleistungen sind Querschnittsthemen.

Der Transfer von Forschungserkenntnissen in die Region im Bereich des Gesundheitswesens sei von hoher Bedeutung, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Berufsanfängern innerhalb der Pflege bietet der neu geschaffene Schwerpunkt die Möglichkeit des Übergangs in eine akademische Laufbahn und somit ein erweitertes berufliches Spektrum. „An unserem Ausbildungszentrum führen  wir in der Regel keine Studien durch. Ein wissenschaftliches Lehren und Lernen können wir daher nur bedingt selbst anbieten“, erläutert Dr. Schwenger-Fink. Aus diesem Grund sei die Kooperation mit der Universität Hildesheim eine gute Ergänzung zur Pflegeausbildung am BK und ermöglicht die Anschlussfähigkeit an den tertiären Bildungsbereich.

Aber auch Pflegekräfte, die bereits seit Jahren in ihrem Beruf arbeiten, können diese Ressourcen zur akademischen Weiterbildung im Sinne eines lebenslangen Lernkonzeptes nutzen. „Dank des modular strukturierten und zum Teil digitalen Lehr- und Lernangebotes können Seminare berufsbegleitend belegt werden“, freut sich Schwenger-Fink.

Wer sich für die Forschung und Lehre am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik im Bereich der Pflege interessiert, erreicht den Institutsleiter Professor Dr. Gunther Graßhoff sowie Birgit Oelker und Professor Dr. Herbert Asselmeyer, Leiter der Lehr- und Forschungseinheit „Pflege- und Versorgungsorganisation“.

Erstellt von Isa Lange/Pressestelle