Sicherheit von Flugzeugen im Fokus

Samstag, 20. Februar 2010 um 00:00 Uhr

Arbeitsgruppe Wirtschaftsinformatik und Maschinelles Lernen der Universität macht Flugzeugmotoren sicherer

Der Arbeitsgruppe Wirtschaftsinformatik und Maschinelles Lernen (ISMLL) der Universität Hildesheim um Prof. Dr. Dr. Lars Schmidt-Thieme ist es gelungen, mithilfe eines "Knowledge Management Systems" die Vibrationsdaten von Flugzeugmotoren zu analysieren, gefährliche Vibrationen damit schneller ausfindig zu machen und damit Flugzeugmotoren sicherer zu machen.

Dieses Knowledge Management System wurde innerhalb des EU Projektes "X-Media" für Ingenieure entwickelt. Mithilfe des von der Universität konzipierten Systems können Ingeniere bei der Neuentwicklung von Flugzeugmotoren gefährliche Vibrationen, die von Triebwerken verursacht werden und zu Triebwerksschäden führen können, entdecken und die Ursachen der Vibrationen durch änderung des Triebwerk Designs beheben.
Gegenstand des Projektes "X-Media – Knowledge Sharing and Reuse Across Media" ist das Wissensmanagement in komplexen verteilten Umgebungen. Es werden Methoden und Technologien zur großangelegten gemeinsamen Nutzung und Wiederverwendung von verteiltem Wissen untersucht und entwickelt.
Die entwickelten Methoden berücksichtigen unterschiedliche Medien aus verschiedenen Quellen. Hauptziel ist es, Wissen automatisch mit Methoden des Maschinellen Lernens zu extrahieren und für den Nutzer in einem Knowledge Management System darzustellen. So geht das erlangte Wissen nicht verloren, sondern kann mit anderen geteilt und wieder verwendet werden.
In X-Media, das mit 13.6 Mio € von der Europäischen Union gefördert wird, arbeiten 15 Universitäten und Unternehmen aus sieben europäischen Ländern zusammen. Die entwickelten Methoden sollen an mehreren Anwendungsfällen getestet werden. Diese Anwendungsfälle werden von zwei Herstellern von Flugzeugtriebwerken, Fiat und Rolls-Royce, gestellt. Das Projekt begann im März 2006 und dauert 4 Jahre. Vor kurzem wurde ein Open Source Paket mit vielen Anwendungen unter www.x-media-project.org veröffentlicht.
Die Arbeitsgruppe ISMLL (Projektleitung X-Media: Christine Preisach, Mitarbeit: Krisztian Buza, AndrÉ Busche) forscht dabei hauptsächlich an der Wissensextraktion aus Vibrationsdaten und ist an dem Rolls-Royce Anwendungsfall "Experimental Vibration" beteiligt.
Federführend hat die ISMLL ein Knowledge Management System für Ingenieure im Triebwerksbau, das unter anderem die Suche von ähnlichen Bilder und Rohdaten, sowie die automatische Wissensextraktion aus diesen Medien und die semantische Suche in Texten ermöglicht, entwickelt.
Dieses Knowledge Management System wurde bereits im November 2009 von Ingenieuren in Großbritannien ausgiebig getestet, evaluiert und begeistert aufgenommen. So konnte Mark Walters, der Leiter der Abteilung "Experimental Vibration", feststellen: "Wenn unsere Ingenieure dieses System benutzen, werden sie sehr viel effektiver arbeiten, sie werden mehr Erkenntnisse über die Vibrationsphänomene in weniger Zeit erlangen."