Schulferien im Informatik-Camp – PIONIERIN fördert Schülerinnen

Mittwoch, 19. August 2026 - 08:00 Uhr

18 Schülerinnen programmierten sich in Hildesheim durch die Sommerferien. Sie nahmen am Sommercamp des Projekts PIONIERIN teil – eine Kooperation zwischen den Universitäten Hildesheim, Koblenz, Kassel und Bamberg. Sechs Tage lang beschäftigten sich die Nachwuchs-Informatikerinnen aus ganz Deutschland hier mit Physical Computing, KI und 3D-Druck. Dazwischen Ferienprogramm: von digitaler Schnitzeljagd, Lasertag und Uni-Rally war für jede was dabei.

Der Montag startete mit einer Praxiseinheit: Im Lehr-und-Lern-Labor am Samelson- Campus wurde gelacht, geschnackt und programmiert. Mit dem Programm BlocksCAD modellierten die Schülerinnen unter Anleitung von Kira Klaner, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt PIONIERIN, in der Arbeitsgruppe Didaktik der Informatik unter der Leitung von Prof. Dr. Nils Pancratz an der Universität Hildesheim ihre individuellen Blumentopf-Designs am Computer. Diese druckten sie anschließend am 3D-Drucker aus. Bis die Pflanzen darin am Ende der Woche ihr neues Zuhause fanden, hatten die Teilnehmerinnen bereits Sensoren und Aktoren eingebaut und so programmiert, dass die Bodenfeuchtigkeit automatisch gemessen und die Pflanze bei Bedarf selbstständig bewässert wird.

„Unser Ziel ist es, Informatik greifbar zu machen. Die Schülerinnen erleben, wie aus einer Idee Schritt für Schritt ein funktionierendes Produkt entsteht. Wenn sie ihre selbst gebaute Bewässerungsanlage mit nach Hause nehmen und ihren Eltern zeigen können, was sie entwickelt und programmiert haben, wird Informatik ganz konkret und verständlich“, erklärt Kira Klaner.

In der zweiten Hälfte des Sommercamps ging es dann um das Thema KI. Franziska Paukner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am KI-Lehrstuhl von Prof. Dr. Ute Schmid an der Universität Bamberg, führte die Pionierinnen ans Maschinelle Lernen und Neuronale Netze heran, beleuchtete die Rolle von Daten und gab Einblicke in die automatisierte Bildklassifizierung. Diese wird beispielsweise in der Medizin eingesetzt und kann hier Ärztinnen und Ärzte unterstützen. Beispielsweise können KI-Systeme in der bildbasierten Diagnostik mit MRT- und Röntgenbildern Anwendung finden. Auf dieser Basis ging‘s dann auch ans Machen. Die Jugendlichen sollten sich überlegen, wie Bildklassifizierungssysteme sinnvoll eingesetzt werden können, mit welchen Daten sie trainiert werden können und wo diese Systeme ihre Grenzen haben. Dazu sammelten sie selbst ihre Daten und trainierten ihr eigenes System, basierend auf Google Teachable Machines – inklusive Testdurchläufen. „Kurz ausgedrückt, sollen die Schülerinnen sich überlegen: Was wäre eine KI-Anwendung, die Menschen wirklich helfen kann und die es noch braucht“, sagt Paukner. 

Julia (17) und Raatri (18) warem für das Camp aus München angereist. Sie haben bereits am Jugend- und Bundeswettbewerb Informatik teilgenommen. Ihre Lehrerin hat ihnen das Hildesheimer Sommercamp empfohlen. „Wir fanden die Themen interessant. Hier kann man auch wirklich was machen und in die Anwendungsbereiche reinkommen“, sagte Raatri, bevor sie sich wieder ihren 3D-Modellen widmeten.

Teil der Woche war auch ein Role-Model-Vortrag. Emma Gerstenkorn, Studentin der Wirtschaftsinformatik an der Universität Hildesheim, gab Einblicke in ihr Studium, ihren bisherigen Berufsweg und Stationen. Die Schülerinnen hatten die Möglichkeit Fragen zu stellen und in den Austausch zu kommen. Viele von ihnen machen im kommenden Jahr Abitur, manche engagieren sich bereits neben der Schule im MINT-Bereich, zum Beispiel im Rahmen eines Frühstudiums oder AGs. 

Weitere Informationen

Mehr zum Projekt PIONIERIN (Programm zur Inspiration und Orientierung zum Informatikstudium für Schülerinnen) gibt es hier.