Roboter verändern die Welt

Freitag, 09. November 2007 um 00:00 Uhr

Sebastian Thrun, Experte für Roboterfahrzeuge von der Stanford University, begeistert mit Gastvortrag

Er ist ehemaliger Student der Universität Hildesheim und fühlt sich seiner Hochschule und vor allem seinem Impulsgeber aus Studienzeiten, Prof. Dr. Heinz-Wilhem Alten verbunden. Vor allem deshalb hatte die Hildesheimer öffentlichkeit die seltene Gelegenheit, mit Sebastian Thrun einen international anerkannten Experten im Bereich der Robotik zu hören und aus erster Hand zu erfahren, wie Roboter die Welt verändern.

Der ehemalige Hildesheimer Informatik-Student ist heute Professor an der bekannten Elite-Universität Stanford in Kalifornien. Locker in Pullover ohne Krawatte trat er dem Auditorium bis auf den letzten Platz gefüllten Hörsaal gegenüber. Und das als frischgekürter Vizesieger des DARPA Grand Challenge 2007, ein Wettbewerb des US-Verteidigungsminsteriums für unbemannte Fahrzeuge. "Ich fühle mich hier gleich zu Hause", so Thruns spontane äußerung. Er erinnere sich gerne an seine Zeit in Hildesheim und er erzähle den heutigen Hildesheimer Studierenden gerne über seine Forschung. In jedem Fall, so Thruns Prognose, gebe es im Bereich der Künstlichen Intelligenz zahlreiche Forschungsfelder für Naturwissenschaftler. Man müsse nur neugierig genug sein. Und das waren die gut 300 Zuhörer. Sie folgten aufmerksam den Ausführungen Thruns zur Vorbereitung und Teilnahme des Stanford-Teams bei dem DARPA Grand Challenge. Die Hildesheimer Zuhörer erfuhren, dass Lasertechnik wesentlich für die Steuerung der Fahrzeuge sei und auch, dass es ein komisches Gefühl ist, wenn man ein unbemanntes Fahrzeug auf den Weg schickt. Großartig dagegen das Erlebnis, wenn dieses Fahrzeug nach 212 Kilometern wieder aus der Wüste zurückkommt.

In seinem Vortrag hat er über die aktuellen Herausforderungen und seine Erfolge in der Entwicklung von selbst fahrenden Fahrzeugen berichtet. Bereits im Jahr 2005 gewann Sebastian Thrundie mit zwei Millionen Dollar dotierte DARPA Grand Challenge. Der von seinem Team ausgestattete Geländewagen VW-Touareg "Stanley" bewältigte als schnellstes Fahrzeug die 212 km lange Strecke durch die amerikanische Mojave-Wüste. Am 3. November, traten die Stanford-Forscher erneut an, um dieses Mal mit ihrem neu entwickelten selbst fahrenden VW-Passat "Junior" auf rund 100 km die Herausforderungen des Innenstadtverkehrs zu meistern. Und das gelang Ihnen so gut, dass sie eine Million Preisgeld für den zeiten Platz erhielten.

Nach seinem Informatikstudium in Hildesheim und Bonn spezialisierte sich Thrun an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, USA auf die Gebiete Robotik und Ma-schinelles Lernen. Seit 2003 lehrt er als Professor an der Elite-Universität Stanford. Seit 2004 leitet er dort das Labor für Künstliche Intelligenz (SAIL). Seine Arbeiten wurden bisher mit mehr als einem Dutzend Preisen gewürdigt.