Rechtspsychologie: Tagung zu Prognosegutachten im Strafrecht

Mittwoch, 23. Mai 2018 um 16:17 Uhr

Seit einem Jahr bildet die Universität Hildesheim Spezialisten für Rechtspsychologie aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Der Kriminalpsychologe Professor Klaus-Peter Dahle diskutiert während einer Konferenz in Hildesheim mit Richterinnen und Richtern aus Niedersachsen sowie Experten aus dem Justiz- und Maßregelvollzug über Prognosegutachten im Strafrecht.

Klaus-Peter Dahle forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Rechtspsychologie am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Seit 2017 bildet die Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten im Bereich Rechtspsychologie aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Professor Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und wechselte von der Charité Universitätsmedizin in Berlin nach Hildesheim. Professor Dahle richtet Ende Mai eine Tagung an der Universität Hildesheim aus („Neue Herausforderungen an Prognosegutachten im Strafrecht“, Programm PDF).

Professor Dahle lädt zu der Tagung ein, da in jüngerer Zeit Gesetzesnovellen insbesondere einige der Voraussetzungen für die Unterbringung und Behandlung von Rechtsbrechern im psychiatrischen Maßregelvollzug und in der Sicherungsverwahrung reformiert haben. „Diese Gesetzesnovellen gehen mit veränderten, teilweise neuen Aufgabenstellungen für sachverständige Gutachter einher, die die Gerichte bei solchen Unterbringungs- und Fortsetzungsentscheidungen beraten sollen“, sagt Klaus-Peter Dahle. Bisher sei nicht geklärt, wie die Gerichte die reformierten Vorschriften interpretieren werden und welche Erwartungen sie dabei an ihre prognosesachverständigen Berater stellen.

Professor Klaus-Peter Dahle befasst sich in seiner Forschung mit Fragen der Wirksamkeit therapeutischer Interventionen im Justizvollzug und entwickelt Methoden zur Verbesserung von Kriminalprognosen. Er forscht in den Bereichen kriminelle Entwicklung, Sexual- und Gewaltdelinquenz, Straftäterbehandlung, Methoden der Kriminalprognose und Jugendkriminalität.

Workshoptagung an der Universität Hildesheim
„Neue Herausforderungen an Prognosegutachten im Strafrecht“

Die Konferenz beginnt am Freitag, 25. Mai 2018, auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim um 10:00 Uhr. Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing wird die Teilnehmer begrüßen.

Die Fachvorträge zu den Themen „Neue Anforderungen an Prognosegutachten nach der Reform des Unterbringungsrechts gemäß § 63 StGB“, „Die nach § 119 a StVollzG erforderlichen Behandlungsmaßnahmen und deren gerichtliche Kontrolle“ und „Möglichkeiten und Grenzen prognostischer Einschätzungen im Strafrecht: Sachstand und aktuelle Entwicklungen“ halten Prof. Dr. Andreas Mosbacher (Richter am Bundesgerichtshof Leipzig, Strafsenat), Klaus Michael Böhm (Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe) und Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle (Professor für Rechtspsychologie an der Universität Hildesheim). Die Tagung ist kostenlos. Um vorherige Anmeldung per Mail wird aus organisatorischen Gründen gebeten (papenmei@uni-hildesheim.de).