Projektsemester untersucht kulturelle, politische und soziale Umbrüche von 1968

Montag, 02. Juli 2018  / Alter: 86 Tage

Der Fachbereich „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ gibt Einblicke in das Projektsemester: 350 Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim haben in diesem Sommersemester mit künstlerischen Mitteln die kulturellen, politischen und sozialen Auf- und Umbrüche von 1968 erforscht. Vom 4. Juli bis 8. Juli zeigen sie die Ergebnisse in Form von Film, Fotografie und szenischen Inszenierungen.

Im Projektsemester werden der Kulturcampus Domäne Marienburg und die Stadt Hildesheim für einen Sommer zu einem künstlerischen Produktionsort für Theater, Medien, Film, Kunst und Philosophie. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim, Screenshot: Projektsemester BLOG Kulturpraxis

Präsentationen des Projektsemesters vom 4. Juli bis zum 8. Juli (Programm)

Das Projektsemester der kulturwissenschaftlichen Studiengänge der Universität Hildesheim untersucht die kulturellen, politischen und sozialen Auf- und Umbrüche von 1968. 50 Jahre danach haben 350 Studentinnen und Studenten erforscht, wodurch ihre Großeltern und Eltern bewegt wurden und was sie selbst in Bewegung gesetzt haben. Von Adorno bis zum Sexkino, von Woodstock bis zur Ökobewegung fragen sie in 25 künstlerischen und wissenschaftlichen Projekten nach den Widersprüchen und der aktuellen Relevanz des Phänomens 1968.

Die Ergebnisse in den Bereichen Literatur, Theater, Medien, Kunst, Musik, Philosophie und der Populären Kultur werden in einer öffentlichen Präsentationsphase vom 4. bis zum 8. Juli 2018 in Hildesheim gezeigt.

„Uns interessiert nicht der nostalgische Rückblick“, so Professor Jens Roselt, Dekan auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg, „sondern die Aufmerksamkeit für Veränderungsprozesse, welche unsere Gegenwart nachhaltig geprägt haben.“

Im Projekt „Naturverhältnisse – Die Geburt der Ökologie-Bewegung und ihre künstlerischen Folgen“ haben sich Studentinnen und Studenten gemeinsam mit Philosophieprofessor Andreas Hetzel mit der Geburt der Ökologiebewegung aus dem Geist der 68er und ihren künstlerisch-ästhetischen Folgen und Konzepten wie Land Art und „Performing Landscape“ auseinandergesetzt. Im Projekt „Sampling 68. Alte Lieder vom Neuen Menschen“ von Musikprofessor Matthias Rebstock standen ikonisch gewordene Bilder und Sounds im Mittelpunkt: Studentinnen und Studenten experimentieren mit Plattensammlungen und Sounds der 1960er Jahre und stellen gemeinsam mit einem Komponisten im Prozess des „Remixens“ die Frage nach der Gegenwart: was steckt in diesen Samples  noch an Aufbruch, Versprechen, Vision? Im Projekt „1968 (2018)“ befasst sich ein Team um Stefan Krankenhagen, Professor für Kulturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Populäre Kultur, und Mats Staub mit Erinnerungen. Was erinnern wir von einer Vergangenheit, die nicht die unsere ist? Welche der Mythen, welche der Stereotypen und welche der massenmedialen Bilder von 1968 erreichen die Gegenwart fünfzig Jahre später?

Kurz erklärt

Künstlerisch-praktisches Projektsemester an der Universität Hildesheim

Das Hildesheimer Projektsemester findet 2018 zum elften Mal statt. Studentinnen und Studenten des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ lassen sich über mehrere Monate auf künstlerische Prozesse jenseits der üblichen 90-Miuten Taktung der Lehrveranstaltungen ein. Sie arbeiten in interdisziplinären Projektgruppen in den Bereichen Theater, Literatur, Medien, Film, Philosophie, Musik und bildende Kunst.

Der Kulturcampus Domäne Marienburg und die Stadt Hildesheim werden dabei für einen Sommer zu einem künstlerischen Produktionsort für Theater, Medien, Film, Kunst und Philosophie.

Die Studiengänge Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Szenische Künste und Philosophie-Künste-Medien zeichnen sich durch die Verbindung von künstlerischer Praxis und wissenschaftlicher Arbeit aus. Seit 1992 findet alle zwei Jahre das fachübergreifende Projektsemester mit einem bestimmten thematischen Schwerpunkt statt.  Die Projekte bieten unter anderem die Chance, Konzepte des Inszenierens, Kuratierens, der Vermittlung und des Kulturmanagements unter realen Bedingungen zu erproben. Neben dem Projektsemester produzieren die Hildesheimer Studiengänge zudem das europäische Theater- und Performancefestival „transeuropa“ sowie das größte Festival junger Literatur in Deutschland „Prosanova“.

Kontakt

Bei Fragen zum Projektsemester ist der Theaterwissenschaftler und Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs, Prof. Dr. Jens Roselt erreichbar unter roselt[at]uni-hildesheim.de.

Von: Pressestelle, Isa Lange

Im Projektsemester werden der Kulturcampus Domäne Marienburg und die Stadt Hildesheim für einen Sommer zu einem künstlerischen Produktionsort für Theater, Medien, Film, Kunst und Philosophie. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim, Screenshot: Projektsemester BLOG Kulturpraxis